Kapital & Arbeit

19.05.2011: Es kam Jubelstimmung auf, als der Arbeitskreis Steuerschätzung nach seiner 138. Sitzung Mitte Mai seine Ergebnisse bekannt gab. Von „sprudelnden Steuereinnahmen“ , „Milliardensegen“ und „neuen Höhen“ der Steuereinnahmen war da die Rede und wie wir Deutschen doch so toll die Krise gemeistert haben. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass zu Euphorie wenig Anlass besteht: Die Steuereinnahmen erreichen frühestens 2012 wieder das Niveau von 2008 – vier verlorene Jahre infolge von Finanz- und Wirtschaftskrise. Legt man die Vorkrisenschätzung zugrunde, dann betragen die krisenbedingten Steuerausfälle in den Jahren 2009 bis 2012 zusammen 236 Milliarden Euro. Schlimmer noch: Umgekehrt wurden hunderte Milliarden Steuergelder in Form von Bankenrettungspaketen und Konjunkturprogrammen in die Banken und den infarktgefährdeten Wirtschaftskreislauf gepumpt.

Weiterlesen: Konzerne und Reiche zahlen kaum noch Steuern

04.05.2011: Am 1. Mai demonstrierten bundesweit 432 000 Menschen laut DGB -Angaben für „Faire Löhne, gute Arbeit, soziale Sicherheit“. „Der 1. Mai ist kein Feiertag, sondern ein Tag, an dem wir für unsere Rechte als arbeitende Menschen demonstrieren“, sagte der DGB-Vorsitzende, Michael Sommer, auf der zentralen DGB-Kundgebung in Kassel.

In Hunderten Städten gab es bundesweit Protestaktionen von Gewerkschaftern gegen Sozial- und Demokratieabbau, gegen prekäre Beschäftigung, Leiharbeit und für mehr Ausbildungsplätze.

Weiterlesen: 423 000 Menschen auf den 1.-Mai-Kundgebungen

04.05.2011: Angeblich ist es der stärkste Aufschwung seit der Wiedervereinigung: „XXL“ (Minister Brüderle). Das Problem ist nur: er geht an gut vier Fünftel der Bundesbürger vorbei. Selbst diejenigen, die (noch) in Lohn und Brot stehen, gehören größtenteils zu den Verlierern. Von den Rentnern, Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfängern, denen die Inflation immer mehr an die Substanz geht, gar nicht zu reden. Wie das Statistische Bundesamt zum „Tag der Arbeit“ meldete, sind im Konjunkturaufschwung die Tarifverdienste von Januar 2010 bis Januar 2011 um ganze 0,9 % gestiegen. Unter dem Strich bedeutet das Reallohnverlust, denn die Lebenshaltungskosten waren im Januar um zwei Prozent höher als im entsprechenden Vorjahresmonat (im Jahresdurchschnitt 2010: + 1,1%).

Weiterlesen: Aufschwung made in Germany: Rekord-Profite und Reallohnverluste

01.05.2011: Für Millionen Jugendliche in Europa ist dieser 1. Mai kein Grund zum Feiern. Sie sind arbeitslos, aus dem Erwerbsleben ausgeschlossen. Sie haben keine Möglichkeit, durch ihrer Hände Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen – sind auf entwürdigende Fürsorgeleistungen und Almosen angewiesen. Sie können sich nicht in einem Beruf  selbst verwirklichen, kein Lebensziel  oder gar  eine Lebensplanung ins Auge fassen.

Insgesamt sind es EU-weit 5,2 Millionen junge Leute (Euro-Raum 3,1 Millionen) zwischen 15 und 24 Jahren, die keine Arbeit haben - mehr als jeder fünfte Jugendliche. Sie sind die Hauptverlierer der Weltwirtschaftskrise. Die Zahl ist während der Finanz- und Wirtschaftskrise um 42 Prozent nach oben geschnellt: von 14,8 % im November 2007 auf 21,0 % im November 2010 und lag damit mehr als doppelt so hoch wie die Gesamtarbeitslosenquote mit 9,6 %. Bis Februar 2011 war lediglich ein Rückgang um 0,6 Prozentpunkte auf 20,4 % zu verzeichnen. Eine so hohe Jugendarbeitslosenquote gab es im Nachkriegs-Europa noch nie.

Weiterlesen: 1.Mai 2011: Jugend in der EU ohne Arbeit

23.04.2011: Krise!? Was für eine Krise? Konzerne und ihre Aktionäre haben sie längst weggesteckt. Sie melden für 2010 bereits wieder Rekorprofite und Super-Dividenden, die an das Boom-Jahr 2007 vor dem Finanz-Crash und Wirtschaftsdesaster anknüpfen. Die „Kapitalgesellschaften“ nach Definition des Statistischen Bundesamtes – AG, GmbH, OHG und KG - haben im vergangenen Jahr bei den Gewinnen um 22 % zugelegt (destatis). Die „blue chips“ der deutschen Wirtschaft, die Dax-30-Konzerne aber haben im gleichen Jahr wahre Profitraketen abgeschossen. Das ergibt sich aus einer Analyse der Geschäftsberichte durch die Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Danach stiegen die operativen Ergebnisse vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Jahr 2010 um satte 66 Prozent. In absoluten Zahlen erzielten die 30 Dax-Konzerne fast hundert Milliarden Euro (96,6 Milliarden Euro) Vorsteuergewinn, 38 Milliarden Euro mehr als im Jahr davor.

Weiterlesen: Fette Profite: + 123,6 % -- magere Jobs: + 1 %

02.04.2011: Kein Zweifel, der Arbeitsmarkt entwickelte sich positiver als noch vor einem Jahr befürchtet. Lediglich in zwei Wintermonaten gingen die Arbeitslosenzahlen nach oben: Im Dezember um 85.000 auf 3,016 Millionen, im Januar um 331.000 auf 3,347 Millionen. Aber bereits im Februar ging die Zahl registrierter Stellensuchender wieder zurück, was für diesen Monat unüblich ist: um 33.000 auf 3,317 Millionen. Es ist zu erwarten, dass im Frühjahr die 3-Millionen-Schwelle unterschritten wird. Umgekehrt ist die Zahl der Erwerbstätigen auf den höchsten Stand seit der "Wiedervereinigung" geklettert: 40,37 Millionen im Jahresdurchschnitt 2010, davon 35,95 Arbeitnehmer und 4,42 Millionen Selbständige.

Weiterlesen: Aufschwung prekärer Arbeit

23.03.2011: Deutschlands Top-Manager haben die Krise längst hinter sich gelassen. Sie schieben heute Bezüge ein, die größtenteils über dem Vorkrisenniveau liegen. Nach einem kurzen Einbruch 2008, hatten sie im Krisenjahr 2009 bereits wieder um 7 Prozent zugelegt. Jetzt im Boomjahr 2010 schossen nicht nur die Profite der Dax-30-Konzerne in die Höhe, sondern es regnete auch wieder heftig millionenschwere Jahresboni vom Himmel. Nach den 20 Geschäftsberichten die bislang vorliegen, betrugen die durchschnittlichen Zuwachsraten der Verdienste der Vorstandschefs 33,6 % - keine schlechte Vorgabe für die anstehenden Tarifrunden.

Weiterlesen: Topverdienste für Top-Manager: + 33 %

21.03.2011: 2000 Frauen und Männer haben sich in München an der größten Veranstaltung in Bayern zum Jubiläum 100 Jahre Internationaler Frauentag am Samstag, 19. März 2011, beteiligt. Nach einer Kundgebung auf dem Karlsplatz führte ein Demonstrationszug mit 1500 TeilnehmerInnen zur Bavaria-Statue an der Theresienwiese. Ein politisches und kulturelles Programm in der Kongresshalle auf dem Alten Messegelände bildete den Schlusspunkt.

Weiterlesen: DGB Bayern - 100 Jahre Internationaler Frauentag in München

Weitere Beiträge ...

wenn die umstaende 300p

marxistische linke:
Jetzt Mitglied werden

Der Kommentar

Die Wachstumslüge

Die Wachstumslüge

05.03.2019: Die Kohlekommission hat die Chance verstreichen lassen, anhand des Themas Kohle klar zu sagen, dass "Wachstum" kein Zukunftskonzept mehr ist. Denn wer Wachstum als Voraussetzung für Wohlstand sieht, der sieht...

weiterlesen

marxistische linke - Partnerin der Europäischen Linken

Niemand soll im Finstern und in der Kälte sitzen

Niemand soll im Finstern und in der Kälte sitzen

04.04.2019: Aktivist*innen der marxistische linke Emsland engagiert gegen »Energiearmut« ++ Bürgerinitiative "Lingener Bürger für soziale Gerechtigkeit und direkte Demokratie" fordert Sozialtarif für Strom und Gas bei den ...

weiterlesen

Videos

Deutsche Wohnen & Co. enteignen

Deutsche Wohnen & Co. enteignen

Es gibt viele Gründe für die Enteignung von Deutsche Wohnen & Co. 

Eine Enteignung ist durchzuführen, weil:

weiterlesen

Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier