Aus den Regionen

In dieser Rubrik erscheinen Berichte über regionale Veranstaltungen, Kampagnen und Aktionen.

Dienstag, 17. November 2009. Der Demonstrationszug der Studierenden machte Halt vor dem Universitätshauptgebäude. Dessen Eingänge waren mit Polizisten der Thüringer Bereitschaftspolizei verstellt. Etwa zwei Dutzend Studierende stiegen daraufhin durch das dem Haupteingang benachbarte Fenster ein. Ziel war es, die im Gebäude befindlichen Studierenden zum Mitstreiken zu bewegen. Die Polizisten schlossen die Fenster und drängten die im Foyer Streikenden in Richtung Ausgang. Bei dem Gerangel wurden zwei Studierende mit Pfefferspray besprüht. Auch Unbeteiligte wurden von der Polizei erfasst und grob aus dem Gebäude „befördert“. Am Ausgang wurden mehrere Studierende festgehalten und teilweise sogar wieder von Polizisten in das Gebäude gezerrt. Eine Gruppe Schüler, die sich zufällig zwecks Besichtigung der Universität im Gebäude befand, wurde Zeuge des Vorgehens der Polizei gegen die Studierenden.

Soweit ist es schon: dass Studierende pauschal kriminalisiert und aus ihrer Uni gewaltsam ausgeschlossen werden und ihnen der Eintritt sowie Kontakt zu anderen Kommilitonen verwehrt wird. Für die Herrschenden war Spaltung und Vereinzelung schon immer ein beliebtes Mittel, um Bewegungen zu schwächen.
Das Recht zu streiken und seine Meinung zu äußern, wird den Studierenden durch ein solches Vorgehen genommen. Die Forderungen sind unter anderem größere demokratische Teilhabe an der Hochschule. Steht nicht schon die Demokratie der BRD insgesamt in Frage, wenn den Studierenden die Meinungsäußerung in der Universität mit Polizeigewalt untersagt wird?
Auch bleibt die Frage, wie die Polizei zu ihrem Auftrag kam, dieses öffentliche Gebäude ohne Konsiltation der Studierendenschaft zu betreten?
Ob der Rektor Klaus Dicke sich des Hausrechts bediente, um die Polizei zu bitten, die Universität vor ihren Studierenden zu beschützen, oder ob der Befehl vom Thüringer Kultusministerium kam, bleibt freilich Spekulation. Haben Politiker und Professoren wirklich so viel Angst davor, sich mit den drängenden Fragen der Studierenden auseinander zu setzen? Junge Menschen, die sich um eine menschenwürdigere Ausbildung Gedanken machen und auf Missstände im Ausbildungssystem, wie eine Selektion nach Geldvermögen und den Zwang nach sturem Absitzen und Büffeln für blanke Punkte, aufmerksam machen wollen? So werden die Probleme ignoriert, bitternötige Diskussionen verhindert und die vorhandenen Spannungen weiter gesteigert. Dieser Bildungsstreik im November wird sicher nicht der letzte gewesen sein!

Assoziation Marxistischer Studierender (AMS) an der Uni Jena

Hier noch ein Bericht zu Ereignissen am Abend des 18.11.2009:
http://freitraum.blogsport.de/2009/11/19/polizeieinsatz-in-der-uni/#more-30

Weiterlesen: AMS: Polizei geht gegen Studierendenproteste vor

Wenn das erste Lichtlein brennt...

antifaschistisches Event statt Nazi-Advent!

Nikolaus treibt Nazis aus!

Naziaufmarsch am 5. Dezember 2009 in Königs Wusterhausen? Sabotieren!

Blockieren! Verhindern! Alle Jahre wieder!

Die DKP Berlin veröffentlicht hiermit den Aufruf des "Bündnis gegen rechts Königs-Wusterhausen" -BGR-

An alle Antifaschistinnen und Antifaschisten Brandenburgs und Berlins.
Liebe Bürgerinnen und Bürger von Königs Wusterhausen, liebe Brandenburger und Berliner,

Da sind sie schon wieder! Seit 2003 marschieren pünktlich zur Weihnachtszeit Hunderte Nazis durch Berlin, um für ein so genanntes "Nationales Jugendzentrum" zu demonstrieren. Während die ersten Aufmärsche lediglich regionale Bedeutung für die hiesige Naziszene hatten, trotteten im letzten Jahr erstmalig mehr als 600 Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet durch die Straßen Berlins. Dieser Aufmarsch wurde nun nach Königs-Wusterhausen verlegt.


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Zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres haben unbekannte Täter am Wochenende einen Anschlag auf das Ladenlokal der Chile-Freundschaftsgesellschaft »Salvador Allende« e.V. im Berliner Stadtteil Neukölln verübt. Die Attentäter warfen eine Fensterscheibe ein, bei einer zweiten blieben ihre Versuche erfolglos, möglicherweise wurden die Täter von Passanten oder aufmerksam gewordenen Nachbarn gestört.

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Zu den Vorfällen während des Bildungsstreiks in Jena Dienstag, 17. November 2009. Der Demonstrationszug der Studierenden machte Halt vor dem Universitätshauptgebäude. Dessen Eingänge waren mit Polizisten der Thüringer Bereitschaftspolizei verstellt. Etwa zwei Dutzend Studierende stiegen daraufhin durch das dem Haupteingang benachbarte Fenster ein. Ziel war es, die im Gebäude befindlichen Studierenden zum Mitstreiken zu bewegen. Die [...]

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22.11.2009: Nicht ungestört blieb der Messestand der Bundeswehr auf der diesjährigen Abimesse „Einstieg“ am 20. und 21. November 2009 in den Hallen des OCE in Poing (Landkreis Ebersberg).

"Besucherinnen und Besucher können auf der Einstieg Abi Ausbildungs- und Studienangebote miteinander vergleichen und mit Personalern und Studienberatern im persönlichen Gespräch über die Besonderheiten und die Anforderungen der Angebote sprechen.“ So der Anspruch der Veranstalter der gut besuchten Messe.

Gegen die Präsenz eines Werbestandes der Bundeswehr protestierten Jugendliche der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend SDAJ unmittelbar vor dem Stand mit einem Transparent:

Kein Werben fürs Sterben - Bundeswehr raus aus Schulen, Arbeitsämtern und Berufsmessen.

Die originelle Aktion, die auf Zustimmung der jugendlichen Messebesucher stieß, wurde zügig vom Wachschutz beendet, die Beteiligten erhielten einen Platzverweis.

Am Eingang zur Messe, wo bereits  die „ BürgerInnen gegen den Krieg  - Landkreis Ebersberg“ mit einem Informationsstand und Flugblattaktion gegen die Bundeswehrpräsenz auf der Messe und gegen den völkerrechtswidrigen Afghanistaneinsatz  mobil machten, setzte die SDAJ ihre Aktion fort.

Quelle: Pressemitteilung der DKP-Ebersberg

 

22.09.2009: Mit einem Treffen in Erkner und einer anschließenden Auftaktkundgebung vor der Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals begann am Sonnabend ein »Protestzug gegen einen Abriss der antifaschistischen Ernst-Thälmann-Gedenkstätte«. »Auf nach Potsdam - Platzeck wir kommen!« tönte es durch die Lautsprecher, während die TeilnehmerInnen in langsamer Fahrt durch Ziegenhals, Niederlehme und Königs Wusterhausen fuhren. Dort sprach für den Freundeskreis »Ernst-Thälmann-Gedenkstätte« e. V., Ziegenhals Max Renkl einige Worte zur Situation sowie zu Absicht und Ziel des Protestzuges. Anschließend drückte Michael Reimann, Kreisvorsitzender des Partei »Die Linke« Dahme-Spreewald, seine Solidarität aus. Reimann versicherte die Unterstützung der Mitglieder seiner Partei für unseren Kampf um Erhalt und Wiedereröffnung der Gedenkstätte am authentischen Ort in Ziegenhals. Er nahm auch Bezug auf die 500 Unterschriften aus Paris, die dem Freundeskreis von dem Landesvorstand seiner Partei überreicht wurden. Danach sprach Frank Baier für die Friedenskoordination Potsdam, der auf die Untrennbarkeit von antifaschistischen Kampf und Anti-Kriegs-Aktivitäten hinwies.
Weiterlesen: Protestzug für den Erhalt der Thälmann-Gedenkstätte


Zur Erinnerung an die sog. „Novemberpogrome 1938“ suchten wir am 9.November 2009 in unserer Stadt einige „Erinnerungsorte“ aus dieser Zeit auf.

Der Künstler Gunter Demnig erinnert seit dem Jahr 2000 an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen hat er Stolpersteine in mehr als 480 Orten in Deutschland und darüber hinaus verlegt. Sie werden vollständig durch Privatspenden finanziert. Die ersten Stolpersteine in Essen wurden im Juli 2004 am Webermarkt gesetzt. Inzwischen gibt es in Essen mehr als 180 Stolpersteine. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“, sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Die letzte Verlegung von Stolpersteinen in Essen fand am 04. September diesen Jahres statt, so auch diese auf dem Gelände der Universität.

Zum Andenken an die Bewohner der Maschinenstraße 19
Der Essener Campus der UDE wurde auf dem Gelände des früheren Stadtteils Segeroth erbaut. Von Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts war der Segeroth ein Industrie- und Arbeiterviertel. Ein großer Teil der Häuser zerstörten die Bomben des letzten Krieges. Weitere wurden im Zuge des Universitätsneubaus abgerissen. Straßen verschwanden, darunter auch die Maschinenstraße, die mitten über das heutige Uni-Gelände führte.

Das Haus Maschinenstraße 19 gehörte der jüdischen Familie Mosbach. Hermann und Isaak Mosbach waren Fischhändler. Moritz Mosbach handelte mit Schmuckwaren. Isaak starb in den 30er Jahren. Moritz, seine Frau Sophie und sein 1932 geborener Sohn Kurt wurden am 10. November 1941 nach Minsk (heute Weißrussland) deportiert und dort ermordet. Hermann war mit einer Nichtjüdin verheiratet. Er wurde erst 1944 ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und überlebte.

Am 30. April 1939 trat im Deutschen Reich das „Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden“ in Kraft. Aufgrund dieses Gesetzes wurden „Judenhäuser“ geschaffen, Häuser, in denen Juden zwangsweise untergebracht wurden. Das Haus Maschinenstraße 19 wurde ein Judenhaus. Dort zog eine Reihe von Juden ein, die bald darauf nach Auschwitz und Izbica deportiert und ermordet wurden. Insgesamt werden daher auf dem Campus in der Nähe der Mensa, Gebäude T01, Stolpersteine für 21 Mordopfer verlegt.

Eine Auflistung der Essener Verlegungsorte gibt es HIER.
 


Weiterlesen: Stolpersteine in Essen gegen das Vergessen

16.11.09: Für Samstag den 21.11.2009 16:00Uhr mobilisieren Antifa- und Hausbesetzergruppen zur diesjährigen Silvio-Meier-Gedenkdemonstration am U-Bahnhof Samariter-Straße unter dem Motto "Enough is Enough -- Linke Freiräume schaffen - gegen Nazis, Staat und Kapital". Indes verhöhnen gewaltbereite Berliner Neonazis auf ihren Internetseiten das Gedenken.

Nunmehr zum 17. Mal wird es am 21. November 2009 die Silvio-Meier-Demonstration in Berlin geben. Silvio Meier wurde am 21. November 1992 nach einer verbalen Auseinandersetzung mit jungen Neonazis von diesen erstochen. Die Demonstration verknüpft seit Jahren das Gedenken an den ermordeten Antifaschisten und Hausbesetzer mit dem Widerstand gegen aktuelle Entwicklungen in der extremen Rechten in Berlin. Dieses Jahr werden vor allem die Diskothek Jeton und der Neonazi-Laden Tromsö in Berlin-Friedrichshain im Fokus der Demonstration liegen. Von der Diskothek Jeton gehen seit Jahren immer wieder Angriffe auf Andersdenkende und Migranten aus. Der Tromsö vertreibt die bei Neonazis beliebten Marke Thor Steinar.

Weiterlesen: Berlin: Silvio-Meier-Demo 2009

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