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bahn_klima_alexander-smollanitski20.07.2010: Bei der Deutschen Bahn sind wegen der Hitze deutlich mehr technische Pannen aufgetreten als bisher bekannt. Laut ZDF-Magazin »Frontal 21« kam es allein am 10. Juli, also an dem Tag, an dem mehrere ICE-Klimaanlagen ausfielen, insgesamt zu 293 Störfällen bei Zügen. Dazu zählen Bremsstörungen, Triebzugschäden, Störungen an Funkeinrichtungen und Zwangsbremsungen mit unbekannter Ursache. 485 Züge waren insgesamt über 100 Stunden verspätet. Und anders als von der Bahn imemr wieder behauptet liegt es eben doch an den personellen Einsparungen.

Dies bestätigte Frank Schmidt, Vorsitzender der Gewerkschaft der Lokführer in Nordrhein-Westfalen: »Wir bemängeln immer wieder, daß die Fahrzeuge nicht richtig repariert und auf die Schiene geschickt werden, der Fehler dann schnellstmöglich bei denselben Fahrzeugen immer wieder auftritt«, sagt Schmidt in der »Frontal 21«-Sendung, die am Dienstag abend ausgestrahlt wurde.

Dabei entwickelten sich in den Zügen – wie die Bahn in internen Papieren feststellte, bis zu 70 Grad. Offiziell sprach man dagegen immer nur von „rund 50 Grad“.

Experten wie der ehemalige Justitiar des Eisenbahnbundesamtes, Professor Hans-Jürgen Kühlwetter, fordern deshalb Ermittlungen gegen den Bahn-Vorstand – die Staatsanwaltschaft begnügt sich bislang aber mit einem Ermittlungsverfahren gegen einen der betroffenen Zugführer. Doch die aktuellen Hitze-Störfälle täuschen über einen erschreckenden Schaverhalt hinweg: Schon an ganz „normalen“ Betriebstagen kommt es zu zahlreichen, bis zu 200 Störfällen an Signalen, Weichen und Stellwerken.

Die Bahn wird kaputtgespart. Auf Kosten der Kunden und der Belegschaft. Es ist nur eine Frage der Zeit bis zur nächsten Katastrophe.

Text: CR / Foto: Alexander Smollatinski