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Heinz DuerrbeckDie marxistische linke Frankfurt/Rhein-Main trifft sich zur Veranstaltung

Gewerkschaftliche Aufbrüche - Heinz Dürrbeck (1912-2001) und die IG Metall

Dr. Stefan Müller hat ein Buch über Heinz Dürrbeck geschrieben und wird dessen Wirken schildern.

Donnerstag, 20.02.20, 19:00 Uhr

Club Voltaire Frankfurt a.M.
Kleine Hochstraße 5
60313 Frankfurt

Veranstalter: Club Voltaire und Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen

 

Im Leben von Heinz Dürrbeck, der von 1953 bis 1977 geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall war, bildet sich in vielerlei Hinsicht das 20. Jahrhundert ab. Die Geschichte der alten ArbeiterInnenbewegung, der Linkssozialismus in der Bundesrepublik sowie die Brüche und Zerwürfnisse des Kalten Krieges schrieben sich in das Leben Heinz Dürrbecks ein. Er gehörte (so wie Otto Brenner oder Willi Bleicher) zu einer »sozialistischen Brückengeneration«, die als junge Menschen den Sieg des Nationalsozialismus erlebten und nach der Befreiung 1945 mit sozialistischen Ideen und einer kapitalismuskritischen Grundhaltung die Gewerkschaftsarbeit der frühen Bundesrepublik prägten.

"Unsere Gewerkschaft ist mehr als ein Interessenverband, sie ist eine soziale Bewegung mit dem Ziel der Emanzipation der Arbeitnehmer .. "

Heinz Dürrbeck war in der Zeit von 1962 bis 1972 für die gewerkschaftliche Bildungsarbeit zuständig. In dieser Zeit wurde die gewerkschaftliche Bildungsarbeit zu einem zentralen Motor der gewerkschaftlichen Vertrauensleutearbeit. Neben der quantitativen Ausweitung und der angestrebten Kooperation mit den Sozialwissenschaften wurde auch die Methodik in der gewerkschaftlichen Erwachsenenbildung verändert. "Die Bildungsarbeit, in ihrer ganzen Breite gesehen, muss zu einem vertieften Selbstbewusstsein in der Organisation fuhren. Ihr Ziel heißt: Offensive statt Defensive – Aktion nicht Reaktion."

Dürrbecks Vorstellungen gingen weit über die klassischen Felder gewerkschaftlicher Politik hinaus: "Unsere Gewerkschaft ist mehr als ein Interessenverband, sie ist eine soziale Bewegung mit dem Ziel der Emanzipation der Arbeitnehmer, der Neuorientierung von Wirtschaft und Gesellschaft im Einklang mit den Forderungen des Gewerkschaftsprogramms des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Dabei spielt die Bildungspolitik eine entscheidende Rolle. … Wir haben uns der Idee des demokratischen Fortschritts verschworen und werden sie in gewerkschaftlicher Solidarität verwirklichen."

Heinz Dürrbeck: Erneuerer mit alten Zielen
von S Müller - ‎2006
als pdf-Datei: https://moving-the-social.ub.rub.de/index.php/MTS/article/view/7755/6927