Deutschland
Tools
PDF

Logo-fuer-eine-welt30.06.2017: Nun hat gegen Ende der Legislaturperiode doch noch ein rot-rot-grünes Projekt im Bundestag den Sieg davon getragen. Die Steilvorlage, die Kanzlerin Angela Merkel in einem Gespräch mit einer Frauenzeitschrift geliefert hatte, nahm die sich im Wahlkampfmodus befindliche SPD umgehend auf und setzte die Abstimmung über "die Ehe für alle" auf die Tagesordnung der Bundestagssitzung am 30.Juni.

Jahrelang wurde der Gesetzentwurf in den Ausschüssen blockiert. Jetzt hat der Bundestag beschlossen, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Damit dürfen gleichgeschlechtliche Paare künftig genauso heiraten und Kinder adoptieren wie ein Paar von Mann und Frau.

Neben SPD, Linken und Grünen stimmte auch fast ein Viertel der Union mit Ja. Kanzlerin Merkel votierte dagegen. Bei 623 abgegebenen Stimmen sprach sich eine Mehrheit von 393 Abgeordneten für eine völlige rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare aus. 226 Parlamentarier stimmten mit Nein, vier enthielten sich.

Die Ehe für alle ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung.
Die gesellschaftliche Gleichstellung von LGBTI* ist aber längst noch nicht erreicht.
Homo- und Transphobie sind nach wie vor tief verankert.
Der Kampf um Befreiung muss also weitergehen!

Da dies im Grunde genommen einen  Bruch der Koalitionsvereinbarung darstellt, müsste – konsequent zu Ende gedacht -  Merkel die SPD-Minister jetzt entlassen. "Stürzt Rot-Rot-Grün danach Merkel und wählt Schulz zum Kanzler?" fragt die FAZ rhetorisch in ihrer Ausgabe vom 29.6. - gibt aber im gleichen Atemzug Entwarnung: Mit der rechtlichen Etablierung der Universalehe habe die Kanzlerin nur ein Hindernis für die Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl (mit wem auch immer) aus dem Weg geräumt.

Für die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz gilt das in gleicher Weise. Hatte er doch auf dem SPD-Parteitag am Wochenende verkündet, dass die Universalehe Bedingung für eine Koalitionsregierung mit Beteiligung der SPD sei. Schulz: "Ich werde keinen Koalitionsvertrag unterschreiben, in dem die Ehe für alle nicht verankert ist." Auf dem Parteitag hatte es noch so geklungen, als sei das die Aufkündigung einer erneuten Großen Koalition. Aber so schnell ändert sich manchmal das politische Geschäft. Schulz denkt eben auch schon an die Zeit nach der Bundestagswahl. Und da hält er wenig von rot-rot-grün.

txt: gst

Im Interview

Fridays for Future in Qamishlo. Was kann die Linke in Europa von Rojava lernen?

Fridays for Future in Qamishlo. Was kann die Linke in Europa von Rojava lernen?

Interview mit Kerem Schamberger über Rojava als konkrete Utopie und einen neuen Internationalismus   

Frage: Der türkische Einmarsch in Rojava hat nicht nur eine in den letzten Jahren weitgehend friedliche Region...

weiterlesen

marxistische linke - Partnerin der Europäischen Linken

"Mit einem Lächeln und der Hoffnung, dass wir die Krankheit besiegen"

marxistische linke unterstützt das palästinensische Dorf Farkha im nördlichen Westjordanland.  

03.07.2020: "Mit einem Lächeln und der Hoffnung, dass wir die Krankheit besiegen" – unter diesem Motto fand ein Umzu...

weiterlesen

Videos

"Commander Arian"

10.05.2020: Der Dokumentarfilm "Commander Arian" von Alba Sotorra ist ein eindrucksvolles Portrait einer YPJ-Kommandantin im Kampf für ein freies Leben. Die 30-jährige Arian führte ein Frauenbataillon in der Schlacht um ...

weiterlesen

Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier


EL Star 150

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.