Literatur und Kunst

Titel Diskurs Vogel laika verlag05.06.2013: Beim Laika-Verlag ist ein neues Buch von Steffen Vogel erschienen: »Europas Revolution von oben - Sparpolitik und Demokratie in der Eurokrise«.

„Klug und klar erklärt Steffen Vogel die Ursachen und fatalen Folgen der Finanzkrise“, schreibt die Süddeutsche Zeitung in ihrer Rezension des Buches. Und entgegen dem missratenen Untertitel des Buches, in dem von der »Eurokrise« die Rede ist, entwickelt Vogel schlüssig, dass die Krise nicht als »Euro-Krise« und schon gar nicht als »Staatsschuldenkrise« zu verstehen ist. Die Rede von der ,,Euro-Krise" verneble die realen Zusammenhänge, argumentiert Vogel. Umsichtig und mit stichhaltigen Daten analysiert er die einzelnen Etappen der Krise. Das Platzen vieler Subprime-Hypotheken in den USA brachte neben der amerikanischen Lehman Brothers Bank auch europäische Banken in Schwierigkeiten. Private Schulden und Verluste verwandelten sich fast über Nacht in öffentliche Schulden und Verluste, womit sich die Staatsschulden im EU-Durchschnitt um ein Drittel erhöhten. Besonders hilfreich ist in diesem Zusammenhang die ,,Chronologie der Krise", die zeigt, wie verrückt die Entwicklung der Krise vonstattenging.

Weiterlesen: Die Troika regiert

Cetin Oraner07.05.2013: Cetin Oraner ist türkischer Protest-Sänger, Liedermacher und Musiker seit 1982. Sein erstes Album erschien 1992 in Istanbul. Bisher hat er 5 Musik-Alben produziert. Im März 2013 erschien sein letztes Album 'Daglardan Yildizlara' (Von den Bergen zu den Sternen). Cetin ist Mitglied der DKP. Mit ihm sprach Kerem Schamberger

Kerem: Lieber Cetin, du hast im März ein neues Album herausgebracht. Was hat dich dazu veranlasst?

Cetin: Es war längst überfällig. Das letzte Album liegt 6 Jahre zurück. In der Zwischenzeit habe ich mehrere Lieder gemacht, doch sie zu veröffentlichen, war ein großes finanzielles Problem. Wie überall auf der Welt unterliegt die Musikbranche auch in der Türkei den kapitalistischen Marktgesetzen. Wenn es um Produktion und Vertrieb geht sowieso.

Weiterlesen: Cetin Oraner - türkischer Protest-Sänger, Liedermacher und Musiker

wir sind der staat rowohlt28.04.2013: Die Mauer muß fallen. Eine Mauer, die seit der Antike für das größte marktbeherrschende Eigentumsrecht, das Privateigentum an Produktionsmitteln,  vor dem Zugriff des Volkes zu schützen hat. Es ist eine Mauer um das Big Business, wie man in den USA sagt. Ein Schutzwall, der im Laufe der Jahrhunderte immer wieder durch Volksrevolutionen unter Beschuss geriet und sich doch noch hält, durchlöchert zwar, aber immerhin. Angeblich unzerstörbar…

Die neueste Kanonade gegen diese Mauer um das Reich der Kapitalmächtigen und der Politiker herum hat keine geringere losgelassen als Daniela Dahn, die Autorin von „Wehe dem Sieger“, zu DDR-Zeiten u.a. Gründungsmitglied des „Demokratischen Aufbruchs“. Ihre neueste Denkschrift: „Wir sind der Staat“. Die Autorin stellt darin „die morsch gewordenen Grundstützen des bürgerlichen Staates in Frage.“ Es gehe allerdings nicht um eine Schwächung des Staates, „sondern um seine stärkere demokratische Legitimierung“. (S. 107)

Weiterlesen: Die Mauer muß weg... - Buchtipp von Harry Popow

keine wahl bernd koehler16.04.2013: Ein Bild eines Arbeitskampfes Ende der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts in Bayern: Eine Ansammlung von vielen Menschen mit roten Fahnen, Transparenten und Sandwich-Plakaten, die sich auf einer Anhöhe an einer Landstraße versammeln. Dazu – mittendrin auf einem Feldweg, beginnt ein Liedermacher zu singen, ohne Anlage, und mit lauter Stimme. Es handelt sich um Bernd Köhler, der Ort heißt Sulzbach-Rosenberg, es ist die Stahlstadt in der Oberpfalz, die um das Weiterbestehen ihrer Maxhütte kämpft – und damit um Existenz und Perspektive der Menschen in dieser Stadt. 15 Jahre später werden die Beschäftigten nach der endgültigen Schließung der Hütte in eine Beschäftigungsgesellschaft abgeschoben. Offen blieb lediglich, welche Teile der Maxhütte als Industriedenkmal erhalten werden. – Welche Perspektiven blieben für die Beschäftigten?

Weiterlesen: Keine Wahl – zu Bernd Köhlers Rückblick auf große Arbeitskämpfe

weber_herzog_Webbild8_friederich06.03.2013: Sie nennen sich schlicht Weber-Herzog Musiktheater, doch der Theatertrupp um Christa Weber (Regisseurin, Texterin, Schauspielerin und Sängerin) und ihren Komponisten und Pianisten Christof Herzog hätte wohl auch gegen die Bezeichnung als Agitproptheater keine Einwände. Weber und Herzog treten seit den späten 1980er Jahren zuerst in München, später in Berlin auf diversen Bühnen, aber auch als Straßentheater bei Demonstrationen mit politisch links engagierten Stücken auf, darunter „Sieben Witwen“, ein Stück über den Bundeswehrkrieg in Afghanistan mit Liedtexten von Erich Mühsam, oder zuletzt 2012 die Kantate „Friede den Hütten – Krieg den Palästen“ nach Georg Büchners Klassiker „Der Hessische Landbote“. Die Besetzung ihrer Stücke rekrutierten die beiden für jede Inszenierung neu, umso mehr erstaunt die hohe Professionalität ihrer oft im a-capella-Gesang vorgetragenen Stücke. In den Berliner Sophiensälen gab es jetzt die Uraufführung ihrer Politkantate „Friederich der Wüterich“, wiederum eine gelungene Mischung aus altem deutschem Kulturgut – diesmal „Struwwelpeter“ und „Max und Moritz“ – und leider allzu brandaktuellem Zeitgeschehen wie dem Treiben der Terroristen des NSU.

Weiterlesen: Agitprop in Perfektion - "Friederich der Wüterich"

Hanns_Eisler_Bundesarchiv_Bild_183_19204_213227.02.2013: Vier Berliner Februar-Abende „Von Hollywood nach Pankow – Hanns Eisler und die Frauen“ waren Zugnummern im Friedrichshainer Clavier-Cabinett und in der Schwartzschen Villa Steglitz. Christoph Keller, international geschätzter Eisler-Pianist und langjähriger Musikpro-duzent des Schweizer Radios, rückte nach der ersten Auftrittsserie im Zürcher „Cabaret Vol-taire“ mit sängerdarstellerischem Trio und einem Instrumentalisten den „unbekannten“ Eisler ins Rampenlicht. Musikauswahl und Szene ranken sich um private Eisler-Briefe aus den 1940er und 1950er Jahren, die Keller zusammen mit Maren Köster aus der bei Breitkopf und Härtel erscheinenden Hanns-Eisler-Gesamtausgabe zusammenstellte. Die klingenden Zutaten stammen aus reflexiven Exil-Werken „für die Schublade“, vom elegi-schen „Hollywood-Liederbuch“ und der meisterhaften 3. Klaviersonate bis zur „Römischen Kantate“, Dänemark 1937. Für das erste DDR-Jahrzehnt steht nicht das populäre Brechtlie-der-Repertoire, wie es Ernst Busch, Irmgard Arnold oder Gisela May direkt mit Eisler erarbei-teten, sondern der scharf ausgestellte Kontrast zwischen Eislers kurzlebigen Radio-Tagesliedern und seinem Credo in den „Ernsten Gesängen“.

Weiterlesen: Hanns Eislers Briefe an vier Frauen, szenisch-musikalisch aus Zürich zugestellt

ettie_gingold_100_jahre19.02.2013: So lautete der Titel der Matinee, zu der die 'Ettie und Peter Gingold Erinnerungsinitiative' am 17.02.2013 in das Frankfurter Titania-Theater eingeladen hatte. Anlass war der 100. Geburtstag von Ettie Gingold. Das Freie Schauspielensemble Frankfurt hatte gemeinsam mit der Initiative ein Programm erarbeitet, welches die nahezu 200 Gäste begeisterte. Ettie Gingold, 2001 verstorben, war zeit ihres Lebens eine mutige, kämpferische und außergewöhnlich engagierte Frau: Kommunistin, Jüdin, Antifaschistin und Kriegsgegnerin.

Weiterlesen: Endlich ein freier Mensch sein!

kittner_MorlasPhotos15.02.2013: Der Kabarettist und Wahlsteirer Dietrich Kittner ist am 15. Februar 2013 im Alter von 77 Jahren verstorben. Kittner war seit den frühen 1960er-Jahren als Kabarettist tätig und prägte das kulturelle Geschehen in seiner Heimatstadt Hannover entscheidend mit.

Der Träger des Deutschen Kleinkunstpreises (1984) feierte erst vor kurzem sein 50. Bühnenjubiläum. Kittners legendäre Provokationen und Interventionen haben oft eine ungeahnte Wirkung erzielt, z.B. als er 1969 als Mitinitiator der Aktion „Roter Punkt“ eine Art selbstorganisierten öffentlichen Nahverkehr ins Leben rief, um die privaten Hannoveraner Verkehrsbetriebe ÜSTRA– erfolgreich – zu einer Rücknahme von exorbitanten Fahrpreiserhöhungen zu bewegen. Schließlich wurden die Preise drastisch gesenkt und die Verkehrsbetriebe von der Kommune übernommen.

Weiterlesen: Trauer um Dietrich Kittner

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