Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst werden fortgesetzt
15.05.2015: ver.di hatte zum 31. Dezember 2014 die Eingruppierungsvorschriften und die Entgeltordnungen für den Bereich Sozial- und Erziehungsdienst gegenüber der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) gekündigt. ver.di fordert für die rund 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst eine höhere Eingruppierung, die zu Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent führen würde.
01.05.2015: Streikende und demonstrierende Arbeiter und Angestellte in Europa passen nicht ins Bild der hiesigen Medien. Nach der weitgehenden Unterschlagung des landesweiten Gewerkschaftsaktionstags in Frankreich mit 300 000 Beteiligten in 86 Städten am 9. April erlitt auch der 24-stündige Generalstreik der Beschäftigten der Öffentlichen Dienste in Belgien am 22. April dieses Schicksal. Dabei hatte der Aufruf der Gewerkschaftszentrale der Öffentlichen Dienste (CGSP) im belgischen Allgemeinen Gewerkschaftsbund (FTGB) dazu geführt, dass Nahverkehr und Eisenbahn, Post, Schulen, Müllabfuhr, Schleusen für die Schifffahrt, öffentliche Dienststellen und Ämter, Kinderkrippen und Gesundheitseinrichtungen in öffentlicher Hand in Brüssel, Antwerpen, Lüttich, Charleroi und anderen Städten weitgehend lahmgelegt waren.
28.04.2015: Meinungsverschiedenheiten und Streit in einer Angelegenheit sind in einer Organisation nicht ungewöhnlich. Entscheidend ist allerdings, ob im Ergebnis Gemeinsamkeiten erreicht werden. Der Umgang miteinander entscheidet über den Erfolg in der Sache. Im Deutschen Gewerkschaftsbund wird die Zusammenarbeit zwischen den acht Einzelgewerkschaften immer problematischer. Es gibt insbesondere bei der Mitgliederwerbung wiederholt Streit. Nun dokumentiert eine Kooperations-vereinbarung (Anlage) die Konkurrenzsituation im DGB. Von Franz Kersjes:
18.04.2015: Bei den Tarifverhandlungen über die Arbeitszeit der 140.000 Tarifkräfte der Deutschen Post AG mit die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) mit weiteren bundesweiten Warnstreiks am Donnerstag und Freitag den Druck erhöht. Der Schwerpunkt der Streikmaßnahmen lag bei der Paketbearbeitung. Es würden jedoch auch Teile der Briefbearbeitung und Bereiche aus der Zustellung in den Ausstand einbezogen. Die organisierten flächendeckenden sorgten für empfindliche Störungen bei der Postbearbeitung. Hintergrund des Tarifkonfliktes bei der Deutschen Post AG ist der Bruch des Vertrages zum Schutz vor Fremdvergabe in der Zustellung durch die Deutsche Post AG und ihre Flucht aus dem bestehenden Haustarifvertrag durch den Aufbau eines flächendeckenden Netzes für die Paketzustellung in den hierfür zum Jahresanfang gegründeten 49 Regionalgesellschaften. Mit der Forderung nach einer Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich soll dieser Vertragsbruch nach dem Willen von ver.di kompensiert werden.
13.04.2015: Mit Spannung erwartet ver.di die zweite Verhandlungsrunde am 14.und 15.April. Über 10.000 Zustellerinnen und Zusteller legten am 1. und 2. April bei eintägigen Warnstreiks die Arbeit nieder. Millionen Postkunden erhielten dadurch die Osterpost verspätet. Obwohl die Führungskräfte bei der Post in bisher nicht bekanntem Ausmaß versuchten die Poststreiks zu unterlaufen, beteiligten sich viele an den Warnstreiks. Allerdings blieben auch die Drohungen und die Demagogie des Managments nicht wirkungslos.
14.03.2015: Obwohl das unterstützende Konzert aus Trillerpfeifen von nahezu 400 Warnstreikenden am 13. März in Berlin bis in den Verhandlungsraum zu hören war, brachte auch die zweite Verhandlungsrunde der IG Metall mit der Mercedes Benz Vertriebsgesellschaft mbH (MBVG) zum kompletten Verkauf des konzerneigenen Vertriebs- und Service-Netzes in Ostdeutschland noch kein greifbares Ergebnis. Für 1500 Beschäftigte, die für die Niederlassungen in den Standorten Rostock, Schwerin, Magdeburg, Berlin, Dresden und Leipzig demnächst Tarifflucht, Stellenabbau und Ausbildungsstopp befürchten, blieb die erwartete, längerfristig zu sichernde Perspektive so ungreifbar wie zuvor. Das Symbol dafür ist nach wie vor der Mercedes-Stern, aus dem Konzernchef Dieter Zetsche die „Ost-Stütze“ heraussägt.
Da war selbst ver.di überrascht: Zu einem Demonstrationszug und einer Kundgebung in Kiel hatte die Dienstleistungsgewerkschaft bis zu 1.500 Teilnehmer erwartet – tatsächlich kamen doppelt so viele. Rund 3.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes der Länder wollten am 11. März im Tarifkonflikt ein Zeichen setzen - wenige Tage vor der dritten Verhandlungsrunde. Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligten sich unter anderen Mitarbeiter vom Uniklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Ministerien, Feuerwehr, Polizei und Strafvollzug; auch Lehrer und Angestellte des Küstenschutzes waren dabei.
10.03.2015: Mit dem Abschluss von 3,4% Lohnerhöhung in der Metall- und Elektroindustrie für fast 4 Millionen Beschäftigte hat IG Metall angesichts der niedrigen Inflationsrate eine Reallohnsteigerung erreicht. Angriffe der Unternehmer auf die bisherigen Altersteilzeitregelungen konnten abgewehrt werden, in Fragen Bildungsteilzeit konnte kein Durchbruch erzielt werden. Maßgeblich trugen zu dem Ergebnis die Warnstreiks bei, an denen sich fast 900.000 Beschäftigte beteiligten.



