Der Kommentar
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16.12.2015: In Paris wurde tatsächlich ein Abkommen beschlossen. Angesichts dessen, was man tun müsste, um die Klimakatastrophe wirklich zu verhindern, ist es aber viel zu schwach.


Innerhalb der schwerfälligen Logik der UN-Klimadiplomatie mag der Gipfelbeschluss wie ein großer Schritt erscheinen. Es wäre aber angesichts der Schicksale von Millionen Opfern des Klimawandels zynisch, das zur Messlatte für die Bewertung der Pariser Verhandlungsergebnisse zu machen. Angesichts der drastischen Emissionsreduktionen, die eigentlich nötig wären, ist das Abkommen menschenverachtend, verlogen und schizophren.

Menschenverachtend, weil es billigend in Kauf nimmt, dass die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen zugunsten von Profit und Wohlstandswahrung vernichtet werden. Dass sich das 1,5-Grad-Limit im Text wiederfindet, ist im besten Fall ein Pyrrhus-Sieg, weil der Vertrag nicht einmal erwähnt, dass hierfür 90 Prozent der fossilen Ressourcen im Boden bleiben müssten und die Welt ihren Treibhausgasausstoß bis 2050 um 70 bis 95 Prozent senken müsste. Wie soll das Abkommen garantieren, dass das passiert, wenn es nicht einmal der Begriff "Dekarbonisierung" in den Text hineingeschafft hat?

Menschenverachtend ist das Abkommen auch deshalb, weil es den Globalen Süden mit Almosen abspeist, anstatt das Recht zu verankern, für degradierte Böden, von der Landkarte getilgte Inseln oder die mit den Gletschern verschwundenen Trinkwasserressourcen entschädigt zu werden.

Das Abkommen ist verlogen, weil es vorgibt, mit wachsweichen Paragraphen den Klimawandel stoppen zu können, während die Regierungen gleichzeitig weiter knallharte Freihandelsabkommen pushen, die das zerstörerische Produktions- und Konsummodell des Westens immer krasser vorantreiben und die nationale Umwelt- und Klimagesetzgebung aushebeln.

Und das Abkommen ist widersprüchlich, weil es vorgibt, das Klima zu schützen, während der Text doch alles dafür tut, die Interesse der Wirtschaft zu schützen. Das einzige, was uns jetzt noch bleibt: Die sozialen Bewegungen müssen die Veränderungen von unten selbst durchsetzen.

Quelle: transform

 

Herbst der Solidarität

29. September, 12 Uhr, Hamburg, Rathausmarkt:
Das Netzwerk »We'll Come United« ruft zur Demo »Vereinigt gegen Rassismus« auf
Demo Logo Unidet against racismhttps://www.welcome-united.org/de/well-come-united/


3. Oktober, 13 Uhr, München, Odeonsplatz
das Netzwerk »ausgehetzt« sowie das Bündnis »NoPag« rufen zu einer Großdemonstration unter dem Motto »Gemeinsam gegen die Politik der Angst« auf Demo Logo Jetzt giltshttp://gemeinsam-fuer-menschenrechte-und-demokratie.de/jetzt-gilts-gemeinsam-gegen-die-politik-der-angst


6. Oktober, 11 Uhr, München, Königsplatz
das Aktionsbündnis "Artgerechtes München" ruft zur Demo für eine ökologische, tiergerechte und bäuerliche Landwirtschaft und gesundes Essen, saubere Luft und Klimaschutz.Demo Logo Mia hams satthttps://www.miahamssatt.de/


13. Oktober, 12 Uhr, Berlin, Alexanderplatz
#unteilbar Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung!
Über 5.000 Organisationen und Einzelpersonen unterstützen den Aufruf »für eine offene, freie und solidarische Gesellschaft– Solidarität statt Ausgrenzung!« und halten dagegen, "dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden".Logo unteilbar Demohttps://www.unteilbar.org/


Neben den Großmobilisierungen führt die »Seebrücke«-Bewegung in den kommenden Wochen weitere örtliche Aktionen gegen das Sterben im Mittelmeer und für "ein offenes Europa, solidarische Städte und sichere Häfen" durch Seebruecke Stoppt das Sterbenhttps://seebruecke.org/


und auch die Aktionen gegen die Abholzung des Hambacher Forstes gehen weiter
Hambacher Wald 2018 09 16 7https://hambacherforst.org/

 


Der Kommentar

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25.09.2018: Francis Wurtz, Politiker der Französischen Kommunistischen Partei PCF, hat in einem Kommentar auf seinem Blog seine Bedenken gegenüber der Position von Sahra Wagenknecht zu Migranten zum Ausdruck gebracht und ihre Position kritisiert:

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Im Interview

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 24.09.2018: Zur Eröffnung des EU-Gipfels am Donnerstag (20.9.) in Salzburg teilte EU-Ratspräsident Donald Tusk zufrieden mit, dass die Zahl der Flüchtlinge sinke. Er meinte die Zahl, die lebend die EU erreicht, denn die Zahl der Menschen, die vor Krieg, Hunger oder Elend müssen, steigt kontinuierlich an. Sie werden als "Wirtschaftsflüchtlinge" diffamiert, ...

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marxistische linke

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mit Heinz Bierbaum, Mitglied im Politischen Sekretariat der Partei der Europäischen Linken (EL)

 

Samstag, 20. Oktober 2018, 14 Uhr
in Frankfurt/ Main
Jugendherberge, Deutschherrnufer 12

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Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

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