Der Kommentar
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susanne_bauermann_swDies schrieb die Frauenrechtlerin und Schriftstellerin Louise Otto- Peters (1819 - 1895). Sie forderte schon in der Märzrevolution 1848/49 für die „Organisation der Frauenarbeit“ zu sorgen, um Frauen nicht in die Prostitution zu treiben. Dieses Thema ist bis heute brandheiß geblieben. Jährlich werden 500 000 Frauen in Europa in die Zwangsprostitution gezwungen. Seit Dezember 2011 gibt es die so genannte „Berliner Erklärung“, in der für eine 30%-Quote u. a. bei den Aufsichtsräten der börsennotierten Unternehmen geworben wird. Unterzeichnerinnen sind vor allem weibliche Bundestagsabgeordnete. Aber selbst für solch ein kapitalistisches Lifting ist offenbar eine Unterschriftensammlung nötig. Es wäre doch schön gewesen, wenn es eine Unterschriftensammlung gegen Frauenarmut aus dem Bundestag geben hätte. Wir wollen lieber fliegen als kriechen!

Unsere Vorstellungen von Gleichberechtigung und Gleichstellung bedeuten nicht, dass alles, was Frauen wollen ... noch eine Frau ist. Egal was sie eigentlich sagt oder tut. (Nina Power, 2011). Die DKP hat den Internationalen Frauentag 2012 unter das Motto gestellt: Für Frieden, gute Arbeit, Demokratie und Selbstbestimmung! Damit stellen wir ein politisches Konzept vor, in dem es uns um reale Verbesserungen für Frauen geht. Und bei vielen Forderungen müssen wir – angesichts der Kräfteverhältnisse in unserem Land – linke Gedanken und unsere Forderungen auch einfach mal fliegen lassen!

UZ_Extra_Frauentag_2012_300In der UZ-Extra werden so unter der Forderung „Bessere Zeiten für Frauen“ 10 Argumente für eine deutliche Reduzierung der Regelarbeitszeit vorgestellt. Stellvertretend nenne ich an dieser Stelle das 8. Argument: „weil sie es satt haben, sich mit Haushalt und Sorgearbeit neben der Arbeit entweder kaputt zu machen, oder selbst auf andere mies bezahlte Frauen als Tagesmutter, Putzfrau oder Privatpflegerin zurückgreifen zu müssen.“ An der UZ-Extra zum Internationalen Frauentag haben mehr als 10 Genossinnen mitgearbeitet, Artikel geschrieben, gedichtet, Logos entworfen, Bilder zur Verfügung gestellt und ihre Erfahrungen und Vorschläge eingebracht. Die Vielfalt der Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag 2012 spiegelt auch die Bandbreite unserer Aktivitäten für die Interessen von Frauen wieder. Jane Zahn hat ein Lied zur Arbeitszeitverkürzung geschrieben. Einen Vers will ich hier zitieren:

Die Frauen bekommen keine Kinder mehr,

sie müssen schaffen, die Wiegen bleiben leer!

Mit dem 6-Stundentag haben auch die Väter Zeit.

Den Nachwuchs schafft man dann nämlich zu zweit!

6 Stunden sind genug an Schufterei!

Wir wollen Arbeit und keine Sklaverei!

Wir wollen leben ohne Angst vor Arbeitslosigkeit

Kolumne von Susanne Bauermann, Leiterin der AG Frauen des DKP-Parteivorstandes, in der UZ vom 02.03.12