Deutsche Exportüberschüsse: Munition für einen Handelskrieg

Tools
PDF

Container PurpleLorikeet23.03.2017: Das Timing war nicht günstig. Wenige Tage vor der Amtseinführung des US-Präsidenten Donald Trump veröffentlichte destatis die deutschen Außenhandelszahlen für 2016: Rekord! Rekord! – noch nie hat die deutsche Wirtschaft so viele Waren exportiert wie im vergangenen Jahr – für 1.207,5 Milliarden Euro. Rekord auch beim Exportüberschuss (253 Milliarden Euro), Weltmeister im Kapitalexport (266 Milliarden Euro) (destatis, 9.2.17).

„Deutscher Überschuss dürfte Trumps Kritik befeuern“, sorgte sich die FAZ einen Tag nach Veröffentlichung der Zahlen (10.2.17). „US-Präsident Donald Trump könnte das neue Argumente für Strafzölle liefern“, befürchtete die SZ (10.2.17). „Die Rekordüberschüsse werden den Konflikt mit den USA weiter anheizen“, twitterte DIW-Präsident Marcel Fratzscher (zit. nach SZ, 10.2.17). Es riecht nach Pulverdampf und Handelskrieg. Deutschland wird schon seit Jahren als Hauptstörenfried auf den Weltmärkten gebrandmarkt und ermahnt, mehr für die Entwicklung des Binnenmarktes zu tun. Doch diesmal ist es ernster, da Trump es offenbar nicht bei verbaler Kritik belassen will, sondern an konkrete Gegen- und Abwehrmaßnahmen denkt. Umso mehr, als der deutsche Export-Junkie gar nicht an Entzug denkt, sondern die Dosis der Export- Droge noch steigert, wie die Januarzahlen zeigen: Exporte plus 11,8% im Vergleich zum Januar 2016 (destatis, 10.3.17).

Gründe für die Exportabhängigkeit Deutschlands
Deutschland weist von allen großen Industrieländern die größte Exportabhängigkeit auf: Der Anteil der Exporte am BIP betrug 2016 38,5%. Nicht die Höhe des Exports ist das Übel, sondern der Überschuss. Die Importe machen nämlich nur 30,5% des BIP aus; d.h. wir schaffen einen erheblichen Teil der produzierten Waren ins Ausland, ohne dafür eine adäquate Gegenleistung zu erhalten. Deutschland produziert weit mehr, als es selbst konsumiert.

Das Standard-Argument bürgerlicher Ökonomen zur Beschwichtigung dieses Tatbestands lautet: Es werde niemand dazu gezwungen, deutsche Autos, Maschinen etc. zu kaufen. „Made in Germany“ überzeuge durch seine Qualität. Der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner: Die Exportzahlen sind vor allem „das Ergebnis einer hervorragenden Leistung“. Nun bestreitet niemand die Wertarbeit deutscher Facharbeiter und die Innovationskraft der Ingenieure – auch wenn Börner mehr an die „Genialität“ deutscher Unternehmer denkt. Dennoch: Zur Dynamik und Raserei des deutschen Export-Bulldozers haben Politik und andere Faktoren kräftig beigetragen.

  1.  Starke industrielle Basis: Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung ist in Deutschland wesentlich höher als in vergleichbaren Industriestaaten; er betrug 2015 30,5% (Statista). In den USA war der Anteil 20,7%, Japan 26,9%, Frankreich 19,5%, Großbritannien 20,2%.Durch diesen hohen Anteil profitierte die deutsche Industrie weit stärker als andere Volkswirtschaften von den gigantischen Konjunkturprogrammen nach der Finanzkrise (USA, China) und vor allem von dem sich anschließenden Boom der Schwellenländer, allen voran in China.
  2. Dumpinglöhne und gedrückte Lohnnebenkosten: Große Produktivitätsfortschritte im Industrie- und Handwerksbereich und Lohnzurückhaltung der Industriegewerkschaften hatten sinkende Lohnstückkosten zur Folge. Eine IMK-Studie (Hans-Böckler-Stiftung; Pressemitteilung 19.11.2015) kommt zu dem Ergebnis: „Die Lohnstückkosten, welche Arbeitskosten in Relation zur Produktivitätsentwicklung setzen, sind in Deutschland zwischen 2000 und 2014 um lediglich 1,0 Prozent im Jahresmittel gestiegen – und damit deutlich langsamer als im Euroraum (+1,7%). Die deutsche Wirtschaft schöpfte daraus erhebliche Vorteile bei der Wettbewerbsfähigkeit. Die Schaffung eines Niedriglohnsektors im Rahmen der „Agenda 2010“, Ausdehnung atypischer Beschäftigung (->„Arbeitslosigkeit“) und die Flexibilisierung der Ware Arbeitskraft trieben die Exportmaschine zusätzlich an.

    Zum Druck auf die Löhne kam das Dumping der Lohnnebenkosten: Senkung der Sozialversicherungs-Beiträge, nicht paritätische Finanzierung zugunsten der Unternehmer bei den Krankenkassen- und Rentenbeiträgen brachten erhebliche Kostenvorteile für die Unternehmer. Beim „race to the bottom“ im globalen Lohn- und Sozialdumping ging Deutschland als Sieger hervor – auf Kosten der anderen. Der französische Ökonom Fitoussi und damalige Leiter des führenden französischen Wirtschaftsforschungsinstituts OFCE kritisierte den deutschen Merkantilismus: „Was die Deutschen praktizieren, ist im Grunde nichts anderes als eine reale Abwertung“. Mit dem Unterschied, dass durch die Gemeinschaftswährung die anderen Länder nicht wie früher durch Wechselkursanpassungen dagegen halten können.
  3. Steuer-Dumping und Protektionismus durch Mehrwertsteuererhöhung: Neben der exorbitanten Senkung der Gewinnsteuern durch Rot-Grün (? Steuern) wirkte sich vor allem die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19% – ab 2007 – günstig für den deutschen Export aus, sie wirkte wie eine Art Zoll: Sie verteuerte die Importe der ausländischen Anbieter. Die deutschen Exporteure dagegen bekommen bei der Ausfuhr die enthaltene Mehrwertsteuer rückvergütet. Zudem mindert die Mehrwertsteuer im Umfang der Erhöhung die Binnen-Kaufkraft. Der Clou: Mit der erhöhten Mehrwertsteuer wurde erklärtermaßen – Bundesregierung – die Senkung der Lohnnebenkosten finanziert. Im Effekt also eine direkte Exportsubventionierung.
  4. Vorteile aus Euro und EZB-Zinspolitik: Deutschland profitiert wie kein anderes Land aus der Gemeinschaftswährung. Die Leistungsbilanzdefizite der meisten Euro-Länder führen zu einer relativ niedrigen Bewertung des Euros. Anders ausgedrückt: Bei einer Wiedereinführung nationaler Währungen, würde die D-Mark aufgrund der hohen Leistungsbilanzüberschüsse Deutschlands sofort stark aufwerten und damit deutsche Exportgüter stark verteuern. Schätzungen gehen von 20 – 40% aus. Das „deutsche Exportwunder“ würde rasch verblassen.

    Zudem spült die EZB mit ihrer Flutung der Finanzmärkte mit Billionen-teurem Aufkauf von Staatsanleihen und auch Firmenobligationen den Euro weich. So ist der Euro gegenüber dem Dollar stark unterbewertet: „Gemessen an Kaufkraftparität rangiert der Euro gegenüber dem Dollar um rund 20 Prozent zu niedrig“ (SZ, 3.12.17). Auch die Nullzinspolitik der EZB kommt ebenfalls vorrangig den Konzernen hierzulande und auch dem deutschen Mittelstand zugute. Deutsche Unternehmen müssen weit niedrigere Zinsen für Kredite und Anleihen zahlen als beispielsweise italienische oder spanische.

Rekord wird zur Gefahr
Der Vorwurf des deutschen Protektionismus´ ist also nicht von der Hand zu weisen. Es handelt sich um eine staatliche Rundum-Perfektionierung der deutschen Exportmaschinerie. Mit der Folge eines beispiellosen Siegeszugs auf dem Weltmarkt. Die deutsche Waren-Offensive hat jedoch zu erheblichen Ungleichgewichten in der Weltwirtschaft gesorgt.

Denn die Überschüsse in der Außenhandelsbilanz sind die entscheidende Ursache für die Überschüsse in der Leistungsbilanz (siehe Tabelle). Diese verzeichnete ebenfalls einen positiven Rekord-Saldo: 266,0 Milliarden Euro + 5,3%. Deutschland ist damit auch Weltmeister im Kapitalexport geworden.

Deutschlands Leistungsbilanzüberschuss korrespondiert mit einer entsprechenden Verschuldung anderer Länder. Der Überschuss ist 2016 auf 8,5% der Jahreswirtschaftsleistung (BIP) gestiegen, im Jahr davor waren es 8,3%. Die EU hält maximal sechs Prozent für langfristig tragfähig. Der deutsche Überschuss liegt bereits seit Jahren über der 6-Prozent-Marke. Die EU-Kommission könnte Sanktionen verhängen, hat es aber bisher bei einer Rüge (2014) belassen. Wer möchte sich schon mit dem mächtigsten EU-Staat anlegen.

„Ein Leistungsbilanz-Überschuss geht mit einem Netto-Kapitalexport einher“, schreibt das ifo-Institut (30.1.17). „Ein Netto-Kapitalexport bedeutet, dass die inländische Ersparnis größer als die inländischen Investitionen ist und dass das Land Vermögen im Ausland aufbaut. Analog dazu impliziert ein Leistungsbilanz-Defizit, dass ein Land mehr verbraucht als es produziert und dass sich das Land im Ausland verschuldet“. Und: „Der Anstieg des deutschen Netto-Auslandsvermögens zeigt sich vor allem bei der Zunahme an Wertpapieren, die Deutschland im Ausland erworben hat; der Netto-Ankauf belief sich bis November (2016) auf 193 Milliarden Euro. Die Höhe der Direktinvestitionen dagegen betrug lediglich 18 Milliarden Dollar“.

Mit anderen Worten: Das Problem liegt darin, dass zu wenig des im Export erwirtschafteten Geldes zurück nach Deutschland fließt und hierzulande investiert wird. Die Überschüsse gehen quasi als Kredit ins Ausland, erhöhen dort die Verschuldung und andererseits Jahr für Jahr Deutschlands Auslandsvermögen. Das deutsche Nettoauslandsvermögen betrug nach Angaben der Bundesbank Ende 2014 1,23 Billionen Euro, mehr als ein Drittel des BIP. Es wird dort zum geringsten in neue Arbeitsplätze investiert, wie die relativ niedrigen Direktinvestitionen zeigen, sondern im Finanz-Casino eingesetzt und verzockt.

Gefahr für den Welthandel
Aufgrund der Unruhestiftung auf den Märkten und den Reaktionen der Trump-Administration geht jetzt in den Außenhandels-Kontoren, aber auch in Berlin und Brüssel die Angst um. Der merkantile Störenfried befürchtet Sanktionen. „Deutsche Industrie fürchtet neue Zölle der USA“, fasst das ifo-Institut eine Umfrage unter 2700 Firmen zusammen (15.3.2017). „Demnach rechnen knapp 45 Prozent mit völlig neuen Zöllen und 36 Prozent mit der Erhöhung bestehender Zollschranken“. Mag sein, dass Trump zunächst den Fiskus als Handelskrieger vorschickt, mit einer Ausgleichssteuer. Das fiele unter die Rubrik „völlig neue Zölle“.

Das Grundprinzip der neuen Steuer ist einfach: Es handelt sich wie bei der Mehrwertsteuer um eine Grenzausgleichssteuer (siehe oben Punkt 3). Exporte sind befreit, Importe werden besteuert. Diesen Grenzausgleich bei der Mehrwertsteuer haben bislang nur die Europäer, nicht die USA vorgenommen.

Bei der geplanten US-Steuer, de facto eine Einfuhrsteuer, „wird die gesamte in Importen enthaltene ausländische Wertschöpfung besteuert. Wird ein Wirtschaftsgut exportiert, wird umgekehrt der gesamte Exportwert von der Bemessungsgrundlage der Steuer abgezogen. Die Produktion für den Export ist also völlig steuerfrei“ (HB, 14.3.17). Bei der herkömmlichen Unternehmensbesteuerung ist dagegen maßgebend, wo produziert wird. Mit dem neuen System gäbe es einen starken Anreiz, die Produktion nach den USA zu verlagern und von dort die Märkte zu beliefern.

Die Erfinder des neuen Steuerkonzepts Alan Auerbach (Berkley) und Michael Devereux (Oxford) räumen ein, dass handelspolitische Spannungen die Folge sein könnten: „Wenn die USA einseitig dieses System einführen, könnte man das als aggressiven Schritt im Steuerwettbewerb sehen“ (HB, 14.3.17). Und die Ökonomen Johannes Becker und Joachim Englisch schreiben im Wirtschaftsdienst: Das „Reformkonzept“ hat „bei unilateraler Implementierung das Potenzial, einen Handelskrieg auszulösen“ (ebenda).

In der Tat: Neue Zölle und Steuern, Sanktionen, Restriktionen, Embargos, … sind nicht nur Gifte für den globalen Handel. Sie bergen die Gefahr eines gegenseitigen Aufschaukelns, einer Eigendynamik bis zu einem Handelskrieg. Oder wie es der chinesische Staatspräsident Xi Jinping formulierte: „Protektionismus ist, als schließe man sich in einen dunklen Raum ein. Man ist geschützt vor Wind und Regen, aber auch isoliert von Luft und Licht“.

Deutschland müsste endlich Schritte zum Ausgleich des Welthandels unternehmen, wie von vielen Ökonomen gefordert. Es müsste den Binnenmarkt für staatliche und unternehmerische Investitionen wieder attraktiver machen, z.B. Investitionen in Bildung und Infrastruktur, Städtesanierung und Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs, in die digitale Infrastruktur, in regenerative Energiebetriebe und damit verbunden in die E-Mobilität.

Aber auch Maßnahmen zur Stärkung der Massenkaufkraft und damit des Binnenmarktes sind nötig: Kräftige Reallohnerhöhungen und von Seiten des Staates Erhöhung der Verdienste im Öffentlichen Dienst, Erhöhung des Mindestlohnes, HartIV- und Rentenbezüge. Das alles würde den Binnenmarkt expandieren lassen und wieder attraktiv machen, auch für Importe und Investitionen aus dem Ausland. Exportüberschüsse sind kein Naturgesetz. Bis zur Einführung des Euros 1999 bzw. 2002 war die deutsche Handelsbilanz ausgeglichen. Es geht um eine Umpolung des exportgetriebenen deutschen Wirtschaftsmodells.

Handels- und Leistungsbilanz 2016 in Milliarden Euro
Außenhandel

1) Exporte 1.207,5
2)  Importe       945,6
3) Außenhandelsbilanz       252,9
4) Ergänzungen zum Außenhandel      18,7
5) Warenhandel 3) + 4)    271,5
6)  Dienstleistungen        -28,3
7)  Primäreinkommen (Grenzüberschreitende Zahlungen aus Erwerbstätigkeit: Zinsen, Dividenden, Gewinne u.a.)     63,2
8)  Sekundäreinkommen: Übertragungen, z.B. Überweisungen der im Ausland arbeitenden Arbeitskräfte, Entwicklungshilfe, Zahlungen an EU und internationale Organisationen        -40,5
9)  Leistungsbilanz (5) + 6) + 7) + 8))      266,0


Autor: Fred Schmid, Institut für sozial-ökologische Wirtschaftforschung
Vorveröffentlichung aus: isw-wirtschaftsinfo Nr. 51: Bilanz der Großen Koalition. (erscheint im April 2017)

foto: flickr|PurpleLorikeet

Internationales

Trumps Anschlag auf die Demokratie

Trumps Anschlag auf die Demokratie

08.01.2021: "Ein Faschist hat seit Januar 2017 das Weiße Haus besetzt. Wenn er einen oder zwei Generäle dazu bringen könnte, mit ihm zu gehen und die Truppen dafür bereitzustellen, gibt es dann wirklich noch irgendeinen Zweifel, dass Trump die US-Demokratie komplett zerstören würde?" (People's World, 6.1.2021)

weiterlesen

Europa

Julian Assange bleibt im britischen Guantanamo in Haft

Julian Assange bleibt im britischen Guantanamo in Haft

12.01.2021: Am 4. Januar 2021 urteilte ein Londoner Gericht, dass der Wikileaks-Gründer Julian Assange nicht in die USA ausgeliefert werden soll. Dennoch bleibt Assange im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh, bekannt als britisches Guantanamo, weiter inhaftiert. Ein Anschlag auf das Leben und die Gesundheit von Julian Assange.

weiterlesen

Linke / Wahlen in Europa

Tränengas, Schockgranaten und Wasserwerfer gegen Gedenken an Studentenaufstand in Athen

Tränengas, Schockgranaten und Wasserwerfer gegen Gedenken an Studentenaufstand in Athen

18.11.2020: Bereitschaftspolizeikommandos und Wasserwerfer marschierten gestern (17.11.) wie eine Besatzungsarmee in den Hauptstraßen der griechischen Hauptstadt. Das Ministerium für Bürgerschutz setzte über 6.000 Beamte ein, um "Recht und Ordnung" während des Jahrestags des Aufstands der Studierenden der Polytechnischen Universität am 17. November 1973 aufrecht zu erhalten. Wie der Staatsrundfunk (ERT) am Sonntag berichtete, sind Versammlungen von mehr als vier Menschen von Sonntag an und bis zum 18. November verboten, angeblich um "die öffentliche Gesundheit vor der Pandemie zu schützen".

weiterlesen

Deutschland

Bald neueste Atombomben in Deutschland

Bald neueste Atombomben in Deutschland

13.01.2021: Obwohl der Deutsche Bundestag vor mehr als 10 Jahren den Abzug der US-Atombomben verlangte, sind sie immer noch da - und sie werden sogar modernisiert ++ das US-Labor für Nuklearwaffentechnik meldet erfolgreichen Test der neuen Generation von Atombomben ++ Massenproduktion und Stationierung in Europa soll ab 1. Oktober 2021 beginnen ++ Nancy Pelosi: ″verhindern, dass ein instabiler Präsident militärische Auseinandersetzungen entfacht oder die (Nuklear-)Codes abruft und einen Atomschlag anordnet" ++ IPPNW appelliert an Bundesregierung, dem UN-Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen beizutreten

weiterlesen

Kapital & Arbeit

Wasser als Ware an der Börse

Wasser als Ware an der Börse

06.01.2021: Kommerz siegt über Menschenrecht: Seit dem 7. Dezember 2020 wird an der Chicagoer Börse mit Wasser gehandelt ++ Der Gang von Wasser an die Börse ist das Ergebnis einer langen Reihe von Schritten, schreibt Riccardo Petrella in einem Artikel bei Pressenza, einer internationalen Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat.

weiterlesen

Aus Bewegungen und Parteien

"Tiere haben mehr Rechte als wir"

08.01.2021: Mit Verspätung veröffentlichen wir einem Weihnachtsbrief, den Flüchtlingsgruppen aus dem Lager Kara Tepe auf der griechischen Insel Lesbos an Europas Bürger*innen und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geschrieben haben.

weiterlesen

Analysen

Westsahara: Der vergessene Konflikt

Westsahara: Der vergessene Konflikt

18.12.2020: Nach fast 30 Jahren Waffenstillstand ist der Krieg in die Westsahara zurückgekehrt. Am Freitag, den 13. November 2020, erklärte Brahim Ghali, Präsident der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS), das mit Marokko im Jahr 1991 unterschriebene Waffenstillstandsabkommen für beendet. Marokkanische Soldaten haben an diesem Tag auf saharauische Zivilist*innen geschossen. Am 18. November erklärte Brahim Ghali das gesamte Territorium der Westsahara "einschließlich seiner Land-, See- und Lufträume" zum Kriegsgebiet. Seit diesem Zeitpunkt führt die Saharauische Volksbefreiungsarmee (SPLA) Angriffe gegen Stellungen der marokkanischen Armee durch. Die Tragödie des Krieges verschafft einem von der Weltöffentlichkeit vergessenen Konflikt wieder Aufmerksamkeit.

weiterlesen

Meinungen

Am Konflikt arbeiten. Über Zukunftsprojekte und linkes Regieren

Am Konflikt arbeiten. Über Zukunftsprojekte und linkes Regieren

21.12.2020: Die bundesweite Richtung geht nach schwarz-grün. Ist vor diesem Hintergrund eine Diskussion über die Bedingungen linker Zukunftsprojekte und linken Regierens hinfällig? Nein, sagt Mario Candeias und plädiert dafür, dass sich die Linke auf umsetzbare Zukunftsprojekte in der kommenden Zeit konzentrieren soll. Er benennt mögliche Projekte und rote Linien und schlägt vor, an einem "Zehn-Punkte-Programm für eine Linksregierung" zusammen mit einem breiten Bündnis zu arbeiten, um sozialistische Alternativen sichtbar zu machen. Das sei auch wichtig zur Reorganisation der Linken - "unabhängig davon, ob es später zu einer Linksregierung kommen sollte oder nicht".

weiterlesen

Der Kommentar

Trumps gescheiterter Coup war keine Komödie

Trumps gescheiterter Coup war keine Komödie

Ein Kommentar von Giorgio Cremaschi, Ex-Generalsekretär der italienischen Metallgewerkschaft FIOM  

09.01.2021: Die Bilder vom Sturm aufs Kapitol in Washington sind um die Welt gegangen. Wie sind die Geschehnisse einzuordnen? War das ein Staatsstreich, innerstaatlicher Terrorismus, wie die Bürgermeisterin der Hauptstadt sagt, oder lediglich eine Aktion aufgestachelter Trump-Anhänger, die zwischen Fiktion und Realität nicht mehr unterscheiden können und überforderten Sicherheitskräften gegenüberstanden? Giorgio Cremaschi meint, dass Trump eine lange vorbereiteten Staatsstreich organisiert hat, der ″hätte erfolgreich sein können, aber ihm fehlte dann die Unterstützung, mit der er gerechnet hat″. Wenn Trump nicht im Gefängnis lande, werde "sein Coup weitergehen und die US-Politik bestimmen":

weiterlesen

marxistische linke - Partnerin der Europäischen Linken

Autobahn-Baustopp - der "Mietendeckel der Mobilität"?

Autobahn-Baustopp - der

Was der "Hambi" für den Kohleausstieg ist, kann der "Danni" für das Ende neuer Autobahnen sein     
von Sabine Leidig *)

Ich schreibe diesen Text am 21. November 2020, während Räumung und Rodung im Dannenröder Wald mit zunehmender Brutalität vorangetrieben werden. Heute früh ist zum dritten mal ein Mensch abgestürzt. Während ein offener Brief namhafter Akteur*innen unverzügliches Innehalten fordert, und die evangelischen Pröbste darum bitten, wenigstens am Sonntag den Polizeieinsatz zu unterbrechen, schweigt die schwarze und die grüne Landesspolitikprominenz dröhnend. Während Soliaktionen vor Parteizentralen oder Landtag abgeräumt werden, verkündet Robert Habeck beim Online-Parteitag zwar, dass der Bundesverkehrswegeplan gestoppt werden müsse, doch der grüne Landesverkehrsminister lässt im Einvernehmen mit dem CDU-Innenminister, den Bau der anachronistischen A49 vor...

weiterlesen

Videos

Chile: Nach der Revolte - ein Zwischenbericht

Chile: Nach der Revolte - ein Zwischenbericht

Ein Film von Gaby Weber

14.01.2020: Gaby Weber hat soeben ihren neuen Film über die Revolte in Chile fertiggestellt. Ihr Fazit: im Moment hat die Regierung Zeit gewonnen, aber die Ruhe ist trügerisch. Wenn die neue Verfassung nicht auf die Hauptforderungen der Bevölkerung eingeht, wird Nach-der-Revolte ein neues Vor-der-Revolte sein.

weiterlesen

Farkha Festival

Farkha Jugendfestival 2020 abgesagt

Farkha Jugendfestival 2020 abgesagt

Palästina braucht auch in den Zeiten von Corona unsere Unterstützung!

Liebe Freund*innen, liebe Genoss*innen, liebe Internationalist*innen,
ich weiß, in letzter Zeit gab es hier eine Reihe von Spendenbitten für progressive Projekte in Zeiten von Corona - jetzt kommt noch eine, die von mir ausgeht und von Herzen kommt: es geht um das diesjährige Farkha-Jugendfestival und die Menschen in diesem kleinen widerständigen Dorf in der Westbank/Palästina.

weiterlesen

Im Land des Sandes. In der Westsahara

Westsahara: In den befreiten Gebieten

Westsahara: In den befreiten Gebieten

Bericht von Kerem Schamberger |

19.02.2019: Die letzten Tage in der Westsahara waren geprägt von Sand. Überall Sand, wie schon im ersten Blogeintrag beschrieben. In jeder Ritze, in jeder Pore. Warum? Weil wir in die von der Polisario befreiten Gebiete gefahren sind und dort noch mehr Wüste ist, als schon in den Flüchtlingslagern um Tindouf.

weiterlesen

Der Kommentar

Trumps gescheiterter Coup war keine Komödie

Trumps gescheiterter Coup war keine Komödie

Ein Kommentar von Giorgio Cremaschi , Ex-Generalsekretär der italienischen Metallgewerkschaft FIOM  

09.01.2021: Die Bilder vom Sturm aufs Kapitol in Washington sind um die Welt gegangen. Wie sind die Geschehnisse...

weiterlesen

marxistische linke - Partnerin der Europäischen Linken

Autobahn-Baustopp - der "Mietendeckel der Mobilität"?

Autobahn-Baustopp - der

Was der "Hambi" für den Kohleausstieg ist, kann der "Danni" für das Ende neuer Autobahnen sein     
von Sabine Leidig *)

Ich schreibe diesen Text am 21. November 2020, während Räumung und Rodung im ...

weiterlesen

Videos

Chile: Nach der Revolte - ein Zwischenbericht

Chile: Nach der Revolte - ein Zwischenbericht

Ein Film von Gaby Weber

14.01.2020: Gaby Weber hat soeben ihren neuen Film über die Revolte in Chile fertiggestellt. Ihr Fazit: im Moment hat die Regierung Zeit gewonnen, aber die Ruhe ist trügerisch. Wenn die neue Verfas...

weiterlesen

++++++++++++++++++++++++++++++++

Zum Vormerken: 50 Jahre MSB Spartakus - 12. Juni 2021 in KölnMSB konstituiert

Liebe Freundinnen und Freunde, wir möchten Euch einladen:

Am 22. Mai 1971 wurde der Marxistische Studentenbund Spartakus (MSB) in Bonn gegründet. Er war in den 1970ern und 1980ern einer der einflussreichsten Studierendenverbände, in dem sich mehrere tausend Studentinnen und Studenten organisierten. Im Mai 2021 wird dieses Ereignis fünfzig Jahre her sein. Wir nehmen es zum Anlass, zu einer Wiederbegegnung einzuladen.
Weiterlesen

++++++++++++++++++++++++++++++++

Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier


EL Star 150

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.