Literatur und Kunst

10.08.2011: Noch in Hochstimmung nach dem – musikalisch wie inhaltlich – fulminanten Abschlusskonzert der Wader/Wecker-Tournee “Kein Ende in Sicht” auf dem Bonner Museumsplatz am letzten Juli-Samstag, gönnte ich mir am Sonntag einen Nachschlag mit der CD zur Tournee. Dazu griff ich mir vom Bücherstapel neben der Anlage einen dicken Wälzer mit rotem Einband “Der Phonographische Ernst Busch – Eine Discographie seiner Sprach – und Gesangsaufnahmen”. Erschienen im Albis-Verlag Dresden.

Weiterlesen: Über Ernst Busch, Wecker, Wader und mich.

af95-30020.07.2011: Anlässlich des 100. Geburtstags von Anton (Toni) Tripp am 2.August 2011 würdigen sein Sohn Manfred Tripp, selbst langjähriger UZ - Fotograf, der Neue Impulse Verlag und der Bundesverband Arbeiterfotografie Werk und Wirken des „rasenden Fotoreporters“, Kommunisten und streitbaren Poeten mit einem Sonderheft der Zeitschrift Arbeiterfotografie. Auf dem Pressefest zeigte die Arbeiterfotgrafie die Ausstellung „100 Jahre Toni Tripp“.

„Es ist beachtlich, wie Toni Tripp die politischen und sozialen Auseinandersetzungen in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik mit der Kamera dokumentiert hat“, schreibt Udo Achten als Geleit. „Zechenstilllegungen, Streik unter Tage, Umweltverschmutzung und Frauen, die in den fünfziger Jahren gegen Wiederbewaffnung und für die deutsche Einheit demonstrieren.“ Die Vielfalt der dokumentierten Themen erinnert daran, „dass es nicht nur rasende Reporter (Egon Kisch) sondern auch rasende Fotoreporter gegeben hat. Einer davon war Toni Tripp…

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pressefest_2011_kulturmarkt_siggi_P1240096_30028.01.2011: Über dem Eingang zur „Eislaufhalle“ im Wischlinger Revierpark begrüßt dich ein breites Transparent: „Literatur- und Kunsthalle“. Du gehst hinein und bemerkst augenblicklich eine besondere Atmosphäre: das Hallenlicht, nicht grell, gerade ausreichend zum Betrachten der dargebotenen Kunstwerke und Bücher, keine schrillen Töne, quirliges Hallenleben, langsam wandelnde Betrachter vor Bildern oder beharrlich Suchende an den Antiquariatsständen und an den Auslagen von Buchverlagen, still und laut rechnende Interessenten, überall freundliche Gespräche.

Gleich links vom Eingang im großen Hallenmarkt ein kleiner Markt. Die DKP bietet Gemälde, Grafiken und Kunstbücher. An Stellwänden jeweils ein Gemälde von Guido Zingerl und Jörg Scherkamp, Grafiken von Eberhard Dänzer und Wolfgang Matheuer.  Beeindruckend auch die kleine Ausstellung zur Würdigung des Künstlerehepaares, der Kommunisten und antifaschistischen Widerstandskämpfer Lya (1901-1981) und Hanns Kralik (1900-1971).

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bots23.06.2011: Es gibt wohl keine Rockband, die so für das Lebensgefühl und die hochpolitische Zeit der Friedensbewegung ab Anfang der 80er steht wie die Bots. Die Gruppe bots, (niederländisch botsen: "zusammenstoßen") trat 1974 zusammen und veröffentlichte zunächst nur Lieder in niederländischer Sprache. Die Texte waren überwiegend politisch, sozialkritisch und von der Friedensbewegung der 1970er Jahre beeinflusst. Treibende Kraft war der Sänger und Gitarrist Hans Sanders, der bereits 1967 seine erste Single veröffentlichte. Er starb am 3. November 2007 in Eindhoven.
Nach dem Auftritt auf dem Festival Rock gegen Rechts in Frankfurt im Juni 1979 wurden die bots auch in Deutschland bekannt und erhielten ein Angebot, ihre Texte einzudeutschen. Bei den Übersetzungen halfen bekannte Persönlichkeiten wie Wolf Biermann, Diether Dehm, Dieter Hildebrandt, Hanns Dieter Hüsch, Peter Tobiasch, Henning Venske, Hannes Wader und Günter Wallraff. Die Gruppe erlangte besonders in der Friedens- und Anti-Atomkraft-Bewegung der 1980er Jahre Popularität.

Für die UZ hat Werner Lutz mit Kees Buenen von den „Bots“ gesprochen

Weiterlesen: Die Bots – Auf dem Pressefest dabei!

Cover_todesnacht_stammheim_prv23.06.2011: „Die Todesnacht in Stammheim“ neu untersucht. - Was bewegt einen gut bürgerlichen IT-Spezialisten, Jahrgang 1964, der mit Frau und Kind in der schön schwarzen Bischofsstadt Limburg wohnt - Tageszeitungsleser und Fernsehkonsument, politisch eher mäßig interessiert –, sich ausgerechnet mit der Todesnacht in Stammheim zu beschäftigen. Zum Zeitpunkt des Todes der RAF-Gefangenen Baader, Ensslin, Raspe in der Nacht von 17./18. Oktober 1977 zählte jener gerade mal 13 Lenze und dürfte den Kopf eher voll mit Fußball, Mädchen oder dem Problem durchschnittlicher Noten gehabt haben.

Es kam das Jahr 2007 und die Medien brachten Dokus, Interviews, Hintergrundgeschichten über das „Wunder von Mogadischu“, Schleyer, den Oberleutnant Helmut Schmidt und die Selbstmorde im sichersten Knast der Welt. Eine Sicht der Dinge, die seit der - von der „Kleinen Lage“ im Bonner Bundeskanzleramt veranlassten - dpa-Meldung von 8:53 Uhr des besagten Tages wie in Stein gemeisselt scheint: „Baader und Ensslin haben Selbstmord begangen.“ Just in dieser Zeit erwirbt unser IT-Spezialist auf dem Flohmarkt als Urlaubslektüre das dickleibige Opus „Der Baader-Meinhof-Komplex“ eines gewissen Stefan Aust, seines Zeichens SPIEGEL-Chef-Redakteur.

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die_bandbreite_geier21.06.2011: „Auf Grund diverser Hinweise müssen wir befürchten, dass es bei diesem Konzert zu massiven Störungen und Auseinandersetzungen kommen wird. Wir haben deshalb mit der Gruppe „Die Bandbreite“ vereinbart, dass ihr Konzert auf dem Fest ausfällt. Dies geschieht aus der Sorge, dass es uns sonst nicht möglich wäre, ein friedliches und solidarisches Volksfest auszurichten.“ Anstelle des Konzertes wird es eine Diskussionsrunde mit Die Bandbreite geben, zu der BefürworterInnen und KritikerInnen eingeladen wurden. So ist es nachzulesen in der Presseerklärung der DKP vom 21.06.2011:

Zu unserem Fest erwarten wir wieder Zehntausende von Besuchern aus der Umgebung und aus dem demokratischen und linken Spektrum der Bundesrepublik Deutschland. Wie bei den vorangegangenen Pressefesten erwartet die Besucher ein reichhaltiges politisches und kulturelles Programm. Zahlreiche Künstler aus dem In- und Ausland werden die Vielfalt demokratischer und linker Kultur repräsentieren. Zu dem Fest wurde auch die Hip-Hop-Band „Die Bandbreite“ eingeladen.

Weiterlesen: 17. Pressefest der UZ - Zeitung der DKP und die Hip-Hop-Gruppe „Die Bandbreite“

uz_pressefest_kunstmarkt_2007_ jteichfischer15.06.2011: Er hat längst eine gute Tradition auf dem UZ-Pressefest und manchen schon ein „Schnäppchen“ originaler Kunst beschert: der Kunstmarkt in der Eislaufhalle. Die Vielfalt der angebotenen Arbeiten ist eines seiner besonderen Kennzeichen – Gemälde, Zeichnungen, Grafik, Plastik, Fotokunst, Fotografie, Karikaturen, etc. verschiedenster Arbeitsweisen, präsentiert von etwa zwei Dutzend engagierten Künstlerinnen und Künstlern.

Da lohnt ein Rundgang mit intensivem Schauen und Gesprächen mit Künstlern zu ihren Arbeiten. Das vertieft das Kunsterlebnis, und kann auch Anreiz sein, das eine oder andere Werk zu erwerben.

Weiterlesen: Der Kunstmarkt in der Eislaufhalle

uz_pressefest_kunsthalle_2007_ jteichfischer15.06.2011: Beim diesjährigen UZ-Pressefest wird die Eislaufhalle des Dortmunder Revierparks Wischlingen wieder in eine Literatur- und Kunsthalle umfunktioniert. Mit Buchpremieren, Lesungen und Vorträgen in der Tradition der MASCH kriegt das UZ-Pressefest einen Hauch von marxistischem Bildungswochenende. Ein Interview mit Lothar Geisler, Geschäftsführer des Neue Impulse Verlages.

UZ:Was bedeutet „Treffpunkt MARX...“?

Lothar Geisler: Das meint inhaltlich, dass wir uns bei den Vorträgen und Lesungen auf linke AutorInnen konzentriert haben, deren Denken und Schreiben von Marx beeinflusst ist und/ oder über kommunistische Persönlichkeiten geschrieben haben. „Treffpunkt MARX Pünktchen Pünktchen Pünktchen“ soll ebenfalls darauf verweisen, dass die Zeitschrift MARXistische Blätter und die MARX-ENGELS-Stiftung hier gemeinsam auftreten und dass wir MacherInnen hier ansprechbar sind.

Weiterlesen: „Treffpunkt MARX...“ Buchpremieren, Lesungen und Vorträge auf dem Pressefest

Der Kommentar

Es ist keine Karawane – es ist das Leiden, das dort geht

Es ist keine Karawane – es ist das Leiden, das dort geht

Kommentar von Jaime Flores, Honduras

Die Karawane der Migrant*innen ist nur die erste öffentliche und massive Manifestation der humanitären Krise, in der die Mehrheit der Bevölkerung lebt; abgestritten von der Regierung, von der Oligarchie, Botschaften, Organisationen der Zivilgesellschaft und anderen Institutionen, die mit der Diktatur kooperieren.

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Im Interview

Brasilien: Wie ein rechtsextremer Kandidat die Wahlen gewann

Brasilien: Wie ein rechtsextremer Kandidat die Wahlen gewann

02.11.2018: Jair Bolsonaro gewann die Präsidentschaftswahlen. Der Sieg des Ex-Militärs, der offen die frühere Militärdiktatur sowie Folter befürwortet, stellt eine Zäsur für die brasilianische Demokratie dar. Über die unterschiedlichen Ursachen des extremen Rechtsrucks Brasiliens sprach Audrey Changoe mit der Amazonienexpertin Eliane Brum und dem Aktivisten Itamar Silva .

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marxistische linke - Partnerin der Europäischen Linken

Den Aufbruch wagen

Den Aufbruch wagen

von Leo Mayer

14.10.2018: Knapp eine Viertelmillion Menschen demonstrierten für die Unteilbarkeit von sozialen und Menschenrechten, nicht irgendwo virtuell im Netz auf einer Homepage mit einem Klick, sondern ganz real auf den Straßen Berlins.

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Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

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