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14.04.2010: Seit nun über einem Jahr läuft der zweite „NoNPD-Kampagne“ der VVN-BdA, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. Das Ziel ist, „5 000 Gründe für das NPD-Verbot“ zu sammeln.

Praktisch bedeutet dies, dass individuelle Stellungnahmen für das NPD-Verbot auf der Internetseite www.npd-verbot-jetzt.de oder auf Papier-Formularen gesammelt werden. Diese ganz persönlichen Argumente können auf der Internetseite nachgelesen werden. Der inhaltliche Kern der Kampagne ist also ein stetig wachsendes „kollektives Lesebuch“.

Ein Schatz an Argumenten

Das Besondere dieser Kampagne ist, dass die Menschen selbst zu Wort kommen und nicht in Statistiken oder Zusammenfassungen verschwinden. Wer die Stellungnahmen durchliest, wird sofort erkennen, wie viel Weisheit und Klugheit dort zu finden ist und welch ein Schatz dort zusammengetragen wurde. Lustige, ernste, intellektuelle, emotionale Texte oder Fotos verschiedenster Menschen zeugen von Lebenserfahrung, Geschichtsbewusstsein, Humanismus und demokratischer Überzeugung.

Dieses virtuelle Lesebuch ist ein völlig neues technisches und inhaltliches Konzept. Es ist radikal demokratisch. In unerhörtem Maße wird nicht nur erfasst, sondern zugleich dargestellt, wie differenziert Menschen zu dem Thema denken. Auch wenn mancher erst einmal ratlos war, als man ihn um seinen „persönlichen Grund“ bat, haben doch Tausende einen gefunden, ausgesprochen und aufgeschrieben.

Mit der Möglichkeit, Fotos und Grafiken einzustellen, wird in überraschender Weise experimentiert: neben Fotos von antifaschistischen Veranstaltungen und ähnlichem, werden NPD-Plakate kommentiert oder anrührende Kinderfotos eingestellt und in Beziehung zu Erlebnissen und Aussagen gesetzt.

Die Kampagne endet am 8. Mai 2010, dem Tag der Befreiung.

Nach dem Ende der Kampagne wird mit diesen „5 000 Gründen für das NPD Verbot“ gearbeitet werden:

  • Wir werden von den Innenministern fordern, die V-Leute in der NPD „abzuschalten“ und damit die Voraussetzungen zu schaffen, ein erneutes NPD-Verbotsverfahren einzuleiten.
  • Wir werden von den Abgeordneten und Regierungen fordern, ein erneutes NPD-Verbotsverfahren beim Bundesverfassungsgericht zu beantragen und diesen Antrag „wasserdicht“ zu machen.
  • Wir werden in Öffentlichkeit und Medien unsere Argumente darstellen und mit den „5 000 Gründen“ untermauern.

Endspurt – die 5 000 überspringen!

Je deutlicher das anvisierte Ziel der „5 000 Gründe“ übertroffen wird, desto lauter erschallt die Forderung nach dem Verbot der NPD. Wer also noch keinen persönlichen Grund, keine eigene Argumentation, keine individuelle Stellungnahme abgegeben hat, ist dringend aufgerufen dies zu tun.

Rainer Zorn, VVN-BdA

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