Kapital & Arbeit
Tools
PDF

Iran Streik-bei-Haft-Tapeh IUL07.12.207: Act Now - Die Internationale Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Catering-, Tabak- und anverwandter Arbeitnehmerverbände (IUL) ruft zur internationalen Solidarität auf.  

Am 2. Dezember starteten die Beschäftigten des riesigen Zuckerrohrplantagen- und Zuckerrohrfabrikkomplexes Haft Tapeh in Shush nach vier Monaten ohne Löhne und Sozialleistungen eine neue Streik- und Demonstrationswelle. Die Beschäftigten und ihre Familien haben Hunger und brauchen eure Unterstützung.

 

Die Haft Tapeh-Beschäftigten mussten schon immer um ihre Löhne und Renten und ihre Rechte kämpfen. Im Jahr 2008 gründeten die Arbeiter nach einem 42-tägigen Streik wegen lang andauernder Lohnrückstände eine unabhängige Gewerkschaft, die der IUL angeschlossen ist. Im Juni dieses Jahres führten die Arbeiter erneut Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen durch, um die Zahlung der Lohnrückstände von bis zu vier Monaten zu fordern. Als Reaktion auf unsere internationale Kampagne wurden die Lohnrückstände zum Teil beglichen, den Zeitarbeitskräften werden für 2016 aber immer noch zwei Monatslöhne geschuldet. Die Arbeiter sind aber seit dem 11. Juli nicht bezahlt worden. Und viele Beschäftigte müssen im Zusammenhang mit ihren früheren Protesten wegen Nichtzahlung von Löhnen mit einer Strafanzeige rechnen.

Die Gewerkschaftsführer wurden verhaftet, eingesperrt und auf eine schwarze Liste gesetzt. Die Arbeiter und ihre Gewerkschaft sind erneut Repressionen und Drohungen, dass das Unternehmen geschlossen wird, ausgesetzt, weil sie für ihre Löhne, ihre Renten und ihre Rechte demonstrieren. Als der Haft Tapeh-Arbeiter Aube Aghaabi unlängst das Unternehmen wegen eines schweren Arbeitsunfalls verklagte, reagierte das Management mit seiner Entlassung und der Entlassung von 50 Verwandten oder Arbeitern mit einem ähnlichen Nachnamen. Die Fabrik steht unter ständiger Aufsicht durch die Sicherheitskräfte.

Die Bedingungen bei Haft Tapeh haben sich verschlechtert, seit das Unternehmen in einem undurchsichtigen Geschäft 2015 privatisiert wurde.Die Rentenleistungen sind ausgesetzt worden, weil das Unternehmen nicht mehr in das staatliche Sozialversicherungssystem eingezahlt hat.

Die Haft Tapeh-Beschäftigten fordern die vollständige Zahlung der Lohn- und Sozialleistungsrückstände; die Anerkennung der Gewerkschaft als die rechtmässige Vertretung der Arbeitnehmer; die Wiedereinstellung aller zu Unrecht entlassenen Beschäftigten; und die Wiederverstaatlichung des Unternehmens.

 

Die IUL ruft zur Solidarität mit den Beschäftigten von Haft Tapeh auf und bittet, folgende Botschaft an die iranischen Behörden zu schicken und die Forderungen der Arbeiter zu unterstützen:

An Seyyed Ali Khameini, den Obersten Führer des Irans,

die Beschäftigten des Zuckerrohrunternehmens Haft Tapeh in Shush sind seit Juli nicht bezahlt worden. Die pensionierten Arbeiter haben ihre Renten nicht erhalten. Viele Beschäftigte müssen im Zusammenhang mit ihren früheren Protesten wegen Nichtzahlung von Löhnen mit einer Strafanzeige rechnen.

Ich rufe Ihre Regierung dazu auf sicherzustellen, dass allen aktiven und pensionierten Haft Tapeh-Arbeitnehmern alle ihnen geschuldeten Löhne, Sozialleistungen und Renten ausgezahlt und diese weiterhin gezahlt werden; dass alle Verfahren gegen die Haft Tapeh-Beschäftigten, die Anfang dieses Jahres wegen der Lohnrückstände protestiert hatten, eingestellt werden; dass die Haft Tapeh-Zuckerarbeitergewerkschaft als die rechtmässige Vertretung der Arbeitnehmer anerkannt wird; und dass das Unternehmen in Anbetracht dessen, dass die privaten Eigentümer bei dem Sozialversicherungsträger massiv verschuldet sind und sie ihrer Verantwortung gegenüber ihren Beschäftigten in keiner Weise nachgekommen sind, wieder verstaatlicht wird.

Botschaft absenden: https://www.iufcampaigns.org/campaigns/show_campaign.cgi?c=1100

Text und Foto übernommen von IUL - Act Now

Internetseite der IUL: http://www.iuf.org/w/

Logo unteilbar Demo

#unteilbar
Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung!

Es findet eine dramatische politische Verschiebung statt: Rassismus und Menschenverachtung werden gesellschaftsfähig. Was gestern noch undenkbar war und als unsagbar galt, ist kurz darauf Realität. Humanität und Menschenrechte, Religionsfreiheit und Rechtsstaat werden offen angegriffen. Es ist ein Angriff, der uns allen gilt.
Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden. Wir halten dagegen, wenn Grund- und Freiheitsrechte weiter eingeschränkt werden sollen.

weiter im Aufruf zur Demonstration


Der Kommentar

Ohne Migration… zu Seehofer und der »Mutter aller Probleme«

Ohne Migration… zu Seehofer und der »Mutter aller Probleme«

Kommentar von Tom Strohschneider          

06.09.2018: Nachdem sich Bundesinnenminister Horst Seehofer zu den Vorfällen in Chemnitz lange nicht geäußert hatte, äußerte er nun Verständnis für die rechten Demonstrant*innen. Er habe Verständnis, wenn sich Leute empören, das mache sie noch lange nicht zu Nazis, so Seehofer lt. welt und ARD . "Die Migrations...

weiterlesen

Im Interview

"... bemüht, alle zu Einzeltätern zu machen"

16.08.2018: Nach fünf Jahren endete der NSU-Prozess in München mit einem Urteil für die fünf Angeklagten. Wir sprachen darüber mit dem Rechtsanwalt Alexander Hoffmann, Nebenklage-Vertreter einer Geschäftsfrau aus der Keupstraße in Köln, wo eine Nagelbombe explodiert war.

weiterlesen

marxistische linke

Kampfplatz Verkehrswende: Die Autogesellschaft ist ein rechtes Projekt

Kampfplatz Verkehrswende: Die Autogesellschaft ist ein rechtes Projekt

von Sabine Leidig (*)   
27.07.2018: Kaum ein anderes Thema offenbart die Parallelen zwischen AfD, CDU/CSU und FDP so, wie die Debatte um drohende Fahrverbote. Und während im globalen Süden die Leute verrecken, kämpft die Rechte hier zu Lande für den Fortbestand der imperialen Lebensweise in Form dicker Automobile.

weiterlesen

Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier