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China Deutschland Fahnen03.11.2022: Mit mehreren Veröffentlichungen war die Regierung der Volksrepublik China bemüht, in den letzten Tagen für den Besuch von Bundeskanzler Scholz am morgigen Freitag (4.11.) ein konstruktives öffentliches Klima zu fördern.

 

Am Dienstag (1.11.) betonte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian, gegenüber der Presse, er sei davon überzeugt, "dass dieser Besuch der vertieften Entwicklung der umfassenden strategischen Partnerschaft zwischen China und Deutschland in der neuen Ära neue Impulse verleihen und zu einem friedlichen und stabilen Wachstum der Welt beitragen" werde. Es liege im Interesse beider Seiten, "das gegenseitige politische Vertrauen weiter zu festigen und die Zusammenarbeit zu vertiefen".

Der Besuch von Scholz findet auf Einladung des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang statt und wird von Beijing als "offizieller Staatsbesuch" behandelt. Er sei der erste Besuch eines europäischen Regierungschefs in China seit Beginn der COVID-19-Pandemie und der erste China-Besuch von Scholz seit seinem Amtsantritt als Bundeskanzler. Zugleich betont das chinesische Außenministerium, dass er zu einem Zeitpunkt stattfindet, da sich der 50. Jahrestag der Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen der BRD und der Volksrepublik China jährt.

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Zudem wurde in einer Veröffentlichung des Online-Portals der "Beijinger Volkszeitung", des offiziellen Partei- und Regierungsorgans, am 2.11. betont, dass Scholz der erste Staats- und Regierungschef der EU" sei, "der nach der erfolgreichen Durchführung des 20. nationalen Kongresses der Kommunistischen Partei Chinas nach Beijing reist". Diese Veröffentlichung erschien unter der Überschrift: "Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China ist eine Win-Win-Situation, von der alle profitieren". [1]

In dem Artikel heißt es u. a.: "Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner Chinas in Europa und China ist seit sechs Jahren in Folge der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Die beiden bedeutenden und einflussreichen Länder ergänzen sich wirtschaftlich in hohem Maße." Das hohe Maß, in dem sich die beiden Länder wirtschaftlich ergänzen, habe "ein enormes Potenzial für die Zusammenarbeit geschaffen, das nicht nur für die Wirtschaft und den Wohlstand Deutschlands und Chinas, sondern auch weit darüber hinaus von Bedeutung ist". Das sei nicht nur für die beiden Länder, sondern auch für die Welt von Vorteil.

Die "Volkszeitung" erwähnt in diesem Zusammenhang, dass am 9. September 2022 der 10.000ste voll beladene China-Europa-Güterzug, vom internationalen Hafen Xian im Nordwestchina kommend, die Hafenstadt Hamburg erreicht hat. Für "zeitkritische Güte" seien die Containerzüge eine attraktive Alternative für den Transport zwischen Hamburg und chinesischen Städten, sagte dazu Axel Mattern, der Chef der Geschäftsführung von "Hafen Hamburg Marketing" (HHM). Die "hoch leistungsfähigen chinesisch-europäischen Güterzug-Verbindungen" hätten dem Außenhandel bei der Kostensenkung und Effizienzsteigerung sehr geholfen", vermerkte Wang Wei, stellvertretender Generalkonsul der Volksrepublik China in Hamburg. Die Güterzüge aus China fahren laut den Angaben in dem Zeitungsartikel über 82 verschiedene Güterzugstrecken, die 200 Städte in 24 europäischen Ländern passieren und damit ein europaweites Verkehrsnetz bilden. Die Züge transportieren mehr als 50.000 Warenarten, darunter Automobile und Ersatzteile, Kleidung und Accessoires sowie Getreide und Holz.

Laut den Angaben in der Veröffentlichung der "Volkszeitung" haben die ausländischen Direktinvestitionen auf dem chinesischen Festland in den ersten neu Monaten 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 15,6 Prozent zugenommen. Dabei zeigten die Investitionen aus Deutschland "unter allen Herkunftsländern das stärkste Wachstum". Sie stiegen um 114,3 Prozent.

Als ein konkretes Beispiel wird dabei auf den neuen Verbundstandort des deutschen Chemiekonzerns BASF in Zhangjiang City in der südchinesischen Provinz Guangdong verwiesen, dessen erst Anlage im September diesen Jahres eingeweiht wurde. Nach Angaben des Unternehmens sollen dort jährlich 60.000 Tonnen technische Kunststoffe hergestellt werden, die vor allem in der chinesischen Automobil- und Elektronikindustrie gebraucht werden. Der Umsatz der BASF in China stieg in den ersten neun Monaten 2022 im Bergleich zum Vorjahr um 5,8 Prozent auf 9,3 Milliarden €. "Wir profitieren von Chinas Politik des erweiterten Marktzugangs", sagte BASF-Chef Martin Brudermüller bei der Einweihungsfeier in Zhanjiang. "Insgesamt sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es vorteilhaft ist, unser Engagement in China auszubauen."

Zugleich ist ein Anwachsen chinesischer Investitionen in Deutschland festzustellen. Beispielsweise haben chinesische Firmen der Herstellung von Batterien damit begonnen, große Investitionen vorzunehmen, um entsprechende Fabriken in Deutschland zu bauen. "Sowohl China als auch Deutschland sind führende Automobilproduzenten und haben wechselseitige und sich ergänzende Vorteile in der Automobiltechnologie und im Markt entwickelt", erklärte Xiong Meng von der "China Federation of Industrial Economics" (CFIE) dazu. In vielen Bereichen habe die Zusammenarbeit der Automobilindustrie beider Länder bereits bemerkenswerte Ergebnisse erzielt.


txt.: G.Polikeit

 

Anmerkungen

[1] Peoples Daily Online, 2.11.2022: Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China ist eine Win-Win-Situation, von der alle profitieren
http://german.people.com.cn/n3/2022/1102/c209053-10166269.html

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