05.01.2026: Am 4. Januar fand in Kiel eine spontane Solidaritätskundgebung für Venezuela statt. Viele Organisationen machten in Redebeiträgen deutlich, dass sie den Angriff der USA verurteilen und solidarisch an der Seite Venezuelas stehen.
Mit dabei waren auch Die Linke Kiel mit einer Rede der MdB Tamara Mazzi, die DKP-Kiel, Perspektive-Solidarität.org, SDAJ Kiel, Rotes Kollektiv Kiel, DIDF und Internationaler Jugendverband und Heinz Stehr. Teilgenommen haben auch Aktive des Kieler Friedensforum, der Kuhle Wampe Kiel, solid Kiel, AK Frieden ver.di Bezirk Kiel-Plön, Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein und weitere.
Für die marxistische linke sprach Bettina Jürgensen:
Liebe Teilnehmer*innen,
Der militärische Angriff der USA auf Venezuela am 3. Januar kann als Warnung gesehen werden, sich den Forderungen nach Ressourcen und der politischen Macht der USA nicht zu widersetzen.
Wir fordern heute:
Hände weg von Venezuela!
Eine abenteuerliche Begründung für die Bomben auf Venezuela gibt US-Senator Lee auf X über Infos des US-Außenministers Marc Rubio: "Die als "kinetische Aktion" beschriebene Bombardierung in Caracas habe gedient, "um die Durchführung des Haftbefehls zu schützen und zu verteidigen".
Der Angriff der USA war vorbereitet.
Seit Wochen bombardiert die US-Marine Schiffe wegen angeblichen Drogenhandels.
Hinzu kommt:
• Der Golf von Mexiko wird vom Präsidenten Trump nur noch "Golf von Amerika" genannt,
• das zu Dänemark gehörende Grönland wird als Eroberungsfeldzug für die USA in Visier genommen,
• dem Iran wird unverhohlen gedroht dort (wieder) einzugreifen
• aus Gaza soll, nach dem Genozid der palästinensischen Bevölkerung, ein Freizeitpark werden.
• Über Kanada denkt Trump laut als einen 51. Bundesstaat nach.
Wir könnten denken: Der spinnt der Trump.
Doch es ist ihm ernst seinen Anspruch auf "America First" nicht nur im Inland, sondern weltweit durchzusetzen.
Allein das Säbelrasseln der USA hat gereicht um die Stationierung von US-Soldaten in der Nähe des Panamakanals durchzusetzen, US-Kriegsschiffen eine kostenlose und vorrangige Passage zu garantieren. Panama hat sich aus dem mit China durchgeführten Infrastrukturprojekt "Neue Seidenstraße" zurückgezogen.
Es ist bekannt:
Das US-Militär soll die Interessen des Kapitals durchsetzen. Es geht um Ressourcen und um geopolitische Ziele. Der Überfall auf Venezuela macht es deutlich.
Dass nicht nur Venezuela gemeint ist wissen alle, mindestens die Regierungen der Nachbarstaaten:
Kolumbiens Präsident Gustavo Pedro hat die Organisation Amerikanischer Staaten und die Vereinten Nationen über X zu Notfallsitzungen aufgerufen: "Caracas wird gerade angegriffen. Alarmiert die Welt: Venezuela wurde angegriffen! Sie bombardieren mit Raketen."
Mexiko, Brasilien und Kuba sagen ähnliches.
Dazu kommt von diesen Regierungen die Aussage:
"Lateinamerika und die Karibik sind 'eine Zone des Friedens', die auf gegenseitigem Respekt und dem Verbot der Anwendung und Androhung von Gewalt basiert."
Diese "Zone des Friedens" wurde aus den Erfahrungen der Kämpfe um Selbstständigkeit gegen die Einmischung von Außen vereinbart. In Nicaragua, Chile, El Salvador, Peru, Mexiko … die Bevölkerungen wissen es.
Einige Länder in Lateinamerika hatten bereits Veränderungen durchgesetzt, emanzipatorische Entwicklungen waren das Ziel. Sie waren Vorbild im Kampf für eine soziale, gerechte und friedliche Gesellschaft.
Wie so oft: Es gab und gibt Rückschläge. Aber die Bevölkerungen lernen aus ihren Erfolgen und auch den Niederlagen.
Doch Frieden braucht mehr als Erinnerung.
Die grenzenlose Ausbeutung durch transnationales Kapital ist strukturelle Gewaltausübung gegenüber der Mehrheit der Weltbevölkerung. Dies bildet den Hintergrund der heute geführten Kriege. Auch des Krieges der USA gegen Venezuela.
Frieden erfordert, einen Weg zum Überwinden der ungerechten Strukturen der durch kapitalistische Ausbeutung strukturierten Weltgesellschaft.
Venezuela besitzt heute die größten Ölreserven der Welt. Schon lange wollen die USA an dieses Öl.
Es ist nicht der erste Krieg der wegen des flüssigen Goldes geführt wird.
"Kein Blut für Öl!" war die Forderung der Friedensbewegung 2003 gegen den Irakkrieg der USA und Großbritannien.
Es ging um die Rohstoffe im Irak und es ging um die geopolitische Lage.
Damals wie heute:
Die EU möchte mit am Öltisch sitzen.
Zum militärischen Schlag der USA gibt es deshalb keine oder wenig kritische Meinungen.
Einige Länder erkennen zumindest den Angriff und die Entführung des Präsidenten Maduro als völkerrechtswidrig an. Doch die EU-Präsidentin von der Leyen schreibt auf X: "Die EU unterstütze einen "friedlichen und demokratischen Übergang" in Venezuela".
Der Krisenstab der Bundesregierung bringt es fertig, die Deutschen in Venezuela aufzurufen, an einem sicheren Ort zu bleiben.
Das war´s.
Eine Verurteilung des Angriffs und der politischen Geiselnahme des Präsidenten Maduro, um einen Regimechange zu erzwingen – Fehlanzeige.
Wir wissen, dass es mehr braucht als Worte der Regierenden.
Dennoch wäre es ein Zeichen unserer Stärke, wenn wir die Bundesregierung zu einer Stellungnahme zwingen!
Obwohl imperialistische Staaten weder zu Gewaltverzicht noch zu weltwirtschaftlicher Umorientierung bereit sind. Auch das zeigen die Kriege in der Welt, das zeigt der Angriff auf Venezuela.
Gesellschaftliche Veränderungen müssen erkämpft werden!
Dazu braucht es den Druck, den Widerstand und die Solidarität – von uns allen!
In einer Erklärung im Fernsehen Venezuelas heißt es:
"Auf die Straße, Leute! Die bolivarische Regierung ruft alle sozialen und politischen Kräfte des Landes dazu auf, Mobilisierungspläne zu aktivieren und diesen imperialistischen Angriff zurückzuschlagen."
Das sollten wir unterstützen:
USA raus aus Venezuela!
No Pasaran




