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Anti AfD Bawue 120.03.2018: Aufstehen gegen Rassismus! Unter diesem Motto demonstrierte am Samstag (17.3.) ein breites Bündnis von mehr als 30 Organisationen und Parteien in Heidenheim gegen den Landsparteitag der AfD von Baden Württemberg. Stark präsent im Bündnis, bei der Demonstration und Kundgebung waren der DGB und seine Einzelgewerkschaften wie z.B IG Metall, ver.di, GEW.

 

Rund 800 Menschen, deutlich mehr als die Veranstalter erwarteten, beteiligten sich bei eisiger Kälte lautstark, bunt und sehr kreativ an der Demonstration durch Heidenheim zur Kundgebung gegenüber dem Congress Centrum in dem die AfD tagte. Direkt zum Congress Centrum kam die Protestdemonstration nicht durch. Es wurde von einem Großaufgebot der Polizei und Absperrgittern hermetisch abgeriegelt.

Rassismus ist keine Alternative

Auf der Kundgebung am Platz vor dem Naturtheater sprachen 10 Redner*innen. Vierzehn örtliche Live- Bands oder Musiker*innen spielten auf. Sie heizten bei der kalten Witterung ordentlich ein. Sie alle machten deutlich, dass es in Heidenheim keinen Platz für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gebe. Sie deckten eine große gesellschaftliche Bandbreite ab.

Dazwischen wurden vom Moderator Volker Spellenberg, DGB- Heidenheim, noch Grußworte verlesen. Darunter Konstantin Wecker, Sascha, Sänger von "Boss Hoss", und von der Band "Revolverheld."

Eines der musikalischen und kämpferischen Höhepunkte war der Auftritt von NoRMAHL, der "ältesten Punkband Deutschlands." Sie, sowie die Rednerinnen und Redner auf der Kundgebung machten deutlich. Wir sind Heidenheim. Wir sind die Vielen. Nicht die da drüben. Wir wollen nicht dass der fremdenfeindlichen Hetze und der rechten Ideologie Raum gegeben wird – weder in Heidenheim noch anderswo. Sie sprachen sich gegen die weiße Kragen Täter mit ihrer braunen, völkischen Ideologie aus.

Starkes Zeichen gegen Hass und Rassismus

Dazu führte Ilse Kestin, Sprecherin der Landesvereinigung der VVN/BdA, in ihrer Rede u.a. aus. Die AfD ist "keine kritische Partei … das sind geschichtsblinde Barbaren, die der Demokratie an die Gurgel gehen." Dass es in Deutschland in über 70 Jahren nicht gelungen sei "den Faschismus an seinen Wurzeln auszurotten, alte und neue Nazis und die Wahlerfolge solcher Parteien zu verhindern, ist ein gesellschaftspolitisches Versäumnis und eine Schande." Sie erinnerte an die heute noch oder wieder aktuelle Warnung von Berthold Brecht. "Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch." Das, so ihre Schlussfolgerung müssen wir mit aller Entschiedenheit gemeinsam bekämpfen. Dafür stehe die VVN/BdA.

Gabriele Frenzer WolfDie stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Gabriele Frenzer-Wolf (Foto links) brachte zum Ausdruck, dass der DGB die "Initiative Aufstehen gegen Rassismus", unterstütze. Sie kritisierte dass sich die Grenze des Machbaren immer weiter nach rechts verschiebe. Dazu "dürfen wir nicht schweigen, sondern unseren gemeinsamen Widerstand entgegen setzen."

Soziale Armut und Ungerechtigkeit Nährboden für soziale Demagogie

Die Ungerechtigkeiten und Gewalt für unser Land kämen nicht von außen. Sie seien Folge der gesellschaftlichen Machtverhältnisse in unserem Lande, in der die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden. Das sei der Nährboden für die soziale Demagogie der AfD. Armut, soziale Ungerechtigkeit müssen bekämpft werden und nicht die Flüchtlinge, die zu uns kommen. Die AfD sei "keine Partei für die kleinen Leute." Sie mache "jede soziale Frage zu einer völkischen." Es ist eine Partei die die Ärmsten der Gesellschaft gegen einander ausspielt. Wir aber dürfen nicht zulassen dass "Schwache gegen noch Schwächere ausgespielt werden." Sie forderte dazu auf: Gemeinsam ein zustehen für eine offene, soziale, vielfältige solidarische Gesellschaft.

In diesem Sinne überbrachte Heidi Scharf, Landessprecherin der Partei DIE LINKE die solidarischen Grüße ihrer Partei. Sie verwahrte sich mit aller Schärfe, dass von führenden Politikern der AfD in Deutschland lebende Türken pauschal als "Kümmelhändler" und "Kameltreiber" verunglimpft werden, die in Deutschland "nichts zu suchen und nicht zu melden hätten." Jenen die mit den Ideen der AfD sympathisieren rief sie zu: "Die Grenzen verlaufen nicht zwischen den Völkern und nicht zwischen den Armen und Ärmsten, sondern zwischen unten und oben." Diesen Widerspruch gelte es zu beseitigen.

Text und Bilder: Dieter Keller

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