Ver.di baut um

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volker metzroth mv 201412.08.2017: Ver.di will umbauen. Nach der Zusammenlegung von Bezirken sollen nun aus 13 Fachbereichen (FB) 4 werden. Dazu einige Gedanken von mir als Ehrenamtlichem aus dem FB 9 und dem Ortsvorstand in einer 50.000-Einwohner-Stadt mit ländlichem Hinterland. Dies sei erwähnt, da andere Umfelder auch zu anderen Gedanken führen mögen.

 

Vorne weg: ver.di ist kein Konzern wie die Telekom, der jährlich 3 Mrd. Dividende ausschüttet. Ein solches Einsparpotential gibt es nicht, man muß mit den Beiträgen auskommen. Und wenn zunehmend prekär beschäftigt und schlecht bezahlt wird, dann drückt das auch die Beitragseinnahmen. Skepsis besteht bezüglich Zusammenlegungen von Bezirken etc. auch deshalb, weil für viele mehr Reiseaufwand entsteht, von voll im Berufsleben Stehenden kaum noch bewältigbar.

Wer die ver.di-Gründung miterlebte weiß, weshalb Strukturen mit 13 FB geschaffen wurden. Die kleineren Gewerkschaften wollten und sollten sich mit ihrer Tradition und Fachlichkeit auch organisatorisch wiederfinden, nicht in einer vergrößerten ÖTV untergehen. Da war es z.B. für die früheren Postgewerkschafter wichtig, nicht nur aus Gewohnheit auf der 4. Ebene, der untersten,  eigene Kassen zu haben. Nicht on top, sondern zu Lasten der Personalschlüssel ihrer FB.

Wenn heute dann u.U. in zwei Bundesländern 1 ½ Sekretäre einen FB beackern, werden vor allem außerhalb von Ballungsgebieten Grenzen deutlich. Hier FB zu vereinen und größere „Pools“ auch von Hauptamtlichen zu schaffen erscheint sinnvoll. Auch die angedachte Aufteilung. Das Gesundheitswesen bliebe als wachsender Bereich mit großem Potential selbständig, Handel, Post und Logistik wachsen in der Praxis auch zusammen, ein Fachbereich repräsentierte im Wesentlichen den Öffentlichen Dienst, ein anderer private Dienstleistungen in Bereichen, die immer mehr durch die Digitalisierung geprägt sind.

Die Musik spielt bei ver.di vorrangig in den Betrieben, in denen Betriebs-, Personalräte und Mitarbeitervertretungen sowie Vertrauensleutestrukturen zumindest möglich sind. Aber zunehmend muß man in die Bereiche rein, wo 20 und weniger Menschen beschäftigt sind. Auch dazu bedarf es auf der 4. Ebene, sowohl in den FB als auch in der Gesamtorganisation, arbeitender Zusammenschlüsse. Ehrenamtlichkeit kann sich nicht darauf beschränken, daß in Gremien höherer Ebenen überwiegend freigestellte Betriebs- und Personalräte aktiv sind. Wo vor Ort an der Basis zu wenig läuft, weil zwar auf Bezirksebene zahlenmäßig genügend Aktivisten vorhanden sind, die Fahrtstrecken aber zu groß, böten größere FB neue lokale Chancen.

Betriebliche und gesellschaftspolitische Kämpfe werden nicht mehr alleine in den „großen Buden“ gewonnen werden. Auch deshalb wird die zu oft brach liegende Arbeit der Ortsvorstände wichtiger. Hier wird sich aber zu wenig tun, wenn nicht auch hauptamtliche Ressourcen zu deren Stärkung in den Bezirken bereitgestellt werden, damit ver.di im öffentlichen Bewußtsein vor Ort ein Faktor wird, der betriebliche Kämpfe von außen unterstützt, ins politische Geschehen eingreift und als Ansprechpartner der abhängig Beschäftigten, auch der Beschäftigten und Mitglieder in Kleinbetrieben, präsent ist, auch in den Medien. Ohne Ressourcen, die – siehe oben – zwangsläufig zu Lasten der FB gehen, wird sich hier wenig bewegen. Wird das nicht jetzt angegangen, ist es 2022 vielleicht zu spät. Wer will dann schon wieder umbauen?

Nicht aus Selbstsucht, sondern weil man nie und nirgends genug Personal haben wird, um allen Anforderungen der Mitglieder an Hauptamtliche gerecht zu werden, werden die FB dann ihre „Bestände“ gegen die „Ebene“ verteidigen. Das Ziel von ver.di, eine ehrenamtlich geführte Gewerkschaft der aktiven Mitglieder zu sein, steht und fällt auch mit dem realen Sein oder Nichtsein der 4. und ehrenamtlichen Ebene. Gute Erfahrungen des DGB mit seinen ehrenamtlichen Kreisvorständen könnten hier einfließen.

Volker Metzroth

 

Marseille-Forum

Am 10. und 11. November treffen sich die progressiven Kräfte Europas in Marseille zum Marseille-Forum, um eine Alternative Zukunft für Europa zu diskutieren. Die Europäische Linke unterstützt dieses Treffen.
Pierre Laurent, Nationalsekretär der Französischen Kommunistischen Partei (PCF):

EL Marseille-Forum PierreLaurent


 

100 Jahre Oktoberrevolution

marxistische linke lädt ein

Logo-Revolution-Gegenrevolution

Das 20. Jahrhundert war eines der Revolutionen: in Russland, Ungarn, Deutschland, Spanien, China, Mexico, Chile, Cuba und vielen anderen Staaten. Daraus ragen die Oktoberrevolution und Maos Langer Marsch mit dem Sieg der Kommunisten 1949 als epocheprägende Ereignisse heraus. Diese Revolutionen sind Teil des langen Zyklus von Revolution und Gegenrevolution, der mit der französischen Revolution 1789 eröffnet wurde. Ging dieser lange Revolutionszyklus mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu Ende?  Was kann Revolution in den Ländern des entwickelten Kapitalismus heute noch heißen?
Wir diskutieren mit

Frank Deppe
Autor des Buches: 1917 | 2017 - Revolution & Gegenrevolution

Sa., 25. November 2017, 15:00 Uhr
Frankfurt a.M.
Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-71

Hinweis
Mi, 22. November 2017, 20:00 Uhr, Rüsselsheim, Stadtbücherei am Treff
Veranstalter: attac, DGB und Naturfreunden Rüsselsheim


 

Tödliche Agri Kultur - Wie Monsanto die Welt vergiftet

Monsanto-Glifosato

Demnächst entscheidet die EU über die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat. Die EU will, dass Monsanto seinen Bestseller weitere zehn Jahre verkaufen darf.

Seit 20 Jahren werden in Argentinien riesige Flächen mit gentechnisch veränderter Soja bepflanzt. In Monokultur. Anfangs war das für die Landwirte, die Saatgutverkäufer und die Chemie-Konzerne ein Freudenfest. Allen voran: Monsanto. Heute ist das Modell Monsanto gescheitert. Nicht für die Investmentfonds, aber für die Landwirte vor Ort und für die Verbraucher in den Städten.

Tödliche Agri Kultur - Wie Monsanto die Welt vergiftet
Ein Film von Gaby Weber

siehe auch


 

wenn die umstaende 300p

marxistische linke: Jetzt Mitglied werden


Sie kommen im Morgengrauen!

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18.11.2017: Am Montag in aller Frühe kam die Nachricht, dass es bei unserem Genossen Kerem Schamberger aus München eine Hausdurchsuchung gegeben hat! Die erste Frage war: Was wollen DIE schon wieder von Kerem? In letzter Zeit wurde immer häufiger seine Facebookseite gesperrt, vor fast genau einem Jahr sollte die Zulassung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni in München verhindert werden, Kerem kämpfte erfolgreich gegen sein drohendes Berufsverbot. Jetzt musste er bei seiner Hausdurchsuchung zusehen und Handy, Laptop, USB-Sticks wurden beschlagnahmt.

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Marsch ins militärische Kerneuropa

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Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

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