Meinungen

08.06.2026: Eine globale Studie zeigt das Bild einer sich verändernden globalen Ordnung aus Sicht der öffentlichen Meinung. Die USA gelten als größte Bedrohung – und viele Länder wenden sich China zu

  

Eine umfassende weltweite Studie, für die Zehntausende Menschen in fast 100 Ländern befragt wurden, ergab, dass die überwiegende Mehrheit die Vereinigten Staaten als die größte Bedrohung für die Welt ansieht. Gleichzeitig geben immer mehr Länder an, dass sie China den USA vorziehen. Chinas Beliebtheitswerte sind insbesondere im Globalen Süden dramatisch gestiegen, wo die Unterstützung für die USA stark zurückgegangen ist.[1]

DIP2026 Studie  

 

Die Studie "Demokratie-Wahrnehmungsindex 2026" (https://allianceofdemocracies.org/democracy-perception-index) ist das aktuelle Ergebnis einer Studienreihe, die jährlich von einer Gruppe namens "Allianz der Demokratien" durchgeführt wird.
Der "Allianz der Demokratien" kann keineswegs vorgeworfen werden, "pro-chinesisch" oder "anti-amerikanisch" zu sein. Die Organisation wurde von Anders Fogh Rasmussen gegründet, dem ehemaligen Generalsekretär der NATO und rechtsgerichteten Ex-Ministerpräsidenten Dänemarks.
Sie wird zudem von einer ganzen Reihe namhafter europäischer Regierungsstellen, großer US-Unternehmen, mit der US-Regierung verbundener Gruppen und sogar Taiwan finanziert.
Zu den Organisationen, die die Alliance of Democracies finanzieren, gehören unter anderem Palantir, Microsoft, die Europäische Stiftung für Demokratie der EU, das rechtsgerichtete Atlas Network, die von der US-Regierung geförderte Organisation Freedom House und die Taiwan Foundation for Democracy.
Trotz dieser Verbindungen kam der Demokratie-Wahrnehmungsindex 2026 der Gruppe zu einigen Schlussfolgerungen, die Falken und Kalte Krieger in Washington zweifellos in Rage versetzen werden.

 

Durchführendes Institut war die "Alliance of Democracies“, eine Organisation mit engen Verbindungen zu westlichen politischen und wirtschaftlichen Akteuren, darunter europäische Institutionen, US-Unternehmen sowie transatlantische Netzwerke. Die Studie basiert auf einer groß angelegten internationalen Befragung von rund 24.000 Menschen in über 80 Ländern und untersucht, wie Staaten, Konflikte und globale Machtverhältnisse weltweit wahrgenommen werden. Die Umfrage wurde vom 19. März bis zum 21. April 2026 durchgeführt. In den Veröffentlichungen und Kommentierungen wird betont, dass die Ergebnisse nicht aus einer dezidiert antiwestlichen Perspektive stammen, sondern aus einem Umfeld, das traditionell eher den USA nahesteht.

Die USA als wahrgenommene Hauptbedrohung

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die Vereinigten Staaten in der globalen Wahrnehmung zunehmend kritisch gesehen werden. Im Rahmen der Umfrage wurden 23.968 Teilnehmer in 84 Ländern gefragt, welches Land sie als "die größte Bedrohung für die Welt" betrachten. In 65 der 84 Länder gaben die meisten Befragten an, dass die Vereinigten Staaten die größte Gefahr darstellen. In weiteren 10 Ländern (fast alle in Europa) wurde Russland als größte Bedrohung genannt. In sieben Ländern (in Westasien und Nordafrika) wurde Israel genannt. Israel nannte den Iran. Japan nannte China.

DIP2026 biggest threatIn der Mehrheit der befragten Länder werden die USA als größte Bedrohung für den Weltfrieden wahrgenommen; nur in wenigen Staaten gelten Russland, Israel oder China als Hauptgefahr.

Ablehnung militärischer Präsenz

Parallel dazu zeigt die Studie eine breite Ablehnung militärischer Präsenz der USA im Ausland.

In 86 von 97 untersuchten Ländern lehnt eine Mehrheit der Bevölkerung US-Militärbasen im eigenen Land ab. Klare Zustimmung findet sich nur in wenigen Staaten, darunter Israel, Polen, Südkorea und Puerto Rico.

Dieses Ergebnis deutet auf eine verbreitete Skepsis gegenüber militärischer Einflussnahme und Sicherheitsarchitekturen unter Führung der USA hin.

Sinkende Beliebtheit der USA

Auch das allgemeine Image der Vereinigten Staaten hat laut Studie deutlich gelitten. In etwa drei Vierteln der untersuchten Länder überwiegt eine negative Wahrnehmung. Positive Bewertungen finden sich nur noch in wenigen Staaten, etwa Israel, der Dominikanischen Republik, Georgien oder Nigeria. Besonders kritisch wird die USA in Europa, im Nahen Osten und in Nordafrika sowie im asiatisch-pazifischen Raum gesehen.

DIP2026 Wahrnehmung USAWahrnehmung der USA (Perception of the USA)
Der Demokratie-Wahrnehmungsindex ergab, dass die USA in 74 % der befragten Länder eine insgesamt negative Wahrnehmung haben. Die USA waren nur in einer Handvoll Ländern beliebt, darunter Israel, die Dominikanische Republik, Georgien und Nigeria. Am unbeliebtesten sind die USA in Europa, Westasien und Nordafrika sowie im asiatisch-pazifischen Raum.

 

Aufstieg Chinas in der globalen Wahrnehmung

Im Kontrast dazu steht der wachsende Einfluss Chinas. In 63 von 83 untersuchten Ländern geben die Befragten an, China gegenüber den USA zu bevorzugen. Besonders stark ist diese Tendenz im sogenannten Globalen Süden, also in Afrika, Teilen Asiens sowie in Lateinamerika. Aber auch in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum zeigt sich eine zunehmende Offenheit gegenüber China. Die Studie hebt hervor, dass die USA zwar weiterhin in bestimmten geopolitischen Schlüsselstaaten wie Japan, Südkorea, Taiwan oder der Ukraine hohe Zustimmung genießen, diese Länder jedoch eher Ausnahmen darstellen gegenüber dem globalen Durchschnitt.

DIP2026 USAvsCHINAUnterschied in der Wahrnehmung: USA vs. China (Difference in perception: United States vs. China)
Der Bericht stellt fest, dass die USA in Israel, Japan, Südkorea, Taiwan und der Ukraine die größte Zustimmung genießen – weist jedoch darauf hin, dass es sich hierbei um "Ausnahmen" handelt. China war besonders beliebt in Westasien, Nordafrika, Subsahara-Afrika, Europa und im asiatisch-pazifischen Raum. 

 

Ablehnung militärischer Präsenz

Parallel dazu zeigt die Studie eine breite Ablehnung militärischer Präsenz der USA im Ausland. In 86 von 97 untersuchten Ländern lehnt eine Mehrheit der Bevölkerung US-Militärbasen im eigenen Land ab. Klare Zustimmung findet sich nur in wenigen Staaten, darunter Israel, Polen, Südkorea und Puerto Rico. Dieses Ergebnis deutet auf eine verbreitete Skepsis gegenüber militärischer Einflussnahme und Sicherheitsarchitekturen unter Führung der USA hin. Die globale Wahrnehmung politischer Machtzentren befindet sich im Wandel und traditionelle Hegemoniemuster werden zunehmend infrage gestellt.

Einstellungen zu internationalen Konflikten

Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf aktuellen Konflikten. In Bezug auf einen US-Militäreinsatz gegen den Iran sprechen sich mehr Länder für den Iran als für die USA aus. Im Rahmen der Studie wurden Menschen in 98 Ländern gefragt, was sie vom Krieg der USA gegen den Iran halten. (Die Umfrage wurde vom 19. März bis zum 21. April 2026 durchgeführt; die USA hatten am 28. Februar einseitig einen Angriffskrieg gegen den Iran begonnen.) Eine Mehrheit der Nationen, nämlich 41 der 98, unterstützte den Iran. Nur 28 gaben an, auf der Seite der USA zu stehen. (Die übrigen 29 waren geteilter Meinung oder äußerten sich nicht eindeutig.)

Ähnlich fällt das Meinungsbild im israelisch-palästinensischen Konflikt aus. Eine Mehrheit der befragten Länder (51 von 98) äußert Sympathie für Palästina, während lediglich 17 Länder Israel bevorzugen. Eine besonders starke Unterstützung für Israel findet sich in wenigen Ländern, darunter die USA, die Ukraine, Georgien, Panama und die Dominikanische Republik.

Dieses Ergebnis verdeutlicht eine deutliche Distanz vieler Staaten zur US-Außenpolitik im Nahen Osten.

Wahrnehmung der eigenen nationalen Entwicklung

Neben außenpolitischen Fragen untersucht die Studie auch die Wahrnehmung der eigenen nationalen Entwicklung. Dabei zeigt sich ein auffälliges Ergebnis:
China weist weltweit den höchsten Anteil an Menschen auf, die glauben, ihr Land befinde sich "auf dem richtigen Weg“.

Im Gegensatz dazu ist der Optimismus in vielen westlichen Ländern vergleichsweise gering. Besonders niedrige Werte werden unter anderem für Frankreich, Deutschland, Puerto Rico, Nigeria und den Libanon festgestellt. Auf dem amerikanischen Kontinent sind El Salvador und Nicaragua die einzigen Länder, in denen eine Mehrheit der Bevölkerung eine positive Entwicklung sieht.

DIP2026 your countryIst Ihr Land auf dem richtigen Weg?

Gesamtbild einer sich wandelnden Weltordnung

Insgesamt zeichnet die Studie das Bild einer sich verändernden globalen Ordnung aus Sicht der öffentlichen Meinung. Die USA werden von vielen Gesellschaften als destabilisierende Kraft wahrgenommen, China hingegen gewinnt an Zustimmung und erscheint als attraktive Alternative. Zugleich verschieben sich die Sympathien in wichtigen Konflikten – etwa zugunsten Irans und Palästinas – und das Vertrauen in die eigene nationale Entwicklung ist in Teilen des globalen Südens höher als in den westlichen Zentren. Die Studienergebnisse bringen zum Ausdruck, dass in der globalen öffentlichen Meinung die bisherige westlich dominierte Weltordnung politisch und ideologisch erodiert.

Quelle: Ben Norton: "Major study shows world sees USA as biggest threat, and prefers China“, in: Geopolitical Economy Report, 7. Juni 2026; auf Grundlage des "Democracy Perception Index 2026“der Alliance of Democracies.
https://geopoliticaleconomy.com/2026/06/07/study-world-usa-biggest-threat-china/


Anmerkungen

[1] DPI 2026. The world's largest global democracy survey
https://www.niradata.com/dpi

Geschafft: Mehr als eine Million Unterschriften
Weiter unterzeichnen, damit auch Deutschland die Schwelle überspringt

EBI Assoziierungsabkommen EU Israel klein

Europäische Bürgerinitiative "Gerechtigkeit für Palästina" erreicht mehr als 1 Million Unterschriften  ++ Schwelle in elf Ländern übersprungen, Deutschland schwach ++ Italien setzt Verlängerung des Verteidigungsabkommens mit Israel aus ++ EU will Sanktionen gegen Israel erörtern – neue Position der ungarischen Regierung steht noch aus
weiterlesen und unterzeichnen hier 

+++++++++++++++++++++++++++++++

Neues von der Solidaritätskampagne: Abdeckplanen zum Schutz vor Regen. Gaza wird nicht vergessen!

Gaza Soliaktion Regenplanen 2025 12 2
zum Text hier
+++++++++++++++++++++++++++++++

EL Star 150

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.