DIE LEBENDIG VERBRANNTEN ARBEITER VON PRATO oder vielmehr: DIE SKLAVEREI BEI KILOMETER NULL

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von Giorgio Cremaschi, bis 2012 Präsident der Metallgewerkschaft Fiom

04.12.2013: Die in Prato in der Textilfabrik lebendig verbrannten Arbeiter zeigen die Geschichte der industriellen Entwicklung und ihrer Arbeitsbedingungen. Der 8.März erinnert uns an ArbeiterInnen, die bei einer Brandkatastrophe vor über hundert Jahren in den USA ums Leben kamen. Nachdem die Globalisierung die Welt mit Verwüstungen umrundet hat, immer begleitet von einer Blutspur unter den ArbeiterInnen, kehrt sie jetzt dank der Krise dorthin zurück, von wo sie losgezogen war. Man stirbt jetzt auch bei uns wie in Bangladesh und in China. In den Vereinigten Staaten nennt man diese Migranten-Werkstätten, die in den alten Industriegebieten eingerichtet werden, "Swet shops", "Schweißfabriken".

Bei dem furchtbaren Unfall mit den chinesischen ArbeiterInnen in Prato wurde auf die extreme Besonderheit des Falles verwiesen, beinahe als wäre das ein Teil der Sitten. Betont wurde die besondere Abgeschlossenheit der chinesischen Gemeinde an sich, eine absolut wahre Tatsache, als wollte man damit den Vorfall aus der Rubrik herausnehmen: Vor allem, um nicht die wirkliche Streitfrage zu stellen, wieso in Italien die industrielle Produktion und die Arbeit in der Dienstleistung in Bedingungen versinken, die man einstmals Dritte Welt nannte.

Es geht nicht darum, dass die Toten Chinesen sind, sondern dass man in Italien wie Sklaven arbeitet für schändlichen Lohn, und das kann jeden treffen. Weil es immer einen gibt, der gut daran verdient, wenn er sein eigenes Markenzeichen auf das Produkt anbringt, das für wenige Hundertstel produziert wurde. Die Entwertung unserer Einkommen ist weniger spürbar, wenn wir Kleidung zu Niedrigpreisen kaufen können. Früher musste man die von Sklaven gefertigten Waren von weither transportieren. Jetzt ist der Weg viel kürzer, weil wir die Sklaven bei uns zuhause haben. Die Gewinnspannen steigen mit der Sklavenwirtschaft bei Kilometer Null.

Wenn wir die Höllenmaschine der Globalisierung nicht anhalten und der Arbeit wieder zu Stärke und Würde verhelfen, ganz egal, mit welcher Hautfarbe oder Augenform die Arbeit geleistet wird;
wenn wir weiterhin von Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität um jeden Preis sprechen;
wenn es weiter als unvermeidliche Tatsache hingenommen wird, dass Arbeit hier ausgebeutet wird, weil sie andernfalls doch auch dort ausgebeutet würde;
wenn wir fortfahren, mit scheinheiligem sonntäglichen Schuldbekenntnis dem Kult zu dienen, den Papst Franziskus den Gott des Geldes genannt hat;
wenn wir weiterhin im Kapitalismus des 18. Jahrhunderts versinken, werden wir immer mehr unter jenem wildgewordenen Kapitalismus zu leiden haben.

Wenn wir aber Halt machen wollen, dann sollten wir als erstes einmal sagen, dass in Prato sieben ArbeiterInnen den Tod fanden, so wie bei Thyssen Krupp in Turin. Nicht sieben Chinesen, sondern sieben ArbeiterInnen, die in Italien zu Opfern des Sklaverei und der Globalisierung wurden.

Übersetzung: Elfi Padovan
Original: www.controlacrisi.org

siehe auch: Italien: Brand in Textilfabrik – Trauer und Protest gegen „Sklaverei“

 

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