Als Wahlbeobachter unterwegs - Der Wahltag

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Auf Einladung der Vertretung der Partei für Frieden und Demokratie (BDP) in Brüssel nimmt Kerem an einer Wahlbeobachterdelegation teil.

Bericht über die Wahl in Ercis, Region Van

Auf Einladung der BDP beobachteten wir - Ilke Polat, Brigitte Wolf, Kerem Schamberger - am Sonntag, 12.6.2011, den Wahlvorgang zu den Parlamentswahlen in verschiedenen Wahllokalen in Ercis und Umgebung.

 

In aller Frühe machten wir uns auf den Weg zum örtlichen BDP-Büro. Dort war auch der Krisenstab eingerichtet, bei dem alle Informationen über besondere Vorfälle gemeldet wurden. Insgesamt besuchten wir im Laufe des Tages 10 Wahllokale, die sich allesamt in Schulen befanden.

Gleich in der Früh bekamen wir die Nachricht, dass noch am Abend vor der Wahl die AKP Waschmaschinen und andere Haushaltsgeräte an einige Ortschaften verteilt habe. Dies ist ein bekanntes Mittel um sich Stimmen zu sichern bzw. wenigstens dafür zu sorgen, dass die Menschen nicht zur Wahl gehen.

Im Laufe des Tages machten wir immer wieder die selben Beobachtungen über strukturelle Defizite, die wir in unserem Bericht niedergeschrieben haben:

  1. Die landesweite 10%-Hürde behindert den Wahlerfolg neuer politischer oder regional tätiger Kräfte
  2. Abhängig von den Absichten des Wahlvorstands in den einzelnen Wahllokalen behindert die Präsenz bewaffneter Kräfte (Polizei, Jandarma, Militär), selbst direkt vor den Wahlurnen, die freie, demokratische und unbeeinflusste Wahlentscheidung. Der gesetzlich vorgesehene Abstand von 15 Metern wurde dabei in der Regel nicht eingehalten.
  3. Die Gestaltung der Stimmzettel benachteiligte eindeutig die unabhängigen KandidatInnen. Ihre Namen wurden in Schriftgröße 8 gedruckt und waren selbst mit Brille schwer lesbar.
  4. Zudem erfuhren wir, dass im Ausland lebende TürkenInnen und KurdenInnen unabhängige KandidatInnen nicht wählen konnten.

Neben diesen strukturellen Defiziten müssen wir von folgenden Vorfällen im Gebier Ercis berichten:

  1. Im Dorf Hasrof war schwer bewaffnetes Militär im Wahllokal, vom Wahlvorstand geholt zur Streitschlichtung. Der befehlshabende Offizier sicherte zu, nach einer halben Stunde das Wahllokal wieder zu verlassen
  2. In der Yesilova Mahallesi (Ziya Gökalp Grundschule), einer Hochburg der BDP, trat die anwesende Polizei (zivile und uniformierte Kräfte) äußerst provokativ auf. Die WählerInnen mussten einzeln durch eine ganze Reihe von Polizeikräften gehen. Auch hier hatte der Wahlvorstand die Polizei gerufen. Später verhaftete die Polizei zwei Mitglieder der Wahlkommission (BDP) unter dem Vorwand der Wahlfälschung. Dies führte zu Protesten der Nachbarschaft, die Polizei holte Verstärkung, darunter auch einen Panzer. Ab diesem Zeitpunkt war der Wahlvorgang vor Ort faktisch beendet.
  3. Vor einigen Schulen war das Militär bewaffnet mit G3-Maschinengewehren. Diese werden sonst nur in Kriegseinsätzen verwendet.
  4. In der Kadir Rezan Has Grundschule wurde der BDP-Vertreter in der Wahlkommission zusammengeschlagen. Von weiteren Wahllokalen wurde uns Ähnliches berichtet.
  5. Ein Wähler berichtete von einem Vorfall bei dem Wahlgang seiner blinden, etwas 90-jährigen Großmutter. Der Wahlleiter, der ihr helfen sollte, versuchte eine andere Partei als von ihr gewünscht zu wählen. Erst auf Intervention des Enkels wurde der Wahlvorgang wiederholt, die Stimmabgabe erfolgte für einen unabhängigen Kandidaten.
  6. In der Solucayir Mahallesi wurde berichtet, dass die Polizei Wähler durchsucht und nicht nur den Ausweis kontrolliert.


Nach Schließung der Wahllokale und bei der ersten Auszählung der Stimmen konnten wir keine Unregelmäßigkeiten mehr feststellen. Auch das neu erstellte elektronische Wahlregister hat sich aus unserer Sicht bewährt.

Wir gratulieren der Bevölkerung, dass sie trotz all dieser Provokationen und Einschüchterungen an ihrem Wahlrecht festhielten.
Wir beglückwünschen Özdal Üçer und die anderen gewählten unabhängigen Kandidatinnen und Kandidaten zu ihrem Wahlerfolg.

Ercis, 13.06.2011

Als gegen 18 Uhr die ersten Wahlergebnisse bekannt gegeben wurden, war die Freude gross. Der unabhängige Kandidat hatte den Wiedereinzug ins Parlament geschafft. Gedämpft wurde das Ergebnis allerdings durch die relativ große Wahlenthaltung von 30% im Gebiet Ercis.
Landesweit lag die Wahlbeteiligung bei 87%.

Kerem

 

Marseille-Forum

Am 10. und 11. November treffen sich die progressiven Kräfte Europas in Marseille zum Marseille-Forum, um eine Alternative Zukunft für Europa zu diskutieren. Die Europäische Linke unterstützt dieses Treffen.
Pierre Laurent, Nationalsekretär der Französischen Kommunistischen Partei (PCF):

EL Marseille-Forum PierreLaurent


 

100 Jahre Oktoberrevolution

marxistische linke lädt ein

Logo-Revolution-Gegenrevolution

Das 20. Jahrhundert war eines der Revolutionen: in Russland, Ungarn, Deutschland, Spanien, China, Mexico, Chile, Cuba und vielen anderen Staaten. Daraus ragen die Oktoberrevolution und Maos Langer Marsch mit dem Sieg der Kommunisten 1949 als epocheprägende Ereignisse heraus. Diese Revolutionen sind Teil des langen Zyklus von Revolution und Gegenrevolution, der mit der französischen Revolution 1789 eröffnet wurde. Ging dieser lange Revolutionszyklus mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu Ende?  Was kann Revolution in den Ländern des entwickelten Kapitalismus heute noch heißen?
Wir diskutieren mit

Frank Deppe
Autor des Buches: 1917 | 2017 - Revolution & Gegenrevolution

Sa., 25. November 2017, 15:00 Uhr
Frankfurt a.M.
Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-71


 

Tödliche Agri Kultur - Wie Monsanto die Welt vergiftet

Monsanto-Glifosato

Demnächst entscheidet die EU über die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat. Die EU will, dass Monsanto seinen Bestseller weitere zehn Jahre verkaufen darf.

Seit 20 Jahren werden in Argentinien riesige Flächen mit gentechnisch veränderter Soja bepflanzt. In Monokultur. Anfangs war das für die Landwirte, die Saatgutverkäufer und die Chemie-Konzerne ein Freudenfest. Allen voran: Monsanto. Heute ist das Modell Monsanto gescheitert. Nicht für die Investmentfonds, aber für die Landwirte vor Ort und für die Verbraucher in den Städten.

Tödliche Agri Kultur - Wie Monsanto die Welt vergiftet
Ein Film von Gaby Weber

siehe auch


 

wenn die umstaende 300p

marxistische linke: Jetzt Mitglied werden


Wohin geht's nach Jamaika?

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23.11.2017: Christian Lindner (FDP) hat die Jamaika-Verhandlungen platzen lassen. Offen ist im Moment wie es weitergeht. Eine Minderheitenregierung wäre ein interessantes Projekt: Sie müsste Mehrheiten suchen. Der Bundestag würde dadurch massiv an Einfluss gewinnen. Und möglicherweise dadurch auch die gesellschaftlichen Bewegungen. Ob CDU/CSU und SPD das wollen? Aber unabhängig davon zeigt sich, wie weit die Republik nach rechts gerutscht ist.

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15.11.2017: Am Montag haben die Außen- und Verteidigungsminister von 23 der 28 EU-Staaten mitgeteilt, eine Militärunion zu gründen. "Ein großer Tag für Europa", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Brüssel dazu. Ein großer Tag vor allem für die Rüstungsindustrie. Denn jeder EU-Staat, der sich an der Militärunion beteiligen will, muss sich verpflichten, die nationalen Rüstungsausgaben regelmäßig zu steigern.

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Walter Baier: "Forum in Marseille ist ein erster Schritt"

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Frage: Am 10. und 11. November beraten in Marseille Parteien, Initiativen und Organisationen über neue Formen der Zusammenarbeit . Es gibt bereits verschiedene linke Foren und Denkfabriken, transform! ist eine davon. Warum muss jetzt noch ein weiteres Forum entstehen?

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Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

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