Pascal Savoldelli: Die Hoffnung wieder aufbauen

E-Mail Drucken PDF

alt02.04.2014: Die Kommunalwahlen von 2014 sind in Frankreich durch eine bisher nicht gekannte Wahlenthaltung und massive Gewinne der Rechten auf Kosten der Gesamtheit der Linken und insbesondere der Sozialistischen Partei (PS) gekennzeichnet.
Diese Wahlen schicken zweifellos ein starkes Zeichen der 'Opposition' an die Politik von François Hollande und sind deutliche Begleiterscheinungen einer kranken Gesellschaft: Erkrankt an einer Regierung, die taub ist gegenüber den Vorstellungen der Bevölkerung, gleichgültig gegenüber dem sozialen Leid und die mit Zynismus ihre Wahlversprechungen verraten hat;

erkrankt an einem politischen System, das immer abgeschlossener wird und immer mehr nur für sich selbst lebt;
erkrankt an einer Sozialistischen Partei, die sich als Linke präsentiert, aber diese Werte zerstört;
erkrankt an einer Rechten und an einer Front National, die die antisoziale Eskalation, den Hass und die Spaltungen schüren;
erkrankt an der Austeritätspolitik im Dienste des Kapitals und der Finanzmärkte, die die sozialen Sicherungen und die Arbeit zerstört.

Diese Wahlen sind ein schwerer Schlag gegen diejenigen, die unter der Krise leiden und die Arbeit, sozialen Schutz und Solidarität brauchen. In diesem Krisenkontext und teilweise auch Opfer der massiven Zurückweisung der PS, haben sich die Französische Kommunistischen Partei (PCF) und die Linksfront trotzdem gut gehalten und in einigen Städten sogar gewonnen.

In einigen Départements wie  Hauts de Seine, Seine Maritime, Essonne, Meurthe oder Moselle gewann die PCF in der zweiten Runde 100 Prozent der von ihr bisher gehaltenen Gemeinden.

Erstmals seit 1995 gewinnt die PCF in Montreuil und Aubervill ers, zwei Städte mit jeweils mehr als 80.000 Einwohnern. In Städten wie Dieppe und Vierzon konnte der Sieg von 2008 verteidigt werden. In Val de Marne führt die PCF mit der Linksfront 10 Städte und ist trotz des Verlustes von Villejuif weiterhin stärkste Kraft der Linken.

Die PCF bleibt die dritte politische Kraft auf nationalem Niveau in Bezug auf Gemeindeverwaltungen, Bürgermeistern und Stadträten, weit vor den Grünen und der Front National, die von den Medien ein wenig voreilig als die Gewinner dieser Wahlen dargestellt worden sind.

Trotzdem sind wir nicht unbeschädigt von der Eroberungswelle der Rechten und der extremen Rechten. Der Verlust von sieben kommunistischen Gemeindeverwaltungen mit mehr als 30.000 Einwohnern - manchmal fehlten nur eine Handvoll von Stimmen - ist ein harter Schlag gegen die Bevölkerungen. Diese Ergebnisse stehen im Zusammenhang mit der nationalen Entwicklung, haben aber auch einen Bezug zu den örtlichen Situationen, die nicht ignoriert werden dürfen. Diese Entwicklung illustriert die Schwierigkeit, den Widerspruch zu lösen, der entsteht durch einen wachsenden Bedarf an örtlichen, öffentlichen Diensten, von sozialem Schutz auf der einen Seite und den finanzielle kommunalen Ressourcen auf der anderen, die durch die Regierungspolitik seit 20 Jahren immer weiter reduziert werden.

In einer Situation, in der in einer sich zersetzenden Gesellschaft, die Rechte erfolgreich ist und die extreme Rechte einen Schub an den Wahlurnen, auf der Straße und im Bewusstsein erzielt, muss die Hoffnung und die Alternative der Linken wieder aufgebaut werden.

1. April 2014
Pascal Savoldelli
Mitglied des Exekutivkomitees der PCF, Verantwortlicher für Wahlen
Präsident der Gruppe der Front de Gauche (PCF-PG-Citoyen) im Département Val-de-Marne

Anmerkung: Überschrift von der Redaktion

siehe auch:

Nicht nur Le Pen – auch die Linke legt zu

 

marxli-G20

marxistische linke: Jetzt Mitglied werden


100 Jahre Oktoberrevolution

Logo-Revolution-Gegenrevolution

Das 20. Jahrhundert war eines der Revolutionen: in Russland, Ungarn, Deutschland, Spanien, China, Mexico, Chile, Cuba und vielen anderen Staaten. Daraus ragen die Oktoberrevolution und Maos Langer Marsch mit dem Sieg der Kommunisten 1949 als epocheprägende Ereignisse heraus. Diese Revolutionen sind Teil des langen Zyklus von Revolution und Gegenrevolution, der mit der französischen Revolution 1789 eröffnet wurde. Ging dieser lange Revolutionszyklus mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu Ende?  Was kann Revolution in den Ländern des entwickelten Kapitalismus heute noch heißen?
Wir diskutieren mit

Frank Deppe
Autor des Buches: 1917 | 2017 - Revolution & Gegenrevolution

Fr., 10. November 2017, 19:00 Uhr
München
EineWeltHaus, Schwanthalerstr. 80

Sa., 25. November 2017,
Frankfurt a.M.
Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-7


marxistische linke Berlin/Brandenburg

7. November 2017, um 19 Uhr

"Oktober - Zehn Tage, die die Welt veränderten"

Film von S.M. Eisenstein nach der gleichnamigen Buchvorlage von John Reed über die Ereignisse vor und während der russischen Oktoberrevolution von 1917.
weiterlesen


Das war`s dann wohl mit r2g

Das war`s dann wohl mit r2g

von Bettina Jürgensen und Leo Mayer  
19.09.2017: Das wäre wohl die letzte Chance für eine rot-rot-grüne Regierungskoalition gewesen. Wobei es nicht einfach um eine andere Regierung gegangen wäre, sondern um eine andere Politik und ein anderes Regieren – gedacht als "ein Projekt der gesellschaftlichen Linken und der solidarischen Milieus; als eine politische Idee, die allen drei Parteien von außen aufgedrängt wird und sie dazu nötigt, sich zu ändern und über sich hinauszuwachsen" ("Das Unmögliche versuchen", Institut Solidarische Moderne).

Weiterlesen...

Demonstration zur Weltklimakonferenz

Logo-Demo-Klimakonferenz2017

Demonstration zur Weltklimakonferenz - 4.11.2017 - Bonn
Klima schützen - Kohle stoppen!
Rote Linie gegen Kohle

Infos unter https://www.klima-kohle-demo.de/



Ada Colau: "Wir brauchen Eure Unterstützung"

Ada Colau:

07.10.2017:
Ein verzweifelter Appell der Bürgermeisterin von Barcelona

Die Regierung der Partido Popular (PP) beharrt auf ihrer große Lüge, sie leugnen weiter, was für die internationale Presse und für jeden, der die Bilder am 1. Oktober der polizeilichen Eingriffe in Katalonien gesehen hat, offensichtlich ist. Es gab Gewalt, Brutalität und Wut.

Weiterlesen...

Pablo Echenique: "Separatisten und Rajoy provozieren absichtlich einen gesellschaftlichen Bruch"

Pablo Echenique:

21.10.2017: Zwei Züge rasen aufeinander zu und weder Mariano Rajoy noch Carles Puigdemont wollen die Bremse ziehen. Sowohl die Separatisten wie auch Rajoy treiben Spanien und Katalonien in eine tiefe gesellschaftliche Spaltung, sagt Pablo Echenique, Organisationssekretär von Podemos. Podemos werde weiter versuchen, als "Brücke zwischen den sich gegenüberstehend Blöcken" zu dienen und zum Dialog aufzurufen. Aber die Sozialisten der PSOE hätten es sich im "monarchistischen Block" - nahe an der PP, weit entfernt von Unidos Podemos - "bequem eingerichtet".

Weiterlesen...

Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier


Logo-Marx200


 

isw anzeige 150


 

america21 quer 150



Banner