Wirtschaft

06.08.2010: Fast 600 Beschäftigte des Automobilzulieferers Hay aus den rheinland-pfälzischen Gemeinden Bockenau und Bad Sobernheim demonstrierten am Donnerstag in Bad Kreuznach gegen die Blockadehaltung eines von der Commerzbank geführten Bankenkonsortiums. Die Befürchtung, daß am Freitag Konkurs für den Betrieb mit über 1.200 Beschäftigten angemeldet werden müsste, trieben Belegschaft, Betriebsrat und IGM kurzfristig zu dieser Kampfmaßnahme.

Hay waren im Zuge der Absatzkrise der Autoindustrie die Aufträge weggebrochen, die Belegschaft arbeitete über ein Jahr kurz. Als dann die Produktion wieder anzog, fehlten die liquiden Mittel. Von Beschäftigten war zu hören, daß dann einige Banken zweistellige Zinssätze einerseits, und zu deren Finanzierung zweistellige Lohnverzichte anderseits gefordert hätten. Unter Mobilisierung und Beteiligung der Belegschaft handelte die IGM, unterstützt von der Technologieberatungsstelle des DGB, einen Tarifvertrag aus, der zwar einen Lohnverzicht in Höhe von 40 Millionen Euro vorsieht, aber neben einem Ausschluß betriebsbedingter Beendigungskündigungen für mehrere Jahre auch einen direkten Einfluß auf die Geschäftspolitik des Unternehmen durch Belegschaft und Gewerkschaft sichert. U.a. war zu hören, daß rechtlich verbindlich sichergestellt sei, daß das Geld nicht aus dem Betrieb gezogen werden könne, daß es keinen Verkauf des Familienunternehmens an irgendeine Heuschrecke geben dürfe und dass Gewinnausschüttungen ausgesetzt werden.

Das war den Banken, die zunächst zugestimmt hatten und seit Mitte Juni entsprechende Garantien abgeben sollten, wohl doch schon viel zu viel Einschränkung von Kapitalmacht. Sie mauerten bis Mittwoch und gerieten dann, nach Aussagen aus Belegschaft und Gewerkschaft, wohl in leichte Panik, als die Absicht der Kolleginnen und Kollegen zu demostrieren bekannt wurde, notfalls vor allen beteiligten Banken.

Auf dem Bad Kreuznacher Kornmarkt, vor dem Hauptsitz der dem Bankenkonsortierung zugehörigen Sparkasse Rhein-Nahe, verurteilten Sprecher der Vertauensleute, des Betriebsrates, der IGM und ein Sprecher einer Gruppe von sich solidarisierender Telekombeschäftigten die Banken. Eben erst mit Steuermilliarden gerettet, nachdem sie Unsummen verzockt hatten, spekulierten sie nunmehr weiter, auch mit der Existenz von 1.200 Beschäftigten und ihren Familien. Der IGM Bevollmächtigte Brakhuis forderte mehr Wirtschaftsdemokratie. Es sei ja wohl selbstverständlich, dass, wer 40 Millionen Euro in die Firma einbringe, auch mitzureden habe. Der ver.di-Kollege von der Telekom stellte die Frage nach der Vergesellschaftung der Geschäftsbanken und deren demokratischer Kontrolle unter Beteiligung der Gewerkschaften und rief die Menschen in der Region auf, das Problem jeder Belegschaft als das eigene zu sehen und sich gemeinsam zu wehren. Außer dem örtlichen SPD-Landtagsabgeordneten und dem Ministerpräsidenten Beck, SPD, mußten sich die regionalen Bundes- und Landespolitiker der etablierten Parteien herbe Kritik wegen ihrer Untätigkeit gefallen lassen.

So auch die CDU-Staatssekretärin Julia Klöckner, die im März 2011 Ministerpräsidentin werden möchte.

Aus heutigen Rundfunkberichten und Interviews mit Belegschaftsvertretern war zu hören, daß die Banken nunmehr die entsprechenden Garantieerklärungen unterschrieben hätten, daß der Kampf der Belegschaft mit ihrer Gewerkschaft vorerst mal den Betrieb und die Arbeitsplätze gerettet hat.

Text/Fotos: Volker Metzroth
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Wir laden alle Genossinnen und Genossen, Freundinnen und Freunde der marxistischen linken ein, gemeinsam 10 Jahre marxistische linke zu feiern - und mit Ingar Solty über das Ergebnis der EU-Wahl und die Herausforderungen für marxistische Kräfte zu diskutieren.
Damit wir besser planen können, bitten wir um baldige Anmeldung: marxistischelinke.sh@t-online.de
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Farkha Festival Komitee ruft zu Spenden für die Solidaritätsarbeit in Gaza auf

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Dies ist ein Moment, der zum Handeln auffordert. Lassen Sie uns gemeinsam für die Menschlichkeit eintreten und denjenigen, die es am meisten brauchen, die dringend benötigte Hilfe bringen.

Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge

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