"So weit uns Spaniens Hoffnung trug"

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spaniens hoffnung cover rotpunktverlag29.10.2016: Vor 80 Jahren, im Juli 1936, putschten rechte spanische Militärs unter Führung Francos gegen ein zuvor bei demokratischen Wahlen gewähltes, linkes "Volksfront"-Bündnis. Unmittelbare Unterstützung fanden sie im faschistischen Deutschland und Italien, die sofort den Putsch-Generälen militärisch zur Seite sprangen. Hitler und das deutsche Militär ließen in Spanien ihre Luftwaffe (die Legion Condor) und Panzer für den bereits geplanten bevorstehenden großen Krieg üben. Während die übrigen europäischen Staaten, insbesondere England und Frankreich, mit ihrer „Nichteinmischungs-Politik“ dem Morden der Putschisten und Legionären tatenlos zusahen, war es allein die Sowjetunion, die die rechtmäßige Spanische Republik auch militärisch in ihrem Verteidigungskampf unterstützte.

Angesichts dieser Situation wurden drei Monate nach dem Putsch auf Initiative der „Kommunistischen Internationale“ die „Internationalen Brigaden“ aufgestellt, in denen Linke unterschiedlichster Couleur sich der Spanischen Republik im Kampf gegen Francos Putschgeneräle und den faschistischen Söldnern aus Deutschland und Italien solidarisch an die Seite stellten. In den Internationalen Brigaden organisierten sich sozialistische, kommunistische und anarchistische internationale Freiwillige in Miliz-Einheiten, die sich in Schulterschluss mit der republikanischen Armee der Reaktion entgegenstellten. 35.000 antifaschistische Kämpfer aus 50 Ländern waren an der Verteidigung der Republik beteiligt, über die Hälfte davon haben ihren Einsatz mit dem Leben bezahlen müssen.

Über all das gibt es eine Vielzahl wissenschaftlicher Fachliteratur, Sachbücher, Romane, Augenzeugenberichte etc. An herausragender Stelle zu nennen sind Eduard Claudius' Roman „Grüne Oliven und nackte Berge“, die 1944 erschienene erste deutschsprachige epische Darstellung des Bürgerkrieges, der sechsbändige Romanzyklus „Das magische Labyrinth“ von Max Aub, in dem der französisch-spanische Autor eine facettenreiche Gesamtsicht auf den spanischen Krieg ausbreitet, Ernest Hemingways Roman "Wem die Stunde schlägt" über einen Einsatz von Partisanen hinter der Front, Brechts Theaterstück „Die Gewehre der Frau Carrar“ und Peter Weiss' „Ästhetik des Widerstands. Erstes Buch, Teil II“ in dem er die scharfen Konflikte zwischen den verschiedenen linken Gruppierungen dargestellt.  

"Jagt zum Teufel die Fremdenlegionäre! Jagt ins Meer den Banditengeneral!"

Jetzt hat der österreichische antifaschistische Autor Erich Hackl, (Erzähler, Roman- und Drehbuchautor sowie Übersetzer iberischer und iberoamerikanischer Literatur) eine Sammlung von 46 Texten über den spanischen Bürgerkrieg herausgegeben: zeitgenössische Erzählungen, (Augenzeugen-)Berichte, Romanauszüge, Tagebucheintragungen und Reportagen deutschsprachiger, antifaschistischer, kommunistischer, sozialistischer oder anarchistischer ProtagonistInnen.

Darunter sind Texte bekannter Autoren wie Hermann Kesten, Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Anna Seghers oder Ernst Toller. Neben diesen und weiteren, heute weniger bekannten bis unbekannten Journalisten und Schriftstellern, berichten Soldaten der Internationalen Brigaden und der Milizen, Gewerkschaftsfunktionäre, Ärzte oder Krankenpflegerinnen über ihre Erlebnisse. Sie erzählen von den Anfangstagen des rechten Putsches, der linken Revolution und von der Sehnsucht, dort auf der richtigen Seite mitzukämpfen. Sie schreiben über ihren und den allgemeinen Idealismus und die politische Begeisterung. Sie berichten aber auch über die Uneinigkeit im linken Lager und beklagen das In-den-Hintergrund-Treten revolutionärer Ziele, den permanenten Mangel an Waffen und die militärische Überlegenheit des Gegners. Sie schildern ihre Kampfeinsätze, ihre Ängste, den Hunger - und schließlich die Niederlage, Flucht oder Internierung in Südfrankreich.

Für mich als bundesdeutschen Leser neu waren in diesem Sammelband vor allem die Berichte der schweizer und österreichischen Antifaschisten und die Erzählungen über den antirepublikanischen Terror auf Mallorca (hier vor allem der längere Romanausschnitt von Albert Vigoleis Thelen).

Im Anhang runden Kurzbiographien das Bild über die Erzähler ab und bibliographische Hinweise wecken Lust auf Weiterlesen. So unterschiedlich die Sicht der AutorInnen auf Revolution und Krieg ist, so verschieden sind auch ihre Texte. Wer sich noch nie intensiver mit dem Spanischen Bürgerkrieg beschäftigt hat, mag bei manchen Texten nicht immer verstehen, worum es im Detail geht. Mit Ausnahme der Bombardierung der Stadt Guernica, die Picasso zum gleichnamigen Bild inspirierte, sind militärische Ereignisse und politische Strukturen während des Spanischen Bürgerkriegs dem (nicht spezialisierten) Leser nicht immer präsent. Wem das egal ist, wer vielleicht gerne weitere Literatur ergänzend querliest und/oder Sachverhalte nachgoogelt- der hat hier ein Lesebuch zur Hand, das Einblick gibt in einen antifaschistischen Kampf und den gleichzeitigen Versuch, politische Utopien wahr werden zu lassen  - bis zum bitteren Ende.

„Gleich stand die Trennung bevor, der Krieg ging weiter, hier wurden wir nicht mehr gebraucht, Spanien aber war groß, lag überall, die Sache Spaniens begleitete uns, wohin auch immer wir kommen würden.“ (Peter Weiss, Ästhetik des Widerstands).

Text: Günther Stamer

Erich Hackl (Herausgeber)
So weit uns Spaniens Hoffnung trug
Erzählungen und Berichte aus dem Spanischen Bürgerkrieg
Rotpunktverlag, Zürich 2016
ISBN 9783858696861
400 Seiten
25 Euro


 

Lesung mit Erich Hackl in Hamburg
Montag den7. November 2016 um 20 Uhr
politbüro, Steindamm 45, 20099 Hamburg

 

Pro-Asyl Familiennachzug

" .. Wir fordern alle Abgeordneten des Deutschen Bundestags dazu auf, die erzwungene Trennung von Flüchtlingsfamilien zu beenden. .."

Zur Petition »Familien gehören zusammen!«


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Monsanto-Glifosato

Die EU hat für weitere fünf Jahre die Zulassung von Glyphosat verlängert. Der deutsche Agrarminister Christian Schmidt (CSU) gab mit seiner Zustimmung den Ausschlag.(siehe Der Monsanto-Mann)

Seit 20 Jahren werden in Argentinien riesige Flächen mit gentechnisch veränderter Soja bepflanzt. In Monokultur. Anfangs war das für die Landwirte, die Saatgutverkäufer und die Chemie-Konzerne ein Freudenfest. Allen voran: Monsanto. Heute ist das Modell Monsanto gescheitert. Nicht für die Investmentfonds, aber für die Landwirte vor Ort und für die Verbraucher in den Städten.

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siehe auch


 

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