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buecherverbrennung berlin 110533 bundesarchiv14.05.2013: „Es ist nicht! langsam gut mit Auschwitz“ - diese Aussage von Esther Bejerano während der Talkrunde „Kölner Treff“ macht deutlich, warum am 1. Mai mehr Menschen auf die Straße gingen als in den Vorjahren, warum Veranstaltungen zum 80. Jahrestag der „Bücherverbrennung“ gut angenommen wurden. Warum immer mehr Menschen bereit sind, mit einer Vielzahl von Aktionen die Aussage „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“ zu untermauern.

Alle Veranstaltungen am 1. Mai 2013 in Frankfurt am Main standen unter dem gleichen Motto:  „Frankfurt nazifrei“. Das ging vom Stadtteilfrühstück über Maikundgebung bis zur Gleisblockade. Für alle, egal wo sie engagiert waren, war es ein erfolgreicher Tag, denn die Nazis konnten in Frankfurt nicht demonstrieren.

Die Breite des Protestes - über Stadtteilinitiativen, Antifaschistischer Ratschlag, Römerberg-Bündnis, OB und gesamte Stadtregierung, Kirchen, Gewerkschaften, Einzelpersonen - schaffte ein neues Selbstbewusstsein. Das gilt es jetzt zu halten und auszubauen. Betont werden muss aber, dass es allein den couragierten Blockierern, die die Gleise besetzt hielten, zu verdanken ist, dass die Faschisten nicht in Frankfurt auftreten konnten. Die Polizei war hessenweit, nicht nur in Frankfurt, gut vorbereitet und hätte den Faschisten den Zugang ermöglicht.

Ebenso breit war auch die Zusammensetzung der Akteure zur Erinnerung an den 80. Jahrestag der Bücherverbrennung durch die Faschisten am 10. Mai 1933. Von 15.30 Uhr bis 19.00 Uhr wurde aus Werken von Noth, Kästner, Keun, Mann, Seghers und vielen anderen mit Begleitung von Klarinettenspiel und Liedern von Brecht und Kästner gelesen. Über den gesamten Zeitablauf haben ca. 500 Personen zugehört, nachgedacht und sich positiv geäußert.

Dass auch aus der Autobiografie von Peter Gingold gelesen wurde, spannte den Bogen in die Zeit von heute. Mit dem Appell von Peter Gingold: „1933 wäre verhindert worden, wenn alle Hitlergegner die Einheitsfront geschaffen hätten. Dass sie nicht zustande kam, dafür gab es für die Hitlergegner in der Generation meiner Eltern nur eine einzige Entschuldigung: Sie hatten keine Erfahrung, was Faschismus bedeutet, wenn er einmal an der Macht ist. Aber heute haben wir alle diese Erfahrung, heute muss jeder wissen, was Faschismus bedeutet. Für alle zukünftigen Generationen gibt es keine Entschuldigung mehr, wenn sie den Faschismus nicht verhindern“ sprang der Funke über, dass solche Aktionen wie heute richtig und wichtig sind, aber auch Konsequenzen braucht, nämlich endlich das Verbot der NPD zu realisieren. Das steht in Übereinstimmung aller Akteure, in der Breite von VVN über Schriftstellerverbände, Gewerkschaften bis hin zur Katholischen Kirche, unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters dieser Stadt.

Und so ist auch die Frage im Kölner Treff an Esther Bejerano, woher sie die Kraft nähme, unentwegt bei ihrem hohen Alter und diesen erschütternden Erlebnissen sich immer wieder zu engagieren mit ihrer Antwort: „Das weiß ich nicht. Ich habe diese Kraft, denn ich will diese Nazis nicht!“ für uns alle Vermächtnis, nicht locker zu lassen und uns gemeinsam mit vielen anderen Menschen für das Leben, für das Überleben der Menschheit einzusetzen.

Text: Bruni Freyeisen   Foto:   Bild : Bundesarchiv (Opernplatz Berlin, 10. Mai 1933)

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