Internationaler Frauentag 2015

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gleicher lohn berlin 08082014 mami 4585Kommentar von Bettina Jürgensen
08.03.2015: Bereits 2013 erschien ein Artikel von Gisela Notz im Neuen Deutschland unter dem Titel „Nicht weniger als die Hälfte“ zu den Verabredungen von Union und SPD über eine Frauenquote und patriarchale Strukturen in der Bundesrepublik. Darin heißt es: „Belgien, die Niederlande, Norwegen, Frankreich haben sie, Spanien führt sie 2015 für Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigtenn ein, Rückenwind für alle EU-Mitgliedsstaaten kommt von der Europäischen Kommission. Es geht um die gesetzliche Frauenquote.

 

Gisela Notz setzt sich mit der Quotenforderung auseinander, die für Aufsichtsräte im Koalitionsvertrag dann festgeschrieben wurde, und sie legt dar „Auch wenn der Beweis, dass durch mehr Frauen in Führungspositionen eine Veränderung der Arbeitskultur einhergeht, menschenwürdiger produziert und humaner geleitet wird, bisher ebenso wenig erbracht ist wie der Gegenbeweis, weil die empirische Basis fehlt, ist das kein Argument gegen die Quote.“ Und sie stellt die Forderung nach einer 50%-Quote.

Ihr Artikel endet mit der Bemerkung: „Mit der »Hälfte der Macht für Frauen« sind die patriarchalen Strukturen freilich nicht verschwunden. Zunehmende Prekarisierung und Armut, Zuweisung von Sorgearbeiten an Frauen, Ehegattensplitting, Lohnungleichheit, Refamilialisierung, Privatisierung und Verlagerung von vor allem Frauenarbeit auf »ehrenamtliche« Gratisarbeit, fehlende Infrastruktur für Kinder und Alte und Diskriminierung von anderen Lebensformen werden nicht automatisch der Vergangenheit angehören. Aber das hat ja auch niemand behauptet.“

Eine Quote von 30 % bei der Besetzung von Aufsichtsratsposten ist nun Gesetz – mit vielen Sonderregelungen, nicht für alle und auch nicht wirklich einklagbar. Sie gilt nur für etwa hundert börsennotierte Unternehmen, in denen die Arbeitnehmer voll mitbestimmungsberechtigt sind. Diese Unternehmen haben aber auch die Möglichkeit, diese Aufsichtsratsposten einfach unbesetzt bleiben zu lassen.

Nach fast hundert Jahre Wahlrecht für Frauen, zumindest im Gesetz festgeschriebener Gleichberechtigung, annähernd 70 % erwerbstätige Frauen – allerdings überwiegend in Minijobs, Teilzeit und zudem in prekären Arbeitsplätzen – müssen wir feststellen:

  • Die Armut ist nach wie vor weiblich, ob allein erziehend, jung oder als Rentnerin.
  • Für 3,2 Millionen Frauen in Deutschland ist der Minijob die einzige Erwerbstätigkeit und trotz Mindestlohngesetz sind oft gerade Frauen von den vielen Ausnahmen betroffen und bekommen weniger als 8,50€/Std.
  • Frauen erhalten durchschnittlich 23 % weniger Lohn und 3/4 aller Teilzeitstellen sind „weiblich“.
  • Frauen erhalten eine um 59,6% geringere Rente als Männer.
  • Frauen leisten im familiären Bereich die Sorge- und Pflegearbeiten – für Kinder, kranke Familienangehörige und Eltern, sind aber auch beruflich mit 80% der Beschäftigten in gesundheits- und sozialen Berufen überdurchschnittlich vertreten (und schlecht bezahlt).

Doch nicht nur in der BRD müssen die Rechte der Frauen und deren Umsetzung immer noch erkämpft werden.

Mut geben uns die Veränderungen in Europa, wie der Wahlerfolg und die Regierungsbildung durch Syriza in Griechenland. Hoffnung geben auch die anhaltenden Kämpfe um Veränderung in Spanien, die schon jetzt die Wahl im Herbst 2015 einläuten durch machtvolle Demonstrationen gegen die Diktate der EU und der Troika. Diese politischen Veränderungen müssen sich auch für die Rechte 51 % der Bevölkerung, die Frauen und Mädchen sind, positiv auswirken.

Doch auch Erfolge der letzten Jahre, wie z.B. die Verhinderung des Abtreibungsgesetzes in Spanien, können nicht über die Realität der Frauen, auch in anderen Teilen Europas, hinwegtäuschen.

Die Europäische Linkspartei EL hat in einem Aufruf zum 8. März unter anderem festgestellt:
„Wir betrachten die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen und ihre Beteiligung in allen Bereichen der Kämpfe als wesentlich, um eine antikapitalistische und anti-patriarchale Alternative aufzubauen, welche wir, die Frauen in Europa, brauchen. (….)
Ohne die Einbeziehung von Frauen, wird es nicht möglich sein, ein Europa, das auf der Grundlage der Gleichberechtigung aufgebaut ist, voranzutreiben, und in diesem Rahmen ein neues Verhältnis zwischen Männern und Frauen. (...)
Es kann keine menschenwürdigen Arbeitsplätze in destruktiven Bereichen geben – wie in der Rüstungsindustrie und den Armeen- oder in Bereichen, die zur Schädigung der Umwelt beitragen, zur Zerstörung der natürlichen Ressourcen, die Gesundheit der Menschen gefährden oder auf der Ausbeutung der Menschlichen und der Natur der armen Länder beruhen. (...)
Aus all diesen Gründen fordern wir ein anderes Europa, ein Europa, das Gleichheit und menschenwürdige Arbeit für Frauen garantiert.“

text: Bettina Jürgensen, Vorstand marxistische linke   Foto: mami

 

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100 Jahre Oktoberrevolution

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Das 20. Jahrhundert war eines der Revolutionen: in Russland, Ungarn, Deutschland, Spanien, China, Mexico, Chile, Cuba und vielen anderen Staaten. Daraus ragen die Oktoberrevolution und Maos Langer Marsch mit dem Sieg der Kommunisten 1949 als epocheprägende Ereignisse heraus. Diese Revolutionen sind Teil des langen Zyklus von Revolution und Gegenrevolution, der mit der französischen Revolution 1789 eröffnet wurde. Ging dieser lange Revolutionszyklus mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu Ende?  Was kann Revolution in den Ländern des entwickelten Kapitalismus heute noch heißen?
Wir diskutieren mit

Frank Deppe
Autor des Buches: 1917 | 2017 - Revolution & Gegenrevolution

Fr., 10. November 2017, 19:00 Uhr
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Sa., 25. November 2017,
Frankfurt a.M.
Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-7


marxistische linke Berlin/Brandenburg

7. November 2017, um 19 Uhr

"Oktober - Zehn Tage, die die Welt veränderten"

Film von S.M. Eisenstein nach der gleichnamigen Buchvorlage von John Reed über die Ereignisse vor und während der russischen Oktoberrevolution von 1917.
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Das war`s dann wohl mit r2g

Das war`s dann wohl mit r2g

von Bettina Jürgensen und Leo Mayer  
19.09.2017: Das wäre wohl die letzte Chance für eine rot-rot-grüne Regierungskoalition gewesen. Wobei es nicht einfach um eine andere Regierung gegangen wäre, sondern um eine andere Politik und ein anderes Regieren – gedacht als "ein Projekt der gesellschaftlichen Linken und der solidarischen Milieus; als eine politische Idee, die allen drei Parteien von außen aufgedrängt wird und sie dazu nötigt, sich zu ändern und über sich hinauszuwachsen" ("Das Unmögliche versuchen", Institut Solidarische Moderne).

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Das Agrarbündnis BGL/TS will mit diesem Film den Bauern Unterstützung entgegenbringen und aufzeigen, dass die immer intensivere Landwirtschaft, unser Konsumverhalten und falsche politische Weichenstellungen negative Auswirkungen auf die ganze Welt haben.

Filmvorführungen "Weiloisirgendwiazamhängd“
Montag, 5. Juni 2017, 11.00 Uhr,  Breitwand Kino, 82131 Gauting
Montag, 5. Juni 2017, 14.00 Uhr,  Breitwand Kino, 82229 Seefeld
Montag, 25. September 2017, 19.30 Uhr, Pfarrheim St. Severin in Mitterfelden
Dienstag, 17. Oktober 2017, 19.30 Uhr, Kino Herrsching am Ammersee

Trailer zum Film: http://www.weiloisirgendwiazamhaengd.de/


Ada Colau: "Wir brauchen Eure Unterstützung"

Ada Colau:

07.10.2017:
Ein verzweifelter Appell der Bürgermeisterin von Barcelona

Die Regierung der Partido Popular (PP) beharrt auf ihrer große Lüge, sie leugnen weiter, was für die internationale Presse und für jeden, der die Bilder am 1. Oktober der polizeilichen Eingriffe in Katalonien gesehen hat, offensichtlich ist. Es gab Gewalt, Brutalität und Wut.

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Marina Mortágua: "Die Bedingungen des Kampfes verbessern"

Marina Mortágua:

Portugal: Bedeutende soziale Verbesserungen und wirtschaftliche Erholung – mit unsicheren Aussichten

29.08.2017: Das Ergebnis der Parlamentswahl im Oktober 2015 in Portugal war ein Signal des Protestes und des Wunsches nach Veränderung. Der Bloco de Esquerda (Linksblock) erreichte 10,19 % und die Wahlallianz aus Kommunistischer Partei PCP und Ökologisch-Grünen Partei PEV (PCP-PEV) 8,25 %. Trotz des jahrelangen harten Sparkurses schaffte es die PS (32,31 %) nicht, mehr Stimmen als die Rechtskoalition aus PSD und CDS zu gewinnen (36,86%). Die Linksparteien schlossen mit der Sozialistischen Partei eine Vereinbarung zur Tolerierung der Minderheitsregierung unter der Führung von António Costa - hauptsächlich, um einer weiteren Rechtsregierung vorzubeugen und der Sparpolitik einen Riegel vorzuschieben.

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Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

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