Wir bestehen daruf, für den Frieden in Kolumbien zu kämpfen

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Kolumbien FARC-Delegation-in-Havanna lapluma.net12.08.2013: Der kolumbianische Journalist Hernando Calvo Ospina sprach mit den Kommandanten des FARC-Generalsekretariats in Havanna. Sie haben H. C. Ospina um sieben Uhr morgens bestellt, um drei Mitglieder des Sekretariats, der höchsten Instanz der FARC, zu interviewen. Sie stehen an der Spitze des Dialogs, den die aufständische Organisation mit der Delegation der kolumbianischen Regierung in Havanna führt. Auch in Havanna haben sie ihre Gewohnheit nicht aufgegeben, früh aufzustehen. "Wir stehen um 4:30 auf um die Hähne zu wecken, damit sie krähen", sagt Ricardo Téllez, besser bekannt als Rodrigo Granda.

In diesen großen Raum des Hauses in der Siedlung 'Der kleine See', wo sie wohnen, kamen auch Iván Márquez und Pablo Catatumbo. Granda zündete sich eine Zigarette an und trinkt eine zweite Tasse Kaffee. Márquez hat eine große kubanische Zigarre in der Hand, die er "nach dem Frühstück" anzünden wird. Catatumbo schlürft seinen Kaffee und sagt zu mir [Ospina]: "Wenn wir alle drei fast das gleiche sagen, warum willst du mich interviewen?" Es ist das erste Mal, dass ein Journalist es schafft, diese drei Guerilla-Führer zusammen zu haben.

H. C. Ospina: Commandantes, seit sieben Monaten führen sie nun den Dialog, verhandeln mit der Regierung für einen Friedensprozess. Sind sie immer noch optimistisch?

I. Márquez: Die Entschlossenheit, eine politische Lösung dieser Auseinandersetzung zu finden, die fast fünfzig Jahre andauert, gibt den FARC die Zuversicht. Weil sie uns militärisch nicht besiegen können, und wir sie nicht, müssen wir eine Alternative suchen. Zusätzlich zeigen die Umstände, die Realitäten von heute, sowohl in Kolumbien wie auch auf dem Kontinent, dass es Zeit ist, einen unblutigen Ausweg zu finden. Kriege sind nicht ewig. Und auf dieser Ebene unternehmen wir alle Anstrengungen, die notwendig sind, um zu einer Verständigung mit der Regierung zu kommen.

H. C. Ospina: Wie fühlt es sich an, dem so nah zu sein, der als Feind charakterisiert wird?

I. Márquez: Während wir am selben Tisch als zwei Gruppen mit sehr gegensätzlichen, nahezu antagonistischen Sichtweisen sitzen, haben wir uns zu tolerieren, um uns zu verstehen. An einem Verhandlungstisch sollte Respekt für die andere Partei vorhanden sein und ich denke, das ist eine gegenseitige Sache. Es gibt Momente, wo die Gespräche am Gefrierpunkt sind, sogar sehr stark, aber bald kehren die Dinge zurück auf eine bestimmte Ebene, weil wir wissen, dass wir Verständigungen erreichen müssen.

H. C. Ospina: Die Verhandlungenim Krieg bewegen sich zwischen zwei Gegnern. Es scheint mir, dass Sie diejenigen sind, die mehr Einsatz zeigen.

I. Márquez: Sie haben Recht. Die Regierung hat immer die Tendenz, die Unterwerfung der Guerilla als Synonym für Frieden, aber nicht den Frieden durch strukturelle Veränderungen zu suchen. Man will einen kostenlosen Frieden für die Oligarchien. Wir unternehmen große Anstrengungen, um verständlich zu machen, dass eine Atmosphäre für den Frieden geschaffen werden muss und dass dies durch institutionelle und politische Transformationen erreicht werden kann. Wir sind sicher, dass das Wichtigste für Kolumbien ist, eine reale Demokratie zu gewährleisten, wo der Souverän, das Volk, die strategischen Politiken bestimmt und die Meinung der Menschen berücksichtigt wird, ohne Stigmatisierung und Mord.

H. C. Ospina: Vielleicht irre ich mich, aber mir scheint, dass Präsident Juan Manuel Santos mehrmals einen Rückzieher machen wollte.

R. Granda: Ich glaube nicht, dass er einen Rückzieher macht, aber er scheint eingeschüchtert. Es ist, als hätte er Angst vor dem ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe, den Viehzüchtern, der Macht der Narco-Paramilitärs und einigen Sektoren der Streitkräfte. Santos ist eingeschüchtert trotz der Unterstützung eines bedeutenden Teils der Industriellen, der Bankiers und der Kirchen. Zum Beispiel ist Sarmiento Angulo, einer der mächtigsten Männer in Kolumbien, nach Berichten, die uns vorliegen, für den Dialogprozess. Umfragen sagen, dass 87 Prozent der Kolumbianer auch den Frieden wünschen. Das Kräfteverhältnis ist unbestreitbar für den Frieden. Außerhalb des Uribismus spricht niemand mehr von Krieg. Aber es scheint, dass Santos sich diesen Sektoren nicht entgegenstellen will, die von Uribe angeführt werden, also tut er groß militärisch mit uns und übernimmt unnachgiebige Positionen, die eine korrekte Entwicklung der Gespräche nicht zulassen.

Wir wissen, dass Uribe 13.000 Paramilitärs parat hat, inoffiziell bekannt als die 'Anti-Land-Rückgabe-Armee'. Wissen die Streitkräfte und Santos das nicht? Aber sicher, ja! Ist es das, was Santos fürchtet? Oder nimmt er es als Teil eines möglichen Manövers gegen uns?

H. C. Ospina: Es ist klar, dass Uribe versucht, die Verhandlungen zu torpedieren. Kann es sein, dass er in die Präsidentschaft zurück will?

R. Granda: Und er will das, um sich abzuschirmen, weil er fürchtet, wegen Drogenhandel nach Miami gebracht zu werden, oder vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschheit. Ihm würde es passen, dass die Verhandlungen nicht gelingen, um sich dann dem Land als Lösung zu präsentieren. Obwohl er das 'Problem' der Guerilla in acht Jahren im Amt nicht gelöst hat.

P. Catatumbo: Jedenfalls haben Santos und Uribe die gleiche Vorstellung von den Verhandlungen: ein Friedensprozess durch Unterwerfung. Sie sind blind, taub und täuschen sich, auch wenn sie sich für sehr schlau halten. Und das ist der Punkt, an dem wir mit Weisheit weiter machen müssen, um zu zeigen, dass sie Unrecht haben und dass so der Krieg weitergehen wird.

H. C. Ospina: In den Erklärungen, die sie abgegeben haben, und weiteren Dokumenten, die ich gelesen habe, sprechen Sie sich für Reformen in den staatlichen Institutionen und für die Modernisierung des Staates selbst aus, was im Widerspruch zu einer kommunistischen, marxistisch-leninistischen Guerilla stehen könnte.

I. Márquez: Am Verhandlungstisch werfen wir keine radikalen Veränderungen der politischen oder wirtschaftlichen Strukturen des Staates auf. Da wird weder von Sozialismus noch von Kommunismus gesprochen. Wir sind bestrebt, Bedingungen zu schaffen, um eine Verständigung mit der Regierung zu erreichen. Einen Raum, wo wir die verschiedenen Ansichten antreffen. Wir wissen, dass einige linke Organisationen, nicht nur in Kolumbien, jetzt schon sagen, dass wir eine reformistische Guerilla geworden sind.

Wir haben Minimalvorschläge gemacht, wie die hundert über das landwirtschaftliche System. Die, wie Sie richtig sagen, nichts anderes als ein Projekt der Modernisierung der ländlichen kolumbianischen Gebiete sind, aber das ist deshalb so, weil wir dort noch immer im Feudalismus leben. Stellen Sie sich vor, dass wir selbst damit noch auf Widerstände seitens der Regierung gestoßen sind.

H. C. Ospina: Was wurde bisher zwischen den Parteien unterzeichnet?

R. Granda: Hier haben wir einige Dinge unterzeichnet, aber sie sind nicht endgültig unterzeichnet, weil nichts vereinbart ist, solange nicht alles vereinbart ist. Es gibt Punkte, bei denen wir keine Einigung erzielt haben und wir lassen sie beiseite, um sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu diskutieren. Sonst gibt es keinen Fortschritt.

H. C. Ospina: Gespräche in Havanna und starke militärische Auseinandersetzungen in Kolumbien ...

R. Granda: Es ist die Regierung, die keinen Waffenstillstand will, so dass die Tatsache, unter Beschuss Gespräche zu führen, für beide Parteien gilt. Wir führen täglich schwere Gefechte, durchschnittlich drei pro Tag. Wir haben große militärische Aktionen durchgeführt, die sie vor der Nation verbergen. Nun haben beide Parteien beschlossen, dass alles, was außerhalb des Verhandlungstisches geschieht, nicht dort reflektiert werden sollte.

Wir haben Zeichen des guten Willens gegeben, wie die einseitige Waffenruhe zu Weihnachten, auch wenn wir uns gegen die Aggressionen der Armee verteidigen mussten. Und was auch versteckt wurde, dass in der gleichen Zeitspanne die transnationalen Konzerne ihre Gewinne steigern konnten, weil sie den Druck von unserer Seite nicht hatten. Deshalb ist einer der wichtigsten Gründe, mit der Guerilla Schluss zu machen, dass die transnationalen Konzerne in absoluter Ruhe stehlen können, was sie wollen.

H. C. Ospina: An welchem Punkt zeigte sich bisher vor allem die Unnachgiebigkeit der Regierung in den Verhandlungen?

I. Márquez: Ohne Frage ist das die Bestimmtheit, den Großgrundbesitz nicht anzurühren, von dem der größte Teil durch gewaltsame Enteignung angehäuft wurde. Das macht ihnen Angst. Ihre Vertreter, haben in den Gesprächen mit uns gesagt, das könnte "die Dämonen des Paramilitarismus entfesseln." Sie haben Angst vor den Viehzüchtern und Großgrundbesitzern, davor, ein Drittel der 30 Millionen Hektar, die sie besitzen, anzurühren, obwohl nicht mal Kühe sie durchqueren.

Aber eine Agrarreform ohne den Großgrundbesitz anzutasten, ist keine Reform. Dem Besitz von Land müssen Grenzen gesetzt werden. Die Regierung hat noch nicht einmal daran gedacht, eine Besteuerung als Form der Strafe zur Abschreckung für unproduktiven Landbesitz aufzuerlegen. Als wir diese Besteuerung des Großgrundbesitzes vorgeschlagen haben, antwortete die Regierung, dass es keinen zuverlässigen Zensus gebe, deshalb wisse man weder, wo, noch kenne man die Ausdehnung dieser Ländereien. Dann schlagen sie vor, dass zuerst ein Kataster gemacht werden sollte, was sich zwischen sieben und zehn Jahre hinziehen könnte. Was sie nicht sagen, ist, dass die Großgrundbesitzer während dieser Zeit das Land an multinationale Unternehmen verkaufen oder verpachten können, was der Strategie entspricht, die im Gang ist.

H. C. Ospina: Wenn die kolumbianische Regierung beschlossen hat, mit den FARC zu verhandeln, dann weil Washington einverstanden war. Sie wissen, dass das keine Übertreibung von mir ist. Wie ist die gegenwärtige politische Haltung?

I. Márquez: Kürzlich haben 62 US-Kongressabgeordnete, darunter zwei Republikaner, von Jim McGovern angeführt, einen Brief der Unterstützung für die Gespräche unterschrieben. Dieser Brief wurde an Außenminister John Kerry gesendet. Diese altruistische Geste haben wir begrüßt. Aber auch das Weiße Haus und das Außenministerium haben ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht. Sicher, es gibt auch dort Unterschiede, bedingt durch die Interessen, denn der kolumbianische Konflikt bringt Geld. Die mächtigen Waffenfirmen wollen dieses Geschäft nicht verloren gehen lassen.

H. C. Ospina: Sie sind entschlossen, den bewaffneten Kampf zu beenden. Was hat die Regierung ihnen zu bieten, damit dies erreicht werden kann? Und Sie, in was werden sie sich transformieren?

R. Granda: Präsident Santos hat uns während des anfänglichen Briefwechsels gesagt, er wolle die Schleusen zu einer wirklichen Demokratie im Land öffnen. Das fanden wir bemerkenswert, denn wir haben nie gesagt, dass der bewaffnete Kampf der einzige Weg sei, um das Land zu verändern. Wir haben uns bewaffnet erhoben und führen den bewaffneten Kampf, weil die Türen zur politischen Partizipation mit Gewalt geschlossen wurden.

Wenn sich die Möglichkeit eröffnet, legal Politik zu machen, ohne die ständige Bedrohung durch Mord, unter gleichberechtigten Bedingungen und wenn politische Reformen durchgeführt werden, die das Land in Richtung der partizipativen Demokratie bringen, machen wir mit. Denn da könnten günstige Kräfteverhältnisse für die revolutionäre Bewegung entstehen, die die notwendigen radikalen Veränderungen auf den Weg bringen. Wir nehmen diese Herausforderung an.

P. Catatumbo: Eine starke Massenbewegung muss aufgebaut werden, die die Änderungen erzwingt, denn das Establishment verschenkt sie nicht. Das ist eine Aufgabe für uns, die Linken und Demokraten. Die Weisheit besteht in der Bildung eines Machtblocks, der uns alle zusammen bringt, die für ein neues Kolumbien sind. Das ist die Herausforderung, und sie ist nicht klein.

Aber sehen Sie, während wir das am Verhandlungstisch besprechen, geht die Repression im ganzen Land weiter. Die Regierung hat nicht ein Jota im Umgang mit sozialem Protest geändert: sie stigmatisiert ihn, bringt ihn in Verbindung mit der Guerilla um ihn zu kriminalisieren und mit Schüssen anzugreifen. Und wenn es etwas gibt, das wir sehr klar haben, dann dass wir nicht bereit sind, die Erfahrung der Unión Patriótica zu wiederholen, von der fast 4.000 Mitglieder und Anführer getötet wurden. Die Geschichte lügt nicht, wenn sie nicht manipuliert wird: Die Gewalttätigen waren sie.

Wenn wir die Delegierten der Regierung in diesen Verhandlungen daran erinnern, sagen sie, sie seien nicht hier, um das zu wissen. Warum? Was bereitet ihnen Angst oder Scham? Ohne Kenntnis der Geschichte der politischen Gewalt in Kolumbien - wie sollen wir wissen, wie wir in die aktuelle Situation gekommen sind und wie wir sie lösen?

I. Márquez: Es gibt drei Tagesordnungspunkte, die zu diskutieren sind: Garantien, um die politische Tätigkeit auszuüben, politische Partizipation und bilateralen und endgültigen Waffenstillstand. Bei Letzterem werden die Niederlegung der Waffen und die Bedingungen dafür diskutiert. Aber verstehen Sie das gut: es ist keine Übergabe der Waffen. Wir können uns jetzt nicht über diese Punkte auslassen, bevor sie nicht am Verhandlungstisch diskutiert werden und sie werden die letzten auf der Tagesordnung sein.

H. C. Ospina: Und was wird mit dem Paramilitarismus passieren?

I. Márquez: Er muss endgültig ausgerottet werden, denn sonst gibt es keinerlei Gewissheit für eine aufständische Organisation, die sich in das legale politische Leben integriert. Das ist eine absolute Bedingung, um ein Friedensabkommen zu erreichen. Und es ist die Regierung, die ihren Generälen den Befehl geben muss, diese staatliche Strategie zur Aufstandsbekämpfung zu beenden.

H. C. Ospina: Sie sind entschlossen, für das Leid, das sie in diesem Krieg verursacht haben, um Verzeihung zu bitten?

P. Catatumbo: Wir haben Fehler gemacht, einige schwere, das steht fest. Aber was die Propaganda auch immer sagt, die Aggression gegen die Bevölkerung war keine Strategie der FARC. Im Gegenteil, wir haben sie vor den Streitkräften und ihren Paramilitärs verteidigt, vor allem auf dem Land. Ich habe kein Problem, zu einer Frau, einer Familie zu sagen: "Ich fühle den Schmerz, den wir durch den Tod ihres geliebten Menschen verursacht haben." Aber das ist viel komplexer.

Man soll um Verzeihung bitten? Sehr gut. Dann sollen sich die Wirtschaftsverbände mit uns zusammensetzen, die den Krieg und die Paramilitärs finanziert haben; alle staatlichen Institutionen sollen dazu kommen, weil sie eingerahmt sind von der Repression und der Straflosigkeit; auch die großen Kommunikationsmedien, weil sie die von den Sicherheitsbehörden vorgegebene Stigmatisierung im Vorfeld der Morde und Massaker reproduziert haben; die rechten politischen Parteien müssen sich auch hinsetzen und ihre große Verantwortung zeigen; die ehemaligen Präsidenten der Republik, die die Befehle gaben.

Nicht mal die katholische Kirche kann ihrer Schuld entkommen! Auch die Regierungen der Vereinigten Staaten, Israels, einiger europäischer Länder und andere, die die verschiedenen kriminellen Regierungen von Kolumbien unterstützt haben, können sich ihrer Verantwortung nicht entziehen. Wenn alle zusammen sitzen, können wir sehen, wer die Terroristen und Mörder des Volkes sind.

H. C. Ospina: Sie zeigen, und das zu Recht, auf die Regierung und ihre Streitkräfte und die Massenmedien als Verantwortliche für die psychologische Kriegsführung und Propaganda gegen die Aufständischen. Aber ich denke, ein wichtiger Sektor der sogenannten Intelligenz hat sich gegen den bewaffneten Kampf gestellt, den er bis gestern unterstützt hat.

P. Catatumbo: Die meisten Intellektuellen in Kolumbien, und wahrscheinlich in der Welt, leiden an Feigheit, Anpassung oder beidem. Fast alle ließen sich vom System in die Matrix von Lügen einbinden, und werden benutzt, um Unwahrheiten zu "theoretisieren", zu erstellen und zu wiederholen. Viele verbringen ihre Zeit mit Reden gegen die Manipulation der Medien, aber wenn das System eine Kampagne gegen ein Ziel vorantreibt, sind sie wie Papageien. Im Fall Kolumbiens setzt das System sie an die Spitze der Kampagne, dass die Guerilla an allem schuld ist. Obwohl viele von ihnen glaubten, sie seien links, oder sich so aufführen, singen sie im Chor, dass wir die Verantwortung für Gewalt, Drogenhandel, Entführung, Armut, steigende Preise für Benzin und Bananen tragen.

Ich versichere Ihnen, wenn morgen die Vögel aufhören würden zu singen, würden diese 'Intellektuellen' wiederholen, was die Regierung und ihre Medien sagen: die Guerilla ist schuld. Sie sind einer solchen Armut an Forschung und Argumentation verfallen, dass ihre Analysen und Theorien nicht die mindeste Diskussion befördern, zumindest mit uns. Nun, sie denken, wenn sie mit uns diskutieren, bringen wir sie hinterher um. Sie sind nicht einmal in der Lage zu erkennen, dass, wenn das so wäre, in Kolumbien nur sehr wenige 'Intellektuelle' übrig wären. Sie haben nicht das Hirn um zu verstehen, dass diejenigen, die ihre intellektuelle und politische Unabhängigkeit bewahren, diejenigen sind, die die Regierung zu Freunden oder Komplizen der Subversion erklärt.

H. C. Ospina: Zum Abschluss muss ich zugeben, dass ich nicht sehr optimistisch bezüglich der Gespräche bin. Ich glaube, dass Kolumbien und die Kolumbianer einen Frieden mit sozialer Gerechtigkeit verdienen, aber ich kenne den kolumbianischen Staat, ich kenne die USA, die ihn unterstützen und die letztlich entscheiden. Hoffentlich geht diese lange Nacht, die der Staatsterrorismus auferlegt hat, zu Ende und endlich kommt die Morgendämmerung. Ich wünsche es von ganzem Herzen.

P. Catatumbo: Schauen Sie, die politischen Bedingungen in Lateinamerika haben sich geändert. Wer hätte sich das vorgestellt, was in Venezuela und Bolivien mit der Ankunft von Chávez und Evo passiert ist? Wer hätte sich vorgestellt, dass andere lateinamerikanische Regierungen kommen, um von den USA die Achtung der Souveränität zu verlangen? Es gibt unberechenbare Dinge, wie es das Ende der Sowjetunion war.

In Kolumbien gibt es eine Akkumulation von Hunger, Ausgrenzung, Ungerechtigkeiten und Unterdrückung. Es kommt der Moment, in dem die Leute das nicht mehr hinnehmen. Es gibt eine Akkumulation von Prozessen, die jeder Zeit aufbrechen können. Es existiert ein Siedepunkt, der morgen überkochen könnte.

Außerdem ist die kolumbianische Problematik nicht isoliert zu sehen. Die Nachbarländer drängen die Regierung, weil sie es leid sind, dass der Konflikt sie betrifft. Venezuela hat rund vier Millionen Vertriebene, Ecuador fast zwei Millionen. Wir glauben, es gibt 13 bis 15 Millionen Kolumbianer in den Nachbarländern, das heißt, ein Drittel der kolumbianischen Bevölkerung. Und diese Länder müssen ihnen Wohnung, Ernährung und Gesundheit geben. Wie lange noch? Dazu kommen die Kosten, um die Grenzen zu schützen. Alles das nur, weil die kolumbianische Regierung darauf beharrt, nicht über einen Konflikt zu verhandeln, den sie nicht gewinnen wird! Wir haben die Vertreter dieser Nationen gebeten, die kolumbianische Regierung aufzufordern, Frieden zu schließen, damit die Landsleute zurückkehren.

Wir sind optimistisch. Revolutionäre müssen zuversichtlich sein, auch in den schlimmsten Situationen. Und wir glauben, dass Frieden in Kolumbien einkehrt, weil wir ihn verdienen. Die andere Perspektive ist der totale Krieg. Deshalb sage ich, es ist Zeit, auch wenn es nicht einfach ist. Dieser Friedensprozess ist sehr komplex, aber wir glauben, er ist möglich. Wir bestehen darauf, für den Frieden zu kämpfen und deshalb werden wir unsere Arme nicht verschränken. Ich habe sehr wohl Hoffnung, obwohl es der Macht und der kolumbianischen Oligarchie an Größe und Demut fehlt, damit zu beginnen, diesen Konflikt zu lösen.

Quelle und CR:  Lateinamerikaportal amerika21.de und LaPluma.net

 

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" .. Wir fordern alle Abgeordneten des Deutschen Bundestags dazu auf, die erzwungene Trennung von Flüchtlingsfamilien zu beenden. .."

Zur Petition »Familien gehören zusammen!«


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Monsanto-Glifosato

Die EU hat für weitere fünf Jahre die Zulassung von Glyphosat verlängert. Der deutsche Agrarminister Christian Schmidt (CSU) gab mit seiner Zustimmung den Ausschlag.(siehe Der Monsanto-Mann)

Seit 20 Jahren werden in Argentinien riesige Flächen mit gentechnisch veränderter Soja bepflanzt. In Monokultur. Anfangs war das für die Landwirte, die Saatgutverkäufer und die Chemie-Konzerne ein Freudenfest. Allen voran: Monsanto. Heute ist das Modell Monsanto gescheitert. Nicht für die Investmentfonds, aber für die Landwirte vor Ort und für die Verbraucher in den Städten.

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Ein Film von Gaby Weber

siehe auch


 

wenn die umstaende 300p

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