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23.05.2011: DIDF, die Föderation Demokratischer Arbeitervereine, lädt am 18. Juni 2011 zu einem Fest der Solidarität und Freundschaft in die Grugahalle in Essen ein. Anlass ist der 50. Jahrestag der Arbeitsmigration aus der Türkei. Das kulturelle Rahmenprogramm des Festes ist mit Musikbands aus der Türkei und Deutschland, Comedians und Musik- und Theatergruppen der Mitgliedsvereine von DIDF sehr vielfältig. Frank Bsirske, ver.di-Vorsitzender, Sevim Dagdelen, MdB und VertreterInnen demokratischer Kräfte werden in Redebeiträgen den Gedanken der internationalen Solidarität unterstreichen.
DIDF möchte mit dem Fest aufzeigen, "dass trotz aller Schwierigkeiten und Defizite im zurückliegenden halben Jahrhundert im Bereich der Integration wichtige Fortschritte erzielt werden konnten. Somit wollen wir der immer wieder aufflammenden, ausgrenzenden und diskriminierenden Integrationsdebatte positive Aspekte entgegensetzen. Wir wollen aber auch erneut deutlich machen, dass wir in diesen 50 Jahren vieles gemeinsam erkämpfen konnten." (aus dem Einladungsschreiben der DIDF)



Aufruf von DIDF:

50 JAHRE: GEMEINSAM SIND WIR STARK

Am 31. Oktober 1961 wurde in Bad Godesberg das Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei unterzeichnet. Im Rahmen des Abkommens wurden bis zum Anwerbestopp im Jahre 1973 knapp 900.000 Arbeiterinnen und Arbeiter nach Deutschland geholt.
Aus den einstigen "Gastarbeitern" wurden später "ausländische Arbeitnehmer" und heute, ein halbes Jahrhundert später, "Menschen mit Migrationshintergrund".

50 Jahre: Für gleiche Rechte - gegen Ausgrenzung und Diskriminierung!
Die anfänglichen Rückkehrabsichten der ersten Zuwanderer hielten nicht lange. Von Generation zu Generation verstärkten sich die endgültigen Bleibeabsichten. MigrantInnen fanden in Deutschland einen neuen Lebensmittelpunkt, sie wurden zum festen Bestandteil der Gesellschaft. Diese Wirklichkeit fand sich jedoch nur wenig in der Politik wieder. Die zentralen Forderungen nach gleichen Rechten und politischen und sozialen Teilhabemöglichkeiten als Voraussetzung für ihre Gleichberechtigung in der Gesellschaft, haben die bisherigen Regierungsparteien bis heute verwehrt.

Stattdessen werden immer mehr Versuche unternommen, die Spaltung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft voranzutreiben. MigrantInnen wurden als billige Arbeitskräfte in prekäre Beschäftigung abgedrängt, als "Lohndrücker" gegen einheimische ArbeiterInnen und als Sündböcke und "Integrationsverweigerer" für rassistische Debatten und Wahlkampfzwecke missbraucht.

Und dennoch: Der Prozess der gegenseitigen Annäherung und des Zusammenlebens von Menschen mit und ohne deutschen Pass konnte sich durchsetzen - trotz politisch forcierter Ausgrenzung und Diskriminierung. "50 Jahre Arbeitsmigration aus der Türkei" ist vor allem eine Geschichte des Miteinanders von Deutschen und MigrantInnen mit all ihren Erfolgen und sicherlich auch Schwierigkeiten. Sie ist aber vor allem eine gemeinsame Geschichte von Arbeiterinnen und Arbeitern unterschiedlicher Herkunft, die für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze kämpfen. Sie ist die Geschichte von Jugendlichen und Eltern mit und ohne deutschen Pass, die sich für eine bessere Bildung und Zukunft einsetzen. Integration ist keine Einbahnstrasse. Sie findet im Alltag, in den Betrieben und in den Schulen statt - im Aufeinanderzugehen auf Grundlage von Solidarität und Freundschaft und im gemeinsamen Einstehen für politische und soziale Rechte.

Nicht das Trennende, sondern das Verbindende, das gemeinsam Erreichte wollen wir stärker in den Vordergrund rücken. Es ist Zeit für eine Politik, die das Zusammenleben fördert und nicht zur Spaltung der Gesellschaft führt. Der 50. Jahrestag der Arbeitsmigration aus der Türkei bietet uns dafür einen neuen Anlass, zurückzublicken auf das, was wir gemeinsam erreicht haben und nochmals zu bekräftigen, wofür wir weiterhin streiten wollen:

Für gleiche Rechte, für Solidarität und Freundschaft!

Wir laden alle FreundInnen, KollegInnen und MitstreiterInnen zu unserem Fest am 18. Juni um 16 Uhr in die Essener Grugahalle