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patrik208.08.2012: Leo Mayer beschäftigt sich mit der Frage "Wie die Debatte weiterführen?". Sein Ergebnis: Die Diskussion muss weg von der Debatte zweier Linien, hin zu einer "Debattenkultur", "die darauf gerichtet ist, die Mitglieder der Partei zu befähigen, sich selbst eine eigene Einschätzung der konkreten Wirklichkeit zu erarbeiten und daraus politische Schlussfolgerungen zu ziehen."

Bis hierhin keinerlei Widerspruch. Benennen lassen sich auch die inhaltliche Fragen, um die es geht:

Beispiele:

  • Gibt es noch einen deutschen Imperialismus ? Steht der Hauptfeind noch im eigenen Land ?
  • Sind der erste Adressat für internationale Zusammenarbeit die kommunistischen Parteien oder ist es die gesamte Linke?
  • Machen wir Bündnispolitik um gemeinsam etwas zu erreichen UND um in diesen gemeinsamen Kämpfen von unseren Zielen und unserer Weltanschauung zu überzeugen?
  • Ist die Weltanschauung des Marxismus-Leninismus das Instrument, um die Welt zu erkennen? Ist dies die Weltanschauung der DKP?
  • Ist die zentrale Aufgabe einer kommunistischen Partei die Formierung der Arbeiterklasse von einer Klasse „an sich“ zu einer Klasse „für sich“?
  • Setzt eine Veränderung Richtung Sozialismus die Hegemonie der Arbeiterklasse in der Bewegung für den Sozialismus voraus?
  • Setzt eine Veränderung in Richtung Sozialismus die Hegemonie der Weltanschauung des Marxismus-Leninismus in der Arbeiterklasse voraus?
  • Ist die zentrale Aufgabe der kommunistischen Partei die Verbreitung dieser Weltanschauung, das „Hineintragen“ in die Arbeiterklasse und die Bewegung?
  • Benötigt es dazu einer Partei, die sich autonom auf dieser weltanschaulichen Basis organisiert, die eigenständig agiert und dabei eine Aktionseinheits- und Bündnispolitik organisiert?

Ohne die Vollständigkeit zu beanspruchen, das sind Fragen, auf die jeder sich seine Antwort geben müssen wird und die letztlich darüber entscheiden, was die weitere Entwicklung der DKP sein wird.

Mit Leo bin ich einer Meinung, dass alle Mitglieder der Partei in der Lage sein müssen, diese Entscheidungen zu treffen bzw. Entscheidungen nachvollziehen zu können. Daraus folgt für mich aber auch, dass es die Verantwortung der Vorstände und der Medien der Partei ist, diese Transparenz herzustellen und zwar ohne (auch hier stimme ich Leo zu) „Pappkameraden“ aufzubauen oder mit Unterstellungen zu arbeiten.

Allerdings sehe ich hier einen massiven Bruch zwischen diesem theoretischen Anspruch und der geübten Praxis, leider am massivsten bei www.kommunisten.de. Beispiele gefällig:

  • Hans Heinz Holz' anti-marxistische Apologie  (9.2.2011)
  • " ... Stalin, der Verräter bist du! " (23.8.2011)
  • gleichrangiger Umgang mit Parteiprogramm und sogenannten Thesen

Wir werden sehen, ob sich dieser Umgang in Richtung Parteitag ändert. Im Moment fehlt mir etwas der Glaube daran.

Patrik Köbele

 

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