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paris jesuiecharlie 11011515.01.2015: Eineinhalb Millionen in den Straßen von Paris, die Boulevards im Stadtkern voll von Menschen, und mehr als zweieinhalb Millionen gleichzeitig in mehreren hundert großen und kleinen Städten im ganzen Land – das hat es in Frankreich seit dem Ende des 2. Weltkrieges nicht gegeben. Ein historischer Tag, der an die Einheit des französischen Volkes in der Résistance, im Kampf um die Befreiung des Landes von der deutschen faschistischen Besetzung erinnerte. Hervorzuheben ist aber nicht nur die immense Beteiligung, sondern auch der Inhalt der Veranstaltungen und die klare Grundeinstellung der Teilnehmenden.

Was ursprünglich von den antirassistischen Vereinigungen und Linksparteien als Schweigemarsch zur Ehrung der Opfer des grausamen Attentats vom 7. Januar initiiert worden war, sich dann zu einem Massenaufmarsch auch für die am nächsten Tag ermordete junge Polizistin im Pariser Stadtteil Montrouge und für die am darauffolgenden Tag erschossenen vier Geiseln in einem jüdischen Supermarkt an der Porte de Vincennes ausweitete, war keine Demo der Angst vor dem „Terrorismus“ und keine Demo im rechtsextremistischen Geist des „Kriegs der Kulturen“. Es war eine Demonstration der Entschlossenheit des Einstehens für die Freiheit des Denkens und der Meinung und das friedliche Zusammenleben der Menschen, unabhängig von Geburt, Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Eine Demo für die Werte der französischen Revolution von 1789, die Werte der französischen Republik.

Nicht dass sich ein halbes Hundert Spitzenpolitiker aus der EU, Afrika, Israel, Palästina und dann auch noch aus der Ukraine hinter den Angehörigen der Opfer an die Spitze stellten, war die Nachricht des Tages und machte seine Bedeutung aus. Sondern der Aufstand der Millionen gegen Hass und fanatischen Extremismus aller Art, für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.

Beachtung verdient, dass die Rechtsextremisten des „Front National“ und ihre Parteigänger in der übrigen Rechtsparteien keinen Fuß auf den Boden bekamen mit dem Versuch, die Vorgänge zu einem Aufruf zu einem „Krieg gegen den radikalen Islam“ zu missbrauchen, wie es FN Chefin Marine Le Pen gesagt hatte. Trotz aller ihrer Bemühungen hatten die Akteure ihr den ersehnten Platz in der Reihe der Spitzenpolitiker in der Pariser Demonstration verweigert.

So wurden die Aufmärsche nicht zu Demonstrationen der Spaltung und der Aufwiegelung der Menschen gegeneinander, Einheimische gegen Immigranten, Gläubige gegen Ungläubige, Anhänger abendländischer Werte gegen den Islam, sondern zu Demonstrationen der Einheit der Bevölkerung, für das Zusammenstehen für die gemeinsame Grundinteressen, für Freiheit und Demokratie.

Bleibt zu hoffen, dass diese Einheit des Volkes mit progressivem Grundinhalt in den kommenden Tagen und Wochen ihre Fortsetzung finden kann im Ringen um fortschrittliche Lösungen für die Beseitigung der Probleme, die zum Nährboden und zu den Ursachen dessen gehören, woraus diese Attentate erwachsen sind.

Text: Pierre Poulain (dieser Artikel erscheint auch in der UZ vom 16.01.15)  Foto: Kévin Couette


Der Kampf für das Recht der Frauen, über ihren Körper zu entscheiden, ist international.
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Pariser Commune h 600phttps://youtu.be/r1lREQYzNfo

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Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

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