Kein Uni-Job für Kerem ?

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kerem dkp fahne website22.10.2016: Kerem Schamberger aus München soll am Institut für Kommunikationswissenschaft der LMU in München eine halbe Stelle als Doktorand erhalten. Eigentlich hätte er bereits am 1. Oktober anfangen sollen, aber der bayerische Verfassungsschutz blockiert noch. Kerem ist Mitglied der DKP, und seit dem Radikalenerlass von 1972 müssen auch heute noch Anwärter auf Stellen im öffentlichen Dienst einen Fragebogen zur „Prüfung der Verfassungstreue“ ausfüllen und angeben, in welchen Organisationen sie aktiv sind oder waren. Seit über einem Monat prüft der VS nun schon, aber eine Antwort steht noch aus. Deshalb kann Kerem die Stelle noch nicht antreten.

Kerems politische Einstellung ist an der Universität bekannt. Er hat aktiv in der Fachschaft mitgearbeitet. Er ist Sprecher der DKP München, war früher aktiv in der SDAJ, er ist Mitglied der VVN-BdA und unterstützt den Verein "Rote Hilfe", alles Organisationen, die der bayerische Verfassungsschutz „beobachtet“. In den Verfassungsschutzberichten von 2010 bis 2012 ist Kerem namentlich erwähnt.

Auf seiner Web-Seite schreibt Kerem über sich:
Ich bezeichne mich als Kommunist. Dieser Begriff ist sehr dehnbar. Was ich darunter verstehe, werdet ihr in meinen Blog-Einträgen sehen. Meine politische Heimat liegt in der Deutschen Kommunistischen Partei München. Es bringt aber gesellschaftlich nichts, nur sein eigenes (parteipolitisches) Süppchen zu kochen, deshalb bin ich vor allem in anderen Zusammenhängen aktiv. Zum Beispiel in der Fachschaft Kommunikationswissenschaft an der LMU München. Außerdem engagiere ich mich in der Aktionsgruppe Untergiesing, das sind Menschen aus dem Münchner Stadtteil Untergiesing, die sich „um Aufklärung, Sensibilisierung und Widerstand gegen die zerstörerischen Auswirkungen des Raubtier-Kapitalismus in unserem Viertel“ bemühen. Hauptsächlich wird es in diesem Blog aber um die Entwicklungen in der Türkei und (Nord-)Kurdistan gehen. Als Internationalist und Halb-Türke nehmen mich die Entwicklungen in dieser Region besonders mit. Und ich stehe an der Seite der Demokratischen Partei der Völker (HDP) und hier in Deutschand vor allem an der Seite des Verbands der Studierenden aus Kurdistan (YXK). Außerdem arbeite ich als studentische Hilfskraft beim Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung (isw) mit und bin Mitglied im Verein marxistische linke.

Ergänzent werden muss, dass Kerem auch Mitglied im Herausgeberkreis von www.Kommunisten.de ist.

Probleme wegen seiner politischen Aktivitäten ist Kerem gewohnt. 2014 hat die Commerzbank München seiner Mutter das Konto gesperrt, weil Kerem, der eine Vollmacht für dieses Konto besaß, in einem Youtube-Video die Commerzbank und andere Banken für ihre Rolle in der Finanzkrise kritisiert und deren Vergesellschaftung gefordert hat. Der stern hatte darüber berichtet. Nach dem Putsch in der Türkei war er wegen seiner Berichterstattung Angriffen türkischer Nationalisten ausgesetzt. Die huffigtonpost hat darüber einen Beitrag gemacht und ihn interviewt. Facebook hat wegen seiner Berichte über den kurdischen Widerstand bereits dreimal sein Profil gesperrt. Darüber hat das Medienmagazin ZAPP mit ihm gesprochen.

Kerem hat jetzt die ehemalige Justizministerin Herta Däubler-Gmelin als Anwältin eingeschaltet.

Text: Michael Maercks  Foto: Kerem Schamberger


In der ersten Version dieses Artikels haben wir noch die Überschrift "Kein Uni-Job für Kerem – weil er Mitglied der DKP ist“ verwendet. Diese Überschrift kann beim Leser den Eindruck erwecken, dass der Fall schon entschieden ist. Das ist aber nicht der Fall. Sowohl Kerem, sein Professor und auch die Hochschule gehen bisher noch davon aus, dass Kerem – wenn auch verspätet – die Stelle antreten kann.

Hier noch 2 Links zur Presseberichterstattung in München

Süddeutsche Zeitung: Kein Job für Kommunisten? Ein Hauch von Kaltem Krieg weht durch die Münchner Uni

Münchener Abendzeitung: Kein Uni-Job – weil er Mitglied in der DKP ist

Junge Welt: Berufsverbote führen zu Duckmäusertum

Deutschlandfunk: "Kalter Krieg" an der LMU München

siehe auch DKP-Forum: Noch einmal zum 'Marxismus-Leninismus'

 

marxli-G20

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07.07.2017: Aus Hamburg kommen Bilder, die wir sonst aus der Türkei kennen. Vermummte Polizei setzt wahllos Knüppel, Wasserwerfer und Pfefferspray gegen Demonstrierende ein, auch gegen Unbeteiligte. Am Boden Liegende werden brutal misshandelt. Bettina Jürgensen zu den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg:

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Farkha Jugend Festival 2017

 Farkha2017-2Farkha Festival 2017: Wir sind angekommen
25.07.2017: Bereits zum 24. Mal findet das International Youth Festival der Jugendorganisation der Palästinensischen Volkspartei (PPP) in Farkha statt. Und auch dieses Mal sind wir wieder mit einer Delegation aus Deutschland dabei.

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Europäische Bürgerinitiative: Glyphosat verbieten

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Glyphosat ist wahrscheinlich krebserregend. Und 2017 entscheidet die EU: Darf das Ackergift weiter auf unsere Felder gespritzt werden? Monsanto, Bayer und Co. kämpfen mit aller Macht für ihren Bestseller. Wir halten dagegen – mit einer Europäischen Bürgerinitiative (EBI). Bis Ende Juni brauchen wir eine Million Unterschriften!

Gemeinsam haben wir 1.320.517 Unterschriften gesammelt!

Artikel: EU-Kommission und Monsanto stoppen - Glyphosat verbieten!


Logo-Weiloisirgendwiazamhaengd

Das Agrarbündnis BGL/TS will mit diesem Film den Bauern Unterstützung entgegenbringen und aufzeigen, dass die immer intensivere Landwirtschaft, unser Konsumverhalten und falsche politische Weichenstellungen negative Auswirkungen auf die ganze Welt haben.

Filmvorführungen "Weiloisirgendwiazamhängd“
Montag, 5. Juni 2017, 11.00 Uhr,  Breitwand Kino, 82131 Gauting
Montag, 5. Juni 2017, 14.00 Uhr,  Breitwand Kino, 82229 Seefeld
Montag, 25. September 2017, 19.30 Uhr, Pfarrheim St. Severin in Mitterfelden
Dienstag, 17. Oktober 2017, 19.30 Uhr, Kino Herrsching am Ammersee

Trailer zum Film: http://www.weiloisirgendwiazamhaengd.de/


Was nach Hamburg nicht untergehen darf

Was nach Hamburg nicht untergehen darf

ein Kommentar von Max van Beveren   

13.07.2017: Kaum zogen vermummte Gruppen durch Hamburgs Straßen, um Barrikaden zu bauen, Autos anzuzünden und einen Supermarkt zu plündern, war der Aufschrei in den Medien, in der Politik und in den Sozialen Netzwerken riesengroß und ist es nach wie vor. Die inhaltliche Kritik am G20-Gipfel, der weltweite Terror durch Kriegseinsätze, die Ursachen für Flucht und die brennenden Geflüchtetenunterkünften hierzulande verschwinden völlig hinter der Debatte um die gewaltsamen Auseinandersetzungen. Für die Regierenden sind die Gewalttätigkeiten ein willkommener Anlass, um weitere Grundrechtseinschränkungen und undemokratische Gesetze durchzusetzen, die nicht nur die gesamte Linke, sondern auch die restliche Bevölkerung treffen werden.

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Mit mut zu etwas Neuem

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Interview mit Claudia Stamm und Stephan Lessenich zur Gründung der neuen Partei

Frage: Warum habt Ihr die Initiative zur Gründung einer neuen Partei ergriffen?

Stephan Lessenich: Ich habe wahrgenommen, dass sich der Wind in der Welt und auch hier in Bayern dreht. Dass politische Parteien gerade hier im Freistaat im Angesicht der rechtspopulistischen Entwicklungen nach und nach Positionen geräumt haben, die früher selbstverständlich gewesen wären. Die Fluchtbewegungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass wir gesellschaftlich vor großen Herausforderungen stehen.

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Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier


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