SYRIZA: Delegierte debattieren

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alt12.07.2013: Am gestrigen Donnerstag begannen die 3.500 Parteitagsdelegierten mit der Debatte, die bis spät in die Nacht andauerte. Die Frage "Euro oder Drachme" blieb dabei überraschenderweise nur ein Randthema. "Keine Opfer für den Euro, keine Opfer für die Drachme", das ist die gemeinsam getragene Position zu diesem Thema. So standen denn auch im Zentrum der zahlreichen Diskussionsbeiträge nicht die Frage der Währung, sondern die Erfahrungen und die bevorstehenden Herausforderungen im Kampf gegen die Austeritätspolitik.

Die Aktivitäten gegen die Schließung des öffentlichen Rundfunks und die Besetzung der Rundfunkanstalt sowie die Bewegung um die Goldmine Skouries-Chalkidiki wurden gründlich diskutiert und analysiert. Die Verbreiterung der Solidaritätsbewegung sei eine Schlüsselfrage für die weitere Entwicklung des Widerstandes, wurde immer wieder betont. Solidarität, das war auch der entscheidende Faktor für die Freilassung eines linken Aktivisten, der drei Jahre ohne Prozess in Untersuchungshaft weggesperrt war und gestern freigelassen wurde. Auf dem Kongress wurde spontan Geld gesammelt, um die Kaution in Höhe von 30.000 Euro bezahlen zu können.

altAbgeleitet aus diesen Erfahrungen wurden die Anforderungen an eine linke Regierung und die Frage der Regierungsfähigkeit von SYRIZA debattiert. "Wir sind bereit für die Regierungsübernahme", bekräftigte eine Delegierte unter großem Beifall. Viele Delegierte bewiesen dies in ihren Beiträgen für ein Regierungsprogramm des radikalen Wechsels.

Ein emotionaler Höhepunkt war der Auftritt des legendären Antifaschisten Manolis Glezos - er hatte während der Besatzung Griechenlands durch die deutschen Faschisten gemeinsam mit einem anderen Genossen die Nazifahne von der Akropolis gerissen. Auf geteiltes Echo stießen jedoch seine inhaltlichen Ausführungen. Er plädierte dafür, altdass jede Organisation mindstens drei Mandate in der neuen Parteiführung erhalten solle, SYRIZA also im Kern nicht zu einer Mitgliederpartei wird, sondern zu einer Partei von Parteien.

Dagegen wird eingewandt, dass viele neue Mitglieder nicht mehr den Organisationen zuzuordenen seien, die SYRIZA aus der Taufe gehoben haben.

Diese Fragen, wie die einheitliche Partei gebildet werden soll, war ein weiterer heiß diskutierter Themenkomplex des gestrigen Tages:  Sollen und werden sich die 12 Parteien bzw. Organisationen, die sich zu SYRIZA zusammengeschlossen haben, am Samstag auflösen oder werden sie weiter existieren? Soll der Vorsitzende vom Kongress oder vom Zentralkomitee gewählt werden? Werden die Mitglieder des Zentralkomitees aus einer gemeinsamen Einheitsliste gewählt oder treten verschiedene Listen mit ihren KandidatInnen an? Gibt es fest zugesicherte Mandate für VertreterInnen der verschiedenen Parteien, die sich zusammenschließen? Heftig diskutierte Fragen, die aber erst am Sonntag vor den Wahlen entschieden werden.

SYRIZA ist ein Experiment, dessen Ausgang offen ist, äußerte ein Delegierter im Gespräch. Aber es gibt jetzt die Chance eine starke Linke zu bilden, die einen radikalen Wandel einleiten kann, und diese Chance muss genutzt werde, setze er hinzu.

Besuch der Gedenkstätte in Kessariani

altDie ausländischen Gäste des Parteitags besuchten heute die Gedenkstätte in Kessariani im Osten Athens. In diesem Stadtteil, eine kommunistische Hochburg, hatten die deutschen Nazis am 1. Mai 1944 200 griechische Kommunisten erschossen. Sie waren bereits 1936 von der griechischen Diktatur ins Zuchthaus verschleppt worden und wurden dann 1941 an die deutsche Besatzungsmacht übergeben. Zur Einschüchterung der Bevölkerung wurden sie dann am 1. Mai 1944 öffentlich hingerichtet. Die Folge war jedoch ein neuer Impuls für den antifaschistischen Widerstand gegen die Okkupation des Landes durch die Nazis. Bis heute ist dieser Stadtteil eine Hochburg der Linken. Über Jahrzehnte kämpfte die Bevölkerung darum, dass dieses Verbrechen nicht in Vergessenheit gerät, immer in Auseinandersetzung mit dem griechischen Staat.

Erst im Jahre 2005 erreichten die Bewohner des Stadtteils, nachdem sie das Gelände besetzt hatten,  mit Unterstützung durch den Bürgermeister des Stadteils, dass eine Gedenkstätte für die insgesamt 800 Ermordeten, darunter auch deutsche und italienische Antifaschisten, errichtet wird.

Heute ist die Gedenkstätte wieder gefährdet. Im Zuge der Privatisierung soll auch die Gedenkstätte privatisiert werden. Ein Transparent am Eingang zur Gedenkstätte signalisiert den Widerstand der Bevölkerung: "Geschichte ist nicht zu verkaufen".

alt

 txt/fotos: Leo Mayer, z.Zt. Athen

siehe auch 1. Kongress von SYRIZA-USF in Athen

 

Newroz-Feier in den Kandil-Bergen

Kerem Schamberger befindet sich zur Zeit im Nordirak/Südkurdistan. Er berichtet:

Newroz-Machmur

Newroz-Feier in den Kandil-Bergen
21. März, 04:00 Uhr morgens. Der Wecker klingelt und es geht los. Heute geht es in das Kandil-Gebirge, dem berühmt berüchtigten Zentrum der Arbeiterpartei Kurdistans PKK, die sich dort seit ungefähr 15 Jahren befindet. Seit einiger Zeit wird auch dort eine für alle Menschen öffentliche Newroz-Feier abgehalten.
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Newroz und Presse in Machmur
19.03.2017: Noch zwei Tage bis zum 21. März – dem Höhepunkt des Neujahrsfestes Newroz. .. Im Zeichen des Widerstandes wird auch das Newroz-Fest in Machmur gefeiert, zu dem wir uns mit dem Rojnews-Jeep am 19. März auf den Weg machen. Die Stadt liegt 140 km westlich von Süleymaniye und befindet sich knapp 15km von der Front zum IS entfernt. In der Nacht sind die Luftangriffe der internationalen Koalition auf die Stellungen von Daesh, wie der IS im Nahen Osten herablassend genannt wird, zu hören.

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Der Putsch im Putsch

Veranstaltungen zur aktuellen Situation in der Türkei und Nordkurdistan
mit Kerem Schamberger

09.03.17: Luxembourg, 19:00 Uhr, Centre societaire 29, rue de Strasbourg Luxemburg-Gare, Veranstaltungshinweis
07.04.17: Oldenburg, 19:00 Uhr, Oldenburger Kulturzentrum PFL, Peterstr. 3
08.04.17: Bremen, 18:00 Uhr, Kulturzentrum KUKOON, Buntentorsteinweg 29, Veranstaltungshinweis Bremen
17.04.17: Berlin, 18:00 Uhr, ND-Gebäude (Münzenbergsaal), Franz-Mehring-Platz 1, Veranstaltungshnweis Berlin
18.05.17: Halle, 19:00 Uhr, Ort wird noch bekanntgegeben
19.05.17: Magdeburg, 19:00 Uhr, Ort wird noch bekanntgegeben


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Somos las nietas de las brujas que no pudieron quemar,
somos los colores de los lápices que no pudieron matar.
Somos las hijas de Juana, Rosa, Frida y las Mirabal,
somos zapatistas, montoneras, guerrilleras.

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Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier


Ein "Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten" oder ein "Europa der vielfältigen Möglichkeiten"?

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von Alexis Tsipras

18.03.2017: Dass sich die Europäische Union heute in einer politischen Krise befindet, ist nichts, was uns erschrecken oder überraschen sollte. In den letzten Jahren wurde das europäische Gebäude durch zwei Krisen, nämlich die Wirtschafts- und die Flüchtlingskrise, auf eine harte Probe gestellt, und die Schlussfolgerungen sind ganz und gar nicht ermutigend.

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Marta Harnecker: historische Prozesse verlaufen in Wellen

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22.03.2017: Anlässlich einer Konferenz über die heutige Bedeutung von Karl Marx kam Marta Harnecker nach Athen, wo der Journalist Tassos Tsakiroglou mit ihr über Marxismus, Venezuela und die lateinamerikanische Linke sprach.

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