Kapital & Arbeit
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focus_ford_jobs_NL_pvda25.10.2012: Am Mittwoch, den 24. Oktober, schlug die Nachricht ein: das Ford-Werk in Genk schließt seine Tore. 4.300 direkt betroffene und 6.000 abhängige Stellen fallen weg. Die Kommune von Genk befindet sich im belgischen Limburg, im Zentrum einer durch die Schließung der Kohlebergwerke vor etwa 20 Jahren verödeten Region.

Anfang 2010 verkündet Opel die Einstellung der Produktion in seinem Werk von Antwerpen in Belgien, was die Streichung von 2.600 Arbeitsplätzen nach sich zieht. Vor 4 Monaten wurden dann die Schließung des Werks von Aulnay (Frankreich) durch PSA (Peugeot-Citroën) und der Abbau von 8.000 Stellen angekündigt. Überall bezieht man sich auf die Lage der europäischen Automobilindustrie. Zu viele Betriebe, zu wenig Nachfrage und große Verluste.

Die Partei der Arbeit Belgiens fragt: „Warum müssen die Beschäftigten für diese Überkapazitäten zahlen? Sie sind für diese Krise nicht verantwortlich. Sie sind nicht verantwortlich für die Anarchie der kapitalistischen Produktion, die auf dem Streben nach Profit für einige wenige basiert, statt auf der Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen“.

Für den Vorsitzenden des PTB-Bezirks Limburg, Stany Nimmegeers, ist die Situation klar: „Seit Jahren bringen die Beschäftigten Opfer aller Art, um, wie es heißt, die Zukunft des Werks zu sichern. Bei dem jüngsten Tarifvertrag von 2010 haben sie sogar 12% Lohnverlust hingenommen. Seit nunmehr 50 Jahren stellen die Beschäftigten von Genk sehr hochwertige Autos her und bescheren den Aktionären riesige Profite. 2011 hat Ford weltweit einen Rekordgewinn von 8 Mrd. € eingefahren. Genauso wie PSA und Opel, will Ford die Lasten der Krise auf seine Beschäftigten abwälzen. Folge: eine noch mehr verringerte Kaufkraft, also noch weniger Konsum, dadurch längerfristig noch mehr Überkapazitäten. Die Überproduktion ist kein Naturgesetz, sie ist Folge einer verheerenden Wirtschaftspolitik“.

Stany Nimmegeers erinnert daran, daß das Opel-Werk in Antwerpen verkauft wurde und dass die Geschäftsleitung sich weigerte, eine richtige Wiederaufnahme der Produktion zu ermöglichen. „Im Laufe von 50 Jahren hat Ford so viele Subventionen vom Staat erhalten, die vom belgischen Steuerzahler finanziert wurden, und so viele Gewinne mit dem Schweiß der Limburger Arbeiter gemacht, dass dieses Werk tatsächlich den arbeitenden Menschen gehört. Die öffentliche Hand muss das Werk übernehmen“.

Die PTB hat gerade in Genk ihre Position verstärkt, indem sie 8,6% der Stimmen und 3 Stadtratsitze bei der Kommunalwahl in Genk erreichte. Mit all ihrer Kraft wird sie die Aktionen der Gewerkschaften bei Ford Genk unterstützen, angefangen mit einem 24-Stunden-Streik in der einzigen Betriebseinheit von Ford in Limburg, die noch am Laufen bleibt.

Erklärung der PTB zur Schließung des Ford-Werkes