Nazi-Terror in der Südost-Ukraine

Tools
PDF

03.05.2014: Die Polizei sah tatenlos zu, als im südukrainischen Odessa ein Gewerkschaftshaus in Brand gesetzt wurde. An die 40 Menschen wurden ermordet. Die meisten Toten sind Mitglieder von Organisationen der Linken, der Kommunistischen Partei der Ukraine KPU und 'Borotba'. Der von der Kiewer Junta eingesetzte Gouverneur lobt die Brandstifter: "Sie haben Terroristen neutralisiert." Aus Odessa berichtet Alexey Albu, Vorsitzender der marxistischen Organisation ‘Borotba’ in Odessa und Abgeordneter des Stadtparlaments:

„Am 2. Mai ging ein angemeldeter ‘friedlicher‘ Umzug von Fußballfans in Straßenkämpfe über. Ultrarechte Fußballfans sammelten sich am Sobornaya Platz. Gut ausgerüstete und vermummte Personen mit Schildern, Schlagstöcken und Helmen waren von Beginn an dabei. Die Menge rief nationalistische Slogans. Dann versuchte eine Kolonne von Nationalisten zur Grecheskaya Straße im Stadtzentrum zu marschieren. Einige mit roten Armbändern gekennzeichnete Verteidiger von Odessa versuchten die Nationalisten zu stoppen. Da griffen die Nationalisten die Verteidiger von Odessa mit ihren Schlagstöcken und Blendgranaten an. Die Nationalisten rissen die Straße auf und warfen mit Pflastersteinen auf ihre Gegner. Hauptsächlich waren es Militante. Darunter einige, nicht mehr so junge, aber bestausgerüstete Männer um die 35 bis 40 Jahre. Es war offensichtlich, dass sie sich auf gewaltsame Zusammenstöße vorbereitet hatten, um Odessa ihre nationalistische 'Ordnung' aufzuzwingen.

Örtliche Odessa-Fans, die an dem friedlichen Umzug teilgenommen hatten, verließen schlagartig den Umzug, als sie bemerkten, dass Straßenschlachten entstanden.

Ganz offensichtlich war es keine spontane Aktion von Fußballfans, sondern eine geplante Aktion des Rechten Sektors und anderer Neonazi-Banden zur Einschüchterung der Bevölkerung von Odessa. Aber in Odessa ist kein Platz für gewalttätige Neonazis.
Am Abend des 2. Mai entfesselten die Kommandos der extremen Rechten einen wahren Nazi-Terror auf den Straßen von Odessa. Einige Personen wurden bei den Zusammenstößen getötet. Dann brannten die Neonazis ein Camp nieder, das von gegen die Regierung Protestierenden auf dem ‚Kulikovo pole‘ Platz errichtet war. Anschließend setzen sie das Gewerkschaftshaus in Brand. Ungefähr 40 Menschen verbrannten bei lebendigem Leibe oder wurden vom Rechten Sektor in der Nähe des Gewerkschaftshauses tot geschlagen. (Alexey Albu wurde dort selbst schwer verletzt.)

Als wir versuchten, das brennende Gewerkschaftshaus zu verlassen, wurden wir von einer Gruppe von Nationalisten angegriffen. Meinem Eindruck nach wurden einige Hundert Personen verletzt. Menschen sprangen auf der Flucht vor dem Feuer aus dem Fenster. Alles war voller Rauch. Wir wurden zusammen mit dem anderen Aktivisten Vlad am Kopf schwer verletzt. Menschen, die bewusstlos am Boden lagen, wurden mit den Füßen brutal getreten. Unser Genosse Ivan wurde durch einen Schuß verletzt. Der Rechte Sektor sammelt sich am Sobornaya Platz. Es ist schwer zu sagen, wer den Zusammenstoß provoziert hat, aber der Rechte Sektor war sehr gut darauf vorbereitet; sie waren in voller Montur und bewaffnet.“


"Gegen den Krieg"

Angesichts der Entwicklung in Odessa und der Ostukraine ruft ‘Borotba’ zu einer Antikriegskampagne auf.

„In der Nacht auf den 2. Mai entsandte die Neonazi-Junta in Kiew Truppen und Einheiten der Ukrainischen Sicherheitskräfte in die Donezk-Region zur Bekämpfung von Rebellen. Bereits vorher wurden in vielen Städten Menschen, die gegen die Regierung protestierten, eingesperrt. Anführer von Todesschwadronen sagten ganz offen, dass sie nur auf einen Anlass warten, um AktivistInnen der gesellschaftlichen Bewegungen und Organisationen der Zivilgesellschaft in der Süd-Ost-Ukraine einzusperren.

Die Junta in Kiew entwickelt eigene Taktiken, in der Absicht, die Proteste der Einwohner der Süd-Ost-Ukraine zu unterdrücken. Dies beinhaltet die organisierten Provokationen mit Hilfe von Neonazi-Gruppen, Fußball-Hooligans und Unterstützern aus dem extrem rechten Sektor. Sie senden Provokateure aus den Reihen der Sicherheitsdienste und setzen Polizei aus anderen Regionen ein, die loyaler zur Junta stehen, um die Proteste zu unterdrücken, Provokationen durchzuführen und die Bevölkerung einzuschüchtern und einzusperren.
Als der Einsatz der regulären Armee im Südosten nicht zu den erwünschten Ergebnissen führte, begann die Junta Einheiten, Züge und Bataillone aus Nationalisten zu bilden. So wurden die vorher marginalisierten Neonazi-Gruppen und Organisationen legalisiert.

Die von der ukrainischen Oligarchie ernannte Junta rekrutierte die sog. „Maidan Selbstverteidigungskräfte“ – kriminelle Gangs und Elemente, die sich als „Bürgerwehr“ oder „zivile Kontrolle“ ausgeben – zum Dienst an den Kontrollpunkten.

Gleichzeitig startete die Junta eine Desinformationskampagne, entfachte Hysterie und Chauvinismus in den nationalen Medien, und verzerrte völlig die Informationen über die Ereignisse in der Süd-Ost-Ukraine.
Die Junta in Kiew sieht nur in den Methoden der brutalen Unterdrückung und des vollen Terrors einen Weg aus der Krise.

Wir erklären, das jeder Versuch der Organisierung von Unterdrückung der Bevölkerung und unserer GenossInnen zu massenhafter Empörung der Bevölkerung in der Süd-Ost-Ukraine führen wird, die bereit ist, ihre demokratischen Rechte zu verteidigen.

Die weitere zerstörerische, neoliberale Politik der ‘Reformen‘ und die Eskalation der Konfrontation innerhalb der Gesellschaft, die vom anti-sozialen Kiewer Regime verfolgt wird, wird die ‚friedenssichernden‘ Kräfte in den Konflikt mit hineinziehen. Unser einst friedliche Land würde zu einem zweiten Jugoslawien – zerrissen durch ethnische Gemetzel. Und im Ergebnis würden dem Land pro-westliche politische und militärische Gouverneure aufgezwungen.

Um die ‘Antiterror-Operationen’ zu stoppen und um unsere GenossInnen  u unterstützen, müssen wir auf die Straße.

Lasst uns die Plage der Nazis stoppen!
Raus auf die Straße - Holen wir uns unser Land zurück!

txt: Borotba
eigene Übersetzung
foto: Borotba

Anmerkung:
»Borotba« ist im Mai 2011 von verschiedenen politischen Gruppen u.a. der Organisation der MarxistInnen der Ukraine, einem Teil der Kommunistischen Jugend der Ukraine, der Bewegung der Jugend gegen den Kapitalismus, der Jugendvereinigung Che Guevara gegründet worden.
“Borotba” sieht sich als Reflex der Notwendigkeit, dass eine neue linke Organisation in der Ukraine erforderlich ist, weil sich die offiziellen linken Parteien, die in den 90er Jahren entstanden sind, in einer tiefen Krise befinden.
Die Union “Borotba” steht nach eigenen Aussagen für einen “Revolutionären Marxismus”  und sieht eine wichtige Aufgabe darin, die marxistische Methode in den politischen Diskurs der Ukraine einzubringen. Die Organisation basiert auf den Prinzipien des "Antikapitalismus, des Internationalismus, Antifaschismus, politischer Radikalität und Gender-Gleichberechtigung".

Europa

EU-Taxonomie: Widerstand gegen Öko-Label für AKWs und Gaskraftwerke

EU-Taxonomie: Widerstand gegen Öko-Label für AKWs und Gaskraftwerke

25.01.2022: EU-Kommission will Atomenergie und Erdgas Öko-Label verleihen ++ Bundesregierung lehnt Atom ab und will laschere Regeln für Gas ++ Expert*innenrat der EU-Kommission gegen Atom und gegen "grünes" Label für Gas

weiterlesen

Linke / Wahlen in Europa

Graz hat eine kommunistische Bürgermeisterin

Graz hat eine kommunistische Bürgermeisterin

18.11.2021: Graz, die Landeshauptstadt der Steiermark und mit knapp 300.000 Einwohner*innen zweitgrößten Stadt Österreichs, hat seit gestern eine kommunistische Bürgermeisterin ++ Koalition aus KPÖ, Grünen und SPÖ verdrängt ÖVP-FPÖ-Koalition aus der Stadtregierung

weiterlesen

Deutschland

Neuer Name, alter Hut?!

Neuer Name, alter Hut?!

Aus Hartz IV soll ein "Bürgergeld" werden - aber im Grunde soll vieles beim Alten bleiben.  

20.01.2022: Über 16 Prozent der Menschen in Deutschland leben in Armut. Dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht, ist auch ein Ergebnis des Hartz-IV-Systems. Die Sozialverbände befürchten, dass auch durch das Bürgergeld vieles beim Alten bleiben wird.

weiterlesen

Wirtschaft

Oxfam: Ursache liegt in der Profitlogik des Wirtschaftssystems

Oxfam: Ursache liegt in der Profitlogik des Wirtschaftssystems

10 reichste Männer verdoppeln ihr Vermögen – über 160 Millionen Menschen zusätzlich in Armut         
18.01.2022: Anlässlich der virtuellen "Davos Agenda" des Weltwirtschaftsforums veröffentlicht die Entwicklungsorganisation Oxfam den Bericht "Gewaltige Ungleichheit". Der Bericht zeigt, wie die Corona-Pandemie soziale Ungleichheit das zweite Jahr in Folge dramatisch verschärft und die Ursache dafür in der Profitlogik der Wirtschaft liegt. Oxfam fordert, die Weichen hin zu einem gerechten und demokratischen Wirtschaftssystem zu stellen.

weiterlesen

Analysen

Die "totale Kontrolle" des Algorithmus

Die

15.12.2021: Meta-Imperium. Wer entscheidet, was wir auf den Plattformen sehen? Giovanna Branca über die undurchsichtige Funktionsweise des "Rankingsystems" bei Facebook: Zwischen Profit, Wut und Sympathie ++ "Enteignet Facebook": ZDF Magazin Royal am 10. Dezember 2021

weiterlesen

Literatur und Kunst

Für Gott und das Gute. Was die USA in der Welt angerichtet haben

Für Gott und das Gute. Was die USA in der Welt angerichtet haben

01.12.2021: Bernd Greiner liefert in seinem neuen Buch "Made in Washington. Was die USA seit 1945 in der Welt angerichtet haben" eine zusammenfassende Übersicht über die markantesten (oder anders ausgedrückt: brutalsten) Beispiele us-amerikanischer Außenpolitik seit dem Zweiten Weltkrieg. "Ich habe die Lektüre als eine Art politischem "boostern", als eine antiimperialistische Auffrischungsimpfung empfunden. Greiner zeichnet an der nachfolgenden US-Präsidenten nach, dass das 'Zocken mit Nuklearwaffen' immer Teil ihrer Politik bis in die Gegenwart hinein ist", meint Günther Stamer, der das Buch gelesen hat. Stamer weiter: "Auf eine Selbstkorrektur der USA zu hoffen ist illusorisch. Den Außenpolitiker*innen der Ampelkoalition wäre dieses Buch sehr zu empfehlen.

weiterlesen

Der Kommentar

The winner is: "Pushback" - Unwort des Jahres

The winner is:

21.01.2022: Wie jedes Jahr wurde das "Unwort des Jahres" gewählt. Und wieder hat ein Wort der menschenfeindlichen Flüchtlingspolitik es geschafft zum Beginn des Jahres mediale Aufmerksamkeit zu bekommen.

weiterlesen

marxistische linke - Partnerin der Europäischen Linken

marxistische linke zum Ukraine-Konflikt

marxistische linke zum Ukraine-Konflikt

marxistische linke:
Raus aus der Eskalationsspirale! Sicherheit geht nur gemeinsam!
Stopp der NATO-Osterweiterung!
Abrüstung in Ost und West!

Die Ukraine ist heutzutage nicht nur das Epizentrum eines neuen Kalten Krieges, sondern auch einer der drei gefährlichsten Punkte auf der Erde, zusammen mit dem Iran und Taiwan, wo ein großer Krieg bis hin zu einem Atomkrieg entfacht werden könnte.

weiterlesen

Videos

Ein Virus auf Weltreise. Blinde Passagiere. Die Coronakrise und die Folgen

Ein Virus auf Weltreise. Blinde Passagiere. Die Coronakrise und die Folgen

Der Arzt und Historiker Karl Heinz Roth hat mit seinem Buch "Blinde Passagiere. Die Coronakrise und die Folgen" ein Grundlagenwerk zur kritischen Aufarbeitung der weltweiten Coronapandemie vorgelegt. Mitschnitt einer Online-Veranstaltung mit Karl Heinz Roth zu seinem Buch.

weiterlesen

Im Land des Sandes. In der Westsahara

Westsahara: In den befreiten Gebieten

Westsahara: In den befreiten Gebieten

Bericht von Kerem Schamberger |

19.02.2019: Die letzten Tage in der Westsahara waren geprägt von Sand. Überall Sand, wie schon im ersten Blogeintrag beschrieben. In jeder Ritze, in jeder Pore. Warum? Weil wir in die von der Polisario befreiten Gebiete gefahren sind und dort noch mehr Wüste ist, als schon in den Flüchtlingslagern um Tindouf.

weiterlesen

EL Holocaust Memorial Day 27Jan
++++++++++++++++++++++++++++++

Logo Schwerter zu Pflugscharen

Die Ukraine ist heutzutage nicht nur das Epizentrum eines neuen Kalten Krieges, sondern auch einer der drei gefährlichsten Punkte auf der Erde, zusammen mit dem Iran und Taiwan, wo ein großer Krieg bis hin zu einem Atomkrieg entfacht werden könnte.

Raus aus der Eskalationsspirale! Sicherheit geht nur gemeinsam!
Stopp der NATO-Osterweiterung!
Abrüstung in Ost und West!

Erklärung der marxistischen linken zum Ukraine-Konflikt hier

++++++++++++++++++++++++++++++++

Corona EBI no profit on pandemic ELEuropäische Bürgerinitiative "Jeder verdient Schutz vor Covid-19 - Kein Profit durch die Pandemie"
Unterzeichnen hier

++++++++++++++++++++++++++++++++

Der Kommentar

The winner is: "Pushback" - Unwort des Jahres

The winner is:

21.01.2022: Wie jedes Jahr wurde das "Unwort des Jahres" gewählt. Und wieder hat ein Wort der menschenfeindlichen Flüchtlingspolitik es geschafft zum Beginn des Jahres mediale Aufmerksamkeit zu bekommen.

weiterlesen

marxistische linke - Partnerin der Europäischen Linken

marxistische linke zum Ukraine-Konflikt

marxistische linke zum Ukraine-Konflikt

marxistische linke:
Raus aus der Eskalationsspirale! Sicherheit geht nur gemeinsam!
Stopp der NATO-Osterweiterung!
Abrüstung in Ost und West!

Die Ukraine ist heutzutage nicht nur das Epizentrum eines neuen Kalten Krieges, so...

weiterlesen

Videos

Ein Virus auf Weltreise. Blinde Passagiere. Die Coronakrise und die Folgen

Ein Virus auf Weltreise. Blinde Passagiere. Die Coronakrise und die Folgen

Der Arzt und Historiker Karl Heinz Roth hat mit seinem Buch "Blinde Passagiere. Die Coronakrise und die Folgen" ein Grundlagenwerk zur kritischen Aufarbeitung der weltweiten Coronapandemie vorgelegt. Mitschnitt einer Onl...

weiterlesen

Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier


EL Star 150

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.