20 Jahre Rostock – Lichtenhagen

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rostock_250812_stehr_03525.08.2012: Die Bilder kann man nicht vergessen: Das Sonnenblumenhaus, auf dem Dach Menschen auf der Flucht vor dem Mordanschlag. Der ausländerfeindliche Mob und die Nazis gehen bist zum Äußersten. Nach tagelangen pogromähnlichen Zuständen sind die Asylbewerber von den Behörden abtransportiert worden – geschützt wurden sie nicht. Das Ziel der Brandanschläge ist jetzt das Nachbarhaus, in dem Vietnamesen leben. Das Haus brennt, die Feuerwehr kann über Stunden nicht eingreifen, weil keine Polizeikräfte sie vor den Nazis schützen. Den Menschen gelingt im letzten Augenblick über das Dach die Flucht vor den Mördern. Dies alles geschieht unter den Augen der Polizei, die nicht eingreift, zeitweise sogar ganz abgezogen wird. Und der Mob applaudiert. Die Behörden, die über Monate nichts gegen die unhaltbaren Zustände der Unterbringung getan haben, sind anscheinend nicht präsent, der Bürgermeister stammelt einige Worte und verschwindet wieder.

1992 - 2 Jahre nach dem Zusammenbruch und der Zerschlagung des Sozialismus in der DDR – zeigen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Neonazismus, zu welchen Verbrechen deren Angehörige fähig sind. Nachdem die Bilder um die Welt gingen und die Vertreter des Kapitals um ihr „Ansehen“ und ihre weltweiten Profite fürchte, setzt Betroffenheitslyrik ein. Gegen die Täter wird kaum ermittelt, es gibt nur wenige Verhaftungen, einer der Haupttäter wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Der Einsatzleiter der Polizei, einziger Angeklagter aus dem Spektrum der staatlichen Organe, wird freigesprochen.

Rostock war nur die Spitze des Eisberges. Im Osten und Westen der Bundesrepublik gab und gibt es bis heute unzählige Anschläge und Morde durch Nazis, bis hin zur mörderischen NSU – Bande. Gründe genug, den Aufruf der VVN-BdA und anderer zu folgen und in Rostock – Lichtenhagen zu demonstrieren. Es war ein gutes Gefühl, unter einigen tausend vorwiegend junger Menschen für Antifaschismus und Toleranz zu werben. An der Spitze der Demo trugen Kinder aus Lichtenhagen das Transparent, dahinter Repräsentanten der VVN-BdA.

rostock_250812_stehr_050Wir Schleswig – Holsteiner reihten uns ein. Aber bevor der Demozug sich in Bewegung setzte, forderten zwei Ordner, dass die Parteifahne der DKP (wie auch die eventuell anderer Parteien entsprechend der Absprache im Bündnis) nur weiter hinten gezeigt werden sollte. Um Auseinandersetzungen zu verhindern, gingen wir zu anderen Genossinnen und Genossen der SDAJ und DKP, die weiter hinten um Zug waren.

Für uns ist dies nicht nachvollziehbar. Es kann nicht sein, dass die Partei, die in direkter Traditionslinie der größten Opfergruppe des Widerstandes gegen die Nazis steht, ans hintere Ende einer antifaschistischen Demonstration verbannt wird. Die DKP war und ist die Heimat jener Antifaschistinnen und Antifaschisten, die oft ein Leben lang gegen Nazis und die gesellschaftlichen Ursachen des Faschismus kämpften.

Ein allgemeines Parteienverdikt ist politisch falsch. Ebenso die Dominanz anarchistischer, autonomer und besonders antideutscher Teilnehmer, wenn, wie wir es in Rostock erlebt haben, deren Positionen in Reden und Sprechchören prägend sind. Es ist in dieser Demonstration nicht gelungen, in angemessenem Ausmaß z.B. Gewerkschaften, Bewegungsorientierte Aktivisten, Immigrantenorganisationen und die Bevölkerung Rostocks einzubeziehen. Antifaschismus gründet sich auf unterschiedliche Zugänge. Dies zu vergessen wäre eine Wiederholung alter Fehler. Parolen aber wie „Nie wieder Deutschland“ oder „Deutschland halts Maul“ sind aus unserer Sicht politisch falsch und wenig hilfreich, notwendige Mehrheiten in der Bevölkerung zu gewinnen bzw. zu festigen.

Am Ende des Zuges demonstrierten wir mit einer dänischen Antifaschistischen Gruppe, offensichtlich vom Horserød-Stutthof-Verein. Sie hatten Traditionsfahnen dabei, die nach unserer Meinung an der Spitze der Demonstration einen guten Platz gehabt hätten.

Die angesprochenen und weiter zu diskutierende Probleme sollen nicht den Gesamteindruck dieser Aktion schmälern. Es war gut und richtig, mit dieser Demonstration ein öffentlich wahrnehmbares Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Neonazismus zu setzen.

Text: Wittigo Stubbe/Heinz Stehr       Fotos. Stehr

Informationen zum KZ Stutthof auf Wikipedia

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Internationales

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Kapital & Arbeit

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Analysen

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Meinungen

Feminismus, Marxismus und Sozialismus - Eine Hommage an Rosa Luxemburg

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Von Georgina Alfonso González, Direktorin des Kubanischen Instituts für Philosophie, Havanna  

18.01.2021: Die Verbindung zwischen feministischem, sozialistischem und marxistischem Gedankengut, ihre theoretischen, ideologischen und politischen Übereinstimmungen und Unterschiede sind eine Verpflichtung für das gesellschaftskritische Denken, schreibt Georgina Alfonso González in ihrem Text anläßlich des Jahrestages der Ermordung von Rosa Luxemburg am 15. Januar 1919.

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Der Kommentar

Trumps gescheiterter Coup war keine Komödie

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Ein Kommentar von Giorgio Cremaschi, Ex-Generalsekretär der italienischen Metallgewerkschaft FIOM  

09.01.2021: Die Bilder vom Sturm aufs Kapitol in Washington sind um die Welt gegangen. Wie sind die Geschehnisse einzuordnen? War das ein Staatsstreich, innerstaatlicher Terrorismus, wie die Bürgermeisterin der Hauptstadt sagt, oder lediglich eine Aktion aufgestachelter Trump-Anhänger, die zwischen Fiktion und Realität nicht mehr unterscheiden können und überforderten Sicherheitskräften gegenüberstanden? Giorgio Cremaschi meint, dass Trump eine lange vorbereiteten Staatsstreich organisiert hat, der ″hätte erfolgreich sein können, aber ihm fehlte dann die Unterstützung, mit der er gerechnet hat″. Wenn Trump nicht im Gefängnis lande, werde "sein Coup weitergehen und die US-Politik bestimmen":

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marxistische linke - Partnerin der Europäischen Linken

Autobahn-Baustopp - der "Mietendeckel der Mobilität"?

Autobahn-Baustopp - der

Was der "Hambi" für den Kohleausstieg ist, kann der "Danni" für das Ende neuer Autobahnen sein     
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Ich schreibe diesen Text am 21. November 2020, während Räumung und Rodung im Dannenröder Wald mit zunehmender Brutalität vorangetrieben werden. Heute früh ist zum dritten mal ein Mensch abgestürzt. Während ein offener Brief namhafter Akteur*innen unverzügliches Innehalten fordert, und die evangelischen Pröbste darum bitten, wenigstens am Sonntag den Polizeieinsatz zu unterbrechen, schweigt die schwarze und die grüne Landesspolitikprominenz dröhnend. Während Soliaktionen vor Parteizentralen oder Landtag abgeräumt werden, verkündet Robert Habeck beim Online-Parteitag zwar, dass der Bundesverkehrswegeplan gestoppt werden müsse, doch der grüne Landesverkehrsminister lässt im Einvernehmen mit dem CDU-Innenminister, den Bau der anachronistischen A49 vor...

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Videos

Chile: Nach der Revolte - ein Zwischenbericht

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Ein Film von Gaby Weber

14.01.2020: Gaby Weber hat soeben ihren neuen Film über die Revolte in Chile fertiggestellt. Ihr Fazit: im Moment hat die Regierung Zeit gewonnen, aber die Ruhe ist trügerisch. Wenn die neue Verfassung nicht auf die Hauptforderungen der Bevölkerung eingeht, wird Nach-der-Revolte ein neues Vor-der-Revolte sein.

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Farkha Festival

Farkha Jugendfestival 2020 abgesagt

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Palästina braucht auch in den Zeiten von Corona unsere Unterstützung!

Liebe Freund*innen, liebe Genoss*innen, liebe Internationalist*innen,
ich weiß, in letzter Zeit gab es hier eine Reihe von Spendenbitten für progressive Projekte in Zeiten von Corona - jetzt kommt noch eine, die von mir ausgeht und von Herzen kommt: es geht um das diesjährige Farkha-Jugendfestival und die Menschen in diesem kleinen widerständigen Dorf in der Westbank/Palästina.

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Im Land des Sandes. In der Westsahara

Westsahara: In den befreiten Gebieten

Westsahara: In den befreiten Gebieten

Bericht von Kerem Schamberger |

19.02.2019: Die letzten Tage in der Westsahara waren geprägt von Sand. Überall Sand, wie schon im ersten Blogeintrag beschrieben. In jeder Ritze, in jeder Pore. Warum? Weil wir in die von der Polisario befreiten Gebiete gefahren sind und dort noch mehr Wüste ist, als schon in den Flüchtlingslagern um Tindouf.

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ISM-Forum am Donnerstag, 21.1.2021, 18 Uhr
ISM Forum AZV 2021 01 21

Mehr Infos und Zugang zur Zoom-Veranstaltung
https://www.solidarische-moderne.de/de/article/611.arbeitszeitverkuerzung-fuer-wen-und-warum.html

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Der Kommentar

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Zum Vormerken: 50 Jahre MSB Spartakus - 12. Juni 2021 in KölnMSB konstituiert

Liebe Freundinnen und Freunde, wir möchten Euch einladen:

Am 22. Mai 1971 wurde der Marxistische Studentenbund Spartakus (MSB) in Bonn gegründet. Er war in den 1970ern und 1980ern einer der einflussreichsten Studierendenverbände, in dem sich mehrere tausend Studentinnen und Studenten organisierten. Im Mai 2021 wird dieses Ereignis fünfzig Jahre her sein. Wir nehmen es zum Anlass, zu einer Wiederbegegnung einzuladen.
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Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier


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