Venezuelas Bodenreform zeigt Wirkung

E-Mail Drucken PDF

alt25.04.2012:  Im Jahre 2001 wurde in Venezuela unter der Regierung von Hugo Chavez das Gesetz zur Landreform mit der Zielsetzung verabschiedet, die großen 'Latifundien' aufzulösen und das Land armen Bauern zu übergeben. Im Juni 2010 ging man noch einen Schritt weiter und gab landlosen bäuerlichen Pächtern Rechte, das von ihnen bearbeitete Land als Eigentum zu erhalten und in voller Eigenverantwortung zu bebauen. Vor einer Woche zog der Präsident des venezolanischen Nationalen Bodeninstitutes (INTI), Luis Motta Dominguez, Bilanz und gab bekannt, dass durch die Bodenreform auf Grund dieser Gesetze mehr als 224.000 Familien in den Genuss von eigenen Landwirtschaftsbetrieben gekommen sind.

Diese Angaben und ergänzende Informationen machte Motta im Rahmen eines Interviews mit dem staatlichen Fersehen, in dem er über den aktuellen Stand des Programms der Bodenverteilung berichtete.

"Wenn wir die Zahl einer Familie im Durchschnitt mit 5 ansetzen, dann reden wir über etwa 1,3 Mio. Menschen, die von der Verteilung landwirtschaftlicher Böden profitiert haben," sagte der Präsident von INTI im Fernsehprogramm Toda Venezuela (Ganz Venezuela).

Laut Mottas Angaben konnte INTI in den vergangenen 11 Jahren die Nutzung von mehr als 7,7 Mio. ha landwirtschaftlichen Bodens regulieren und 1,1 Mio ha davon zudem an Landarbeiter im Rahmen staatlicher Projekte übergeben. "Die Enteignungen dieser landwirtschaftlichen Böden werden vorgenommen, wenn es sich um Latifundien handelt. Wir hatten so vorzugehen, dass diese Böden, die sich früher in der Hand einer einzigen Person befanden und schlecht oder gar nicht genutzt wurden, in die Hände kleiner Produzenten gegeben wurden."

Die gesetzliche Regelung Venezuelas des Jahres 2010 besagt, dass eine Landwirtschaft dann eine Latifundie ist, wenn die Fläche größer ist als die durchschnittliche Betriebsfläche in einer Region und weniger als 80% ihrer Produktionskapazitäten ausschöpft. Diese Kapazität wird laut Gesetz "in Übereinstimmung mit den Plänen und der Politik der nationalen Executive und im Sinne einer Bewirtschaftung bestimmt, die das Allgemeinwohl und die soziale Rolle des Bodens begünstigt". Das Bodenreformgesetz Venezuelas dient nämlich nicht nur der Übergabe von landwirtschaftlichen Böden "an diejenigen, die es bebauen", sondern es zielt auch ausdrücklich auf die Entwicklung der Produktionsmengen ab, um Venezuelas Situation eines vom Öl abhängigen Nahrungsgüter-Importeurs hin zum landwirtschaftlichen Selbstversorger mit einer diversifizierten Landwirtschaft zu verändern.   

Darauf wies Motta in seinem Interview ebenfalls hin: "Alle landwirtschaftlichen Böden, auf denen nichts produziert wird, werden geschützt. Sie werden an Gruppen von Produzenten oder an staatliche agro-ökologische Projekte übergeben, um die Nahrungsmittelsicherung und deren Entwicklung zu festigen." Man überwache diesen Prozess andauernd und könne sehen, wie die landwirtschaftliche Produktion in allen Teilen des Landes angewachsen ist.

Vor einiger Zeit hat die Regierung Venezuelas in diesem Rahmen ein neues Programm - Mission AgroVenezuela - aufgesetzt. Es dient der Förderung landwirtschaftlicher Produktion, indem es all denjenigen Bauern Unterstützung anbietet, die ihr Land vollumfänglich für die heimische Produktion von landwirtschaftlichen Gütern einsetzen. Diese Unterstützung erfolgt in der Form von Finanzierungshilfen mittels staatlichen Krediten zu Niedrigzinsen und durch Organisierung der Nutzung von technischer Hilfe, der Belieferung mit Produktionsmitteln und der Nutzung von landwirtschaftlichen Maschinen, wie Schleppern und Erntemaschinen.

Diese Initiativen des Staates in Verbindung mit andauernder Überprüfung und der Sicherung von Brachland haben laut Angaben von Motta bei Venezuelas Kleinbauern zu mehr Beschäftigungsmöglichkeiten und zu einem höheren Lebensstandard geführt.

s.a.: Neue Agro-Enteignungen in Venezuela

Text: hth  /  Quelle: Venezuelanalysis

 

 

European Left in München und HDP München laden ein

Umbruch in der Türkei – Wie weiter nach den Wahlen?
Freitag, 26.6.15 um 19:00 Uhr
KommTreff , Holzapfelstr. 3, 80339 München

mit Murat Çakir
(Geschäftsführer der Rosa Luxemburg-Stiftung in Hessen, Journalist und Mitherausgeber des Infobrief Türkei)

weiterlesen ...


 

Solidarität mit der SYRIZA-Regierung

Solidarität mit der SYRIZA-Regierung

18.06.2015: Die Propaganda gegen die Linksregierung Griechenlands läuft auf vollen Touren. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer diffamiert die SYRIZA-geführte Regierung in Athen als 'Faxen-Macher'. Tsipras soll seinem Finanzminister Gianis Varoufakis den Laufpass geben - das fordert FDP-Chef Christian Lindner. Für die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, handelt die griechische Regierung "in höchstem Maß verantwortungslos gegenüber dem eigenen Land und gegenüber der eigenen Bevölkerung".

Weiterlesen...

marxistische linke - offizielle Unterstützerin der EBI gegen TTIP

Flugblatt der marxistischen linken zu TTIP

Verein marxistische linke e.V.

Am 22.02.14 wurde in Berlin der Verein "marxistische linke - ökologisch, emanzipatorisch, feministisch, integrativ" gegründet. In dem Verein arbeiten Kommunist*innen und andere Marxist*innen zusammen.

... weiterlesen


Integrativer Marxismus

 


Solidarität mit Griechenland geht anders!

Solidarität mit Griechenland geht anders!

02.07.2015: Was in dieser Woche zu lesen und zu hören ist über Griechenland, das hat mit Journalismus, mit Recherchen und dem wiedergeben dessen was ist nichts mehr zu tun. Von Welt über FAZ bis hin zu Artikeln in der Süddeutschen wird der flächendeckende Versuch gestartet die Geschichte der Krise umzuschreiben. Selbst Medien, die sich bisher nicht eine Ecke stellen lassen konnten, geifern nun darüber, dass die Griechen zwar eigentlich abstimmen dürfen, dies aber mit der Bemerkung versagen wollen, dass wir hier (gemeint ist wohl die BRD) auch Demokratie haben! Was soll uns das sagen? Nur weil wir es zulassen, dass unsere (immer noch bürgerliche) Demokratie permanent mit Füssen getreten wird, dürfen andere keine demokratischen Wege gehen?

Weiterlesen...

Boris Kagarlitzky: Neoliberale Logik stimuliert die NATO-Expansionspolitik

Boris Kagarlitzky: Neoliberale Logik stimuliert die NATO-Expansionspolitik

03.06.2015: Boris Kagarlitzky, Direktor des Institut für die Globale Forschung und Soziale Bewegungen (IGSO) in Moskau, war Gast beim isw-Forum im Mai 20015. Im nächsten isw-report wird sein Beitrag veröffentlicht. In diesem Interview mit Potemkin Review (Paris) äußert er sich u.a. zu den Hintergründen des Konflikts um die Ukraine, den unterschiedlichen Klassenkräften und Interessen in den Volksrepubliken Lugansk und Donetzk sowie zur Politik Russlands.

Weiterlesen...

isw anzeige 150


 

america21 quer 150



Banner

 


unite logo

UZ PK 150

Die Wochenzeitung der DKP

Jetzt Probe-Abo bestellen


 

Empfohlene Links

Unsere Zeit

Die Wochenzeitung der DKP bringt aktuelle Informationen und spannende Analysen aus erster Hand.

Marxistische Blätter
Die der DKP verbundene Zeitschrift für marxistische Theorie und Politik erscheint alle 2 Monate.

Marx-Engels-Stiftung
Die "Erforschung des wissenschaftlichen Werks von Marx und Engels und seiner geschichtlichen Wirksamkeit" ist das Ziel, das sich die Marx-Engels-Stiftung gesetzt hat.
SolidNet

Info- und Nachrichtenportal internationaler KPen.