"Nicht in Ankara, sondern in München"

Tools
PDF

Kerem-mit-FotoapparatBundesregierung macht sich zum Büttel Erdogans   

17.11.2017 | aktualisiert 14:30 Uhr:  "Die Staatsmacht kam noch vor dem Morgengrauen: Um 6 Uhr in der Früh begann der fünfköpfige Polizeitrupp die Razzia in der Wohnung von Kerem Schamberger. Der Vorwurf: Dieser habe auf Facebook Symbole der kurdischen Organisationen PYD, YPJ und YPG gepostet. Die Hausdurchsuchung fand allerdings nicht in Ankara oder dem – ohnehin längst befreiten – Rakka statt, sondern in München", schreibt die Zeitung der Gewerkschaft ver.di. (vollständiger Artikel weiter unten)

 

Am Montagmorgen (13.11.17) haben Beamte der Münchner Polizei die Wohnung des Kommunikationswissenschaftlers und linken Aktivisten Kerem Schamberger durchsucht; Handy, Laptop und USB-Sticks wurden beschlagnahmt. Schamberger habe, so die Begründung der Staatsanwaltschaft für die Hausdurchsuchung und das Ermittlungsverfahren, auf seiner Facebook-Seite vier Mal Flaggen und Symbole der kurdischen Organisationen PYD, YPJ und YPG gepostet.

Kerem Schamberger sagt dazu: "Als die Polizei mit vorgehaltenem Durchsuchungsbefehl vor meiner Tür stand, habe ich nur gesagt: »Warum denn das? Ich gebe doch zu, die besagten Posts verfasst zu haben. Warum also diese Durchsuchung?« Darauf wussten sie keine Antwort. Die Durchsuchung erfolgte trotzdem. Natürlich geht es nicht nur um die Posts. Es geht um die Durchleuchtung politischer, linker Arbeit in Bayern.“

Inzwischen gibt es eine breite Berichterstattung in den Medien - regionale Münchner Zeitungen, Süddeutsche Zeitung, Bayerischer RundfunkBerliner Morgenpost, Neues Deutschland, taz, … berichten über den Skandal. In den Infotafeln der Münchner U-Bahn wurde die Meldung eingeblendet.

Kerem-U-Bahnanzeige 2017-11-14

Einschüchterung mit System

Die Huffington Post vermutet, dass es um "Einschüchterung mit System" geht: "Das Vorgehen der Behörden gegen Sympathisanten der YPG mag so zunächst willkürlich erscheinen. Doch die Einsätze der Polizei folgen offenbar einem System. So gehen die Behörden bislang nicht flächendeckend gegen die Solidaritätsbekundungen vor. Eher scheint es darum zu gehen, besonders aktive Fürsprecher der Milizen stummzuschalten. … Vielleicht tatsächlich, um das unangenehme Kurden-Thema zu ersticken.
Schamberger zumindest will sich nicht unterkriegen lassen – wohl auch, weil das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main längst Zweifel an der Rechtmäßigkeit der YPG-Zensur angemeldet hat.
Am Montagabend postete er erneut ein Bild der gelb-grün-roten Fahne." (Huffington Post, 14.11.2017)

"Vier Facebook-Postings sind es, die ein Münchner Kriminaloberkommissar bei der Sichtung des Facebook-Profils des 31-jährigen Halbtürken Kerem Schamberger entdeckt hat und die nun am Montag Ermittler mit Untersuchungsbeschluss in seine Wohnung führten. Die Staatsanwaltschaft erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, die Ermittlungen würden von Amts wegen geführt. Es habe keine Anzeige gegeben.
Auf einem der Fotos ist etwa zu sehen, dass zwei Kämpferinnen vor einer Fahne der "Frauenverteidigungseinheiten" YPJ stehen, die als Teil der »Volksverteidigungseinheiten« (YPG) in Syrien gegen den IS gekämpft haben und dabei von der US-geführten Allianz unterstützt wurden. Solche Fotos gab es mit den Erfolgen gegen die Terrormiliz in den vergangenen Wochen viele. Für die Staatsanwaltschaft München I ist das Zeigen eines solchen Fotos auf Facebook offensichtlich bereits Anhaltspunkt für ein Verstoß gegen das Vereinsgesetz.
Nach Schambergers Informationen aus dem September hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen 190 Personen initiiert, weil sie Posts von ihm geteilt haben. Ein Betroffener bestätigte unserer Redaktion, deswegen zu einer Anhörung geladen worden zu sein."

Auszug aus dem Artikel der Berliner Morgenpost, in dem dann die umstrittenen Fotos gezeigt werden. 

 

Kerem Schamberger meint dazu: "Hausdurchsuchungen wie bei mir dienen dazu, Angst zu verbreiten. Niemand mehr soll sich trauen über die kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten zu sprechen und ihre Kürzel YPG und YPJ in den Mund zu nehmen. Der Terrorvorwurf als Bannstrahl. Betrachtet man die mediale Diskussion zur Thematik, kann man nur festhalten: die bayerischen Verfolgungsbehörden haben genau das Gegenteil erreicht. Alle reden über die Politik der Kollaboration mit dem Erdogan-Regime und die Blüten, die sie treibt.
Einschüchtern lassen wir uns so nicht - Gemeinsam sind wir stark!"


So nutzte das Institut Solidarische Moderne (ISM) die Gelegenheit, Kerem Schamberger offiziell als neues Mitglied in seinem Kuratorium zu begrüßen.

Kerem-ISM-Begruessung

Kerem-ISM-Vorstellung

Die Bundestagsabgeordente Sabine Leidig (DIE LINKE) schreibt: "Ich bin wütend und empört über die Hausdurchsuchung bei Kerem Schamberger! Grund dafür waren nämlich Fotos, die er gepostet hatte. Darauf waren Fahnen schwenkende Kurdinnen und Kurden zu sehen, die gegen den IS kämpfen. Die Bundesregierung empört sich zwar medial über einige Aussetzer Erdogans, doch mit dem Deal zur Abwehr der Geflüchteten ging sie eine florierende Partnerschaft mit dem Autokraten ein. Nun wird auch im Inland zunehmend ganz nach dem Geschmack Erdogans gegen Kurdistan-Solidarität und Kritik der türkischen autoritären Regierung vorgegangen. ... Dass die Hausdurchsuchung genau dann kommt, wenn Facebook wegen seiner Zensur von Türkei-Kritik in der öffentlichen Aufmerksamkeit steht, hat übrigens auch ein Gschmäckle."

Läuft Staatsanwaltschaft München Amok?

Die Staatsanwaltschaft München weitet die Verfolgung weiter aus. So wurde Anklage gegen einen 17-jährigen syrischen Kurden erhoben. Staatsanwaltschaft München I schreibt u.a.: "Der Angeschuldigte stellte (...) ein Titelbild ein, welches das Porträt Abdullah Öcalans zeigt. Die Person Abdullah Öcalan gilt als politischer Anführer der Organisation PKK (...) und tritt als solcher auf." Desweiteren habe er Fahnen mit dem Symbol der YPG gepostet. Die Staatsanwaltschaft kommt zu der Schlussfolgerung: "Bei Tatbegehung besaß der Angeschuldigte die gemäß §3 JGG erforderliche Reife, das Unrecht der Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln." Sein Handy wurde von der Polizei beschlagnahmt.

Also, die Staatsanwaltschaft München verfolgt einen jungen Syrer, weil er Symbole derjenigen Organisation postet, die in einer Allianz mit den USA in Syrien gegen den terroristischen IS kämpft und inzwischen Hunderttausende Menschen aus den Fängen des IS befreit hat. Wer ist hier der Terroristen-Sympathisant?

Auf Betreiben der Münchner Staatsanwaltschaft laufen inzwischenbundesweit Verfahren gegen 190 weitere Facebook-Nutzer, die Posts von Kerem Schamberger geteilt haben, auf denen Symboliken der YPG/YPJ zu sehen waren.

Heute hat die Staatsanwaltschaft München ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen Kerem Schamberger eingeleitet wegen "verbotener Mitteilung über Gerichtsverhandlungen am 10.11.2017, 12:27 Uhr". Dieses Ermittlungsverfahren bezieht sich auch auf einen Post auf Facebook. Schamberger hatte über den oben geschilderten Fall der Verfolgung eines 17-jährigen Kurden durch die Münchner Staatsanwaltschaft wegen Postens von YPG-Symbolen informiert.

Wenn Polizei und Staatsanwaltschaft bei der Verfolgung rechtsextremistischer Straftaten, Überfällen auf Flüchtlingsheimen, möglicherweise Ermordung eines Flüchtlings in Polizeigewahrsam, Entfernung von Nazi-Polizisten aus dem Dienst oder Steuerbetrug (Paradise Papers) nur genau so schnell wären.

 

 

 

Die Zeitung 'M Menschen Machen Medien' der Gewerkschaft ver.di schreibt:


Deutsche Doppelmoral zu Erdogans Diensten

Die Staatsmacht kam noch vor dem Morgengrauen: Um 6 Uhr in der Früh begann der fünfköpfige Polizeitrupp die Razzia in der Wohnung von Kerem Schamberger. Der Vorwurf: Dieser habe auf Facebook Symbole der kurdischen Organisationen PYD, YPJ und YPG gepostet. Die Hausdurchsuchung fand allerdings nicht in Ankara oder dem – ohnehin längst befreiten – Rakka statt, sondern in München.

15. November 2017 von Christian Selz

Der Einsatz legt die Doppelmoral der Bundesregierung schonungslos offen. Diese spricht sich in schöner Regelmäßigkeit gegen die Einschränkung der Pressefreiheit in der Türkei aus. Erst vor zwei Wochen hatte Regierungssprecher Steffen Seibert nach der Verhaftung von 13 Journalisten der regierungskritischen Zeitung Cumhuriyet in der Türkei betont, die Bundesregierung habe „wiederholt – und das will ich hier auch noch einmal tun – ihrer Sorge Ausdruck gegeben über das Vorgehen gegen Presse in der Türkei und gegen Journalisten in der Türkei“. Die Freiheit der Presse sei schließlich „zentral für jeden Rechtsstaat“. Der Vorwurf der türkischen Behörden gegen die Zeitungsmitarbeiter damals: sie hätten eine terroristische Organisation, namentlich die kurdische Arbeiterpartei PKK, unterstützt. Die Begründung des Durchsuchungsbeschlusses der Staatsanwaltschaft München I am Montag: Schamberger habe „in Deutschland verbotene Symbole von Unterorganisationen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK)“ abgebildet.

Für Schamberger, beruflich Kommunikationswissenschaftler und Doktorand an der Ludwig-Maximilians-Universität München, macht sich die deutsche Justiz so zum „Handlanger der AKP-Diktatur“ des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan. Auf seinem öffentlichen Facebook-Profil veröffentlicht Schamberger tagtäglich Nachrichten über den Krieg im Norden Syriens, wo die kurdischen Milizen auch mit Unterstützung der USA gegen Islamisten kämpfen, und über das Vorgehen des türkischen Militärs gegen die kurdische Bevölkerung im Südosten des eigenen Landes. „Parteiisch“ sei er dabei, und habe das auch nie verheimlicht. „Wer meinen Facebook-Auftritt kennt, der weiß, auf welcher Seite ich stehe, aber ich liefere dort natürlich auch Informationen“, sagt Schamberger.

Gut 16.000 Menschen folgen derzeit seiner Berichterstattung, doch es werden seit Monaten weniger. 25 Prozent seiner Abonnent_innen habe er seit September verloren. Viele davon hätten sich seitdem bei ihm gemeldet und mitgeteilt, dass Facebook seine Seite bei ihnen ohne ihr Wissen und gegen ihren Willen eigenmächtig entfernt habe. Ein Konzernsprecher stritt dies gegenüber Schamberger ab und behauptete gar, der Abonnentenschwund könne ja mit den angeblich vermehrt positiven Nachrichten aus der Türkei zu tun haben. Schamberger hält es stattdessen für möglich, dass Facebook die Reichweite seiner Seite entweder im mit der Bundesregierung abgesprochenen Kampf gegen angebliche „Fake News“ absichtlich einschränke oder aber, dass der türkischen Regierung nahestehende, wenn nicht gar von ihrem Geheimdienst beauftragte Mitarbeiter, in den outgesourcten Löschzentren des Konzerns dafür verantwortlich seien. Die taz berichtete bereits über den Fall.

Nun sorgten die deutschen Behörden für neue Nachrichten. Deren Vorgehen gegen Menschen, die sich mit dem kurdischen Widerstand solidarisieren, hatte Schamberger bereits seit längerem kritisiert. Am 17. Juni veröffentlichte er gar eine „Bitte an deutsche Strafverfolgungsbehörden“ und forderte die Behörden auf, „endlich Maßnahmen gegen den Inhaber dieses FB-Profils“, also ihn selbst, zu ergreifen. Dazu stellte er ein Foto mit den Symbolen von  PYD, YPJ und YPG. Eine gezielte Provokation.

Schamberger wollte damit gegen die Kriminalisierung des kurdischen Widerstands protestieren, bei der sich die deutschen Behörden im Übrigen selbst nicht ganz einig scheinen. Einerseits hatte das Bundesinnenministerium sowohl die kurdische Partei der Demokratischen Union (PYD) in Syrien als auch die bewaffneten Volks- bzw. Frauenbefreiungseinheiten YPG und YPG in einem Rundschreiben vom 2. März zu „Ablegern“ der PKK erklärt. Auf eine Anfrage der Linksfraktion antwortete die Bundesregierung andererseits kurz darauf, dass die Organisationen in Deutschland nicht verboten seien. Die Symbole fielen demnach nur dann unter das PKK-Verbot, wenn sie als Ersatz für Zeichen der kurdischen Arbeiterpartei verwendet würden. Im August erklärte zudem das Verwaltungsgericht Frankfurt ein Verbot, PYD-Fahnen bei einer Kundgebung zu tragen, für rechtswidrig. Trotzdem gehen die Behörden immer wieder gegen Facebook-Nutzer_innen vor, die Zeichen der kurdischen Organisationen posten.

Er habe damit gerechnet, dass die Behörden auch bei ihm aktiv werden würden, erklärte Schamberger nun. Eine Hausdurchsuchung habe er aber nicht erwartet, schließlich habe er ja – gerade auch in Bezug auf Hausdurchsuchungen in ähnlichen Fällen – stets „klar gesagt“, dass er „die Bilder gepostet“ habe. Das habe er auch am Montagmorgen den Beamt_innen erneut deutlich gemacht, diese hätten jedoch trotzdem darauf bestanden, seine Wohnung zu durchsuchen. Die Polizist_innen, darunter eine laut Schamberger in München als türkische Nationalistin stadtbekannte Beamtin, beschlagnahmten seinen Laptop, sein Handy und zwei USB-Sticks. Was die Behörde damit noch beweisen will, ist ihr Geheimnis. Für Schamberger ist klar, dass so „linke Strukturen ausgeforscht“ werden sollen. „Hausdurchsuchungen wie heute früh dienen dazu, Angst zu verbreiten“, schreibt er auf Facebook.

Quelle:  https://mmm.verdi.de/beruf/deutsche-doppelmoral-zu-erdogans-diensten-46179

Wir danken M Menschen Machen Medien und Christian Selz für die Genehmigung zur Veröffentlichung auf kommunisten.de

Internationales

Trumps Anschlag auf die Demokratie

Trumps Anschlag auf die Demokratie

08.01.2021: "Ein Faschist hat seit Januar 2017 das Weiße Haus besetzt. Wenn er einen oder zwei Generäle dazu bringen könnte, mit ihm zu gehen und die Truppen dafür bereitzustellen, gibt es dann wirklich noch irgendeinen Zweifel, dass Trump die US-Demokratie komplett zerstören würde?" (People's World, 6.1.2021)

weiterlesen

Europa

Julian Assange bleibt im britischen Guantanamo in Haft

Julian Assange bleibt im britischen Guantanamo in Haft

12.01.2021: Am 4. Januar 2021 urteilte ein Londoner Gericht, dass der Wikileaks-Gründer Julian Assange nicht in die USA ausgeliefert werden soll. Dennoch bleibt Assange im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh, bekannt als britisches Guantanamo, weiter inhaftiert. Ein Anschlag auf das Leben und die Gesundheit von Julian Assange.

weiterlesen

Linke / Wahlen in Europa

Tränengas, Schockgranaten und Wasserwerfer gegen Gedenken an Studentenaufstand in Athen

Tränengas, Schockgranaten und Wasserwerfer gegen Gedenken an Studentenaufstand in Athen

18.11.2020: Bereitschaftspolizeikommandos und Wasserwerfer marschierten gestern (17.11.) wie eine Besatzungsarmee in den Hauptstraßen der griechischen Hauptstadt. Das Ministerium für Bürgerschutz setzte über 6.000 Beamte ein, um "Recht und Ordnung" während des Jahrestags des Aufstands der Studierenden der Polytechnischen Universität am 17. November 1973 aufrecht zu erhalten. Wie der Staatsrundfunk (ERT) am Sonntag berichtete, sind Versammlungen von mehr als vier Menschen von Sonntag an und bis zum 18. November verboten, angeblich um "die öffentliche Gesundheit vor der Pandemie zu schützen".

weiterlesen

Deutschland

Bald neueste Atombomben in Deutschland

Bald neueste Atombomben in Deutschland

13.01.2021: Obwohl der Deutsche Bundestag vor mehr als 10 Jahren den Abzug der US-Atombomben verlangte, sind sie immer noch da - und sie werden sogar modernisiert ++ das US-Labor für Nuklearwaffentechnik meldet erfolgreichen Test der neuen Generation von Atombomben ++ Massenproduktion und Stationierung in Europa soll ab 1. Oktober 2021 beginnen ++ Nancy Pelosi: ″verhindern, dass ein instabiler Präsident militärische Auseinandersetzungen entfacht oder die (Nuklear-)Codes abruft und einen Atomschlag anordnet" ++ IPPNW appelliert an Bundesregierung, dem UN-Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen beizutreten

weiterlesen

Kapital & Arbeit

Wasser als Ware an der Börse

Wasser als Ware an der Börse

06.01.2021: Kommerz siegt über Menschenrecht: Seit dem 7. Dezember 2020 wird an der Chicagoer Börse mit Wasser gehandelt ++ Der Gang von Wasser an die Börse ist das Ergebnis einer langen Reihe von Schritten, schreibt Riccardo Petrella in einem Artikel bei Pressenza, einer internationalen Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat.

weiterlesen

Aus Bewegungen und Parteien

"Tiere haben mehr Rechte als wir"

08.01.2021: Mit Verspätung veröffentlichen wir einem Weihnachtsbrief, den Flüchtlingsgruppen aus dem Lager Kara Tepe auf der griechischen Insel Lesbos an Europas Bürger*innen und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geschrieben haben.

weiterlesen

Analysen

Westsahara: Der vergessene Konflikt

Westsahara: Der vergessene Konflikt

18.12.2020: Nach fast 30 Jahren Waffenstillstand ist der Krieg in die Westsahara zurückgekehrt. Am Freitag, den 13. November 2020, erklärte Brahim Ghali, Präsident der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS), das mit Marokko im Jahr 1991 unterschriebene Waffenstillstandsabkommen für beendet. Marokkanische Soldaten haben an diesem Tag auf saharauische Zivilist*innen geschossen. Am 18. November erklärte Brahim Ghali das gesamte Territorium der Westsahara "einschließlich seiner Land-, See- und Lufträume" zum Kriegsgebiet. Seit diesem Zeitpunkt führt die Saharauische Volksbefreiungsarmee (SPLA) Angriffe gegen Stellungen der marokkanischen Armee durch. Die Tragödie des Krieges verschafft einem von der Weltöffentlichkeit vergessenen Konflikt wieder Aufmerksamkeit.

weiterlesen

Meinungen

Am Konflikt arbeiten. Über Zukunftsprojekte und linkes Regieren

Am Konflikt arbeiten. Über Zukunftsprojekte und linkes Regieren

21.12.2020: Die bundesweite Richtung geht nach schwarz-grün. Ist vor diesem Hintergrund eine Diskussion über die Bedingungen linker Zukunftsprojekte und linken Regierens hinfällig? Nein, sagt Mario Candeias und plädiert dafür, dass sich die Linke auf umsetzbare Zukunftsprojekte in der kommenden Zeit konzentrieren soll. Er benennt mögliche Projekte und rote Linien und schlägt vor, an einem "Zehn-Punkte-Programm für eine Linksregierung" zusammen mit einem breiten Bündnis zu arbeiten, um sozialistische Alternativen sichtbar zu machen. Das sei auch wichtig zur Reorganisation der Linken - "unabhängig davon, ob es später zu einer Linksregierung kommen sollte oder nicht".

weiterlesen

Der Kommentar

Trumps gescheiterter Coup war keine Komödie

Trumps gescheiterter Coup war keine Komödie

Ein Kommentar von Giorgio Cremaschi, Ex-Generalsekretär der italienischen Metallgewerkschaft FIOM  

09.01.2021: Die Bilder vom Sturm aufs Kapitol in Washington sind um die Welt gegangen. Wie sind die Geschehnisse einzuordnen? War das ein Staatsstreich, innerstaatlicher Terrorismus, wie die Bürgermeisterin der Hauptstadt sagt, oder lediglich eine Aktion aufgestachelter Trump-Anhänger, die zwischen Fiktion und Realität nicht mehr unterscheiden können und überforderten Sicherheitskräften gegenüberstanden? Giorgio Cremaschi meint, dass Trump eine lange vorbereiteten Staatsstreich organisiert hat, der ″hätte erfolgreich sein können, aber ihm fehlte dann die Unterstützung, mit der er gerechnet hat″. Wenn Trump nicht im Gefängnis lande, werde "sein Coup weitergehen und die US-Politik bestimmen":

weiterlesen

marxistische linke - Partnerin der Europäischen Linken

Autobahn-Baustopp - der "Mietendeckel der Mobilität"?

Autobahn-Baustopp - der

Was der "Hambi" für den Kohleausstieg ist, kann der "Danni" für das Ende neuer Autobahnen sein     
von Sabine Leidig *)

Ich schreibe diesen Text am 21. November 2020, während Räumung und Rodung im Dannenröder Wald mit zunehmender Brutalität vorangetrieben werden. Heute früh ist zum dritten mal ein Mensch abgestürzt. Während ein offener Brief namhafter Akteur*innen unverzügliches Innehalten fordert, und die evangelischen Pröbste darum bitten, wenigstens am Sonntag den Polizeieinsatz zu unterbrechen, schweigt die schwarze und die grüne Landesspolitikprominenz dröhnend. Während Soliaktionen vor Parteizentralen oder Landtag abgeräumt werden, verkündet Robert Habeck beim Online-Parteitag zwar, dass der Bundesverkehrswegeplan gestoppt werden müsse, doch der grüne Landesverkehrsminister lässt im Einvernehmen mit dem CDU-Innenminister, den Bau der anachronistischen A49 vor...

weiterlesen

Videos

Chile: Nach der Revolte - ein Zwischenbericht

Chile: Nach der Revolte - ein Zwischenbericht

Ein Film von Gaby Weber

14.01.2020: Gaby Weber hat soeben ihren neuen Film über die Revolte in Chile fertiggestellt. Ihr Fazit: im Moment hat die Regierung Zeit gewonnen, aber die Ruhe ist trügerisch. Wenn die neue Verfassung nicht auf die Hauptforderungen der Bevölkerung eingeht, wird Nach-der-Revolte ein neues Vor-der-Revolte sein.

weiterlesen

Farkha Festival

Farkha Jugendfestival 2020 abgesagt

Farkha Jugendfestival 2020 abgesagt

Palästina braucht auch in den Zeiten von Corona unsere Unterstützung!

Liebe Freund*innen, liebe Genoss*innen, liebe Internationalist*innen,
ich weiß, in letzter Zeit gab es hier eine Reihe von Spendenbitten für progressive Projekte in Zeiten von Corona - jetzt kommt noch eine, die von mir ausgeht und von Herzen kommt: es geht um das diesjährige Farkha-Jugendfestival und die Menschen in diesem kleinen widerständigen Dorf in der Westbank/Palästina.

weiterlesen

Im Land des Sandes. In der Westsahara

Westsahara: In den befreiten Gebieten

Westsahara: In den befreiten Gebieten

Bericht von Kerem Schamberger |

19.02.2019: Die letzten Tage in der Westsahara waren geprägt von Sand. Überall Sand, wie schon im ersten Blogeintrag beschrieben. In jeder Ritze, in jeder Pore. Warum? Weil wir in die von der Polisario befreiten Gebiete gefahren sind und dort noch mehr Wüste ist, als schon in den Flüchtlingslagern um Tindouf.

weiterlesen

Der Kommentar

Trumps gescheiterter Coup war keine Komödie

Trumps gescheiterter Coup war keine Komödie

Ein Kommentar von Giorgio Cremaschi , Ex-Generalsekretär der italienischen Metallgewerkschaft FIOM  

09.01.2021: Die Bilder vom Sturm aufs Kapitol in Washington sind um die Welt gegangen. Wie sind die Geschehnisse...

weiterlesen

marxistische linke - Partnerin der Europäischen Linken

Autobahn-Baustopp - der "Mietendeckel der Mobilität"?

Autobahn-Baustopp - der

Was der "Hambi" für den Kohleausstieg ist, kann der "Danni" für das Ende neuer Autobahnen sein     
von Sabine Leidig *)

Ich schreibe diesen Text am 21. November 2020, während Räumung und Rodung im ...

weiterlesen

Videos

Chile: Nach der Revolte - ein Zwischenbericht

Chile: Nach der Revolte - ein Zwischenbericht

Ein Film von Gaby Weber

14.01.2020: Gaby Weber hat soeben ihren neuen Film über die Revolte in Chile fertiggestellt. Ihr Fazit: im Moment hat die Regierung Zeit gewonnen, aber die Ruhe ist trügerisch. Wenn die neue Verfas...

weiterlesen

++++++++++++++++++++++++++++++++

Zum Vormerken: 50 Jahre MSB Spartakus - 12. Juni 2021 in KölnMSB konstituiert

Liebe Freundinnen und Freunde, wir möchten Euch einladen:

Am 22. Mai 1971 wurde der Marxistische Studentenbund Spartakus (MSB) in Bonn gegründet. Er war in den 1970ern und 1980ern einer der einflussreichsten Studierendenverbände, in dem sich mehrere tausend Studentinnen und Studenten organisierten. Im Mai 2021 wird dieses Ereignis fünfzig Jahre her sein. Wir nehmen es zum Anlass, zu einer Wiederbegegnung einzuladen.
Weiterlesen

++++++++++++++++++++++++++++++++

Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier


EL Star 150

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.