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Syrien Afrin Opfer711.02.2018: Bombardierung wieder aufgenommen ++ Pentagon: Erdogan schwächt den Kampf gegen den IS ++ Muhammad Nur al-Din: NATO ist direkter Partener Erdogans beim Überfall auf Afrin ++ SDF zerstört türkischen Hubschrauber und 43 Panzer ++ Mehmet Firat: Afrin wird das Vietnam der Türkei ++ Dozdar Hemo: Das ist ein Volkskrieg ++ EU kann nicht länger schweigen

Nach einer viertägigen Pause, in denen Russland den Luftraum über Afrin geschlossen hielt, hat die türkische Luftwaffe am Donnerstag die Bombardierungen wieder aufgenommen. Die Dörfer und auch die Stadt Afrin werden jetzt wieder ununterbrochen bombardiert, meldet der Journalist Jihad Abdo aus Afrin der Zeitung Ahval.

Nach zwei Wochen ununterbrochener türkischer Luftangriffe hatte Russland am Sonntag (4.2.) den Luftraum gesperrt, nachdem am Samstag (3.2.) mit der Türkei verbündete dschihadistische Milizen ein russisches Kampfflugzeug über Idlib abgeschossen und den Piloten getötet hatten. Die Wiederaufnahme der Bombardierungen erfolgte wenige Stunden nach einem Telefongespräch zwischen Recep Tayyip Erdoğan und Vladimir Putin, in dem es nach Angaben des Kreml um die militärische Koordinierung in Syrien ging. Die Türkei und Russland haben einen Deal vereinbart, in dem Ankara den syrischen Regierungstruppen erlaubt, unterstützt von der russischen Luftwaffe, die Provinz Idlib von den türkei-gestützten islamistischen Verbänden zurückerobern und im Gegenzug Ankara freie Hand erhält für die Eroberung Afrins.

Pentagon: Erdogan schwächt den Kampf gegen IS

Zwischenzeitlich hatten die syrische Regierung und Russland den kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG erlaubt, Truppen nach Afrin zu verlegen. Sie öffneten für die aus Ostsyrien kommenden Einheiten der YPG und der Syrisch Demokratischen Kräfte SDF einen Korridor in den eingeschlossenen Kanton. Das Pentagon zeigt sich besorgt über diese Verlagerung der Kräfte. Dies schwäche den Kampf gegen den IS an der Grenze zum Irak, erklärte US-Generalleutnant Paul Funk von der us-geführten Internationalen Koalition gegen den IS.

Syrien YPJ Deir ez Zor

   YPJ-Kämpferin in Deir ez-Zor: "Jetzt verteidigen wir Afrin"

"Das US-Militär kann die Einheiten nicht aufhalten, die nach Afrin gehen", sagt Nicholas A. Heras, Analyst für den Mittleren Osten beim Center for a New American Security in Washington. Er hofft, dass nicht zu viele Kräfte die Region für den Kampf in Afrin verlassen und der Krieg gegen den IS trotz der Umgruppierung der kurdischen Kräfte auf "hohem Niveau" weiter geführt werden kann.

Paul Funk betonte, dass die SDF-Einheiten, die nach Afrin gehen, von den USA nicht militärisch unterstützt werden.

Dies bekräftigte auch der Sprecher des Pentagon, Eric Pahon. "Wir kooperieren mit den Einheiten, die gegen den IS kämpfen. Die Einheiten, die sich nach Afrin bewegt haben, werden von uns nicht unterstützt", sagte er. Gleichzeitg äußerte er seine Sympathie für die YPG und YPJ-Kämpfer*innen, die sich dem türkischen Angriff entgegenstellen. "Einige dieser Menschen kommen aus Afrin. Wenn Deine Heimat angegriffen wird, dann gehst Du zurück und verteidigst sie", meinte er gegenüber der Presse.

Defense One: Sanktionen gegen die Türkei und moderne Waffen für die SDF

Noch weiter geht das dem Pentagon nahestehende Magazin Defense One, das die militärische und politische Unterstützung der kurdischen Kräfte fordert, die Afrin gegen den Angriff der Türkei verteidigen. Denn sollte die Invasion der Türkei erfolgreich verlaufen, dann "wird das Al-Kaida und dem IS erlauben, den Krieg zu verlängern, und zur Flucht von Tausenden führen - alles destabilisierende Ergebnisse bei denen die USA und Europa verlieren werden", heißt es in dem Artikel 'The US Must Stop Turkey Now'.

Gefordert wird die politische Verurteilung des Angriffs durch die US-Regierung, ein sofortiger Stopp der Waffenlieferungen an die Türkei, Sanktionen gegen türkische Regierungsmitglieder, wie es auch gegenüber Russland im Falle der Ukraine geschehen sei, und eine verstärkte Unterstützung der SDF.

Defense One: "Die USA sollten die SDF in Afrin mit den Waffen ausrüsten, die sie benötigen für die Selbstverteidigung gegen die türkischen Angriffe. Mit TOW-Raketen (eine ferngelenkte US-amerikanische Panzerabwehrwaffe) gegen türkische Panzer und MANPADs (schultergestütztes Boden-Luft-Flugabwehrraketensystem) zum Abschuss von Flugzeugen, die die Bevölkerung Afrins bombardieren, könnten sie die Stellungen halten oder die Türkei zurückschlagen - so wie sie den IS aus Kobane, Raqqa und vielen anderen Städten vertrieben haben." Eine größere Schlagkraft der SDF könnte die türkisch-gestützten Dschihadisten von Gebietsgewinn und Bedrohung der Zivilbevölkerung abhalten, und die Internationale Koalition könnte sich wieder auf den Kampf gegen den IS fokussieren - "ein Sicherheitsinteresse, das sowohl regionale wie internationale Player teilen", resümiert der Artikel.

Botschaft an Erdogan

Vor diesem Hintergrund werten Beobachter den Gegenschlag der US-Luftwaffe auf iranische Milizen und syrische Regierungstruppen auch als Warnung an Erdogan. Iranische Milizen und syrische Regierungstruppen hatten in Deir al-Zor im Osten Syriens Einheiten der SDF angegriffen, worauf die USA deren Stellungen bombardierten und viele - es heißt 100 - Regierungssoldaten und Milizionäre getötet wurden. "Die USA erteilten in Deir al-Zor dem Assad-Regime ine Lektion, aber die Botschaft war an die Türkei gerichtet: die kurdisch-geführte SDF ist ein Verbündeter der USA, und die USA werden ihren Partener in syrienverteidigen", meint z.B. Ceng Sagnic, Koordinator für den Bereich Kurdistan beim Moshe Dayan Center in Tel Aviv. Erdogan hatte angekündigt, dass nach der Einnahme von Afrin als nächstes Ziel die kurdisch-gehaltene Stadt Manbij auf seiner Liste stehe. Dort sind aber auch US-Truppen stationiert. Erdogan hatte sie zum Abzug aufgefordert, weil sie sonst zum Ziel der türkischen Truppen werden.


"Wenn die US-Soldaten Uniformen der Terroristen tragen oder sich bei den Terroristen aufhalten, dann gibt es keine Chance einer Unterscheidung. Wir werden sie alle als Terroristen sehen."
Bekir Bozdag, Vize-Premierminister der Türkei

 

 

Bei seinem Besuch in Manbij am Mittwoch (7.2.) sagte der Kommandeur der US-Streitkräfte Generalleutnant Paul Funk in Richtung Ankara: "Wenn wir angegriffen werden, dann werden wir aggressiv antworten. Wir werden uns verteidigen."

Muhammad Nur al-Din: NATO ist direkter Partener Erdogans beim Überfall auf Afrin

Der Direktor der Zentrums für Strategische Studien in Beirut, Dr. Mohammad Nur al-Din, wirft in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Hawar news der Nato vor, direkt für die türkische Invasion in Afrin verantwortlich zu sein. "Die Türkei ist ein wesentlicher Teil der Nato, ungeachtet gelegentlicher Spannungen. Deshalb ist die Nato ein direkter Beteiligter an den Aktionen der Türkei gegen Afrin", sagte er

 

"Ich meine, dass das was die türkische Armee in Afrin gegen die Kurden macht - die Bombardierung und Tötung von Zivilisten - sich nicht von dem unterscheidet, was sie in einigen Städten der Südost-Türkei (Bakur Kurdistan) während der letzten Jahre gemacht haben. Ganze Stadtteile wurden zerstört. Meine Bewertung ist, dass dies - ob in Afrin oder der Südost-Türkei - das Ergebnis des Hasses ist. Dieser Hass ist in den türkischen Nationalisten eingewurzelt und wird von Erdogan angefeuert. Dies ist für diejenigen nicht überraschend oder neu, die den Hass und die Feindschaft kennen, die sich gegen alle die Kurd*innen sind richtet, ob innerhalb der Türkei oder Syrien oder Irak oder irgendwo anders."
Mohammad Nur al-Din, Direktor der Zentrums für Strategische Studien in Beirut

 

 

In Bezug auf die Schändung der Leiche der gefallenen YPJ-Kämpferin Barin Kobani meint er, dass die Verantwortung direkt auch bei der türkischen Regierung liegt, weil sie Sponsor und Schutzpatron der Söldnertruppen sei. "Das sind Söldner, die den Anweisungen der türkischen Streitkräfte folgen. Wenn nicht diese Atmosphäre des nationalistischen Hasses bei den Türken und diesen bewaffneten Gruppen wäre, dann würden sie nicht so abscheuliche Taten begehen. Die Verantwortung liegt bei der türkischen Regierung. Wenn sich die Türkei von diesem Verbrechen freisprechen wollte, dann hätte sie die Täter sofort festgenommen und bestraft, noch bevor die Weltöffentlichkeit dies verurteilt hat."

Nesrin Abdullah: Europa ist in das Verbrechen verwickelt

Syrien Afrin Nesrin Abdullah StockholmAm Freitag berichtete die Sprecherin der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) Nesrin Abdullah im schwedischen Parlament, dass inzwischen 148 Zivilisten durch die Bomben- und Artillerieangriffe getötet und mehr als 300 verletzt wurden, darunter viele Frauen und Kinder. "Diese Angriffe wurden mit Waffen aus Nato-Ländern ausgeführt", sagte Nesrin Abdullah. Aber auch Europa sei in diese Verbrechen verwickelt, klagte die YPJ-Vertreterin an.

Nesrin Abdullah hält sich zu Gesprächen mit der schwedischen Regierung in Stockholm auf. Sie habe positive Rückmeldungen erhalten, äußerte Abdullah. So sagte Schwedens Außenministerin Margot Wahlstrom den seit langem geplanten Besuch in der Türkei wegen Afrin ab und das schwedische Parlament gedachte mit einer Schweigeminute der Toten in Syrien. Außerdem werden die diplomatischen Beziehungen zur Türkei eingefroren.

Nesrin Abdullah zeigt sich überzeugt, dass internationaler Druck auf die Türkei Wirkung zeigen würde. "Wir sind davon überzeugt, dass internationaler Druck den Krieg gegen Afrin stoppen könnte", sagte sie.

Afrin wird das Vietnam der Türkei

Die Reaktion der schwedischen Regierung weist darauf hin, dass die Europäische Union und die internationale Gemeinschaft ihr Schweigen nicht mehr länger durchhalten können. Die Hoffnung, dass der Überfall auf Afrin ein Spaziergang für die zweitgrößte Armee der Nato werde und die Welt schnell wieder zur Tgesordnung übergehen könne, ist geplatzt. Nach drei Wochen Krieg wurden zwar durch die Bombenangriffe auf Dörfer, Staudämme und historische Kulturstätten unvorstellbare Schäden angerichtet und viele Zivilisten verletzt oder getötet, aber die türkische Armee und ihre dschihadistischen Söldner kommen am Boden nicht voran. "Was sie am Tag gewinnen, verlieren sie in der Nacht wieder" berichtet ein Journalist aus Afrine.

Gleichzeitig muss die Türkei herbe Schläge einstecken. Die SDF meldete am Samstag (10.2.), dass erstmals auch ein türkischer Hubschrauber abgeschossen wurde. Insgesamt seien seit dem 20. Januar 669 türkische Soldaten und Angehörige der Söldnerbanden getötet und 43 Panzer zerstört worden. Für manche der Beweis, dass die verbesserte Panzerung der aus Deutschland gelieferten Leopard II "lebenswichtig für die gepanzerten Kräfte der Türkei" ist. (Turkey’s Olive Branch may prove disastrously different than Euphrates Shield)

Syrien Afrin Panzer zerstoert

    YPJ zerstört einen türkischen Panzer (Video)

 

Die Panzer werden mit thermo-gelenkten Panzerabwehrwaffen zerstört. Sipan Hemo, Generalkommandierender der Volksverteidigungseinheiten YPG, erklärte, dass die SDF von keiner Seite militärische Unterstützung bekämen. "Die Abwehrraketen sind weder von den Russen noch den Amerikanern. Wir haben die thermo-gelenkten Raketen auf dem Schwarzmarkt gekauft und weiterentwicklet", sagt er und bekräftigte, dass sich die miltär-taktische Zusammenarbeit mit den USA auf den Kampf gegen den IS auf das Gebiet östlich des Euphrat beschränkt.

"Das ist ein Volkskrieg"

Die Türkei versuche, den Willen des kurdischen Volkes zu brechen, führte er weiter aus. Die Bevölkerung Afrins werde jedoch nicht weichen. Die Erwartung des türkischen Staates, durch terroristische Luft- und Bodenangriffe auf die Zivilbevölkerung eine Massenflucht auszulösen, erfüllt sich nicht. In Afrin leisten nicht nur die Kämpfer*innen Widerstand. Von großer Bedeutung ist auch die Haltung der Bevölkerung, die seit sieben Jahren unter einem Embargo lebt und trotzdem Hunderttausende Flüchtlinge aufgenommen hat.



Syrien Afrin Volkskrieg1"Die Bevölkerung hat das Recht zum Widerstand. Das Recht der Bevölkerung auf Verteidigung und darauf, ihr Land nicht zu verlassen, ist legitim. Der Widerstand gegen die bewaffneten Invasionsstreitkräfte basiert in Afrin auf dem Widerstand der Bevölkerung. Die Menschen widerstehen gemeinsam mit ihren Kindern. Das ist ein Volkskrieg. Die Bevölkerung widersteht der Invasion mit und ohne Waffen. Das ist der Grund, warum sie sagen, sie würden sterben, bevor sie ihr Land aufgeben würden."
Dozdar Hemo in 'UN is an accomplice in the invasion and civilian deaths'

 

 

Dengir Mir Mehmet Firat, mit Erdogan Gründungsmitlied der AKP und zeitweilig stellvertretender AKP-Parteivorsitzender, befürchtet, dass Afrin zum Vietnam der Türkei werden könnte. Firat, heute Parlamentsabgeordenter der HDP, sagte zu Ahnal news: "Die türkische Regierung kann den Bereich unter ihre Macht bringen, jedoch würde dies der US-Kontrolle in Südvietnam ähneln."

Zudem besteht die Wahrscheinlichkeit, dass durch den Überfall auf Afrin die gesellschaftlichen Beziehungen zwischen den türkischen Kurden und den mehrheitlich nationalistisch verhetzten 'Türken' auf Dauer zerstört werden. Und dies in einer Zeit, in der gesellschaftliches Miteinanderauskommen der verschiedenen ethnischen und religiösen Identitäten der Schlüssel für die nationale Einheit und den Zusammenhalt eines jeden Landes im Mittleren Osten ist. "Möglicherweise wird das gesellschaftliche Ergebnis der Afrin Operation zum Desaster für die Türkei", heißt es in einer Untersuchung.

Das Schweigen bröckelt

Syrien Afrin Demo2Das Schweigen lässt sich aber auch deshalb nicht mehr durchhalten, weil die kurdische Bewegung weltweit - von Australien über Russland, Europa, die USA und Lateinamerika gegen den Krieg der Türkei mobilisiert. In Nordsyrien und im Nordirak demonstrierten Hunderttausende ihre Solidarität mit Afrin (Foto: Demonstration in Afrin), junge Menschen schließen sich zuhauf der YPG und der YPJ an. Auch eine Internationale Brigade ist in Afrin eingetroffen, um am militärischen Widerstand gegen die türkische Invasion teilzunehmen.

Syrien Afrin Widerstand1

Angesichts des Scheiterns der türkischen Armee wächst die internationale Kritik an Erdogan. Der iranische Präsident Hassan Rouhani kritisierte inzwischen den Angriff auf Afrin und rief die Türkei zur Beendigung des Angriffs auf. Der russische Vize-Außenminister Oleg Syromolotov warnte am Mittwoch vor einer weiteren Destabilisierung der Region, machte allerdings die USA für den türkischen Angriff auf die Kurd*innen verantwortlich.


Syrien Afrin Haus bombardiert"Sieht denn niemand, was hier angerichtet wird? Der türkische Staat greift die Zivilbevölkerung an. Wo ist die Weltöffentlichkeit? Wo sind diejenigen, die immer von Menschenrechten sprechen?“

Nûcan Murad, Kurdisch-Lehrerin die aus dem Dorf Rabûsê im Bezirk Cindirêsê nach Afrin flüchtete

 

 

Nach drei Wochen des Wegschauens und des Schweigens beginnt nun auch die Europäische Union das Drama in Afrin zur Kenntnis zu nehmen. Die 'Außenministerin' der EU, Federica Mogherini sagte am Donnerstag, dass die EU "tief besorgt" sei über die Entwicklung in Nordsyrien. "Jenseits der humanitären Tragödie kann die Afrin Operation politische Konsequenzen haben. … Ich befürchte, sie macht die Türkei nicht sicherer", sagte sie.

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian bezeichnete den die türkische Invasion als "Verletzung" internationalen Rechts. Im Europäischen Parlament liegt eine Resolution vor, die die Türkei zum Stopp des Angriffs auffordert. Nur für die deutsche Regierung ist die Lage nach wie vor "fluid", sie steht weiter fest zu Erdogan und hetzt Staatsanwaltschaft und Polizei auf Träger*innen der Zeichen der YPG und YPJ. Die Verstärkung der Panzerung der Leopard-Panzer in der Türkei ist nur aufgeschoben.

"Verbrechen gegen die Menschlichkeit"

Kariane Westrheim, Vorsitzende der 'EU-Bürgerkommission zum Thema Türkei' (EUTCC) schrieb einen Brief an UN-Generalsekretär Antonio Guterres, den Sicherheitsrat der UN, an die Generalversammlung der UNO und an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. In dem Brief drängt sie die angeschriebenen Institutionen zu Maßnahmen gegen den Angriff der Türkei gegen Nordsyrien. Sie qualifiziert diesen Überfall als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" und "Aggression". Sie prangert die "groben Verletzungen des Kriegsrechts" durch die Türkei an und hält einen beabsichtigten "Genozid" für nicht ausgeschlossen. Der Überfall stelle eine "flagrante Verletzung der Europäischen Konvention über Menschenrechte dar. Deshalb seien die Regierungen verpflichtet, aktive Schritte zum Schutz der Menschenrechte einzuleiten.

Da die Türkei Mitglied des Europarates und des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (ECHR) sei, müsse der Gerichtshof sofort 'vorläufige Maßnahmen' einleiten, um die Verbrechen zu stoppen, für die die Türkei und Erdogan selbst verantwortlich sind, verlangt Westrheim.


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