Literatur und Kunst

Buch DieHeimat derKrieg undEin "Salon"“ in der Barackenküche oder Wolfgang Bittners Roman über Vertreibung und Neubeginn – Zum Buch "Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen"   

Buchtipp von Harry Popow

Bei einem fröhlichen Gartenfest mit Kindern, Enkeln und guten Bekannten sitzt Großvater Michel etwas abseits im großen Sessel, ganz Ohr für die lustigen Reden und Witze, leise lächelnd. Auf seinem Schoß ein soeben zu Ende gelesenes Buch, denn er ist nach wie vor eine Leseratte. Der Titel: "Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen". Gerne würde er, der die letzten Kriegsjahre als Junge – ebenso wie der Autor – noch miterlebt hat, diese Lektüre mal anderen zeigen, aber er will die fröhliche Runde nicht stören. Weiß er doch aus Erfahrung, politische Bücher sind nicht jedermanns Ding. Und wenn, dann nähert man sich ihnen nur mit sehr spitzen Fingern und mit bedeutungsvollem Schweigen. Also sitzt er still und bescheiden, noch tief ins Gelesene versunken.

Weiterlesen: "Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen. Ein deutsches Lebensbild"

Heinrich Ehmsen An der MauerHeinrich Ehmsens Bilder vom Ende der Revolution

24.04.2019: "Das Chaos feierte Orgien in München. Die rote Armee in Bayern kämpfte sich bis zum Untergang in München durch, wo die von Epp‘schen und von Lüttwitz‘schen Freicorps ‚triumphierten‘. Auf dem Kasernenhof (…) in der Theresienstraße ratterten die Maschinengewehre die Revolutionäre an der Mauer zu Tode. Mit Besessenheit und Empörung malte und zeichnete ich diese Erlebnisse."[1] So beschreibt Heinrich Ehmsen das Ende der Münchner Räterepublik Anfang Mai 1919.

Weiterlesen: "...ratterten die Maschinengewehre die Revolutionäre an der Mauer zu Tode."

Buch Der standhafte Papagei01.03.2019: Ein Rückblick auf Ereignisse des Jahres 1979 eröffnet dem heutigen Betrachter interessante Erkenntnisse, die helfen können, eine sehr Deutschland zentrierte historische Sichtweise (100 Jahre Novemberrevolution / "Mauerfall" vor 30 Jahren) zumindest zu erweitern. Eine Reihe von Ereignissen von vor vierzig Jahren haben nämlich politische Prozesse in Gang gesetzt, die nachhaltig unsere Gegenwart prägen.

Weiterlesen: "10 Tage der Morgenröte" - Erinnerungen an Teheran 1979

Bonapartisten07.02.2019: Nach Brexit, dem Wahlsieg von Donald Trump in den USA und den Wahlerfolgen rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien in Europa fragt der Sammelband »Die neuen Bonapartisten«, wie weit das Marx'sche Bonapartismus-Konzept trägt, um die Wiederkehr von Autoritarismus und Nationalismus zu verstehen und diskutiert dies in historischer Rückschau und aktuellen Länderuntersuchungen. Wir veröffentlichen einen Auszug aus dem Beitrag von Frank Deppe.

Weiterlesen: Mit Marx den Aufstieg von Trump & Co. verstehen

Hellas Filmbox22.01.2019: In seinem vierten, von Sponsoren und Medienpartnern in der Bundesrepublik unterstützten Jahr präsentierte sich Hellas Filmbox Berlin stärker als europäische Plattform für den aus klammen Finanzen wiederaufstrebenden "Neuen Griechischen Film". Im Kino Babylon standen vom 16. bis 20. Januar 2018 insgesamt 44 innovative Filme aller Genres zur Auswahl.

Weiterlesen: Festival Hellas Filmbox Berlin. Erinnerung an deutsche Okkupation

Buch Die oeffentliche MeinungZur deutschen Erstausgabe von Walter Lippmanns »Die öffentliche Meinung«.
Von Michael Meyen

31.12.2018: Walter Lippmann liegt wieder im Buchladen. Der Westend-Verlag hat den Klassiker »Die öffentliche Meinung« ausgegraben. Ein Buch aus dem Jahr 1922, geschrieben von einem Mann, der lange ein Feindbild linker Theoriekritik war, heute als »Vordenker« des »amerikanischen Imperiums« gilt (Paul Schreyer) und in der Einführung zur Neuausgabe von den Ökonomen Walter Otto Ötsch und Silja Graupe gar zu einem Vater des Neoliberalismus ernannt wird. Was wollen wir von diesem Buch, was von einem Mann, der zum innersten Zirkel um Präsident Woodrow Wilson gehörte und von einer Regierung der Experten träumte, von einer Gesellschaft, in der Männer wie er die große »Herde« führen?

Weiterlesen: Botschaft, nicht Wahrheit

Buch Rizy Herbstzeitlose27.11.2018: Der in Bad Leonfelden im österreichischen Mühlviertel lebende Helmut Rizy hat sich vor allem mit seinem Roman »Hasenjagd im Mühlviertel« von 2008 über die NS-Vergangenheit der oberösterreichischen Provinz einen Namen gemacht, aber auch mit »Andreas Kiesewetters Arbeitsjournal« (2001) einen »leichtfüßig-schrägen« Schlüsselroman über die Kleinstadt verfasst. Sein neuester Roman »Herbstzeitlose« handelt von zwei Brüdern im Pensionsalter und ihren Familien. Rizy beleuchtet die Beziehungen zwischen Angehörigen eines Familiengefüges, die nur bei flüchtiger Betrachtung belanglos scheinen.

Weiterlesen: Helmut Rizy: »Herbstzeitlose«

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