Drei Kommentare zum Parteitag

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Nina Hager, stellvertretende Vorsitzende der DKP
Sind wir den Herausforderungen gerecht geworden?

Uns allen ist klar: Die DKP muss in der gegenwärtigen Zeit stärker in die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen eingreifen. Sind wir aber auf unserem Parteitag den politischen Herausforderungen gerecht geworden? Eindeutig vermag ich das nicht zu beantworten.

Einerseits orientierte Bettinas Referat sehr deutlich auf die Aufgabe der Partei in den gegenwärtigen Kämpfen. Es gab zudem in diesem Zusammenhang eine Reihe sehr interessanter Diskussionsbeiträge.
Die zwei Hauptanträge des Parteivorstandes zur Politischen Resolution und zum aktionsorientierten Forderungsprogramm wurden letztlich mit überzeugender Mehrheit beschlossen. Damit haben wir eine gute politischen Grundlage auf der Basis unseres Parteiprogramms für die Arbeit des nun neu zusammengesetzten Parteivorstandes in den nächsten zwei Jahren.
Andererseits wurden auf dem Parteitag teilweise theoretisch-inhaltliche Differenzen deutlich, die beispielsweise im Zusammenhang mit der Charakterisierung der gegenwärtigen Entwicklungsetappe des Imperialismus, der Kriseneinschätzung, der Rolle der Partei, des Verhältnisses der Kommunistinnen und Kommunisten zu den Einheitsgewerkschaften usw. bestehen. Die Atmosphäre war teilweise angespannt bis giftig. -- Letzteres vor allem in der Personaldebatte. Das hatte zur Folge, dass im neuen Parteivorstand weder die Saarländer noch die Bremer vertreten sind. Noch unverständlicher ist mir, dass die beiden vom alten Parteivorstand vorgeschlagenen Arbeiterjugendvertreter nicht gewählt wurden. Ich empfinde das als sehr problematisch für eine Arbeiterpartei.
Der neu zusammengesetzte Parteivorstand wird durch seine Arbeit zeigen müssen, ob er die Partei zusammenführen kann. Das sehe ich als den Arbeitsauftrag, den die Parteitagsdelegierten uns allen gegeben haben.
Dazu sind auch theoretische Debatten und Klärungsprozesse, ist eine sachliche, geduldige weitere Diskussion auf der Grundlage unserer wissenschaftlichen Weltanschauung und unseres Parteiprogramms nötig. Die Differenzen können wir nur gemeinsam klären.
Ich meine, dass es für alle, die die Einheit der Partei wollen, die DKP als kommunistische Partei stärken und handlungsfähiger machen wollen, keinen anderen Weg gibt.
Ich weiß zugleich, dass dazu die Bereitschaft aller nötig ist, dass vor allem Achtung und Respekt vor dem Anderen dafür Voraussetzung sind. Und -- auch das hat der Parteitag gezeigt -- wir müssen alle weitaus mehr für unser theoretisches Wissen tun.

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Patrik Köbele, stellvertretender Vorsitzender der DKP
Ein sehr konstruktiver Parteitag

Der Parteitag hat deutliche Signale ausgesandt. Die Mehrheit hat sich dafür ausgesprochen, dass bestehende Meinungsverschiedenheiten offen und konstruktiv ausgetragen werden. Mit dieser Diskussion wollen die Delegierten ihre Partei wieder zusammenführen. Das drückt sich auch in den Wahlen zu den Vorsitzenden und zum Parteivorstand aus. Die unterschiedlichen Spektren sind nun in der Parteispitze vertreten. Aus meiner Sicht zeigten die Delegierten damit ihre Unzufriedenheit mit der bisherigen Debatte in der Partei. Diese Kritik wurde auf dem Parteitag vielfach geäußert und ein Auftrag, den er der Parteiführung gegeben hat, ist eine offene Diskussion zu organisieren. Dabei geht es nicht darum nur noch intern zu diskutieren, sondern diese Diskussion in einer Einheit mit dem Eingreifen der Partei in die Kämpfe dieser Zeit zu organisieren. Hier steht der Parteitag aus meiner Sicht für den Wunsch nach der Erhöhung des selbstbewussten Auftretens der Partei nach außen.
Natürlich stand meine Kandidatur und Wahl auch für klare Inhalte. Ich lehne die "Politischen Thesen" des bisherigen Sekretariats ab. Sie weichen die revolutionären Grundsätze der DKP auf. Insofern habe ich als Person auch gegen die Inhalte der "Thesen" kandidiert. Ich vertrete die Tradition der Imperialismusanalyse Lenins. Es gilt die Werkzeuge, die Marx, Engels und Lenin entwickelt haben, auf die heutige Situation anzuwenden. Über den Charakter der Partei und der Arbeiterklasse gibt es innerparteiliche Differenzen. Das ist in der heutigen Situation auch erklärbar. Langfristig müssen wir die Positionen wieder vereinen. Das geht jedoch nur durch Offenheit.
Manchmal ging es auf dem Parteitag sicher auch hoch her. Trotzdem war dies für mich ein sehr konstruktiver Parteitag. Das hat vor allem die Generaldebatte gezeigt. In vielen Beiträgen wurde hier das konkrete Handeln der Partei mit den inhaltlichen Positionen, über die wir uns streiten verbunden. Wir haben gezeigt, dass es möglich ist die Debatte zu führen. Sicherlich sind Personaldiskussionen und Gegenkandidaturen in unserer Partei noch recht ungewöhnlich. Dies war ein Grund für manches emotionales Hochkochen.
Die Delegierten haben hohe Souveränität bewiesen, gemeinsam als höchstes Gremium der Partei zu handeln -- über alle Meinungen hinweg. Ich denke das erwarten sie nun auch vom Parteivorstand und seinem zu wählenden Sekretariat.

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Leo Mayer, stellvertretender Parteivorsitzender der DKP
Irritierende Aspekte

Für mich hat dieser Parteitag widersprüchliche und irritierende Zeichen gesetzt. Zu den irritierenden Aspekten zählt, dass zwei, vom Parteivorstand vorgeschlagene Arbeiterjugendliche nicht in den Parteivorstand gewählt worden sind. Beide haben oder hatten SDAJ-Funktionen auf Landesebene. Der Eine ist Betriebsrat in einem Betrieb, in dem überwiegend ganz junge Menschen arbeiten, der Andere Mitglied in einem ver.di-Bezirksvorstand. Dass diese Genossen nicht gewählt wurden, kann ich für eine Partei, die sich als Klassenpartei versteht und die politische Arbeit mit Jugendlichen und im Betrieb verstärken will, nicht nachvollziehen.
Fragezeichen stellen sich mir auch, ob die Einschätzung, dass wir gegenwärtig die "Beseitigung der Reste der bürgerlichen Demokratie" erleben, wirklich repräsentativ für die Mitglieder der Partei ist? Denn immerhin haben nahezu die Hälfte der Delegierten bei der Abstimmung über die Arbeitsgrundlage des Parteitages, dieser Wertung zugestimmt. Da haben wir Diskussions- und Klärungsbedarf.
Wesentlich erscheint mir, dass die weitere Debatte auf dem Parteitag dann dazu geführt hat, dass die politische Linie des vorherigen Parteivorstandes mit sehr großer Mehrheit bestätigt worden ist. Damit ist eine Grundlage gelegt, jetzt auf Basis des Parteiprogramms, der Politischen Resolution und des Aktionsorientierten Forderungsprogramms die Partei im Kampf um einen Politikwechsel zusammenzuführen

 

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Verein marxistische linke e.V.

Am 22.02.14 wurde in Berlin der Verein "marxistische linke - ökologisch, emanzipatorisch, feministisch, integrativ" gegründet. In dem Verein arbeiten Kommunist*innen und andere Marxist*innen zusammen.

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Über Parteigrenzen hinweg

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10.04.2013: Am 22.02.14 wurde in Berlin der Verein " marxistische linke - ökologisch, emanzipatorisch, feministisch, integrativ " gegründet. Die marxistische linke will ein Netzwerk zur Förderung der Zusammenarbeit von Marxist*innen und Kommunist*innen aufbauen, unabhängig von ihrer sonstigen Organisations- oder Parteizugehörigkeit. Damit soll ein Rahmen geboten werden, um die gemeinsame Debatte um Analysen und Positionen zu den aktuellen Problemen der Zeit zu befördern, alternative Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft aufzuzeigen und zu einem stärkeren Einfluss marxistischen Denkens in Gesellschaft und Politik beizutragen. Kommunisten.de hat Sabine Leidig und Bettina Jürgensen , beide im geschäftsführenden Vorstand, dazu befragt.

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Deutschland auf dem Weg in die Rezession?

Deutschland auf dem Weg in die Rezession?

23.08.2014: Kommentar von Conrad Schuhler, isw

Ihr völliges Verkennen der wirtschaftlichen Lage in Deutschland und der Eurozone hat die Bundesregierung eklatant unter Beweis gestellt, als sie im Sommer im Bundestag erklärte: „Die wirtschaftliche Lage hat sich zuletzt deutlich verbessert; die Eurozone hat die seit Ende 2011 andauernde Rezession überwunden, die Wirtschaftsleistung wächst wieder.“ Sozusagen im Gegenzug strafte Eurostat, die Statistische Behörde der EU, diese Aussagen der deutschen Regierung Lügen. Nach ihren Angaben hat die Eurozone, die im ersten Quartal ein Mini-Wachstum von 0,2 % erzielt hatte, im zweiten Quartal einen Rückgang auf 0,0 % zu verzeichnen.

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Arbeitszeitverkürzung - auch eine Überlebensfrage für die Demokratie

Arbeitszeitverkürzung - auch eine Überlebensfrage für die Demokratie

14.08.2014: Interview mit Volker Metzroth zur Arbeitszeitverkürzung

Frage: Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Forderung nach einer radikalen Verkürzung der Wochenarbeitszeit in den Gewerkschaften derzeit bestenfalls eine untergeordnete Rolle spielt. Entspricht das auch deiner Wahrnehmung?

Volker Metzroth: Nach der Niederlage im Kampf um die 35-Stunden-Woche in der Ostdeutschen Metallindustrie war es lange Zeit wirklich so. Aber die Diskussion hat längst wieder begonnen. Anträge dazu beim ver.di- Bundeskongress 2011 forderten neue diesbezügliche Initiativen. Seither befasst sich u. a. eine Arbeitsgruppe beim Bundesvorstand mit dem Thema, in der VertreterInnen der Antragsstellenden mitarbeiten.

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