Perverse Entwicklung der Drohnentechnik

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alt12.03.2013:  Auch für eine Regierung ist es nicht unbedingt einfach, kriminelle Aufträge ausführen zu lassen. Um diese Schwierigkeit zu bewältigen, sollten die Befehlsfolgen maximal verkürzt, die Anzahl der beteiligten Personen begrenzt und die Arbeitsteilung so erfolgen, dass sich möglichst niemand mehr für das Verbrechen verantwortlich fühlt. Diesbezüglich hat die NATO in den letzten Jahren Studien begonnen, um kriegerische Einsätze zu automatisieren und die ausführenden Soldaten unmittelbar mit ihrem Einsatzstab zu verbinden. Die französische Dassault-Gruppe und ihre europäischen Partner haben als eine Lösung dieser militärischen Anforderungen das 'nEUROn' erfunden.

Während aber der EURO an 'Höhe' verliert und sein Absturz droht, hebt der nEUROn ab. Bei ihm handelt es sich allerdings nicht um einen EURO mit neuem Kurswert. Der nEUROn ist eine unbemannte und ganz neuartige Kampfdrohne. Die jetzigen Drohnen, wie der us-amerikanische Predator, werden aus der Ferne und mehr als 10.000 km vom Ziel entfernt von in einer US-Basis an Konsolen sitzendem Personal gesteuert: mittels Videokameras und Infrarotsensoren bestimmen sie ihr Ziel (ein Haus, eine Menschengruppe, ein fahrendes Auto) und beschießen es mit Hellfire-Raketen (Höllenfeuer-Raketen). Derartige Drohnen werden in den 'geheimen Kriegen' in Afghanistan, Pakistan, Jemen, Somalia, Libyen und anderswo immer mehr eingesetzt.

Zur Unterstützung der französischen Militärintervention in Mali baut man jetzt auch in Niger eine US-Drohnenbasis auf. Diese wird die bereits in Äthiopien und einigen anderen afrikanischen Ländern im Einsatz befindlichen Basen ergänzen und verstärken. Die US-Luftwaffe bildet zur Zeit bereits weitere 'Fernbedienungspiloten' für die Steuerung der Kampfdrohnen aus. Allerdings gibt es dabei zu viele störende Probleme: die 'Piloten' an den Steuerungskonsolen gefährden zwar ihr Leben nicht, sind aber großen psychischen Belastungen ausgesetzt. Nach einer Studie des Pentagons verursachen die Belastungen in vielen Fällen Angst und Depressionen. Der Krieg mittels Drohnen deprimiert offensichtlich seine Akteure, selbst wenn sie nur mittels Knopfdruck und 10.000 km entfernt töten.

Nun sollen solche Probleme bald gelöst werden. Man experimentiert mit vollständigen Roboter-Segelflugzeugen - z.B. der X-37B der US-Air-Force - welche sogar ohne Fernbedienungspersonal an Konsolen auskommen sollen. Unter diesen unbemannten Kampfflugzeugen ragt der nEUROn heraus. Er ist Teil und Ergebnis eines europäischen und von der französischen Firma Dassault geführten Rüstungsprogramms, an dem das Unternehmen Alenia Aermacchi (Italien) mit einem Anteil von 22% der Kosten (welche in der Startphase des Projekts auf 400 Mio. EUR budgetiert sind) als primärer industrieller Partner beteiligt ist. Eine Gruppe weiterer italienischer Firmen, darunter Selex Galileo (Finmeccanica) beteiligt sich an dem Projekt unter Führung von Alenia Aermacchi. Auch Schweden (SAAB), Griechenland und die Schweiz haben zur Entwicklung des Prototyps des nEUROn beigetragen, der inzwischen seinen ersten Flug absolviert hat.

Der nEUROn_Prototyp wird nun zwei Jahre lang in Decimomannu (Sardinien) einem intensiven Prüfungsverfahren unterzogen, um zu überprüfen, ob seine Unsichtbarkeit vor feindlichem Radar und seine Fähigkeit, die aus dem Inneren des Laderaums abgesetzten lasergesteuerten Raketen und Bomben mit einem 'intelligenten' System von Alenia zur 'automatischen Zielerkennung' erfolgreich in Ziel zu bringen, die Erwartungen erfüllen. Sobald nämlich die Basisdaten einer 'Drohnenmission' eingegeben wurden, ist es allein die künstliche Intelligenz des nEUROn, die die Apparatur zum Ziel hinführt und - nachdem es erreicht wurde - wieder zurück zur Einsatzbasis bringt. All das läuft dabei in totaler Funkstille ab, um ein Abfangen der Drohne zu verhindern. Gleichzeitig bietet das die Möglichkeit, ein ganzes Geschwader angreifender nEUROns automatisiert durch die Abfangjäger der neuesten Generation (Rafale Type) zu lenken.

Auf diese Art und Weise wird der imperialistische Krieg im 21. Jahrhundert automatisiert und 'unsichtbar' gemacht. Das bietet den Abgeordneten, die solche Politik in parteiübergreifenden Abstimmungen unterstützen, neue  Möglichkeit, sich danach weiter unter dem Banner der Demokratie zu zeigen.

Quelle: Il Manifesto - Manlio Dinucci  /  Foto: Wiki

Nachtrag: Die Entwicklung des sogenannten 'Passivradars' wirft ein zusätzliches besonderes Licht auf den 'Wahnsinn' des imperialistischen Aufrüstens im Drohnenkrieg.

 

 

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26.01.2017: Sonntagnacht wurde das Auto des langjährigen IG Metall- und Stadtteilaktivisten Detlef Fendt in Berlin-Neukölln angezündet. Die Täter kommen höchstwahrscheinlich aus der extremen Rechten. Die marxistische linke steht solidarisch an der Seite von Detlef und der anderen Betroffenen des rechtsextremen Terrors. Die marxistische linke ruft auf: Beteiligt Euch an der Kundgebung gegen Intoleranz und Rassismus am Samstag, 28. Januar.

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