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14.04.2026: Zwei türkische Schwimmkraftwerke sollen Energiekrise in Kuba lindern ++ russischer Öltanker trotz US-Blockade in Kuba eingetroffen ++ im Nordatlantik ist ein weiterer russischer Öltanker mit Kurs auf Kuba unterwegs

 

Das türkische Schwimmkraftwerk Belgin Sultan, betrieben von Karpowership — einem Tochterunternehmen der Karadeniz Holding und dem einzigen Unternehmen der Welt mit einer eigenen Flotte von Energieschiffen — ist am Montag (6.4.) in Havanna eingetroffen, um Kubas schwere und sich verschärfende Stromkrise zu lindern. Das Schiff hat nach türkischen Angaben bereits mit der Stromerzeugung begonnen. Mit der Inbetriebnahme der Belgin Sultan sollen die chronischen Stromausfälle in der Hauptstadt Havanna und ihrer Umgebung deutlich reduziert werden. 

Die Belgin Sultan kann sowohl mit Flüssigerdgas als auch mit Diesel betrieben werden und ist in der Lage, bis zu 76 Megawatt Strom zu erzeugen — genug, um tausende Haushalte und kritische Infrastruktur zu versorgen. Das Schiff nutzt ein Plug-and-Play-System, das es ermöglicht, es direkt an ein nationales Stromnetz anzuschließen, ohne dass eine dauerhafte Infrastruktur erforderlich ist — eine schnell einsetzbare Lösung in Energienotlagen.

Mit der Belgin Sultan sind jetzt zwei Karpowership-Schiffe — die Belgin Sultan und die Erol Bay — in Kuba in Betrieb. Gemeinsam erbringen sie eine Leistung von 124 Megawatt. Kubanische Behörden gaben an, dass die Stromerzeugung durch die beide Schwimmkraftwerke voraussichtlich in der zweiten Aprilhälfte vollständig aufgenommen wird.

Nach türkischen Angaben sind türkische Schwimmkraftwerke seit 2019 in Kuba im Einsatz. Auf dem Höhepunkt der Zusammenarbeit betrieb Kuba bis zu acht solcher Einheiten gleichzeitig. Das letzte türkische Schiff verließ Kuba jedoch im Mai 2025, nachdem Kuba die Betriebskosten nicht mehr decken konnte, was die anschließenden Stromausfälle verschlimmerte. Die Rückkehr der Belgin Sultan steht für eine erneuerte Vereinbarung, deren finanzielle Einzelheiten bisher nicht veröffentlicht wurden.

Kuba verfolgt eine vielschichtige Strategie zur Stabilisierung seiner Energieversorgung. Während es einerseits die Technologie schwimmender Kraftwerke aus der Türkei nutzt, und dafür die Unterstützung durch Brennstoff aus Russland benötigt, wird zusätzlich mit chinesischer Hilfe die Versorgung durch Photopholtaik beschleunigt ausgebaut. (siehe kommunisten.de, 18.3.2026: Kuba stellt Stromversorgung wieder her, aber ...)

Durch eine von der US-Regierung von Donald Trump verhängte Ölblockade wurde Kuba im Januar von allen Öllieferungen abgeschnitten. Seit den militärischen Angriff gegen Venezuela und die Entführung des Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Gattin Anfang Januar sind die wichtigen, von dort kommenden Öllieferungen blockiert. Danach drohte Trump mit der Kaperung von Öltankern und mit Strafzöllen gegen Länder, die Rohöl nach Kuba liefern würden.

Russischer Öltanker liefert trotz US-Blockade

Trotz der Blockade erreichte der russische Öltanker "Anatoly Kolodkin" mit ca. 730.000 Barrel Rohöl am 31. März den östlich der kubanischen Hauptstadt Havanna gelegenen Hafen von Matanzas. In einer Erklärung des russischen Verkehrsministeriums hieß es: "Der russische Tanker Anatoly Kolodkin mit Rohöl als humanitärer Fracht ist in Kuba eingetroffen."

RUS Oeltanker Anatoly Kolodkin


Die USA ließen das Schiff passieren, um eine Konfrontation mit Moskau zu vermeiden. Trump hatte erklärt, er habe nichts dagegen, dass Russland oder andere Länder Öl an den Inselstaat schickten. "Wenn ein Land jetzt gerade etwas Öl nach Kuba schicken will, habe ich kein Problem damit, ob es nun Russland ist oder nicht", sagte er an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. "Denn sie brauchen es; sie müssen überleben."

Das Weiße Haus dementierte jedoch jegliche Änderung der US-Sanktionspolitik. "Wir haben diesem Schiff die Einreise nach Kuba gestattet, um die humanitäre Hilfe für die kubanische Bevölkerung zu gewährleisten. Diese Entscheidungen werden von Fall zu Fall getroffen", sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt.

Der letzte offizielle Ölimport vor der aktuellen russischen Lieferung stammte vom liberianischen Tanker "Ocean Mariner", der am 9. Januar mit 86.000 Barrel aus Mexiko eintraf. Aufgrund der Erpressung durch die USA hat Mexiko seitdem nur noch humanitäre Güter geliefert.

Im Nordatlantik unterwegs: Russischer Öltanker "Universal" wahrscheinlich mit Kurs auf Kuba

Gegenwärtig befindet sich im Nordatlantik, mit Kurs in Richtung Karibik, der russische Tanker "Universal". Sein Ziel könnte Kuba sein – und damit das zweite Versprechen Moskaus einlösen, der von einer schweren Energiekrise geplagten Insel mit Hilfe beizustehen. Dies geht aus aktuellen Schiffsverfolgungsdaten sowie Einschätzungen von Experten hervor.

Der Tanker mit der Identifikationsnummer IMO 9384306, der auf den Transport von Erdölderivaten spezialisiert ist, gehört zur russischen Reederei Sovcomflot. Bereits Ende März hatte ein Tanker derselben Flotte, die "Anatoli Kolodkin" den Hafen in Matanzas erreicht. Der "Universal" verließ Anfang April einen Ostseehafen und passierte am 8. April, begleitet von einer russischen Fregatte, den Ärmelkanal – eine Vorsichtsmaßnahme, um Angriffe durch britische Behörden abzuschrecken. Die Fahrt des Tankers wird von den internationalen Sanktionen gegen Russland überschattet: Sowohl die USA als auch die Europäische Union haben das Schiff mit Restriktionen belegt.

Obwohl das Schiff kein offizielles Ziel deklariert hat, deuten seine Route und sein Profil stark auf Kuba hin. Diese Einschätzung wird durch die Ankündigung des russischen Energieministers Sergej Tsiviliov gestützt, der kurz nach der Ankunft der "Anatoli Kolodkin" eine zweiten Brennstofflieferung für die Insel in Aussicht stellte, ohne weitere Details preiszugeben. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte nach der Ankunft der "Anatoly Kolodkin" in Kuba auf die Frage, ob weitere russische Lieferungen folgen würden, geantwortet: "Angesichts der verzweifelten Lage, in der sich die Kubaner jetzt befinden, können wir natürlich nicht gleichgültig bleiben, daher werden wir weiter daran arbeiten."

Die nun erwartete Ankunft der "Universal" unterstreicht erneut die strategische Partnerschaft zwischen Havanna und Moskau, bleibt aber angesichts des immensen Bedarfs ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Lieferungen reichen bei Weitem nicht aus und können die prekäre Energieversorgungslage Kubas nur kurzfristig entschärfen. Wie Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel selbst einräumte, reichen die Mengen bei weitem nicht aus, um die strukturelle Krise zu bewältigen. Der tägliche Bedarf der Insel liegt bei etwa 100.000 Barrel Erdöl, von denen lediglich 40.000 Barrel durch inländische Förderung gedeckt werden. Die restlichen 60.000 Barrel müssten importiert werden – ein seit Jahren nahezu unlösbares Problem aufgrund des chronischen Devisenmangels des Staates und des US-amerikanischen Embargos.


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