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Bruessel Anschlag 2016-03-22Ein Kommentar von Walter Baier, Koordinator von transform! Europe    
22.03.2016: Ein fataler Terroranschlag am eigenen Arbeitsplatz macht ein mulmiges Gefühl. Mitleid mit den Opfern. Gewiss! Doch dieses Gefühl ist abstrakt. Konkret ist, dass ich den Schalter von Brussels Airlines hundert Mal passiert habe und gewiss bin, es nie wieder unbefangen zu können.

Nein, ich fühl mich nicht als Opfer, auch nicht indirekt. Vielmehr drängt es mich, kritische Fragen zu stellen.

Der Krieg ist in Europa angekommen. Konnte man annehmen, er würde dort bleiben, wo ihn die USA und ihre europäischen Verbündeten begonnen haben? Wir leben in einem weltweiten Krieg. Ein Weltkrieg ist ein Krieg, der alle verschlingt. Wer konnte sich einbilden, dass unsere Städte ausgespart bleiben?

Hier hilft keine Semantik, die den Horror der westlichen Bomben und Drohnen in Afghanistan, Pakistan, Libyen, Irak, Jemen, Somalia ... zur gerechtfertigten Selbstverteidigung erklärt und alles andere zum irrationalen, verabscheuungswürdigen Terror.

Auch die Nazis verstanden, als sie ihren Krieg begonnen haben, nicht, dass er mit der Zerstörung ihrer eigenen Städte enden musste.

Der Brüssler Flughafen als eine Parabel der Weltordnung: 150 Meter legen die Menschen vom Terminaleingang bis zum Checkpoint zurück. So lange sind sie verwundbar. Ab dort beginnt die Glitzerwelt, die schöne, neue Welt der Sicherheit. Verlegt man die Sicherheitskontrolle an den Eingang des Terminals, würden sich die Menschen dort stauen. Man könnte erkennen, dass, wo immer man die Grenzzäune errichtet, mit dem militärischen und polizeilichen Paradigma keine Sicherheit geschaffen werden kann, wenn die Welt wegen ihrer Ungleichheit auseinander bricht.

Sicherheit kann nicht Privileg sein. Eine andere Politik und andere Politiker sind erforderlich. Jede andere Schlussfolgerung aus den tragischen Ereignissen wird die Lage nur verschlimmern.

Der Kommentar

Ablenkung durch Dramatisierung. Das Dilemma der thematischen Verengung

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Ein Kommentar von Tom Strohschneider zu Seehofers Theater

02.07.2018: Solange Seehofers Inszenierung noch andauert und also der Ausgang und die Folgen einigermaßen offen sind, lässt sich kurz darüber nachdenken, welche schwerwiegenden Wirkungen das Theater bereits jetzt hat.

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Im Interview

Es gibt klare Grundsätze

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marxistische linke

Fünf Jahre NSU-Prozess – Lückenhafte Aufklärung und Blinder Fleck der Linken

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In Gedenken an:
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Nächste Woche Mittwoch, den 11.07.2018, wird das Urteil im NSU-Prozesses vor dem Oberlandesgericht München gesprochen. Höchstwahrscheinlich wird es zur Verurteilung der Hauptangeklagten Zschäpe und der weiteren vier A...

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Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

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