Aus Bewegungen und Parteien

26.03.2026: Am 20. März trafen sich Gewerkschafter:innen in Frankfurt und gründeten die Initiative "Gewerkschafter: innen für Kuba. Gemeinsam gegen die US-Blockade! Solidarität gewinnt!" ++ eines der Vorhaben: "Mehr Solarenergie für Kuba - JETZT!"
Norbert Heckl war dabei:

 

84 Funktionärinnen und Funktionäre aus verschiedenen DGB-Gewerkschaften unterstützen die Initiative einiger haupt- und ehrenamtlicher Gewerkschafter, die Solidarität mit Kuba wieder zu einem Thema in den Gewerkschaften zu machen.

Am 20. März trafen sich etwa 30 von ihnen im Frankfurter DGB-Haus, um die Initiative offiziell zu gründen.

"Die Situation Kubas ist seit fünf Jahren die schwierigste, die es seit Bestehen der Revolution erleben muss. Die Hauptursache aller sich weiter verschärfenden sozial-ökonomischen Probleme in Kuba ist die andauernde US-Blockade mit dem Ziel, die Bevölkerung zu zermürben, das politische System zu Fall zu bringen und die alten, kapitalistischen Eigentumsverhältnisse wiederherzustellen."

Mit diesen Sätzen beginnt der Gründungsaufruf. [vollständiger Text hier]

Eine kubanische Dolmetscherin illustrierte diese verzweifelte Situation, in der sich die kubanische Bevölkerung befindet: Nahrungsmittelknappheit, Inflation, einem Gesundheitswesen am Rande des Zusammenbruchs, ständigen Stromsperren. War das veraltete Stromnetz 2025 drei Mal kollabiert, so gab es in den ersten drei Monaten schon vier komplette Stromabschaltungen. Und auch an "normalen" Tagen gibt es Strom nur für einige Stunden. Hauptgrund ist die mangelnde Versorgung mit Erdöl.

Geständnis eines Kriegsverbrechens

Cuba Trump kein Oel orig17.2.2026: Trump erklärt offen, dass er eine "humanitäre Drohung“ ausspricht, um einen Regimewechsel in Kuba zu erzwingen. "Es gibt ein Embargo. Es gibt kein Öl. Es gibt kein Geld. Es gibt gar nichts.“ Ein unmissverständliches Geständnis eines Kriegsverbrechens. 
Video: https://x.com/MaxBlumenthal/status/2023586107909189930

Unterbindung der Lieferung venezolanischen Öls nach Kuba nach der Entführung von Präsident Maduro und seiner Frau, Aufbringen von Öltankern mit Bestimmungsort Kuba, Strafzölle auf Lieferung durch Dritte – alle diese Maßnahmen führten dazu, dass der letzte Ölfrachter im Dezember auf Kuba anlegte. Der Selbstversorgungsgrad mit eigenem Öl liegt nur zwischen 30 und 40%, und da es einen hohen Schwefelgehalt hat, ist es schwer zu verarbeiten und für manche Anwendungen nicht geeignet. So kann es beispielsweise nicht zu Flugbenzin verarbeitet werden, was dazu führt, dass es kaum noch Direktflüge nach Kuba gibt, mit entsprechenden Auswirkungen auf den so wichtigen Tourismus. Der Verkehr liegt darnieder, da es kaum Benzin gibt, die meisten Betriebe können mangels Energie nicht produzieren.

"Mehr Solarenergie für Kuba – JETZT!"

Nachdem die kubanische Regierung angekündigt hatte, landesweit über 10.000 Solaranlagen auf öffentlichen und privaten Dächern zu installieren, um den Stromausfällen entgegenzuwirken, wollen sich auch deutsche Gewerkschafter:innen an der Unterstützung beteiligen und die Installation von Solaranlagen auf Dächern öffentlicher Einrichtungen und Betrieben unmittelbar fördern.

In Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Verein "Interred Cooperación e. V." (www.InterRed-org.de) sollen nicht nur finanzielle Mittel bereitgestellt, sondern auch die Lieferung sämtlicher für Installation und Betrieb erforderlichen Teile und Betriebsmittel gewährleistet werden. Lothar Reininger, einer der Gründer von "InterRed Cooperación e.V.", stellte den Verein und dessen Tätigkeit auf der Veranstaltung vor.

"Der Ausbau der Solarenergie als Alternative schreitet zwar voran, reicht aber noch nicht für eine sichere Versorgung von Wirtschaft und Gesellschaft aus. Deshalb wollen wir der Solidarität mit Kuba neue Kraft und Energie verschaffen und in Kooperation mit den kubanischen Gewerkschaften und Betrieben durch das Spenden für Solaranlagen hier konkret unterstützen", heißt es im Aufruf.

Spenden für dieses Projekt auf das Konto:
Netzwerk InterRed Cooperación e.V.
STICHWORT: Solar.Soli.Gewerkschaft
Bank für Sozialwirtschaft
DE15 3702 0500 0007 6002 00

Strommast  

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Internationalismus in den Gewerkschaften wieder verankern

Neben der materiellen Unterstützung Kubas ist ein wichtiges Ziel der Initiative, den Gedanken der Internationalen Solidarität mit Kuba in unseren Gewerkschaften wieder zu verstärken und zu verbreitern und auch direkte Kontakte mit den kubanischen Gewerkschaften zu pflegen.

"Die meisten DGB-Gewerkschaften haben die internationale Solidaritätsarbeit in den vergangenen Jahren stark zurückgefahren und arbeiten international partiell entlang der Lieferketten mit verbündeten Gewerkschaften in einigen Ländern zusammen", sagt Gewerkschafter Andreas Nolte (IG Metall Hannover). Mit dem Gewerkschaftszusammenschluss wolle man den internationalistischen Geist wiederbeleben und zugleich kubanische Betriebe und Gewerkschaften durch Solaranlagen praktisch unterstützen.

In der Diskussion wurden Gedanken entwickelt wie das Thema in die Gewerkschaften tranportiert werden kann, z. B. die Vorbereitungen auf die im kommenden Jahr stattfindenden Gewerkschaftstage von IG Metall und ver.di zu nutzen, um das Thema Solidarität mit Kuba überhaupt wieder in die gewerkschaftliche Diskussion zu bringen; auch die Kundgebungen und Demonstrationen am 1. Mai sollen dafür genutzt werden.

Es wurde auch ein Brief an Bundesregierung und an die Bundestagsparteien (außer der AfD) verabschiedet mit der Forderung, der alljährlichen Verurteilung der US-Blockade auf der UN-Vollversammlung auch Taten folgen zu lassen und selbst Solidarität mit Kuba zu organisieren.

Dass es dabei nicht nur um humanitäre Hilfe geht, sondern diese Solidarität auch zutiefst politisch ist, machte Heinz Bierbaum, bis vor kurzem Vorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung, deutlich: Kuba zeige, dass es möglich ist, eine zum kapitalistischen Profitsystem alternative Gesellschaft aufzubauen – "eine andere Welt ist möglich"!

Diese Alternative mit allen, wenn nötig auch militärischen, Mitteln zu Fall zu bringen, ist das erklärte Ziel der US-Regierung. Sie wollen damit auch der übrigen Welt zeigen: eine andere nicht-kapitalistische Welt ist eben nicht möglich, das lassen wir nicht zu; daraus ergibt sich die Bedeutung, die die Solidarität mit Kuba hat, das um seine Souveränität als ein Land kämpft, das sich eine demokratische, ausbeutungsfreie sozialistische Gesellschaft zum Ziel gesetzt hat.

Sollten die USA Erfolg haben, wäre das nicht nur für die Menschen auf Kuba dramatisch, sondern auch für alle Bewegungen auf der ganzen Welt, die sich für eine menschenwürdige Gesellschaft einsetzen, somit auch für die weltweite Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung.

 

Gründungsaufruf für die Initiative Gewerkschafter: innen für Kuba / Sindicalistas por Cuba! Gemeinsam gegen die US-Blockade! / Juntos contra el Bloqueo de EE.UU. a Cuba! Solidarität gewinnt! / ¡La solidaridad gana!

Die Situation Kubas ist seit fünf Jahren die schwierigste, die es seit Bestehen der Revolution erleben muss. Die Hauptursache aller sich weiter verschärfenden sozial-ökonomischen Probleme in Kuba ist die andauernde US-Blockade mit dem Ziel, die Bevölkerung zu zermürben, das politische System zu Fall zu bringen und die alten, kapitalistischen Eigentumsverhältnisse wiederherzustellen.

Durch diese jahrelange Entwicklung sind die Sozialsysteme, insbesondere das kostenlose Gesundheitswesen, das Bildungssystem, die garantierte Mindestversorgung mit Grundnahrungsmitteln für alle in den letzten Jahren äußerst fragil geworden, weil die wirtschaftlichen Ressourcen seit Jahren permanent abnehmen, weil die Finanzierungsgrundlage schrumpft.

Die Energieversorgung mit Strom durch mangelnde Energieimporte und sich wiederholende technische Defekte an veralteten Kraftwerken ist inzwischen leider alltäglich geworden. Manchmal tagelange Stromausfälle belasten nicht nur die Bevölkerung, sondern unterbrechen auch den Wirtschaftskreislauf.

Durch die völkerrechtswidrige Intervention in Venezuela Anfang 2026 will die Trump-Regierung dem wichtigsten Lebensnerv Kubas, der Energieversorgung mit venezolanischem Erdöl, im wahrsten Sinne den Hahn zudrehen. Dieses Ziel wurde am 29. Januar 2026 durch eine Exekutivanordnung von US-Präsident Trump auf äußerst dramatische Weise verschärft, indem nun jede Öllieferung durch Dritte nach Kuba mit Strafzöllen bestraft werden soll, um sie zu verhindern.

Der Ausbau der Solarenergie als Alternative schreitet zwar voran, reicht aber noch nicht für eine sichere Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung aus.

Deshalb wollen wir der Solidarität mit Kuba neue Kraft und Energie verschaffen und in Kooperation mit den kubanischen Gewerkschaften und Betrieben durch das Spenden für Solaranlagen hier konkret unterstützen. Dadurch werden auch ihre Arbeitsplätze erhalten.

Unsere bisherigen Besuche und Gespräche vor Ort in den Betrieben haben ergeben, dass eine eigene, gesicherte Energieversorgung durch den Betrieb von Solaranlagen ihre wirtschaftliche Handlungsfähigkeit entscheidend verbessern helfen kann. Die betriebliche Energiegewinnung auf Solarbasis könnte zugleich die Energieversorgung im Wohnumfeld der Betriebe unterstützen.

Unsere Ziele sind:

1. Den Gedanken der Internationalen Solidarität mit Kuba in unseren Gewerkschaften wieder zu verstärken, zu verbreitern und konkrete Taten folgen zu lassen. Deshalb arbeiten wir mit den kubanischen Gewerkschaften zusammen und pflegen direkte Kontakte.

2. Direkte Unterstützung von Betrieben in Kuba durch spendenfinanzierte Solarinstallationen inklusive aller notwendigen Betriebsmittel, um dadurch eine nachhaltige Verbesserung der Energieversorgung zu unterstützen. Schritt für Schritt kann dadurch die Abhängigkeit vom Import fossiler Brennstoffe reduziert werden und auch unmittelbar dazu beitragen, die Klimaschutzziele des Inselstaates zu unterstützen.

3. Wir wollen unsere dauerhafte Spendenaktion in Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Verein Netzwerk InterRed Cooperación e.V. , Frankfurt a.M., durchführen. Dieser ist der Spendenempfänger. Er kann die praktische Umsetzung gemeinsam mit den kubanischen Gewerkschaften und den zu benennenden Betrieben in Kuba koordinieren und gewährleisten.

4. Voraussetzung ist die Verbreitung eines bundesweiten Spendenaufrufs "Mehr Solar-Energie für Kuba" und regelmäßige Informationen an die Spender: innen und gewerkschaftliche Gliederungen und Institutionen bei uns über den Fortschritt der Spendenkampagne, den Fortschritt der Solar- Installationen und die Gesamtentwicklung in Kuba.

InterRed e.V. hat in den letzten vier Jahren schon erfolgreich mehrere Solaranlagen für kubanische Betriebe im Medizinsektor organisiert und mit kubanischen Partnern erfolgreich umgesetzt. Die Erfolge sind nachweisbar. Dies erleichtert die Umsetzung von weiteren betrieblichen Projekten auch in Zukunft!Durch die hier beschriebenen Ziele und Möglichkeiten kann unsere Initiative erfolgreich im Sinne gewerkschaftlicher, politischer und praktischer Solidarität mit Kuba sein und etwas zum Gegengewicht gegen die umfassende US-Blockade beitragen. Unsere Initiative ist bundesweit organisiert.

Kolleginnen und Kollegen, seid dabei, denn Kuba muss überleben

Solidarität gewinnt! / ¡La solidaridad gana!

Initiatoren:

Andreas Nolte, IG Metall, Hannover
Andreas Harnack, IG BAU, Stuttgart
Michael Knoche, IG Metall, Frankfurt a.M.
Reiner Peters-Ackermann, IG Metall, Heppenheim
Klaus-Dieter Winnerlein, IG Metall Westmittelfranken
Reinhard Nold, Vors. DGB Region Hannover
Armin Duttine, ver.di, Berlin
Gottfried Heil, IG Metall, Frankfurt a.M.

Wir Erstunterzeichner: innen unterstützen diese Initiative und rufen die Mitglieder und Funktionär: innen der DGB-Gewerkschaften auf:
Gebt mit eurer Solidarität dem sozialistischen Kuba neue Energie - durch eure Unterstützung, euer Engagement und eure Solidaritätsspenden!

Ansprechpartner: Andreas Nolte, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., mobil: +49170 3333654;
Michael Knoche, mobil +49151 23448384 ;
Andreas Harnack, mobil +49171 3100149


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