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14.04.2010: Am 26. April jährt sich das Unglück von Tschernobyl. Damals explodierte einer von vier Reaktoren des dortigen AKW. Das Ereignis gilt als bisher größte Havarie in einem Kernkraftwerk und als eine der größten Umweltkatastrophen überhaupt. Diesen Jahrestag nimmt die Umweltbewegung der Bundesrepublik zum Anlass, um am Samstag, 24. April, an verschiedenen Orten gegen die Atomindustrie und die Atompolitik der Regierung zu demonstrieren.

Geplant sind drei Aktionen. Im hohen Norden wird es die ehrgeizigste Aktion geben – eine etwa 120 Kilometer lange Menschenkette von AKW zu AKW: von Brunsbüttel bis Krümmel, vorbei am AKW Brokdorf und mitten durch Hamburg hindurch. In Elmshorn wird die DKP einen Kilometer der Menschenkette abdecken.

Im Süden der Republik soll das Atomkraftwerk Biblis von Demonstranten umzingelt werden, daran wird sich eine große Kundgebung anschließen.

Vor dem atomaren Zwischenlager im nordrhein-westfälischen Ahaus wird es ebenfalls eine große Demonstration geben.

Bereits ab dem 21. April führt ein Anti- Atom-Treck von Gorleben, wo dem Salzstock das Los der Atommüllkippe der Nation droht, zum Atomkraftwerk Krümmel, das wegen diverser Störfälle seit Monaten still steht, aber wieder angefahren werden soll. Der Treck wird an den Atomanlagen in Gorleben starten und über Uelzen und Lüneburg, wo jeweils Aktionen stattfinden, bis vor das „Krümmel-Monster“ führen.

Beeindruckend und in der langen Geschichte der Anti- AKW-Bewegung einmalig ist das breite gesellschaftliche Bündnis, das sich zu den Aktionen zusammengefunden hat. Erstmals schließen sich die Gewerkschaften an und mobilisieren für die Aktionen. Alle Parteien – außer CDU und FDP – haben sich den Forderungen der Aufrufer angeschlossen. Die DKP hat einen Kilometer der Menschenkette übernommen. Der Sammelpunkt der Genossinnen und Genossen befindet sich am „DKP Kilometer“ in Elmshorn, Parkplatz am Nordufer (10 Minuten Fußweg vom Bahnhof). Um 14.30 Uhr soll die Kette in ihrer ganzen Länge geschlossen sein. Verantwortlich für den Elmshorner Abschnitt ist der DKP-Parteivorsitzende Heinz Stehr.

Die Aktionen sollen nicht nur an Tschernobyl erinnern, sondern zielen vor allem darauf, die Pläne zur Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke zu durchkreuzen. Man will es der Bundesregierung unmöglich machen, den „Einstieg in den Ausstieg“ zu verkünden, wenn sie wie geplant im Oktober ihr Energieprogramm verkünden will. Aktuell wollen Veranstalter und Teilnehmer ein Zeichen bezüglich der NRW-Wahl setzen. Peter Dickel, einer der fünf Sprecher der Anti- Atom-Kette, spricht davon, das es nötig sei, möglichst viele Menschen mobilisieren, um zu zeigen, dass es bei uns im Lande eine klare Mehrheit für den Atomausstieg gibt. Mit Blick auf Nordrhein- Westfalen weist er daraufhin, dass bei einem Kippen der schwarzgelben Landesregierung die Bundesregierung im Bundesrat keine Mehrheit mehr habe. Nach Angaben der Veranstalter läuft die Mobilisierung gut. Allein drei Sonderzüge führen von München, Berlin und Kassel in den Norden (Einstiegsorte: Augsburg, Donauwörth, Nürnberg, Würzburg; Berlin-Ost, Berlin-Hbf, Berlin- Zoo, Berlin-Spandau; Göttingen, Braunschweig). Nach Biblis fährt ein Sonderzug von Basel über Freiburg, Offenburg, Karlsruhe und Heidelberg. Mindestens 70 Busse sind bereits bestellt und täglich werden es mehr.

Auf der Internetseite http://www.antiatom-kette.de unterzeichnen täglich mehr und mehr Organisationen und Einzelpersonen den Aufruf gegen die Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke. Eine weitere machtvolle Demonstration der außerparlamentarischen Opposition kündigt sich an.

Text: Adi Reiher (UZ vom 9.4.10)

Weitere (organisatorische) Informationen unter:

http://www.kein-castor-nach-ahaus.de
http://www.anti-atom-umzingelung.de
http://www.contratom.de
http://www.anti-atom-kette.de

2-farbige Druckvorlage für das Flugblatt der DKP im Downloadbereich

Flugblatt (sw) als Anlage

 

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