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18.03.2026: Nach einem 29-stündigen vollständigen Ausfall wurde am Dienstagabend das nationale Stromnetz (SEN) wieder hochgefahren ++ Öl aus Russland++ Solaranlagen aus China ++ Miguel Diaz-Canel: Kuba geht nicht nach Canossa, ist aber zu Zugeständnissen bereit, um einen Zusammenbruch zu vermeiden ++ Solidaritätskonvoi aus Europa in Kuba eingetroffen 

 

Kuba hat am Dienstagabend sein Stromnetz wieder hochgefahren und sein größtes ölbefeuertes Kraftwerk ans Netz gebracht. Damit endete ein landesweiter Stromausfall, der mehr als 29 Stunden gedauert hatte. Behördenvertreter erklärten jedoch, dass es weiterhin zu Stromengpässen kommen werde, da nicht genügend Strom erzeugt werden könne. Die Stromerzeugung, die durch gravierende Treibstoffknappheit und veraltete Kraftwerke behindert wird, liegt immer noch weit unter dem, was zur Deckung des Bedarfs notwendig ist, und bietet den Kubanern, die bereits von monatelangen Stromausfällen erschöpft sind, nur wenig Erleichterung.

Die USA haben die Ölversorgung der Insel aus Venezuela unterbrochen und drohen, Zölle gegen Länder zu verhängen, die Treibstoff nach Kuba liefern.

Kubas Gesundheitssystem bricht zusammen

Aufgrund der Ölknappheit kommt es auch in anderen Bereichen zu großen Problemen. Experten hatten zuletzt gewarnt, dass Kuba auf eine "humanitäre Katastrophe" zusteuere.

Es mangelt an Schmerzmitteln, Antibiotika, Wundkompressen, Handschuhen, Masken. Kein Licht in den Spitälern, kein Strom für Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen. Strahlentherapien gegen Krebs, Patienten in kritischem Zustand, Operationen an Knochen oder Eingriffe am Herzen – ungewiss. Schmutzige Bettwäsche, keine Ventilatoren, keine Telefonverbindungen, weder per Handy noch per Festnetz. Kein Essen für die Spitalangestellten, manchmal nicht einmal Trinkwasser. Und kein Treibstoff, weder für Sanitätsfahrzeuge noch damit die Spitalmitarbeiter ihre Arbeitsstellen überhaupt erreichen können. So beschreibt das British Medical Journal (BMJ) die Zustände.

"Das Gesundheitssystem ist völlig zusammengebrochen. Es fühlt sich an wie ein Land im Krieg", sagte ein Arzt dem BMJ. Fast das Gleiche sagte der kubanische Gesundheitsminister am 20. Februar: Das Gesundheitswesen sei wegen der von den USA verhängten Einfuhrsperre von Erdöl kurz vor dem Kollaps.

Russisches Öl für Kuba

Kuba hat in diesem Jahr nur zwei kleine Schiffe mit Ölimporten empfangen. Am Dienstag nahm ein unter Hongkonger Flagge fahrender Tanker, der möglicherweise Treibstoff nach Kuba transportiert, die Fahrt wieder auf, nachdem er seinen Kurs vor Wochen im Atlantik unterbrochen hatte. Der Tanker wird der russischen "Schattenflotte" zugeordnet. Er soll am Montag eintreffen,

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg ist ein weiterer russischer Tanker auf dem Weg nach Kuba. Der Tanker "Anatoly Kolodkin" habe den russischen Hafen Primorsk verlassen und befinde sich auf dem Weg zum Hafen von Matanzas auf Kuba. Das Schiff transportiert 730.000 Barrel russisches Gasöl, ein dieselähnlicher Kraftstoff. Vorläufigen Informationen zufolge wirdder Tanker voraussichtlich am 4. April in Kuba eintreffen.

Das russische Außenministerium bekräftigte in einer Stellungnahme seine "unerschütterliche Solidarität mit der kubanischen Regierung und dem brüderlichen Volk" und erklärte, Kuba Hilfe, unter anderem in Form von Energielieferungen, zu leisten. (siehe auch kommunisten.de, 17.2.2026: Russland bereitet trotz US-Blockade Öllieferungen nach Kuba vor)

Solaranlagen aus China

Während die Trump-Regierung von den US-Klimazielen abrückt und wieder in fossile Brennstoffe investiert, spielt China seine Dominanz im Bereich der erneuerbaren Energien aus und hilft Kuba beim Wettlauf um die Nutzung erneuerbarer Solarenergie.

Gegenwärtig nimmt Kuba 5.000 in China hergestellte Photovoltaikanlagen in Betrieb und beschleunigt damit rasch den von China unterstützten Ausbau erneuerbarer Energien auf der Insel. Insgesamt 2.671 dieser Anlagen sind für wichtige kommunale Einrichtungen vorgesehen, wobei der Vorrang bei wesentlichen öffentlichen Diensten liegt, die bei Netzausfällen einen unterbrechungsfreien Betrieb erfordern. Das Programm soll die Energieautonomie für wichtige Einrichtungen gewährleisten, darunter Polikliniken, Entbindungs- und Altenheime sowie Hausarztpraxen, Bankfilialen, Radiosender und Kommunikationsbüros. So werden 81 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 2 Kilowatt in Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens installiert

Cuba Solaranlage Klinik

Da es sich um autonome Systeme handelt, die nicht vom nationalen Stromnetz abhängig sind, können diese Einrichtungen während Versorgungsausfällen wesentliche Funktionen wie die Kühlung von Impfstoffen und die medizinische Notfallversorgung aufrechterhalten.

Dies ist Teil einer Strategie, um die Auswirkungen der durch die US-Blockade verursachten Energiekrise abzumildern und die Stromerzeugung hin zu dezentraler, widerstandsfähiger, kleinskaliger Solarenergie zu verlagern, die auch bei einem Zusammenbruch des nationalen Stromnetzes wichtige Dienstleistungen aufrechterhalten kann.

Bis 2028 sollen dem Stromnetz rund 2.000 MW hinzugefügt werden. Dies entspricht der Leistung von zwei großen modernen Kraftwerksblöcken (z.B. Kernkraftwerk oder große Kohlekraftwerke), die rechnerisch etwa 1,4 bis 1,5 Millionen durchschnittliche Haushalte mit Strom versorgen können.

Die Solarkapazität ist bereits stark gestiegen, wobei Kuba den Anteil der Solarenergie an der Stromerzeugung innerhalb eines Jahres verdreifacht hat – von 5,8 % auf über 20 % –, was vor allem auf von China errichtete Solarparks zurückzuführen ist.

Die Solarkooperation ist Teil einer umfassenderen Partnerschaft zwischen China und Kuba, die Technologie, Ernährungssicherheit und Infrastruktur umfasst.

Trump droht, Kuba zu "übernehmen"

Ein Vertreter des US-Außenministeriums machte die kubanische Regierung für den Zusammenbruch des Stromnetzes verantwortlich und bezeichnete die Stromausfälle als "Symptom der Inkompetenz des scheiternden Regimes".

Neben der Blockade von Öllieferungen an Kuba hat US-Präsident Donald Trump seine Rhetorik gegen die rote Insel in der Karibik verschärft und am Montag erklärt, er könne mit dem Land tun, was er wolle. Er glaube, dass er "die Ehre haben werde", Kuba "in irgendeiner Form zu übernehmen oder zu befreien", erklärte Trump. "Ob ich es befreie oder einnehme – ich glaube, ich könnte damit machen, was ich will, wenn Sie die Wahrheit wissen wollen“, sagte Trump am Montag gegenüber Reportern im Weißen Haus. "Sie sind im Moment eine sehr geschwächte Nation."

Trump der grosse Diktator


Er stellte aber klar, dass derzeit der Nahostkrieg für ihn Priorität habe: "Wir werden uns zuerst um Iran kümmern, bevor wir uns mit Kuba befassen.“ Zudem zeigte er sich zuversichtlich, dass die Verhandlungen bald Ergebnisse hervorbringen würden: "Ich glaube, dass in Kuba sehr bald etwas passieren wird."

Kuba geht nicht nach Canossa, ist aber zu Zugeständnissen bereit, um einen Zusammenbruch zu vermeiden

Cuba Miguel Díaz Canel 1Der kubanische Präsident Miguel Diaz-Canel schoss zurück und kritisierte Washingtons "fast tägliche öffentliche Drohungen gegen Kuba". "Sie beabsichtigen und kündigen Pläne an, das Land, seine Ressourcen, sein Eigentum und sogar die Wirtschaft, die sie zu ersticken versuchen, zu übernehmen, um uns zur Kapitulation zu zwingen", schrieb Diaz-Canel am Mittwoch in den sozialen Medien, nachdem die Stromversorgung landesweit wiederhergestellt worden war. Er schloß: "Selbst im schlimmsten Fall kann sich Kuba einer Sache sicher sein: Jeder Angreifer von außen wird auf unüberwindbaren Widerstand stoßen."

Am Freitag hatte Miguel Díaz-Canel bestätigt, was bereits vermutet wurde: dass Verhandlungen zwischen kubanischen Führungskräften und Vertretern des US-Außenministeriums im Gange sind. Der kubanische Präsident betonte, dass es sich um einen Dialog handele, der von Raúl Castro und ihm selbst geleitet werde. Die laufenden Gespräche seien also offiziell und würden in einem Klima der Gleichberechtigung und unter Achtung der Souveränität Kubas geführt. Und sie seien "darauf ausgerichtet, durch den Dialog eine Lösung für die bilateralen Differenzen zu finden" im Interesse beider Völker sowie "des Friedens und der Sicherheit".

Diaz-Canel betonte, dass Kuba nicht nach Canossa gegangen sei, sondern mit aufrechter Haltung verhandle. Diese Klarstellungen sind darauf zurückzuführen, dass die kubanische Regierung noch wenige Tage zuvor die Existenz von Gesprächen geleugnet hatte, als wolle sie bekräftigen, dass die einzig mögliche Verhandlung auf der Beendigung des illegalen US-Embargos basiere, das allein im letzten Jahr einen Schaden von 7,5 Milliarden Dollar für die kubanische Wirtschaft verursacht habe.

Díaz-Canel hat somit implizit eingeräumt, dass beide Seiten einen Schritt machen müssen, um einen Kompromiss zu erreichen, und dass es von kubanischer Seite Zugeständnisse geben wird. Welche? Laut Quellen aus Washington geht es um Wirtschaftsreformen, die nordamerikanischen Unternehmern den Zugang zu Schlüsselbereichen der kubanischen Wirtschaft ermöglichen würden: Häfen, Tourismus, Mineralien wie Nickel und Kobalt, an denen Kuba reich ist und die für die USA von Interesse sind. Es ist anzunehmen, dass die USA ihrerseits dann Rohöl und Ölprodukte liefern oder deren Lieferung durch Venezuela zulassen werden.

In seiner Rede machte Díaz-Canel deutlich, dass seit drei Monaten kein Tropfen Öl oder Ölprodukte mehr nach Kuba gelangt und dass die Widerstandsfähigkeit der Insel am Ende ist. Die Regierung kann dank einer Steigerung der lokalen Rohölproduktion (und des damit verbundenen Gases) sowie dank Solaranlagen aus China nur Strom für etwas mehr als die Hälfte des Landes erzeugen.

Díaz-Canel erklärte, dass der Energiemangel nicht nur die Bevölkerung betrifft, sondern auch den Verkehr, die industrielle und landwirtschaftliche Produktion, die Schulen und, dramatischerweise, das Gesundheitswesen, wo "Tausende von Kindern auf eine Operation warten", die nur in Krankenhäusern möglich ist, die mit Strom versorgt werden.

Solidaritätskonvoi aus Europa ist in Kuba eingetroffen

Nuestra America Convoy to Cuba Europa

Am Dienstag (17.3.) ist der europäische Teil des internationalen Konvois nach Kuba am internationalen Flughafen José Martí in Havanna eingetroffen. An Bord der in Italien gestarteten Boing 787 befanden sich 5 Tonnen Medikamente und medizinisches Material im Wert von ca. 500.000 Euro, die dank der von der Zivilgesellschaft, Gewerkschaften, linken politischen Kräften und Bewegungen geförderten Initiative in Italien und anderen europäischen Ländern gesammelt wurden.

"Kuba hat die Welt verteidigt, und jetzt ist es an der Zeit, dass die Welt Kuba verteidigt"
Greta Thunberg

In Begleitung des Konvois kamen mehr als hundert Passagiere, Vertreter von 50 Solidaritätsorganisationen, Gewerkschaftsgruppen, Vertreter:innen politischer Organisationen aus Europa sowie aus Algerien und Marokko. Mit dabei sind auch die Europaabgeordneten Ilaria Salis und Mimmo Lucano aus Italien, Emma Fourreau aus Frankreich und Marc Botenga aus Belgien – alle Mitglieder der Linksfraktion The Left.

Nuestra America Convoy to Cuba Logo  

 

Ein Konvoi für Kuba. Herausforderung für die USA in der Karibik

Eine internationale Koalition aus Gewerkschaften, Abgeordneten, humanitären Organisationen und öffentlichen Persönlichkeiten will am 21. März humanitäre Hilfe nach Havanna bringen. 

 

Mexiko schickt neue Lieferung humanitärer Hilfe nach Kuba

Schiff mit Hilfslieferungen fuer CubaSchiff der mexikanischen Marine lädt Lebensmittel und Spenden für Kuba.
Foto: Außenministerium

Am 24. Februar sind zwei Versorgungsschiffe – Papaloapan und Huasteco – mit insgesamt 1.193 Tonnen Lebensmitteln für die Zivilbevölkerung Kubas aus dem Hafen von Veracruz (Mexico) ausgelaufen.

Die Papaloapan transportierte mehr als 1.000 Tonnen Grundnahrungsmittel, darunter Bohnen und Milchpulver, während die Huasteco 92 Tonnen Bohnen und 23 Tonnen verschiedene Lebensmittel transportierte, die von verschiedenen sozialen Organisationen "mit Unterstützung der Regierung von Mexiko-Stadt in der Sammelstelle im historischen Zentrum gesammelt wurden und einer ersten Lieferung entsprechen".

"Das mexikanische Volk hält seine Tradition der Solidarität mit den Völkern Lateinamerikas und insbesondere mit dem kubanischen Volk aufrecht”, betonte das Außenministerium. Es fügte hinzu, dass Mexiko "den bedürftigen Bruderländern immer Hilfe geleistet hat".


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