Wer kontrolliert die globale imperialistische Finanzwirtschaft?

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USA Stock-Market 2009 AhmadNawawi16.09.2013:  Vor dem 20. Parteitag der DKP und im Kontext der 'Thesen' des vormaligen Vorstandssekretariats gab es heftige Diskussionen über die Rolle und Macht der transnationalen Konzerne. Manche sahen den Kern der Leninschen Analysen zu dem im Sommer 1917 von ihm herausgegebenen Buch 'Der Imperialismus als neuestes [Entwicklungs-]Stadium des Kapitalismus' in Frage gestellt. Ohne diese Ängste bedienen zu wollen, kann jeder mit den Tatsachen Vertraute doch kaum die enormen Weiterentwicklungen des Monopolkapitalismus leugnen, die er durch die Globalisierung erfahren hat.

Dies betrifft vor allen den Bereich des internationalen Finanzkapitals, dessen Wirken in den letzten Jahren zu den großen Krisen geführt hat, die nicht zufällig und besonders die sogenannten westlichen Staaten (USA, EU) erfasst haben. Eine jüngst bei Media Freedom Foundation/Project Censored veröffentlichte wissenschaftliche Studie von Peter Phillips und Brady Osborne (Sonoma State University) hatte sich zum Ziel gesetzt, den personell-finanziellen Kern der Machtelite des transnationalen Kapitals konkret zu identifizieren und zu analysieren.

Nachstehend ein zentrales Kapitel dieser Forschungsarbeit:

In dieser Studie entschieden wir uns, die Menschen in den Vorständen der Direktoren der zehn größten Vermögensverwaltungsfirmen und der zehn zentralisiertesten Gesellschaften der Welt im Einzelnen zu identifizieren. Wegen gewisser Überschneidungen ergab dies zusammen 13 Firmen, die zusammen 161 Direktoren in ihren Vorständen haben. Wir denken, dass diese Gruppe von 161 Individuen den finanziellen Kern der weltweiten Klasse transnationaler Kapitalisten bildet. Sie verwalten gemeinsam Anlagen von 23,91 Billionen US-Dollar und agieren nahezu in jedem Land der Erde. Sie sind das Zentrum des Finanzkapitals, welches das Weltwirtschaftssystem versorgt. Die westlichen Regierungen und politische internationale Organisationen arbeiten im Interesse dieses Finanzzentrums, um den freien Fluss von Kapitalanlagen überall in der Welt zu schützen.

...

Kapitalistische Machteliten existieren überall auf der Erde. Die Globalisierung von Handel und Kapitalfluss brachte diese Eliten der Erde zunehmend in vernetzte Beziehungen – bis zu dem Entwicklungspunkt, wo Soziologen über die Entwicklung einer Transnationalen Kapitalistenklasse zu theoretisieren begannen.

In einer der bahnbrechenden Arbeiten in diesem Arbeitsgebiet, 'The Transnational Capitalist Class' aus dem Jahr 2000 legte Leslie Sklair dar, dass die Globalisierung den transnationalen Gesellschaften (TNC) eine international einflussreichere Rolle mit dem Ergebnis verschaffte, dass die Nationalstaaten weniger bedeutend wurden als internationale Abkommen, die durch die Welthandelsorganisation (WHO) oder andere internationale Institutionen entwickelt wurden. Mit den Weltkonzernen entstand eine Klasse transnationaler Kapitalisten, deren Verpflichtungen und Interessen, auch wenn sie in ihren Unternehmen verwurzelt waren, in wachsendem Maße weltweit ausgerichtet waren. Sklair schrieb:

Die Klasse der transnationalen Kapitalisten (TCC) kann analytisch in vier Hauptgruppen geteilt werden:

1. Besitzer und Aufsichtsräte der TNCs und ihrer örtlichen Tochtergesellschaften
2. Politiker und Bürokraten der Globalisierung
3. Wirtschaftsexperten der Globalisierung
4. Eliten des Konsums (Kaufleute und Medien)

... Es ist zudem wichtig, darauf hinzuweisen, dass die TCC und jede ihrer Gruppen sich nicht allzeit und in jeder Angelegenheit einig sind. Nichtsdestotrotz bilden die führenden Personen in diesen Gruppen eine weltweite Machtelite, eine dominante Klasse oder einen inneren Zirkel in dem Sinne, wie diese Begriffe verwendet wurden, um in bestimmten Ländern dominante Klassenstrukturen zu beschreiben.

William Robinson folgte ihm 2004 in seinem Buch 'A Theory of Global Capitalism: Production, Class and State in a Transnational World'. Robinson führte dort aus, dass 500 Jahre Kapitalismus eine epochale Wandlung mit sich gebracht haben, in der jede menschliche Aktivität [tendenziell] in Kapital verwandelt wird. Aus dieser Sicht ist die Erde zu einem einzigen Markt geworden, der soziale Beziehungen privatisiert. Er sah die TCC sich durch gleichen Lebensstil, Muster der höheren Bildung und Ausbildung und in ihrer Konsumtion wachsend angleichend.

Die weltweite Zirkulation von Kapital ist der [ökonomische] Kern einer internationalen Bourgeoisie, die in oligopolen Verbänden überall in der Welt agiert. Diese Eliteverbände bilden mittels Fusionen und Übernahmen transnationale strategische Allianzen mit dem Ziel einer wachsenden Konzentration von Reichtum und Kapital. Dieser Prozess erzeugt eine Polyarchie (Vielherrschaft) von hegemonialen Eliten.

Die Konzentration von Reichtum und Macht auf dieser Ebene neigt ständig zu überbordender Akkumulation, was zu spekulativen Anlagen und zu Kriegen führt. Die TCC unternehmen Anstrengungen um ihre Interessen durch weltweite Organisationen auszurichten und zu schützen – durch die Weltbank, den Internationalen Währungsfond, die G20, das Weltsozialforum, die Trilateral Commission, die Bilderberg Gruppe, die Bank für Internationalen Wiederaufbau und andere übernationale Vereinigungen. Robinson behauptet, dass die Nationalstaaten in diesem System nur wenig mehr als Eindämmungszonen für Bevölkerungen werden, und dass die eigentliche Macht bei den Entscheidern liegt, welche das weltweite Kapital kontrollieren.

Tief im Innern der transnationalen Kapitalistenklasse befindet sich das, was David Rothkopf die 'Superklasse' nannte. In seinem Buch aus dem Jahre 2008 'Superclass: The Global Power Elite and the World They Are Making' vertritt Rothkopf die Sicht, dass die 'Superklasse' aus etwa 6 – 7 Tausend Menschen besteht, also 0,0001 Prozent der Erdbevölkerung.

...

Rothkopfs Definition der Superklasse betont ihren Einfluss und ihre Macht. Obwohl es auf der Erde etwa 1.500 Milliardäre gibt, sind durchaus nicht alle hinsichtlich der Einflussnahme auf die Weltpolitik Teil der Superklasse. Doch diese 1.500 Milliardäre besitzen zweimal soviel Reichtum wie die 2,5 Milliarden weniger reichen Menschen und sie sind sich dieser klaffenden Ungleichheit sehr bewusst. Die Milliardäre innerhalb der TCC sind mit kolonialen Plantagenbesitzern vergleichbar. Sie wissen, dass sie eine kleine Minderheit mit riesigen Ressourcen und riesiger Macht sind, und doch müssen sie ständig in Sorge vor den widerspenstigen ausgebeuteten Massen sein, die sich in Aufständen erheben.

In Folge dieser Unsicherheiten arbeitet die transnationale Kapitalistenklasse daran, ihre Struktur des geballten Reichtums zu verteidigen. Und der Schutz des Kapitals ist der erste Grund dafür, dass die NATO-Staaten nunmehr 85% der militärischen Ausgaben bestreiten, wobei die USA mehr für das Militär ausgeben, als der Rest der Welt zusammen. Die Angst vor durch Ungleichheit angetriebenen Aufständen und vor anderen Formen der Unruhe bestimmt die globalen Planungen der NATO in ihrem Kampf gegen den Terror. Die NATO entwickelte sich also schnell zur Polizeitruppe der transnationalen Kapitalistenklasse.

...

Die jüngste Arbeit über die TCC ist die von William K. Caroll 'The Making of a Transnational Capitalist Class' (2010). Carolls Arbeit befasste sich mit der Konsolidierung der Netzwerke für eine transnationale Unternehmenspolitik zwischen 1996 und 2006. Er verwendete eine Datenbank über die Unternehmensvorstände der 500 größten global agierenden Gesellschaften, die eine gebündelte wechselseitige Abhängigkeit der Schlüsselgesellschaften und eine sinkende Zahl von eingebundenen Personen aufzeigte.
Nach dieser Analyse hat die durchschnittliche Größe der Unternehmensvorstände in den 10 Jahren der Studie von 20,2 auf 14,0 abgenommen. Zudem sind Finanzorganisationen in zunehmendem Maße das Zentrum dieser Netzwerke. Caroll erklärt, dass die TCC im Zentrum dieser Netzwerke aus den engen Beziehungen untereinander Nutzen erzielen, indem so die strukturellen Kapazitäten als auch das für eine effektive politische Solidarität erforderliche Klassenbewusstsein gefördert werden.

Eine Studie der Universität Zürich aus dem Jahr 2011, die von Stefanie Vitali, James B. Glattfelder und Stefano Battiston am Schweizer Bundesinstitut für Technik vervollständigt wurde, berichtete, dass eine sehr kleine Gruppe von Unternehmen – hauptsächlich Banken – gewaltige Macht über die Weltwirtschaft ausübt. Durch die Anwendung mathematischer Modelle – die gewöhnlich auf Systeme der Natur angewendet werden – auf die transnationalen Gesellschaften der Weltwirtschaft fand die Studie heraus, dass 147 Gesellschaften ungefähr 40% des Reichtums der Erde kontrollieren.

Obwohl Soziologietheoretiker Studien über die Machtelite der Erde durchführen, identifizieren diese Forscher selten spezifische Mitglieder der transnationalen Kapitalistenklasse, sie bevorzugen es, zur Lektüre und Diskussion für andere Wissenschaftler Theorien zu erstellen und gleichzeitig die Einzelheiten darüber zu vermeiden, wer tatsächlich eingebunden ist.

Die Medienunternehmen widmen solchen wissenschaftlichen Konzepten wie der 'Transnationalen Kapitalistenklasse' absolut keine Aufmerksamkeit. So hat eine am 3. Juni 2013 abgeschlossene Untersuchung von LexisNexis nach der Verwendung des Begriffs 'Transnationale Kapitalistenklasse' genau drei Nachrichtenartikel in dem letzten Jahrzehnt gefunden – zwei in ausländischen Medien und der dritte war ein Leserbief von Leslie Sklair. Der Begriff einer transnationalen Kapitalistenklasse kommt in den Nachrichten der Medienunternehmen nicht vor, was ebenfalls nichts dazu beiträgt, wer denn diese hochgestellte, machtvolle Gruppe eigentlich bildet.

Wir denken [dagegen], dass die Welt wissen sollte, wer zur TCC gehört und wer demgemäß die Finanzentscheidungen in Bezug auf das globale Kapital trifft. Dies ist tatsächlich eine ziemlich einfache – wenn auch arbeitsintensive – Forschungsanstrengung: die meisten der erforderlichen Informationen sind nicht nur öffentlich, sondern sogar 'online' zugängig. Wir begannen mit den 10 größten und zentralisiertesten Gesellschaften aus der vorher erwähnten Schweizer Studie aus dem Jahr 2011. Damit identifizierten wir die höchst zentralisierten und miteinander eng verbundenen Finanzorganisationen. Wir hatten ferner den Wunsch, jene Gruppen zu betrachten, welche die größten Mengen von Finanzkapital verwalten. Deshalb fügten wir zu unseren Daten die der größten Vermögensanlagefirmen im Jahre 2012.

Die nachstehende Auflistung zeigt die Reihenfolge der verwalteten Kapitalanlagen der 35 größten Vermögensanleger der Erde in Billionen US-Dollar.

1 BlackRock $ 3,560
2 UBS Switzerland $ 2,280
3 Allianz Germany $ 2,213
4 Vanguard Group $ 2,080
5 State Street Global Advisors (SSgA) $ 1,908
6 PIMCO (Pacific Investment Management Company) $ 1,820
7 Fidelity Investments $ 1,576
8 AXA Group France $ 1,393
9 JPMorgan Asset Management $ 1,347
10 Credit Suisse Switzerland $ 1,279
11 BNY Mellon Asset Management $ 1,299
12 HSBC UK $ 1,230
13 Deutsche Bank Germany $ 1,227
14 BNP Paribas France $ 1,106
15 Capital Research and Management Company $ 1,071
16 Prudential Financial $ 961.0
17 Amundi France $ 880.0
18 Goldman Sachs Group $ 836.0
19 Wellington Management Company $ 719.8
20 Natixis Global Asset Management France $ 710.9
21 Franklin Resources (Franklin Templeton Investments) $ 707.1
22 Northern Trust $ 704.3
23 Bank of America $ 682.2
24 Invesco US $ 646.6
25 Legg Mason $ 631.8
26 Nippon Life Insurance Company Japan $ 600.0
27 Legal & General Investment Management $ 598.5
28 Generali Group Italy $ 581.5
29 Prudential UK $ 570.2
30 Ameriprise Financial $ 543.6
31 T. Rowe Price $ 541.7
32 Wells Fargo $ 534.9
33 Manulife Financial Canada $ 513.8
34 Sun Life Financial Canada $ 496.3
35 TIAA-CREF $ 481.0

Sieben der zehn größten Vermögensanlagefirmen befanden sich auch unter den zehn am meisten zentralisierten Unternehmen aus der Schweizer Studie.

Wie entschieden uns, die Personen im Vorstand der zehn größten Vermögensverwaltungsfirmen und in den zehn am höchsten zentralisierten Gesellschaften zu bestimmen. Bei gewissen Überschneidungen blieben so insgesamt 13 Unternehmen in unserer Studie:

Barclays PLC, BlackRock Inc., Capital Group Companies Inc., FMR Corporation: Fidelity Worldwide Investment, AXA Group, State Street Corporation, JPMorgan Chase & Co., Legal & General Group PLC (LGIMA), Vanguard Group Inc., UBS AG, Bank of America/Merrill Lynch, Credit Suisse Group AG und Allianz SE (Besitzer von PIMCO - Pacific Investment Management Co.)

Die obersten Vorstände dieser Firmen, in Summe 161 Einzelpersonen, repräsentieren den Finanzkern der transnationalen Kapitalistenklasse der Erde (im Einzelnen sind sie im Anhang des Originalartikels - s. LINK ganz unten - aufgeführt).

Gemeinsam verwalten sie 23,91 Billionen US-Dollar in Anlagen und sie agieren in nahezu jedem Land der Welt. Diese 23,91 Billionen US-Dollar beinhalten nicht die 'Equity Balances' – die auch Milliarden von Dollar betragen – welche jede dieser Firmen selbst als eigene Anlagen hält. Und diese Zahl beinhaltet auch nicht die 18,8 Billionen US-Dollar, die von den in der Rangordnung nächsten 25 wertmäßig größten Vermögensanlegern kontrolliert werden.

Im Jahre 2009 verkaufte die Barlays Bank, die Gesellschaft mit der größten globalen Reichtumskonzentration, ihren Zweig des weltweiten Anlagegeschäfts an BlackRock. Das führte dazu, dass BlackRock nun die allein stehende größte Gesellschaft von Kapitalanlagen ist, obwohl Barclays immer noch eines der am höchsten zentralisierten Unternehmen mit immerhin 2,42 Billionen Vermögenswerten ist.

Die 161 benannten Vorstandsdirektoren der 13 größten und am höchsten zentralisierten Unternehmen der Vermögensanlage stellen das finanzwirtschaftliche Herzstück des internationalen Kapitals dar. In dieser Rolle teilen die 161 Personen das gemeinsame Ziel eines höchstmöglichen Gewinns aus ihren Anlagen für ihre Kunden. Und sie werden diese Rückflüsse mit allen erforderlichen Mitteln anstreben – seien sie legal oder illegal.

Die Behörden halten die größten Banken als "zu groß für ein Scheitern" und haben auf die kriminellen Aktivitäten der Banken mit schwachen Reformen und dem Verzicht auf Strafverfolgungen geantwortet. Die us-amerikanische Regierung hat sich geweigert, auch nur einen der obersten Vertreter der Vielzahl von Banken zu verfolgen, die Milliarden von Dollar für illegale Drogenkartelle gewaschen haben. Machtvolle Bankgesellschaften, wie etwa JPMorgan Chase, haben sich stets geweigert, sich auf die us-amerikanischen Gesetze gegen Geldwäsche (AML) zu verpflichten.

Die Verweigerung einer Strafverfolgung wird oftmals als eine ehrenwerte Handlung hochgelobt, welche helfe, alle Individuen vor einer Zerstörung zu schützen. So hat der Stellvertretende Generalstaatsanwalt [der USA], Lanny A. Breuer , etwa die Verweigerung einer Strafverfolgung der HSBC-Bank folgendermaßen erklärt:

"Wenn die US-Behörden sich entschieden hätten, Strafanträge zu stellen, hätte die HSBC mit großer Sicherheit ihre Bankenlizenz für die USA verloren, die Zukunft der Institution wäre gefährdet gewesen und das gesamte Bankensystem wäre destabilisiert worden."

Diese machtvollen Gesellschaften sind nicht nur "zu groß für ein Scheitern", sie scheinen auch zu groß geworden zu sein, um sie auseinander zu halten. Traditionell wurden unter Banken voneinander getrennte Einheiten verstanden, die im Wettbewerb gegeneinander stehen, um Kunden zu Anlagen und zum Investieren anzulocken. Solch ein Wettbewerb zwingt die Banken theoretisch zu einem Wettstreit um die besten Zinsraten. Jedoch entdeckten diese Banken in der Realität, dass es profitabler ist, zusammen zu arbeiten, als sich gegenseitig Konkurrenz zu machen. Und als sie bemerkten, das ihre Interessen nahe beieinander lagen, wurde das finanzielle Herzstück der TCC hoch motiviert, die Kräfte anzuspannen – legal oder nicht – um Gesetze, die Politik und Regierungen zu ihrem eigenen Vorteil zu beeinflussen.

Die Auswirkungen dieses Fehlens von Konkurrenz in der Bankenwelt sind zerstörerisch. Man denke zum Beispiel an die Skandale der Preisabsprachen, wie bei Libor oder ISDAfix. JPMorgan Chase, UBS und Barclays (unter anderen) waren in den Libor-Skandal verwickelt, der die Fälschung von Daten betraf, welche für Unternehmensbewertungen verwendet wurden. Auf Grund dieser fiktiven Daten beeinflussten die Bewertungen die Preise von allem, von Autos, Häusern und Studiendarlehen bis zu Kreditkarten, Hypotheken und Geschäftsdarlehen, ja selbst den Wert der Währungen selbst. Die 'Financial Services Authority' im Vereinigten Königreich bestrafte Barclays mit 450 Mio. US-Dollar und mehrere andere Banken werden immer noch überprüft.

...

Es wurden aber nicht nur Zinsraten illegal festgelegt und Daten gefälscht, die betroffenen Banken nutzten ebenfalls individuelle Anlagen von Kunden zur Beteiligung an kriminellen Aktivitäten. Die Vanguard Group wurde beschuldigt, das Geld ihrer Kunden in illegalen Spekulationsplätzen anzulegen, was einen Gruppenrechtsstreit nach dem Racketeer Influenced and Corrupt Organisations (RICO) Act (Gesetz über betrügerische und korrupte Organisationen) nach sich zog.

Vanguard stritt solches Fehlverhalten nicht ab, aber der Richter beschied, dass die Kläger (Vanguards Kunden) eher Schaden erlitten hatten, weil die Regierung gegen solche illegalen Spekulationen so scharf vorging, als wegen der Anlagen von Vanguard an solchen Plätzen. Jedoch ist klar, dass es keine negativen Rückwirkungen von solchem Durchgreifen der Regierung gegeben hätte, falls Vanguard die Kundengelder nicht in illegale Abenteuer investiert hätte. Es ist, wie der Journalist Matt Taibbi erklärte: "Alles wird manipuliert." In der Tat scheint es, dass diese übermächtigen unternehmerischen Eliten niemals für ihre Verbrechen an ihren Kunden zu zahlen gezwungen werden – eine solche Strafverfolgung steht weiter aus.

Die Vanguard Group und BlackRock sind die größten Anleger bei Sturm, Ruger & Co., einem führenden Schusswaffenhersteller. Obwohl an diesen Anlagen nichts illegal ist, kann man über die Konsequenzen einer solchen Paarung nicht zweifeln. Mit der Ausweitung von privaten Unternehmen der Polizei und des Militärs investiert die Machtelite anscheinend in die Gewaltmittel, mit denen sie ihre Macht erhalten und weiter ausüben kann.
Mit dem Geld kommen Macht, Einfluss und Propaganda. BlackRock und zahllose andere Banken und Institutionen der Wall Street stützen finanziell Gruppen wie Parent Revolution und StudentsFirst, deren Aufgabenstellung es ist, das öffentliche Schulsystem zu privatisieren und letztendlich unternehmerisch zu gestalten.

Die transnationale Kapitalistenklasse legt die Grundlagen für die Privatisierung der Welt. Wenn öffentliche, demokratische Institutionen – einschließlich Schulen, Postämtern, Universitäten, des Militärs und sogar der Kirchen – Einheiten in Privatbesitz werden, dann werden wahrhaftig die unternehmerischen Interessen vorherrschen. Dann würden wir 'neo-feudale' Gesellschaften, in denen die Herrschaft der Könige durch privaten Unternehmensbesitz ersetzt wurde, und wo die Menschen ihm dienen, wie früher die Bauern dienten.

Wir behaupten nicht, dass eine einzige als zum Finanzherzstück der transnationalen Klasse gehörend identifizierte Person in unserer Studie irgendetwas Illegales getan hat. Wir weisen nur darauf hin, dass die institutionellen, strukturellen Regelungen im Geldverwaltungssystem des globalen Kapitals schonungslos Wege sucht, ein Maximum an Rückfluss auf seine Anlagen zu erzielen und dass die Bedingungen für Manipulationen – legal oder nicht – immer bestehen.

So wie diese Institutionen "zu groß zum Scheitern" werden, drängen ihre Ausdehnungen und Netzwerke die Regierungsaufseher, von Verbrechensuntersuchungen abzusehen und noch mehr von Strafverfolgungen. Das Ergebnis ist eine teilweise geschützte Klasse von Menschen mit zunehmend riesigen Geldmengen, die unbegrenztes Wachstum und Rückflüsse anstreben und wenig Bedenken wegen der Folgen ihres ökonomischen Strebens für andere Menschen, Gesellschaften, Kulturen und die Umwelt haben.

Es gibt Schätzungen, dass der gesamte Reichtum der Erde bei etwa 200 Billionen US-Dollar liegt. Davon halten die USA und Europa annähernd 63 Prozent. Während dessen besitzt die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung zusammen weniger als 2% des globalen Reichtums. Die Weltbank berichtet, dass im Jahr 2008 1,29 Milliarden Menschen in extremer Armut lebten mit weniger als 1,25 US-Dollar am Tag und dass weitere 1,2 Milliarden Menschen von weniger als 2 US-Dollar am Tag lebten. Während also Millionen leiden, versuchen die Finanzeliten der transnationalen Kapitalistenklasse Rückflüsse [der Anlagen] zu erzielen, bei denen auf steigende Nahrungsmittelpreise gesetzt wird. Und sie tun dies in enger Zusammenarbeit miteinander in einem globalen System von Macht und Kontrolle der TCC.
Wer ist nun das Finanzherz der transnationalen Kapitalistenklasse? Wie zuvor schon angezeigt, sind das die Direktoren von Banken und Vermögensanlegern. Die 161 Direktoren, welche die 13 größten Unternehmen leiten, haben sehr ähnliche Vorgeschichten und Ausbildungen.

...

136 der 161 Mitglieder des innersten Kreises [der TCC] (also 84%) sind Männer. 88% sind Weiße mit europäischer Herkunft (nur 19 dieser Menschen sind Farbige). 52% haben akademische Titel – darunter 37 Master Bachelors of Arts, 14 Doktoren der Rechte, 21 tragen einen Doktortitel der Philosophie und 12 haben MA/MS-Titel (Master of Arts / Master of Science).

Fast alle haben Privathochschulen besucht, wobei nahezu die Hälfte die gleichen zehn Universitäten besuchten: Harvard University (25), Oxford University (11), Stanford University (8), Cambridge University (8), University of Chicago (8), University of Cologne (6), Columbia University (5), Cornell University (4), die Wharton School der University of Pennsylvania (3) und die University of California–Berkeley (3), letztere eine öffentliche Institution.

49 sind oder waren Vorstandsvorsitzende, 8 sind oder waren Finanzvorstände, 6 hatten frühere Erfahrungen bei Morgan Stanley, 6 bei Goldman Sachs, 4 bei Lehman Brothers, 4 bei Swiss Re, 7 bei Barclays, 4 bei Saloman Brothers und 4 bei Merill Lynch.

Menschen aus 22 Nationen bilden den personellen finanzwirtschaftlichen Kern der transnationalen Klasse. 73 von ihnen kommen aus den USA (45%); 27 (16%) aus Groß-Britannien; 14 aus Frankreich; 12 aus Deutschland, 11 aus der Schweiz, 4 aus Singapur; jeweils 3 aus Österreich, Belgien und Indien; je 2 aus Australien und aus Südafrika und jeweils eine Person aus Brasilien, Vietnam, Hongkong-China, Katar, den Niederlanden, Sambia, Taiwan, Kuwait, Mexiko und Kolumbien. Sie leben überwiegend in oder nahe einer Anzahl der größten Weltstädte: New York, Chicago, Paris, London und München.

Die Mitglieder des personellen finanzwirtschaftlichen Kerns der TCC nehmen aktiv an weltweiten politischen Gruppen und Regierungen teil. 5 der 13 zuvor benannten Gesellschaften haben Vorstandsdirektoren als Berater oder frühere Mitarbeiter des IWF, 6 haben Direktoren, die früher bei der Weltbank arbeiteten oder dort als Berater wirkten. 5 der 13 Firmen unterhalten eine Gesellschaftsmitgliedschaft im Rat für Außenbeziehungen der USA, 7 von ihnen entsandten 19 Vorstandsdirektoren zur Teilnahme am Weltwirtschaftsforum im Februar 2013.

7 Vorstandsdirektoren waren in regionalen oder überregionalen Führungsgremien der Federal Reserve der USA tätig oder sind es noch. 6 Personen des finanzwirtschaftlichen Kerns wirken im Business Rountable in den USA mit. Mehrere der Direktoren hatten direkte Erfahrungen in den Finanzministerien der Länder der EU, bei den G8 und den G20. Beinahe alle der 161 Personen wirkten in Beratungsgremien für verschiedene Aufsichtsbehörden, Finanzministerien, Universitäten sowie für nationale oder internationale Körperschaften der politischen Planungen mit.

Diese 161 Vorstandsdirektoren sind Teil der Rothkopfschen Superklasse. Da sie über 23,91 Billionen US-Dollar die Kontrolle ausüben, dienen westliche Regierungen und Organe der internationalen Politik [zwangsläufig] den Interessen dieses Finanzkerns der TCC. Kriege werden eingeleitet, um ihre Interessen zu schützen und den freien Fluss des weltweiten Kapitals für ihre Anlagen zu fördern, so dass deren Rückflüsse ermöglicht werden. Die Menschen mit solcher Macht und solchem Einfluss konkret zu identifizieren ist ein wichtiger Teil jeglicher demokratischer Bewegung, die danach trachtet, die einfachen Menschen zu schützen, damit alle menschlichen Wesen [am Reichtum] teilhaben und gedeihen können.

Quelle: projectsponsored.org  /  Foto: Ahmad Nawawi

 

Pro-Asyl Familiennachzug

" .. Wir fordern alle Abgeordneten des Deutschen Bundestags dazu auf, die erzwungene Trennung von Flüchtlingsfamilien zu beenden. .."

Zur Petition »Familien gehören zusammen!«


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Monsanto-Glifosato

Die EU hat für weitere fünf Jahre die Zulassung von Glyphosat verlängert. Der deutsche Agrarminister Christian Schmidt (CSU) gab mit seiner Zustimmung den Ausschlag.(siehe Der Monsanto-Mann)

Seit 20 Jahren werden in Argentinien riesige Flächen mit gentechnisch veränderter Soja bepflanzt. In Monokultur. Anfangs war das für die Landwirte, die Saatgutverkäufer und die Chemie-Konzerne ein Freudenfest. Allen voran: Monsanto. Heute ist das Modell Monsanto gescheitert. Nicht für die Investmentfonds, aber für die Landwirte vor Ort und für die Verbraucher in den Städten.

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Ein Film von Gaby Weber

siehe auch


 

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