Der Kommentar
Tools
PDF

15.06.2010: 85.000 Menschen folgten dem Aufruf zum bundesweiten Bildungsstreik im Juni, überwiegend SchülerInnen und Studierende. Die Teilnahme zeigt die Entschlossenheit sich für ein Bildungssystem einzusetzen, in der die Wahl von Schule, Universität oder des Ausbildungsplatzes nicht abhängig ist vom Geldbeutel der Eltern. Ein Lernen und Leben ohne starrem Zeitrahmen, ohne Leistungs- und Konkurrenzdruck, die Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren wie z.B. Studien-, Ausbildungs- und Kita-Gebühren wird gefordert. Abgelehnt wird die Einflussnahme der Wirtschaft auf Lerninhalte, Studienstrukturen und Stellenvergabe. Wer also bislang der Meinung war, Bildungsstreik ist nur für die, die momentan gerade im Bildungsstau stecken, wird durch die Forderungen im bundesweiten Aufruf zum Streik eines Besseren belehrt.

Bildung ist Zukunft. Das haben Banken und Konzerne erkannt und machen vor der Finanzierung selbst allgemeinbildender Schulen nicht mehr halt. Sponsoring der Bildung ist angesagt. Doch nicht die Forderung „Wer nicht ausbildet soll zahlen“ steht Pate, sondern Bildungs- und Ausbildungsfinanzierung erfolgen einzig im Interesse der Konzerne – und das ist letzten Endes einseitige Bildung für die Profitmaximierung. Gebildet wird und als gebildet gilt, was und wer dieser Logik entspricht. Deshalb macht die Forderung nach einer „Bildungsabgabe für Banken, Konzerne und Großbetriebe“ Sinn: das Geld muss öffentlich eingenommen und nach demokratischen Regeln verwaltet werden, den Bildungseinrichtungen zufließen.  Denn Ausstattung der Einrichtungen und Lernmittel bringen oft den Mief, wie in einer Rede auf einem Streik betont wurde, „aus der Zeit Gutenbergs“.

Die erneuten Sparbeschlüsse der Bundes-  und Länderregierungen wirken sich auch beim Personal in Bildungseinrichtungen aus. Mit immer weniger KollegInnen muss der Unterricht gegeben, Druck und Belastung nehmen zu, die Klassen werden größer. Bildung wird kaputtgespart. Auf dem Rücken der Lehrenden und Lernenden. In Schleswig-Holstein wird diese Situation selbst von verbeamteten Lehrkräften nicht mehr hingenommen. Gemeinsam mit KollegInnen der GEW haben sie gestreikt. Obwohl das Streikrecht für Beamte immer noch von vielen als Tabu angesehen wird und trotz der Drohungen der Landesregierung mit Sanktionen u.a. beim Gehalt und dem Kündigungsschutz. Deshalb: bleiben wir am Ball und unterstützen alle, die für eine bessere Bildung für alle kämpfen. In Schleswig-Holstein wird gerade gegen die (Teil)Schließungen von Universitäten in den Hafenstädten demonstriert: „Schluss mit dem UNI-Versenken“.  Denn ist die Bildung erst einmal abgesoffen, wird sie so schnell nicht wieder auftauchen – lassen wir es also nicht so weit kommen!

Bettina Jürgensen, DKP-Bezirksvorsitzende Schleswig-Holstein

Herbst der Solidarität

29. September, 12 Uhr, Hamburg, Rathausmarkt:
Das Netzwerk »We'll Come United« ruft zur Demo »Vereinigt gegen Rassismus« auf
Demo Logo Unidet against racismhttps://www.welcome-united.org/de/well-come-united/


3. Oktober, 13 Uhr, München, Odeonsplatz
das Netzwerk »ausgehetzt« sowie das Bündnis »NoPag« rufen zu einer Großdemonstration unter dem Motto »Gemeinsam gegen die Politik der Angst« auf Demo Logo Jetzt giltshttp://gemeinsam-fuer-menschenrechte-und-demokratie.de/jetzt-gilts-gemeinsam-gegen-die-politik-der-angst


6. Oktober, 11 Uhr, München, Königsplatz
das Aktionsbündnis "Artgerechtes München" ruft zur Demo für eine ökologische, tiergerechte und bäuerliche Landwirtschaft und gesundes Essen, saubere Luft und Klimaschutz.Demo Logo Mia hams satthttps://www.miahamssatt.de/


13. Oktober, 12 Uhr, Berlin, Alexanderplatz
#unteilbar Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung!
Über 5.000 Organisationen und Einzelpersonen unterstützen den Aufruf »für eine offene, freie und solidarische Gesellschaft– Solidarität statt Ausgrenzung!« und halten dagegen, "dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden".Logo unteilbar Demohttps://www.unteilbar.org/


Neben den Großmobilisierungen führt die »Seebrücke«-Bewegung in den kommenden Wochen weitere örtliche Aktionen gegen das Sterben im Mittelmeer und für "ein offenes Europa, solidarische Städte und sichere Häfen" durch Seebruecke Stoppt das Sterbenhttps://seebruecke.org/


und auch die Aktionen gegen die Abholzung des Hambacher Forstes gehen weiter
Hambacher Wald 2018 09 16 7https://hambacherforst.org/

 


Der Kommentar

Francis Wurtz: Sahra Wagenknecht spielt mit dem Feuer!

Francis Wurtz: Sahra Wagenknecht spielt mit dem Feuer!

25.09.2018: Francis Wurtz, Politiker der Französischen Kommunistischen Partei PCF, hat in einem Kommentar auf seinem Blog seine Bedenken gegenüber der Position von Sahra Wagenknecht zu Migranten zum Ausdruck gebracht und ihre Position kritisiert:

weiterlesen

Im Interview

"Die Migranten sind die Flüchtlinge eines Wirtschaftskrieges"

Interview mit Aminata Dramane Traoré

 24.09.2018: Zur Eröffnung des EU-Gipfels am Donnerstag (20.9.) in Salzburg teilte EU-Ratspräsident Donald Tusk zufrieden mit, dass die Zahl der Flüchtlinge sinke. Er meinte die Zahl, die lebend die EU erreicht, denn die Zahl der Menschen, die vor Krieg, Hunger oder Elend müssen, steigt kontinuierlich an. Sie werden als "Wirtschaftsflüchtlinge" diffamiert, ...

weiterlesen

marxistische linke

Die Wahl zum EU-Parlament und die Europäische Linke

Die Wahl zum EU-Parlament und die Europäische Linke

mit Heinz Bierbaum, Mitglied im Politischen Sekretariat der Partei der Europäischen Linken (EL)

 

Samstag, 20. Oktober 2018, 14 Uhr
in Frankfurt/ Main
Jugendherberge, Deutschherrnufer 12

weiterlesen

Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier