Im Interview
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Luis Hernandez botschafter 290614.08.2013: Luis Hernandez ist seit vier Jahren Botschafter der Bolivarischen Republik Venezuela in Palästina. Aus Anlass des Gedenkens an Hugo Chavez und der Anlegung eines Simon Bolivar Gartens, besuchte er am 13.8.2013 das 20. Farkha-Festival. Dort entstand dieses kurze Interview für www.kommunisten.de

Kerem: Hallo Luis, was denkst du über dieses Festival? Wieso nimmst du als venezolanischer Botschafter in Palästina daran teil?

Luis: Der Grund, wieso ich daran teilnehme, ist, damit die Einheit des palästinensischen Volkes zu unterstützen und weil dieses Festival eindeutig eine Aktivität des politisch-partizipatorischen Volkswiderstandes ist.

Kerem: Freiwillige Brigadearbeit ist das zentrale Element des Farkha Festivals. Was für eine Rolle spielt denn die Freiwilligenarbeit in der bolivarischen Revolution?

Luis: Durch Aktionen der Freiwilligen-Solidarität konnten wir die Revolution in den letzten 14 Jahren sehr weit vorwärts bringen und festigen – die Einsicht der Notwendigkeit in diese Art von Arbeit ist eine grundlegende Schlussfolgerungen aus den Erfahrungen von Che Guevara in Kuba.

Freiwilligenarbeit drückt die Sorgen und Beteiligung einer Gemeinschaft, einer Gemeinde aus, zum Beispiel, wenn eine Schule in schlechtem Zustand ist. Der Staat muss natürlich seinen Aufgaben nachkommen, aber auch die Eltern und die Nachbarn sollten sich verantwortlich fühlen, sollten sich beteiligen und nicht nur in Passivität verharren. So haben wir in Venezuela eine Mission gegründet, die 'Ein Tropfen Liebe für unsere Schule' heißt und an der Funktionäre genauso wie Mitglieder der jeweiligen Gemeinden beteiligt sind.

Kerem: Du besuchst hier auch die Palästinensische Volkspartei (PPP), also die Kommunistische Partei. Wie sind die Beziehungen zwischen Venezuela und der PPP?

Luis: Venezuela arbeitet mit allen politischen Kräften in Palästina zusammen, ohne eine der Fraktionen dabei auszuschließen, denn alle tragen zu dem nötigen Wandel bei. Natürlich arbeiten wir konkret mehr mit denjenigen zusammen, die direkt zu uns kommen und Kontakt suchen, aber unsere politische Zielstellung ist, mit allen zusammen zu arbeiten. Alle Parteien kämpfen für die Freiheit des palästinensischen Volkes, sie haben alle das gleiche Ziel, auch wenn jede von ihnen eigene Vorstellungen und Methoden dabei hat. Freiheit für das palästinensische Volk – diese grundlegende Idee teilen wir.

Kerem: Zum Schluss das entscheidende Thema. Worin liegt für dich die Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts?

Luis: An vorderster Stelle steht die Einheit des palästinensischen Volkes, also das Zusammensein, das Wichtigste. Ohne die Einheit kann nichts erreicht werden. Zusammen zu kämpfen ist der einzige Weg, wie der Konflikt zwischen Israel und Palästina gelöst werden kann. Die Fakten geben uns Recht, denn die Situation zeigt, dass, wenn es kein einheitliches Handeln der organisierten Kräfte in Palästina und der palästinensischen Zivilgesellschaft gibt, dann wird es keine Lösung geben.

Die Spaltung, das ist es, was der Imperialismus und Israel will. Dass die palästinensischen Organisationen getrennt handeln, in ständigen künstlichen Konflikten untereinander. So können sie einfach mit der Enteignung von Land, Wasser und was immer sie wollen weiter machen und die Unterdrückung und die Misshandlungen der Palästinenser fortführen.

Kerem: Danke für dieses Interview. Wir veröffentlichen es auf www.kommunisten.de - dem roten Nachrichtenportal für die bunte Bewegung

Das Interview führte Kerem Schamberger

Danke an Jaime-Alberto Perez und die katalanische Delegation für die Übersetzung des Interviews.

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