Aus Bewegungen und Parteien

11.06.2026: IG Metall Würzburg und Rosa-Luxemburg Stiftung und laden zur vierten Gewerkschaftskonferenz für den Frieden ein ++ viele spannende nationale und internationale Gäste, u.a. Jeremy Corbyn, werden von ihren Erfahrungen und Kämpfen berichten ++ eine Konferenz von Gewerkschaftern für Gewerkschafter.

Den Frieden gewinnen, nicht den Krieg! - Unter diesem Motto findet die inzwischen "Vierte Gewerkschaftskonferenz für den Frieden" am 24./25. Juli in der Kolping-Akademie in Würzburg statt. Veranstalterin ist, neben der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die dortige IG Metall-Verwaltungsstelle.

Anlass ist die dramatische Zuspitzung internationaler Konflikte. Militärische Interventionen, geopolitische Machtverschiebungen und zunehmende Konfrontationen verändern die internationalen Beziehungen in rasantem Tempo. Zu Recht verurteilen weltweit nationale und internationale Gewerkschaftsbünde diese Entwicklungen, die mit wiederholten Völkerrechtsbrüchen verbunden sind. Dabei wird deutlich: Wer das Völkerrecht missachtet, gefährdet auch soziale und gewerkschaftliche Rechte. Außenpolitische Eskalation und innenpolitischer Druck gehen Hand in Hand – soziale Sicherheiten geraten ebenso unter Druck wie demokratische und gewerkschaftliche Errungenschaften.

Die bisherigen gewerkschaftlichen Friedenskonferenzen in Hanau, Stuttgart und Salzgitter waren in der Vergangenheit für hunderte Kolleginnen und Kollegen ein wichtiger Raum zur Vernetzung und zur Schärfung der eigenen Argumente gegen die Orientierung auf Kriegstüchtigkeit und die soziale Folgen. Sie sind damit zu einem wichtigen Referenzpunkt für friedensbewegte Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter geworden.

Und sie haben sicher auch die innergewerkschaftliche Diskussion und Meinungsbildung beeinflusst und dazu beigetragen, dass sich die Gewerkschaften nach wie vor als Teil der Friedensbewegung betrachten – allerdings ein Anspruch, der nur teilweise eingelöst wird. Erfreulicherweise wurde auf dem jüngsten DGB-Bundeskongress im Mai ein Friedensantrag angenommen, der zwar in weiten Teilen die Argumentation der Bundesregierung übernimmt, sich aber schon in der Überschrift für Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit ausspricht. Er lehnt sowohl das 5%-BIP-Ziel ab als auch die Stationierung von Mittelstreckenraketen.

Der mit fast ¾-Mehrheit angenommene Antrag der DGB-Jugend, der die Wehrpflicht und sonstige Pflichtdienste ablehnt, geht sogar noch weiter, indem er die Gewerkschaften aus ihrer Geschichte heraus als "antimilitaristisch" definiert – trotz einiger entschiedener Gegenreden von Delegierten.

Damit sind die Auseinandersetzungen über eine Positionierung der Gewerkschaften, auch was eine angeblich notwendige europäische Verteidigungsfähigkeit betrifft, nicht zu Ende.

In diese Auseinandersetzung innerhalb der Gewerkschaften will die Friedenskonferenz eingreifen, mit hochrangig besetzten Podien und Arbeitsgruppen.

Den Auftakt bilden zwei Referate zur Analyse der gegenwärtigen weltpolitischen Situation, gerade daran mangelt es sehr stark in der gewerkschaftlichen Diskussion: Ingar Solty und der stellv. Botschafter Kubas, Miguel E. Torres Tesoro, sprechen zu dem Thema, dabei spielt natürlich auch die Solidarität mit Kuba eine wichtige Rolle.

Andere Podien, besetzt z.B. mit dem stellv. ver.di Landesleiter von Bayern, der Bezirksgeschäftsführerin von ver.di Stuttgart, Wolfgang Däubler und Jan Dieren (SPD-MdB), beschäftigen sich mit Sozialabbau und dem Widerstand dagegen.

Über die Militarisierung von Schulen und Hochschulen diskutieren junge Gewerkschafter/innen und Nicole Gohlke (MdB Die Linke).

Über Rüstungskonversion als "Antwort" auf Arbeitsplatzabbau sprechen Heinz Bierbaum, Anne Rieger, Cem Ince (MdB Die Linke) mit Betriebsratsvorsitzenden aus dem Bereich der IG Metall.

Arbeitsgruppen vertiefen Fragestellungen: Militarisierung des Gesundheitswesens, Wie Militarisierung und Aufrüstung die Rechtsentwicklung befördern (eine Thematik, die bei den Bewegungen gegen Rechts meist unter den Tisch fällt), und Logistik für die Kriegsertüchtigung.

Ein national und international besetztes Podium mit Jeremy Corbyn, Alex Gordon (ehem. Vorsitzender der der britischen Eisenbahnergewerkschaft), Jérome Legavre (La France Insoumise),mit Reiner Braun, Ulrike Eifler, Mark Ellmann, Ronja Fröhlich vom Bündnis "Nein zur Wehrpflicht" schließt die Konferenz am Samstagnachmittag ab. Zum israelischen Krieg gegen die Bevölkerung Gazas wird Jules El-Khatib von "All Eyes on Gaza" sprechen. Damit wird, neben der Teilnahme des kubanischen Botschafters, demonstriert, dass die Gewerkschaftsbewegung auch eine internationalistische Bewegung ist.

txt: Norbert Heckl

Den Frieden gewinnen 2026 07 S1

Den Frieden gewinnen 2026 07 S2

 

Anmeldungen über https://info.rosalux.de/#Buchung/9zjym

Es wird auch einen Livestream über youtube geben.

Da die Kosten der Konferenz von den Trägern nicht vollständig gedeckt werden, bitten die Veranstalter um Spenden auf das Konto des "Verein für soziales und öffentliches Gesundheitswesen", der uns sein Konto freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat: IBAN DE88 8306 5408 0004 2414 36, BIC GENODEF1SLR, Kennwort "Friedenskonferenz".

Geschafft: Mehr als eine Million Unterschriften
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Neues von der Solidaritätskampagne: Abdeckplanen zum Schutz vor Regen. Gaza wird nicht vergessen!

Gaza Soliaktion Regenplanen 2025 12 2
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