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Lingen Demo 2019 10 26 128.10.2019: Unter dem Motto "Atom und Kohle die Rote Karte zeigen" demonstrierten am Samstag (26.10.) im niedersächsischen Lingen rund 350 Atomkraftgegner*innen und Klimaaktivist*innen. Sie fordern die sofortige Stilllegung des Kernkraftwerks Emsland (KKE) und der Brennelementefabrik in Lingen sowie eine bessere Klimapolitik.

Erst in der vorhergehenden Woche hatte sich wieder einmal ein Störfall im von RWE betriebenen Atomkraftwerk (AKW) Lingen 2 ereignet. Auch wenn dies nicht mit Tschernobyl oder Harrisburg vergleichbar sei, so sei es doch beunruhigend, dass sich die "kleinen Vorfälle in Lingen häufen", sagte Udo Buchholz, Presserefernt beim Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU). "Im Frühjahr wurden dort defekte Rohre gefunden – mit Rissen, welche der Betreiber verharmlosend »Wanddickenschwächungen« nennt. Das AKW ist seit rund 30 Jahren am Netz, im Laufe der Jahre gab es etwa 150 solcher Vorkommnisse. Deshalb ist jeder Störfall beunruhigend", so Buchholz.

Für das Bündnis »Atomkraftgegner im Emsland (AgiEL)« sagte Alexander Vent auf der Kundgebung, dass die Demonstrierenden Angst vor dem nächsten Störfall und der Planlosigkeit der Behörden haben. Vent kritisierte die Lieferung von Brennelementen "made in Lingen" an Reaktoren in der ganzen Welt, auch an solche, die längst nicht mehr laufen dürften. Er forderte eine sozialverträgliche Energiewende, die Umwelt- und Klimabelangen gerecht werde.

Mehrere weitere Redner*innen, die unter anderem aus dem Wendland, Aachen, Braunschweig und Belgien angereist waren, betonten die Gefahr, die durch die Lieferung von Brennelementen aus Lingen an marode Reaktoren, beispielsweise in Belgien, ausgehen würde. Sie erklärten zudem, dass das Endlager Schacht Konrad nicht in Betrieb gehen sollte. Die Redner*innen sprachen sich für eine klima- und umweltgerechte Energieerzeugung aus. "Klimaschutz und Anti-Atompolitik können nicht gegeneinander ausgespielt werden", sagte die Vertreterin der Fridays-for-Future-Bewegung aus Münster.

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